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Unter netzwertig veröffentlichen wir in unserem Blog Einschätzungen zu aktuellen digitalen Geschäftsmodellen und IT-Trends, Meldungen, Analysen, Reviews und Specials.

10.12.09Leser-Kommentare

Linkwertig: Googleangst, Bahn.de, Irland, Gowalla

Googleangst

Die panische Angst vor Google geht in Deutschland um und vermutet beim Internetriesen (der 'Datenkrake') mal wieder das personifizierte Böse. In der Welt wird der Unsinn auf's Korn genommen:

Doch damit nicht genug, immer weitere Innovationen kommen dazu und überfordern mit ihrer Nützlichkeit selbst die größten Kritiker. Und genau an dieser Stelle wird deutlich, welch ein hinterlistiger Konzern Google ist. Anstatt zuzugeben, was alle Kritiker wissen, täuscht man die Öffentlichkeit mit immer weiteren sinnvollen Neuerungen über die wahren Absichten (eben die Weltherrschaft) hinweg.

» WELT DEBATTE - Weblogs - Böss in Berlin - Google ist so schlimm wie die Sowjetunion

Auch Christian Scholz befasst sich mit dem Thema Googleangst.

Meine Meinung dazu: Deutschland muss endlich aus seiner Traumwelt aufwachen. Wir leben in einer Informationsgesellschaft, die auf Informationstechnologie aufbaut und diese funktioniert nun einmal nicht ohne Informationen, also Daten.

» mrtopf.de » Wo ist das Böse in Google?

Ebenfalls lesenswert ist der Artikel von Markus Breuer:

Hinter der ganzen Flut von neuen Produkten bei Google steht kein Masterplan zur Weltherrschaft. Dahinter stecken viele kleine Teams sehr sehr schlauer Leute, die alle Nase lang wirklich gute Ideen haben und die Mittel, diese in die Tat umzusetzen. Will ihnen ernsthaft jemand vorwerfen, dass es finster ist, wenn sie das auch tun?

» Das Google-Missverständnis: Weltherrschaft? - Die wollen doch nur spielen! - _notizen

IT-Gipfel

Nochmal Christian Scholz über den IT-Gipfel in einer sehr lesenswerten Bestandsaufnahme von Internet-Deutschland.

Aber schaut man sich mal die ganzen Gruppen rund um neue Web-Standards an (OpenID, OAuth, Webfinger, XRD, UMA, Data Portability Project usw.) so findet man dort fast keine deutsche Beteiligung (oft scheine ich sogar der einzige Europäer dort zu sein). Dies ist insbesondere interessant, da deutsche Firmen diese Techniken ja durchaus nutzen (wenn auch meist Jahre später) und sich dann Problemen konfrontiert sehen, die man durch frühe Mitarbeit hätte lösen können (z.B. Probleme verursacht durch die speziellen Datenschutzgesetze Deutschlands).

In der Tat.

» mrtopf.de » Wer IKT sagt, hat schon verloren

MySpace

MySpace startet API mit Echtzeit-Stream.

» Myspace Opens Floodgates: Developers Get API for Real-Time Stream

Netzzeitung

Die Redaktion der vor der Schließung stehenden Netzzeitung ist in den Streik getreten.

» Meedia: Redaktion der Netzeitung streikt

Springer

Springer startet seine kostenpflichtigen iPhone-Applikationen für Bild und Welt, blockiert Browser-Versionen von Bild und Welt über iPhone nun doch nicht. Wir hatten das zunächst geplante Blocken als digitalen Amoklauf bezeichnet.

» heise online - Axel Springer startet kostenpflichtige iPhone-Angebote

iPhone

Nuances Diktiersoftware Dragon Dictation, die seit gestern im US-App Store für das iPhone (vorerst kostenlos) angeboten wird, lädt sämtliche Namen (Firmen wie Personen) des eigenen Adressbuchs ungefragt auf den Server des Unternehmens - lediglich ein knapper EULA-Hinweis erklärt den Umstand.

» fscklog: iPhone-Diktiersoftware lädt im Adressbuch hinterlegte Namen auf Firmenserver

Gowalla

Das ortsbasierte Social Network erhält in einer Finanzierungsrunde 8,4 Millionen Dollar.

» How Gowalla landed $8.4M for location-based game | VentureBeat

Regierung 2.0

E-Government ist gut für Staat und Bürger - aber nur dann, wenn die Behörden die von ihnen gesammelten Daten auch wieder herausrücken. In den USA bemühen sich zahlreiche Initiativen auch seitens der Regierung um mehr Offenheit.

» Freiheit für Regierungsdaten - futurezone.ORF.at

Facebook Connect

Über 60 Millionen Menschen nutzen Facebook Connect. Über zwei Drittel der 100 größten Websites der Welt nach Comscore setzen Facebook Connect ein.

» 60 Million People A Month Use Facebook Connect

Bahn.de

Neuerungen bei der Deutschen Bahn. Unter anderem wird noch im Dezember eine kostenlose iPhone-App und Vereinfachungen bei der Online-Buchung eingeführt.

» Bahn.de mit neuen Funktionen - DMM Der Mobilitätsmanager

Irland

Die Irish Times stellt regelmäßig ein Ranking der irischen Startups zusammen.

» 50 Irish tech start-ups get their own tracker

Hier erscheinen von Montag bis Freitag ausgewählte Links zu lesenswerten Texten und aktuellen Entwicklungen. Hinweise auf Texte gern an tipps.netzwertig at blogwerk.com

Kommentare

  • Christian Stöcker

    10.12.09 (11:18:40)

    Hallo Herr Weiss, mich ärgert das wirklich. In meinem Stück, auf das sich die drei Herren oben beziehen, steht nirgends, dass Google "böse" sei. Und auch nicht, dass es "totalitär" sei. Es besteht ausser der Überschrift übrigens noch aus über 7500 weiteren Buchstaben. Und es wird darin lediglich auf einen strategischen Zusammenhang hingewiesen, der dazu führt, dass aus dem bislang anonymen Internetnutzer ein persönlich identifizierter Überall-Internetnutzer wird. Ob man das dann gut oder nicht so gut findet, ist zu diskutieren. Das geht aber nur, wenn man nicht nach der Überschrift zu lesen aufhört.

  • Marcel Weiss

    10.12.09 (11:29:20)

    Ich habe den Artikel gestern gelesen und ich fand nicht nur die Überschrift grenzwertig. Ein Beispiel: Android. Sie schreiben: "Und Android funktioniert richtig nur dann, wenn man sich fest an Google bindet: Ohne Google Mail, Kalender, Text und Tabellen ist ein Android-Smartphone nicht besonders smart. Mit anderen Worten: An der Eingangstür zur mobilen Google-Welt muss eine persönliche Visitenkarte abgegeben werden. Mit der Anonymität des Internets ist es damit vorbei." Mit keiner Silbe wird erwähnt, dass Android Open Source ist und die Hersteller ihre eigene Version ohne Googledienste schreiben können. Es gibt bereits ein Communityprojekt, welches das umsetzen will. Diese Aufgabe von Kontrolle seitens Google passt aber leider nicht in Ihr Bild des Unternehmens.

  • Christian Stöcker

    10.12.09 (12:25:48)

    Das ist auch nicht Teil der Strategie - auch wenn es diese Option natürlich gibt (was Sie bei Spon übrigens schon X-Mal lesen konnten, u.a. in dem an genau der von Ihnen zitierten Stelle verlinkten Artikel). Sind Sie ernsthaft der Meinung, Android, Chrome OS etc. seien NICHT explizit dazu gemacht, Leute zur Nutzung von Google-Diensten zu bringen? In meinen Stück steht nirgends, dass man das alles machen muss. Sondern dass das eben sehr attraktiv ist. Und natürlich gibt es andere Möglichkeiten. Aber wer ein Android-Handy inkl. Navi, Goggles etc. nutzen will, wird um einen Google-Account so oder so nicht herumkommen, oder? Ist das nun Zufall oder Unternehmensstrategie? Darf man darauf nicht hinweisen, als Journalist?

  • Marcel Weiss

    10.12.09 (14:12:31)

    Was ist nicht Teil der Strategie? Die Aussage verstehe ich nicht. Können Sie erklären, was Sie da meinen? Google hat Android versehens Open Source gemacht? "Sind Sie ernsthaft der Meinung, Android, Chrome OS etc. seien NICHT explizit dazu gemacht, Leute zur Nutzung von Google-Diensten zu bringen?" Nein, natürlich nicht. Google macht wie jedes andere Unternehmen auf der Welt Produkte mit dem Ziel, dass diese genutzt werden. Google hat aber auch übergeordnet ein strategisches und damit langfristig angelegtes Interesse daran, dass die Nutzung vom Desktop hin zum Web geht. Dafür sind Chrome Browser und OS eher Steigbügel als alles andere. Wurde hier auf netzwertig.com und anderenorts mehrfach thematisiert. " Aber wer ein Android-Handy inkl. Navi, Goggles etc. nutzen will, wird um einen Google-Account so oder so nicht herumkommen, oder?" Ja, wer Produkte eines Unternehmens nutzen will, muss mit diesem in Kontakt treten. So wie ich auf Spiegel Online gehen muss, um Ihre Artikel dort lesen zu können. "Darf man darauf nicht hinweisen, als Journalist?" Sie weisen nicht einfach darauf hin. Ich weiß nicht, ob die Überschrift von Ihnen oder einem Redakteur kam, aber 'Weltherrschaft'? Das ist kein simples Hinweisen darauf, dass Google Daten erfasst bei der Nutzung von Google-Diensten. Das ist Hysterie. Der ganze Artikel liest sich leicht verschwörungstheoretisch angehaucht, wenn etwa von Puzzleteilen etc. die Rede ist. Auch der pauschale Vorwurf mit dem Datensammeln ist müßig. Wie viele Daten-GAUs a la VZ-Netzwerke gab es bis dato bei den Google-Diensten? Wie oft hat Google durch Unachtsamkeit oder durch Böswilligkeit/Arroganz Daten unrechtmäßig ausgewertet (man denke hier etwa an diverse große deutsche Unternehmen in jüngster Zeit..)? Auch nur ein Beispiel dafür? Ich kenne keins. Auch in ihrem Artikel steht keins. Dafür muss der in der Tat dumme Schmidt-Satz als Beweis herhalten. Sehr dürftig in meinen Augen. Und was viel wichtiger ist: Besteht denn überhaupt ein wirtschaftlicher Anreiz für das Unternehmen, das auf Daten, wie kein anderes angewiesen ist, das Vertrauen der Nutzer zu hintergehen? Gibt es eine plausible Kosten-Nutzen-Analyse diesbezüglich? Wenn es das Unternehmen nicht macht, dann werden die Daten nur so verwendet, wie angegeben. Jedem Nutzer steht damit frei, zu entscheiden, ob er den Deal akzeptiert oder nicht. Was genau ist das Problem? Ich glaube, es ist folgendes: Ein großes Unternehmen ist sehr innovativ und schafft permanent sehr nützliche Anwendungen. Die Daten der (vielen) Nutzer liegen dann auf den Servern dieses einen Unternehmen. Nicht verteilt bei verschiedenen Unternehmen. Dass eine Vielzahl dieser Daten anonymisiert werden und größtenteils auch gar nicht miteinander verbunden werden, bleibt dabei meist ungenannt, es zählt allein das Potential (das wie oben beschrieben, weit weniger gefährlich ist als oft behauptet). Ein Beispiel aus Ihrem Artikel, der die Verknüpfung aller Daten auf Google-Servern impliziert, die so schlicht nicht existiert: "Denn am Eingang zur Welt der totalen Information wartet ein digitaler Türsteher, der Sie kennt. Er wird künftig nicht nur wissen, was Sie gerade wissen wollen, wem Sie E-Mails schreiben und was ihre nächsten Termine sind. Sondern auch, wo Sie sind, was sie sich gerade ansehen, wo sie hinwollen und, irgendwann, womöglich auch, wen Sie gerade getroffen haben." Das Bild, das Sie da zeichnen ist unheimlich, es ist aber auch falsch. Mich stört diese pauschale Kritik, die sich oft einfach nur daran aufhängt, dass Google gut ist und deswegen von sehr sehr vielen Leuten in sehr vielen Bereichen genutzt wird. Google gehört wie jedes Unternehmen kritisch betrachtet. Aber bitte mit Substanz.

  • Christian Stöcker

    10.12.09 (14:21:23)

    "Verschwörungstheoretisch" ist gar nichts in dem Stück. Es wird eine Unternehmensstrategie beschrieben. Darauf beziehen sich die Puzzleteilchen. Und in dem Stück steht auch nicht, dass Google böse Pläne mit den Daten hat. Sondern, hören Sie sich Schmidt noch mal an, dass auch andere Zugriff auf diese Daten bekommen können. Auf alle. Eine solche Datensammlung halte ich PER SE für problematisch, die gleiche Haltung würde ich selbst gegenüber einer demokratisch gewählten Regierung vertreten. So viel Information braucht Checks and Balances. "Bislang ist aber doch gar nichts passiert" ist kein Argument. Oder sind Sie, mit der gleichen Argumentation, auch für die Vorratsdatenspeicherung, den Bundestrojaner, das SWIFT-Abkommen?

  • Marcel Weiss

    10.12.09 (14:32:22)

    "Es wird eine Unternehmensstrategie beschrieben." Mich würde ja immer noch interessieren, wie das Open-Source-Android in Ihre Strategie-Vermutung passt. "hören Sie sich Schmidt noch mal an, dass auch andere Zugriff auf diese Daten bekommen können. Auf alle. Eine solche Datensammlung halte ich PER SE für problematisch" Machen Sie dann nicht (zB) ein Problem der US-Gesetzgebung zu einem spezifischen Google-Problem? Warum steht das nicht so im Artikel (vor allem steht es als Aussage diametral zur Überschrift)? Und was soll die Lösung sein? Keine erfolgreichen Unternehmen im Web? Gilt nicht das Gleiche für die Daten bei Facebook, das ebenfalls mittlerweile riesig ist? Sollte Spon in seine Ressorts zerschlagen werden, wenn es zu groß wird und damit zu viel über die Interessen von zu vielen Lesern erfährt und da auch Daten anhäufen kann?

  • kadekmedien

    10.12.09 (14:37:44)

    Anscheinend handelt es sich bei Herrn Stöckers SPON-Artikel in Wirklichkeit um Literatur. Oder warum redet er immer von einem "Stück"?. Der Satz von Schmidt lautete: »If you have something that you don't want anyone to know, maybe you shouldn't be doing it in the first place.« und dafür gibt es weit bessere und treffendere Übersetzungen als in dem SPON-"Stück". Ich habe gestern bereits einen Sidewiki-Eintrag auf "Netz-Strategie: Google will die Weltherrschaft ..." verfasst http://bit.ly/6gzB1Z

  • Christian Stöcker

    10.12.09 (14:54:35)

    >Warum steht das nicht so im Artikel?< http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,665813,00.html "Alles in guter Absicht, versteht sich - all das soll ja nur dazu dienen, Ihnen noch passgenauer Werbung zu servieren. Außer, eine Regierungsbehörde mit berechtigtem Interesse fragt nach." Leser von Spiegel Online müssen sich nicht identifizieren, um Spon zu nutzen. Für viele andere Dienste gilt: Ja, da gibt es ähnliche Probleme(das diskutieren wir ja nun schon seit Jahren), wenn auch absolut nirgends (nicht mal bei Facebook) im gleichen Ausmaß wie bei Intensivnutzern von Android-Handys. Heute bei uns: http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,666318,00.html Schönen Tat noch und danke für die Diskussion.

  • Online-Berater

    10.12.09 (15:23:58)

    Der Artikel von Herrn Stöcker mag reisserisch und nicht detailgenau sein, aber: Allein die Möglichkeiten der Industriespionage reichen aus, um die Aktivitäten von Google kritisch zu sehen. Hinzu kommt, dass es sich um ein Privatunternehmen handelt, von dem niemand mittelfristig vorhersagen kann, wie es sich verhalten wird. Und nachdem in den nächsten 72 Stunden Millionen von Facebook-Usern versehentlich private Daten für Suchmaschinen freigeben werden, bin ich froh, dass der SpON die Leser mal ein bisschen sensibilisiert. Ich schreibe dies ausnahmsweise anonym, weil ich (wie einige andere Kollegen in der Branche) die Dinge kritisch sehe, jedoch dies als meine politische Meinung im beruflichen Kontext nur zurückhaltend artikulieren möchte.

  • Tamim

    10.12.09 (15:48:05)

    Zu Google. Google kann nur in der Form existieren, in der es existiert. Ein Unternehmen dass seine Stärke darin sieht, von Menschen ins Internet gestellte Informationen zu analysieren und wieder aufzubereiten, kann nur so Aussehen wie Google. Könnte Google existieren, ohne dass es die Informationen die der Mensch ins Internet stellt verwertet? Das ist genauso wie wenn man Geld zur Bank bringt und sich dann darüber aufregt, dass die Bank so mächtig ist, weil sie andauernd Kredite vergibt. Google gibt einen Benefit und Banken geben einen Benefit. Deshalb nutzen wir Menschen sie. Da steckt keine Verschwörung oder etwas unheimliches dahinter. Das sind nur Systeme die überaus erfolgreich sind. Durch den Erfolg kommt Einfluss und Macht. Und das kann Angst machen. Die Angst führt dann eben zu solchen Artikeln, die ja auch gerne bei SPON gelesen werden. Angst = Drama = Leser = Werbeeinnahmen. Unter dem Strich bleibt dennoch zu sagen: Google und Banken sollten nicht alles machen dürfen, was sie machen können.

  • Flo

    10.12.09 (17:34:53)

    Das ganze erinnert schon an die "Brot und Spiele" Taktik des alten Roms. Schon damals wusste man, dass man das Volk wunderbar mit einfachen Mitteln von den Problemen ablenken kann. Damals Gladiatorenschaukämpfe - heute 5GB free GMail. Heute schütteln wir natürlich ungläubig den Kopf über solch Barberei. In 100 Jahren werden die Menschen vielleicht ähnlich über uns richten, wie wir unsere Privatsphäre und unsere Daten im Tausch für kostenlose Dienste so einfach haben abgeben können. Überhaupt muss endlich jemand gegen das Preisdumping von Google vorgehen. Rabatte schön und gut, aber alles kostenlos anbieten, finanziert durch die Gelddruckmaschine Adwords, errichtet einfach unmöglich Eintrittsbarrieren für neue Wettberwerber. Google macht sich einfach überall breit und langsam haben sie den Dreh raus, Produkte soweit zu verbessern, bis sie "gut genug" sind und weitere Features, mit denen man sich als Wettbewerber abgrenzen könnte, einfach nur Spielerein sind und nicht mehr den Unterschied ausmachen. In Sachen Kopieren überflügeln sie mittlerweile sogar Microsoft um Längen. Android mit Marketplace etc. ist eine Kopie des iPhones inkl. Appstore. Die Google Chrome Extensions Webseite sieht der Addons Webseite von Firefox verblüffend ähnlich aus. http://www.chromeextensions.org/ https://addons.mozilla.org/de/firefox/ Desweiteren wird jede Branche/ Firma, die mit Google eine Partnerschaft eingeht, über kurz oder lang übers Kreuz gelegt. Beispiele: Google News - Anfangs versprach man hoch und heilig, keine Werbung auf der Seite einzublenden und keinen eigenen Inhalte. Demnächst will man Werbung einblenden und eigene Inhalte sind schon Realität. Apple - einst der Traumpartner von Google, hat sich bei der gemeinsamen Enwticklung von Google Programmen für das iPhone sicher auch nicht erträumt, das Google das Wissen dazu nutzen wird, die ganze Ideen mit Android zu kopieren. Heute ist die Partnerschaft nicht mehr ganz so rosig. Firefox und Google war wohl das zweite Traumpaar - Das Liebesverhältnis dürfte wohl arg unter der Veröffentlichung von Google Chrome gelitten haben. Man versprach natürlich umgehend, mit dem Launch auf den Internet Explorer abzuzielen. Die vor kurzem gestarte Extensions/Addons Funktion ist jedoch ein Angriff auf das Herz von Firefox. Mit der Google Maps API hat Google die Herzen viele Entwickler gewonnen und es sind einige gute Startups enstanden wie Yelp und Qype. Google schaut sich an, was erfolgreich ist und integriert nun die Funktionen von Yelp und Qype in Google Local. Lokale Shops werden somit wohl eher bei Google Werbung schalten, als auf Qype etc. Good bye Qype - danke für die Ideen. Bei der intensiven Zusammenabeit von Google mit T-Mobile ( Android Launch) dürften letztere wohl nichts von Google Voice etc. erfahren haben. Mal wieder hat man kurzfristig gedacht und sich somit zum Steigbügelhalter von Google gemacht. Die Zeiten, mit denen Mobilfunkprovider viel Geld mit SMS umgesetzt haben, werden bald vorbei sein. Der nächste Idiot, der sich über den Tisch ziehen lassen wird ist Ubuntu. Man arbeitet eng mit Google zusammen (Chrome OS). Denn es gibt ja keine Überlappungen in der OS Strategie - Ubuntu Desktop OS - Chrome ist ein Web OS. Tja wie lange wird es wohl so bleiben. Google hat es ja verprochen! Erste Anzeichen gibt es schon: http://blogs.zdnet.com/BTL/?p=27721 Tja, wer die Geschichte nicht kennt, ist verdammt sie zu wiederholen. Die Liste der Idioten ist übrigens noch lange nicht zu Ende. Sie wird ständig ergänzt. Die nächsten Anwärter sind wohl die Handyhersteller. Sie waren bei der Entwicklung von Android behilflich und nach vollendeter Arbeit, so zumindest die Gerüchteküche, ist Google sich natürlich treu und wird ein eigenes Handy auf den Markt werfen. An letzterem wird natürlich nur Google und EIN Handyhersteller (Produzent) verdienen. Oh ja klar, Android ist ja Open Source - klar das Totschlagargument! Zur Info, der Kernel von MacOS ist auch Open Source. Es kommt aber auf die Programme und das Userland an. Erste sind closed Source und letzters ist definiert durch das Branding. Jeder wird das Google Branding haben wollen - HTC Branding oder gar ein Vodafone Branding - "Was ist das denn?" wird Otto Normalo darauf antworten. Was mich aber an der ganzen Sache immer wieder erstaunt, wie wunderbar naiv Techblogger doch sind. Im Glauben den völligen Überblick zu haben, sind sie doch nichts weiter als ein Werbekanal für große Konzerne und bei so einem Support braucht Google auch keine Krisen PR, wenn man doch tausende williger Fanboys hat, die immer nur von den Möglichkeiten schwärmen und dabei alles andere ausblenden.

  • Flo

    10.12.09 (17:46:02)

    Edit: Userland ist natürlich quatsch. Ich meinte Desktop Umgebung / Grafische Oberfläche.

  • Online-Berater

    10.12.09 (19:55:28)

    @Tamim: Ja, sehe ich auch so. Aber Google ist eben eine Bank mit bis zu 90% Marktanteil und hat eine marktbeherrschende Stellung. Da sollte man meinen, dass das ein Fall für ein Anti-Trust-Verfahren ist; das gab es aber zuletzt erfolgreich 1982 gegen AT&T, während die Verfahren gegen IBM und Microsoft eingestellt wurden bzw mit Vergleich endeten. @Flo: Die Liste kann man noch verlängern: Ich bin sehr gespannt, was aus 91% der Umsätze der Mozilla Foundation wird, wenn 2012 der Vertrag mit Google abläuft. Und wo die Reise mit Local Based Search hingeht, sahen wir die letzten Wochen: Einspielen von Produktdaten mit Google Commerce Search, Local Product Search + QR-Handycodes. Das kombiniert mit Streetview, in das Adwords eingeblendet wird, und wir fahren mit dem Fahrrad durch die Stadt und Google blendet ein, wo es was um die Ecke billiger gibt. Oder, dank Realtime Content, sehen wir auf einem anderen Layer, was man in den Cafes so quatscht, schön strukturiert mit einer semantischen Suche. So, und nun stellen wir uns eine Personensuchmaschine als weiteren Reiter in Google vor, der die seit gestern von Facebook-Usern überwiegend freigegebenen Beziehungsdaten aggregiert: Dann sehen wir, welcher Single in welchem Cafe was twittert. Angst? Nein, Realismus! Gerade wenn man mal das Big Picture denkt und von Technik etwas versteht. Das stiftet alles Nutzen, keine Frage. Und es kostet nichts. Und, ja, Google ist innovativ und hat keine Sicherheitslecks. Aber man wird - auf einer POLITISCHEN Ebene - sich fragen müssen, ob man dem allem mittelfristig Vertrauen darf.

  • Flo

    10.12.09 (21:33:35)

    Ja, die Möglichkeiten für Google sind endlos und für Startups nehmen sie indirekt proportional ab - selbst wenn man eine Killeranwendung entwickelt, ist es nur eine Frage der Zeit, bis Google sie kopiert und man dem Login-Effekt aller anderen Google Apps und Dienste nichts entgegensetzen kann. Ich glaube nicht an einen "Black Swan", der irgendwoher auftauchen wird und Google in Bedrängnis bringt - zumindest niemals auf technischer Ebene. Wenn dann nur mit sozialen Komponenten (Facebook, Twitter etc.) auf dem Gebiet versagt Google. Google ist irgendwie Standard Oil 2.0. Wobei sich Standard Oil noch die Finger schmutzig machen musste und die Bortürme der unliebsamen Konkurrenz einfach wegsprengte. Google braucht dafür nur fähige Programmierer und Dynamit einen Blogeintrag mit dem Zusatz "new service X for free". Boom das wars. Aber auch wenn man eine unbezwingbare Killeranwendung entwickelt, kann es durchaus sein, falls man Google Werbung schaltet und zunehmend bleibt einem nichts anderes übrig - das Google an dem Dienst mehr verdient als man selbst, denn bei "don´t be evil" Google gibt es keine Transparenz. Man erfährt nicht, wieviel man selbst verdient an einer Werbeschaltung und wieviel Google, was natürlich unweigerlich vermuten lässt, das man selber weniger verdient. Man man, als Linux Zealot hab ich vor Google mittlerweile mehr Bedenken als vor Microsoft und das will was heißen.

  • smallBrother

    13.12.09 (22:16:53)

    @all google-basher & Datenschutz-Fetischisten: ICH als 08/15-user gebe meine Daten gerne Preis, wenn ich dafür einen super Service erhalte wie ihn mir Google bietet, der dann sogar noch kostenlos ist! Ich WÜNSCHE mir sogar personalisierte Werbeeinblendungen die exakt auf mich abgestimmt sind, und mir nicht länger den für mich belanglosen Kram vorsetzen wie es heute noch der Fall ist! Ich WÜNSCHE mir sogar jederzeit geortet zu werden um dann darauf hingewiesen zu werden wenn sich einer meiner Freunde in der Nähe befindet oder ich an einem Geschäft vorbeilaufe der einen für mich interessanten Artikel enthält! Ich weiß nicht wie ich es euch noch deutlicher sagen kann... Mir sind meine Daten WIRKLICH Latte meine Fresse! Einfach EGAL! Solange ich dafür einen Mehrwert in meinem Leben spüre! Ist das so schwer zu verstehen?! Ihr solltet endlich aufhören dem Datenschutz eine solch hohe Priorität einzuräumen! Die Zeiten haben sich geändert! Die heutige Generation legt da nicht mehr so einen hohen Wert drauf wie es in der Öffentlichkeit ständig dargestellt wird! Ich weiss sehr wohl was ich von mir im Internet posten darf und was nicht! So viel Verstand werdet ihr mir ja wohl noch einräumen dürfen. Danke. Und diejenigen Dinge die ich poste, kann von mir aus Google speichern, für Werbung nutzen, gegen bare Münze verticken, oder was auch immer! Von mir aus auch lebenslang meine Güte.. Vielleicht solltet ihr den Standard-user nicht länger als dummen Trottel ansehen der nicht weiß wie er sich im Internet zu verhalten hat und alles von sich preisgibt. Angenehme Nachtruhe...

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