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29.04.14Kommentieren

Live-Audiostreams für die Masse: Startup Voice Republic überträgt die re:publica

Das schweizerisch-deutsche Startup Voice Republic hat einen Dienst geschaffen, über den jeder Live-Audiostreams durchführen und archivieren kann. Zur Zielgruppe gehören Veranstalter und Podcaster. In der nächsten Woche wird der Service die re:publica live übertragen.

Voice RepublicWer heute unter alleinigem Einsatz des Browsers und mit auch sonst minimalen Mitteln einen Live-Stream von Interviews, Diskussionen oder Gesprächsrunden produzieren möchte, der nutzt dafür meist Googles Dienst "Hangouts On Air". Doch Voraussetzung ist natürlich, dass man sich nicht vor dem Einsatz der Kamera beziehungsweise Webcam scheut. Je nach Art des zu übertragenden Inhalts könnte manchmal auch ein reiner Audiostream genügen. Genau eine solche Möglichkeit will das Startup Voice Republic (VR) anbieten. Die Macher des in Zürich ansässigen Startups, der Schweizer Patrick Frank und der Deutsche Ole Kretschmann, haben kürzlich ihre Audio-Diskussionsplattform ins Rennen geschickt, deren grundsätzliche Funktionalität allen Nutzern von Hangouts On Air vertraut sein dürfte. Nur können Anwender von VR auch in Unterwäsche auf Sendung gehen, denn auf Video verzichtet das junge Unternehmen. Bei VR können Nutzer nach einer Registrierung Audiostreams planen und direkt im Browser durchführen. Sendungen werden frei zugänglich gestreamt. Auf Wunsch lassen sie sich auch aufnehmen. Dann stehen sie nachträglich als Podcast-Download oder per Widget zum Einbetten in externe Seiten zur Verfügung. Analog zu Hangouts können sich mehrere Personen an verschiedenen Orten gleichzeitig aktiv an einer über VR durchgeführten Debatte beteiligen, sofern sie vom Initiator eingeladen wurden. Begrenzungen bei der Zahl gibt es keine.

Das Anbieten sowie Anhören von Live-Streams ist kostenfrei. Im Rahmen eines kostenpflichtigen Premium-Abos können Intensivnutzer sich zusätzliche Features und Speicherplatz für ihre Aufnahmen erschließen. Die Monetarisierung des mit 500'000 Franken (rund 410.000 Euro) von nicht näher genannten Privatinvestoren finanzierten Startups soll zudem mit einer White-Label-Lösung, die Firmen und Bildungseinrichtungen angeboten wird, sowie einer "Grey Label"-Version für kleinere Unternehmen, Vereine und Interessengruppen erfolgen.

Die VR-Macher zielen mit ihrem Angebot insbesondere auf Podcaster sowie Veranstalter von Events und Konferenzen ab. Durch das explizite Werben um Betreiber von Podcasts macht das Startup auch der bekannten Audioplattform SoundCoud Konkurrenz, die häufig als Verbreitungsort für entsprechende Audio-Aufnahmen genutzt wird, aber keine Live-Funktion bietet. Mit zunehmender Bekanntheit könnte sich VR zu dem zentralen Ort für die Aufnahme von, Partizipation an und den nachträglichen Konsum von Podcasts mausern.

Voice Republic

VR sieht sich zwar als kommerzieller Anbieter, verzichtet aber nicht auf netzaktivistische Referenzen, die sich unter anderem in einem auf der Website dargestellten Manifest wiederfinden. In diesem halten die Machern einiger ihrer wichtigsten Werte wie Demokratie und Freiheit, gleichberechtigte freie Rede sowie Datensparsamkeit fest. Auch mit dem ersten großen Partner zeigen die VR-Macher Flagge: VR wird über 250 Stunden Programm der in der kommenden Woche in Berlin stattfindenden Netzkonferenz re:publica live übertragen und zum nachträglichen Anhören bereitstellen. Besser könnte sich das junge Unternehmen kaum bei seiner Zielgruppe ins Gespräch bringen.

Derzeit gibt es Voice Republic noch nicht in einer mobilen Version. Das soll sich aber ändern. Eine Augenweide ist die Website des Dienstes bislang auch nicht gerade. Allerdings könnte man die eher unattraktive, aber zweckmäßige Oberfläche auch als Statement dazu interpretieren, was bei VR im Vordergrund steht: Die inhaltliche Auseinandersetzung mit den Audio-Diskussionen anstelle von Äußerlichkeiten.

Wer VR ernsthaft für eigene Programme nutzen möchte und in Deutschland beheimatet ist, sollte sicherheitshalber die Anzeigenpflicht für Webradios mit technisch mehr als 500 möglichen Hörern berücksichtigen - auch wenn es dazu im Mitgliederbereich von VR keine Hinweise gibt. /mw

Link: Voice Republic

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