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30.08.10Leser-Kommentare

Like-Button: Wie Facebook die reale und virtuelle Welt zusammenbringt

Facebooks Like-Button für Websites ist nur der Anfang. Im nächsten Schritt "favorisieren" Facebook-Nutzer Veranstaltungen und Dinge. Eine Coca-Cola-Kampagne zeigt, wie das geht.

 

Ein-Klick-Gesten sind en vogue. Ob beim Facebook Like-, beim Tweet- oder beim Flattr-Button - überall im Netz drücken User ihr Gefallen für Inhalte in Form eines Klicks aus. Ein-Klick-Gesten sind, wie Marcel Weiss es bei neunetz kürzlich beschrieb, die "kleinste Einheit online bewusst ausgeführter Tätigkeiten" und werden nicht nur bei Betreibern von Webangeboten als Erfolgsmesser immer populärer, sondern auch bei Nutzern, die sich mit möglichst wenig Aufwand für Content oder Services bedanken möchten.

Facebooks Like-Funktion ist der wahrscheinlich bekannteste Vertreter der Ein-Klick-Gesten und wurde, nachdem sie ursprünglich nur innerhalb des Social Networks zum Bewerten von Userpostings zum Einsatz kam, vor einigen Monaten auch als Feature für Betreiber externer Websites vorgestellt. Diese können damit Besuchern das "Favorisieren" von Elementen mit Hilfe ihrer Facebook-Identität ermöglichen.

Bis zu 350.000 Websites haben den Like-Button bisher integriert. Das schafft zwar eine durchaus kritisch zu bewertende Abhängigkeit von Facebook, aber diesen Preis scheinen viele zu zahlen bereit zu sein, erlaubt ihnen die Integration der Funktionalität doch, ihre Inhalte in den Newsfeeds der Facebook-Nutzer zu platzieren.

Der Ausdruck des Gefallens in Form eines Klicks auf den Like-Button ist eine nette Sache für Websites, welche die Popularität ihres Contents messen und die Viralität ihrer Inhalte erhöhen möchten. Doch der Like-Button für Websites ist nur der Anfang eines neuen, mächtigen Feedback-Kanals zwischen Konsumenten und Anbietern.

Ultimativ lässt sich damit die reale mit der virtuellen Welt verknüpfen. Wie man das anstellt, zeigt eine aktuelle Marketingkampagne von Coca-Cola. Das Blog facebookbiz berichtet über die Aktion im "Coca-Cola Village", einer Art Vergnügungspark in Israel.

Besucher erhalten beim Betreten ein RFID-Armband, mit dem sie sich bei Facebook einloggen können. Durch einen Druck auf das Band lassen sich anschließend Attraktionen im Park favorisieren, was genau wie bei dem Betätigen des Like-Buttons auf einer Website einen Eintrag im Facebook-Newsfeed generiert. "Martin mag die Wasserrutsche im Coca-Cola Village" oder so ähnlich. 35.000 Newsfeed-Stories wurden so pro Tag veröffentlicht.

Das Coca-Cola-Projekt ist zweifellos eine extrem spannende und zukunftsweisende Art, Facebooks Ein-Klick-Geste mit physischen Ereignissen/Gegenständen zu verknüpfen. Es braucht nicht viel Kreativität, um sich auszumalen, was in diese Richtung sonst noch möglich ist - speziell auch in Kombination mit Facebooks neuem Location-Service Places.

Auf den Check-In an einem spezifischen Ort kann so zusätzliches Feedback zu den angebotenen Services/Leistungen gesammelt und für Marketing- und Marktforschungszwecke eingesetzt werden. Aus Nutzersicht hingegen wird es einfacher, den Kontakten Ereignisse aus dem Alltag zu empfehlen, die sonst ein manuelles Status-Update erfordert hätten.

Die Coca-Cola-Aktion verwirklicht gleichzeitig das, was auch oft als nächster Evolutionsschritt von Flattr gesehen wird - nämlich das "Mögen" und Belohnen von Gegenständen/Orten in der realen Welt (hier wurde dieser Gedanke bereits künstlerisch umgesetzt).

Während Facebooks Like-Button für den jeweiligen Anbieter primär als Marketing- und Feedbacktool dient, würde Flattr eine Maßnahme zur alternativen, auf freiwilligem Geben basierenden Monetarisierung von Events und Locations darstellen. Eine finale Lösung ist dann, beides zu vereinen, wenn auch idealerweise nicht unter Kontrolle von Facebook.

Es ist wahrscheinlich, dass das Coca-Cola-Beispiel Schule machen und Marketern, Händlern, Gastronomen und Veranstaltern eine völlig neue Welt an Möglichkeiten und Ideen eröffnen wird, Facebook mit der realen Welt zu verknüpfen. Man kann von Facebook halten, was man will, aber das hat einfach Charme!

Kommentare

  • Endrancer

    30.08.10 (10:51:18)

    [Gelöscht, da werblich]

  • Andreas

    30.08.10 (13:50:53)

    Mit welcher Verzögerung erscheinen die Blog-Artikel eigentlich auf eurer Facebook Seite? Und werden dort alle Artikel veröffentlicht oder nur selektierte Artikel?

  • Martin Weigert

    30.08.10 (13:54:19)

    Alle, das geschieht automatisch. Die Verzögerung können wir nicht beeinflussen, glaube ich. Aber ich würde ohnehin nicht empfehlen, uns primär via Facebook zu lesen. Da gibt es bessere Wege ;)

  • Andreas

    30.08.10 (14:36:08)

    Hm, also die jüngste Nachricht auf eurer FB Seite ist datiert auf den 03.08.10 (!). Und dieser Artikel wird dann auch noch doppelt aufgeführt. Was läuft denn da schief? Aber wenn ich euch da nicht lesen soll, dann entferne ich euch jetzt einfach aus meinem FB Newsfeed, das geht ganz schnell....

  • Martin Weigert

    30.08.10 (15:53:57)

    Seltsam, ich hab's weitergeleitet.

  • Florian Steglich

    30.08.10 (15:57:53)

    Hallo Andreas, wir kennen das Problem, das können wir aber auf unserer Seite nur begrenzt beeinflussen.

  • Andreas

    30.08.10 (16:10:35)

    Ok bzw. nicht ok. Kann ich auch nicht ganz nachvollziehen, das man im Zeitalter von Flügen zum Mond keinen Einfluß auf den eigenen Facebook-Auftritt haben soll. Aber ok bzw. nicht ok. Trotzdem noch ein Tipp: Statt den Artikel in einem komischen Layout direkt in Facebook zum Lesen zu präsentieren, wäre es besser, wenn ihr bei Klick auf den Artikel netzwertig.com aufmachen würdet. So machen es die anderen wie z.B. Techcrunch, Mashable & Co auch. Aber wahrscheinlich habt ihr darauf auch keinen Einfluß!? ;)

  • eajilo

    30.08.10 (22:18:42)

    Ich denke, dieser Like Botton ist in Deutschland abmahnfähig wegen des Datenschutzes? Kann da jemand genaueres mal berichten.

  • Andreas

    30.08.10 (22:48:01)

    Ja, immer alles abmahnen. Deutschland, die Abmahn-Nation....

  • eajilo

    31.08.10 (18:44:37)

    @ Martin Weigert Ist der Botton nun Datenschutzrechtswidrig in Deutschland oder nicht?

  • Martin Weigert

    31.08.10 (19:02:18)

    Ich bin kein Jurist.

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