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09.07.08

Lively: Googles neue virtuelle Räume

Google startet Lively, ein Browser-Plugin für die Erzeugung und Benutzung von virtuellen 3D-Räumen, die in Webseiten integriert werden können.

Auch Google baut eine virtuelle Welt, wer hätte das gedacht? Das gestern gestartete Lively bietet einerseits die Möglichkeit zum Erstellen von 3D-Räumen, die man mit einem Code-Schnippsel in die eigene Webseite oder ein Blog einbetten kann. Den eigenen Raum kann man, keine Überraschungen hier, mit einem Editor nach Belieben gestalten, möblieren und mit anderen Accessoires ausstatten.

 

Besucher der Webseite andererseits können diese Räume mit ihrem avatarischen Alter-Ego betreten und miteinander chatten oder sonstige Nettigkeiten austauschen. Auch die Avatare können natürlich, in gegebenem Rahmen, nach eigenem Gutdünken angepasst werden. Voraussetzung für die Benutzung ist die Installation eines Plugins – derzeit gibt es das für den Internet Explorer und Firefox unter Windows XP oder Vista. Mac- oder Linux-User müssen sich noch ein wenig gedulden.

Was kann man davon halten? Ich weiss es nicht.

Google ist im Allgemeinen sehr gut darin, ein bestehendes Problem oder Bedürfnis aus einem neuen Blickwinkel zu durchdenken und eine effizientere Lösung als alle anderen zu entwickeln. Aber manchmal wirken sie auch wie ein Elephant, der durchs Web marschiert und Dinge tut, einfach weil er es kann. Lively etwa ist in der Google-Freizeitschmiede (20% der Arbeitszeit können bei Google angeblich für eigene Projekte verwendet werden) entstanden.

Während ein Startup, das diesen Bereich erschließen möchte (davon gibt es schon einige, gestern etwa auch gestartet: Vivaty, die Investitionen in diesen Bereich belaufen sich alleine in diesem Jahr im mittleren 8-stelligen Dollarbereich) ganz andere Kostenstrukturen und eine ganz andere Risikoverteilung hat, kann das Google nebenher machen, auf die riesige Userbasis zurückgreifen und hat ganz andere Monetarisierungsmöglichkeiten.

Auf Werbetafeln, Product Placement, etc. muss man sicher nicht lange warten, aber selbst wenn es sich nicht direkt rechnet, können sie es einfachst mit anderen Diensten kombinieren (Lively Rooms auf Google Maps oder Google Earth, die Aufmerksamkeitsdaten für AdSense usw.) und es indirekt trotzdem profitabel machen, eine Möglichkeit, die den anderen Startups ohne großem Partner fehlt.

Die offizielle Begründung von Google geht natürlich in eine andere Richtung: das Web soll damit haptischer, emotionaler gemacht werden, zwischen Blogger und Leser etwa entstehe eine ganz andere Bindung, wenn sie sich animiert umarmen könnten …

Mehr zu Lively bei:

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