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08.12.08

Lebensfluss: FriendFeed jetzt auch auf Deutsch

Der beliebte Lifestreaming-Dienst FriendFeed startet mehrere lokalisierte Versionen. Darunter auch Deutsch.

FriendFeed hat heute lokalisierte Versionen veröffentlicht in den Sprachen Deutsch, Französisch, Spanisch, Japanisch, Russisch und "vereinfachtem" Chinesisch.

Die Übersetzung in's Deutsche erscheint gelungener und runder als beispielsweise die von den Usern übersetzte Version von Facebook. Wenngleich ich die Übersetzung von 'Like' - in etwa das Äquivalent zu einem Klick auf den Digg- oder den YiGG-Button von den respektiven Social News-Diensten - in den ganzen Satz "Find' ich gut" für unglücklich halte. Besonders auf der iPhone-Seite macht sich sofort negativ bemerkbar, dass die neuen Begriffe wesentlich länger sind als ihre englischen Originale. Nichtsdestotrotz, der Einsatz zweier unabhängiger professioneller Übersetzungsteams hat sich ausgezahlt.

Was bedeutet diese Neuigkeit für Lifestream.fm und andere deutsche Lifestreaming-Dienste?

FriendFeed hat sich in der kurzen Zeit seines Bestehens bereits zu einer Art Platzhirsch in dieser Nische entwickelt. Für deutsche Lifestreaming-Dienste wie Lifestream.fm von der hinter Mr. Wong stehenden construktiv GmbH bedeutet das, dass es jetzt eng werden könnte.

Die Weiterentwicklung von FreundeNews, das erst mit einer dreisten Kopiestrategie für Aufsehen sorgte, und dann im Juni an den Start ging, wurde vor kurzem auf Eis gelegt. Das Lifestreaming-Feld scheint kein einfaches Pflaster.

Hiesige Dienste haben genau zwei Vorteile: das deutsche Interface und die Unterstützung deutscher Dienste. Der erste Vorteil ist jetzt weggefallen. Bret Taylor, einer der Gründer von FriendFeed, hat allerdings uns gegenüber geäußert, dass man plant, mehr deutsche Dienste zu unterstützen. Letzte Woche erst wurde der Support für einige europäische Dienste hinzugefügt. FriendFeed hat eindeutig den globalen Markt im Blickfeld.

Lokalisierungen von US-Startups

Dass FriendFeed nach nur einem reichlichen Jahr Bestehen bereits übersetzte Versionen anbietet, ist für Web-Startups aus den USA eher ungewöhnlich. Viele haben mehrere Jahre und damit viel zu lang gewartet, wie etwa Facebook, oder bieten bis heute keine lokalisierten Versionen an, wie etwa Digg .

Das öffnet Diensten in nicht englischsprachigen Ländern die Möglichkeit, mit den gleichen oder ähnlichen Ideen lokale Märkte zu besetzen. Oder zumindest sehen einige Gründer die Möglichkeit. In Deutschland hat das in weiten Kreisen zu einem Lokaldenken geführt, das mit seinen Ergebnissen globale Ambitionen letztlich behindert.

Was FriendFeed jetzt, und Facebook vor einigen Monaten aber gezeigt haben ist, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis das Vorbild oder der technisch überlegene Dienst auch auf den lokalen Markt kommt. Und dann heißt es: hoffentlich in der Zwischenzeit aufgebaute Netzwerkeffekte gegen Innovationen in Stellung bringen.

Den Blogpost zum Launch der lokalisierten Versionen findet man hier. Wer als FriendFeed-User Feedback geben will, kann das in diesem Feedback-Raum für deutschsprachige Nutzer tun.

Von den netzwertig.com-Autoren findet man auf FriendFeed Markus Spath, Andreas Göldi und mich.

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