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22.04.10

Like-Button: Facebooks Version der "Thank You Economy"

Jeder Betreiber einer Website kann ab jetzt Facebooks "Gefällt mir"-Button integrieren. Der Erfolg dieses Features ist programmiert. Die Konsequenzen können weitreichend sein.

Like-Button

Man kann zu den von Facebook auf seiner Entwicklerkonferenz f8 verkündeten Neuerungen stehen wie man will: Sie werden das Netz verändern.

Eines der neuen Social Plugin Features, das wahrscheinlich innerhalb kürzester Zeit auf Zehntausenden von Websites zu finden sein wird, ist der Like- oder "Gefällt mir"-Button. Jeder, der eine Präsenz im Netz betreibt - egal ob eine gut besuchte Nachrichtensite oder ein kleines Nischenblog, kann mit wenigen Zeilen Code einen solchen Button neben seinen Artikeln platzieren.

Like-Button auf einer Website

Kommt ein bei Facebook eingeloggter Besucher auf einer mit Like-Buttons versehenen Website vorbei und findet dort einen Beitrag gut, kann er das durch einen Klick auf den Button zum Ausdruck bringen. Gleichzeitig sieht er, welche seiner Facebook-Freunde ebenfalls den Artikel mochten. Anschließend taucht die Aktion als Objekt im persönlichen Newsfeed und im Feed der Facebook-Kontakte auf.

Gefällt-mir-Aktionen im Facebook-Newsfeed

Ich hatte im Februar schon einmal beschrieben , wie Facebook mit seinen Funktionen bestimmte Nutzungsmuster bei seinen über 400 Millionen aktiven Anwendern ausprägt, die anschließend zum Standard auch an anderer Stelle im Netz werden. Das Betätigen des Like-Buttons gehört dazu, wie auch Internetinvestor Fred Wilson feststellte.

Nutzer sind von Facebook so sehr daran gewöhnt, Aktionen und Inhalte mit einem "Like" zu belohnen, dass sie dies auch überall außerhalb des Social Networks machen, wo ihnen die Möglichkeit geboten wird.

Der Like-Knopf als Social Plugin trägt dem Rechnung. Er befriedigt das für manche schon zum Reflex gewordene Bedürfnis, ihr Gefallen über etwas auszudrücken. Er gibt Inhalteanbietern direktes Feedback und belohnt sie mit erhöhter Viralität durch das automatische Veröffentlichen von Likes in den Newsfeeds der Leser. Und er verrät Facebook alles über die thematischen Präferenzen und Anwendungsmuster seiner Nutzer.

Es besteht daher für mich kein Zweifel daran, dass die Integration von Facebooks Like-Button schnell zu einem Muss für viele Websites werden wird. Ungeachtet dessen, ob sie wollen oder nicht.

Damit bleibt die Frage, was dies für all die anderen Buttons und Widgets bedeutet, die Betreiber von Internetpräsenzen in Form von Twitter-, Google Buzz-, Digg- und anderen Sharing-Icons unter ihren Inhalten anzeigen können. Wird der Like-Button von Facebook die Aufmerksamkeit für andere Sharingdienste verringern sowie das Bedürfnis der Nutzer, den Link zu einem Beitrag auch noch zu twittern? Übernimmt der Like-Button aus Usersicht mittelfristig vielleicht gar die Funktion dessen, was der neue Micropaymentanbieter Flattr plant - nur ohne direkt Einnahmen für die Macher der Sites zu generieren?

Eine Milliarde Likes möchte Facebook innerhalb eines Tages auch durch Mithilfe der bereits an Bord befindlichen Partner wie CNN.com generieren. Das klingt vollmundig, ist aber bei weitem nicht unrealistisch.

Update: Im aktuellen Entwicklungsstadium lässt sich mit dem Like-Button relativ leicht Missbrauch betreiben. Es empfiehlt sich also nach jedem Betätigen des Like-Buttons, zu schauen, welcher Text im eigenen Facebook-Feed auftaucht.

(Foto: Flickr, CC-Lizenz)

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