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18.07.08Leser-Kommentare

Last.fm mit neuer Version: Sehr ansehnlich, aber im Schneckentempo

Last.fmDas weltweit führende Social Music Network Last.fm verpasst sich mit einer neuen Version nicht nur ein zeitgemäßes Outfit, sondern spendiert einige neue Features. Glück hat, wer diese ausprobieren kann, ohne von den Last.fm-Servern auf eine Geduldsprobe gestellt zu werden.

Nicht nur Facebook, das weltweit größte Social Network, plant dieser Tage den Launch einer überarbeiteten Seite . Auch bei Last.fm, dem global führenden Social Music Network, war es Zeit für einen neuen Anstrich. Gestern hat der zum US-Medienkonzern CBS gehörende Dienst mit Sitz in London seine neue Version gelauncht und dabei sowohl grundlegende Veränderungen an der Optik durchgeführt, als auch einige frische Features integriert.

Das neue Last.fm kommt beträchtlich aufgeräumter, seriöser und übersichtlicher daher als sein Vorgänger. Die alte Farbkombination aus rot und weiß bleibt bestehen und wird um blaue Grafikelemente ergänzt. Bilder von Interpreten und Covern nehmen erheblich mehr Raum ein als bisher, teilweise entsteht ein regelrechtes Magazingefühl. Auch Musikvideos, die es seit einiger Zeit bei Last.fm gibt, werden jetzt zentraler platziert.

Screenshot 1

Während ich bei der alten Last.fm-Präsenz, die abgesehen von kleinen Modifikationen rund zwei Jahre auf dem Buckel hatte, nicht selten lange nach einzelnen Menüs und Funktionen suchen musste, wirkt jetzt alles leichter auffindbar und intuitiver. Wie die Kollegen bei Facebook setzen auch die Last.fm-Designer auf Reiter (Tabs), was meiner Meinung nach eine gute Lösung ist, um viele Informationen intelligent zu verstauen.

Auf funktioneller Seite bringt die neue Version eine willkommene Neuerung mit sich: Profil-Charts werden ab sofort in Echtzeit aktualisiert. Die Hitliste der Titel, die ich in letzter Zeit am häufigsten gehört habe, zählt für mich seit jeher zu den Hauptgründen, warum ich Last.fm nutze und im Hintergrund dessen Software meine Hörgewohnheiten analysieren lasse. Ab sofort müssen Mitglieder nicht mehr warten, bis die zuvor wochenweise ausgewiesenen persönlichen Charts im Mitgliederbereich erscheinen.

Interessant ist auch der Ansatz der Last.fm-Macher, offensichtlich nicht mehr nur ein möglichst umfangreiches Bild der von allen Nutzern angehörten Songs zeichnen zu wollen, sondern sich nun auf deren komplette Musiksammlung zu konzentrieren. Bisher gelangten lediglich diese Titel in das persönliche Musikprofil, die ein User mindestens einmal angehört hat. Jetzt können auch über Empfehlungen oder die Suche gefundene Stücke mit einem Klick zur eigenen Musiksammlung hinzugefügt werden.

Screenshot 2

Last.fm, das nahezu zeitgleich mit der überarbeiteten Web-Version eine Applikation für das iPhone veröffentlicht hat, ist ein großer Wurf gelungen. Nachdem ich mich während des Schreibens dieses Artikels am gestrigen Abend rund 30 Minuten auf der neuen Seite aufgehalten habe, kann ich feststellen, dass sie vor allem Dank der zahlreichen Fotos und optisch ansprechenden Auflistungen von Empfehlungen und Charts richtig Lust auf Musik macht - ein Gefühl, das bei vormaligen Last.fm-Besuchen nicht unbedingt aufkam.

Ein großes Manko aber möchte ich nicht verschweigen: Die Geschwindigkeit der Seite war schon immer Last.fms größte Schwäche, und gestern benötigte ich beim Navigieren noch mehr Geduld als üblich. Auch wenn bei einem Redesign inklusive neuer Features nicht immer alles reibungslos verläuft, so gibt es für diese schlechte Performance eines erfahrenen Web-2.0-Service mit - laut aktueller Pressemeldung - 21 Millionen Mitgliedern keine Entschuldigung - zumal es wirklich nicht das erste Mal ist, dass dies passiert ist.

Es bleibt die Frage, ob ein Zusammenhang besteht zwischen der oft unzulänglichen Erreichbarkeit von Last.fm und der Tatsache, dass die Londoner bereits seit über einem Jahr von "über 20 Millionen Mitgliedern" sprechen und nun bei 21 Millionen angelangt sind?!

Ein Lichtblick: Mittlerweile scheint es bei Last.fm wieder etwas schneller zu gehen.

Kommentare

  • Johannes

    18.07.08 (12:05:42)

    im blog stand, dass ein ganzes server-rack den geist aufgegeben hat ... vermutlich lags daran :-)

  • Martin Weigert

    18.07.08 (12:45:50)

    Jo hab ich auch gelesen. Aber da sich derartige Ereignisse bei Last.fm häufen und die Speed generell schlecht ist, kann ich das als Etschuldigung nicht akzeptieren ;)

  • bibo

    18.07.08 (13:20:03)

    Ich stimme voll zu. Es hat sich einiges verbessert. Was meiner Meinung nach nicht nötig gewesen wäre, ist der "gepinselte" Header, der wohl eine Art "Streetart-Feeling" ausdrücken soll. Ich habe LastFm immer für das klare, sehr unverspielte Design geliebt. Aber das ist natürlich Geschmackssache. Große Probleme mit der Geschwindigkeit kann ich gerade nicht feststellen. In der Hinsicht finde ich Myspace (wenigstens in Deutschland) wesentlich lästiger.

  • Ingo

    18.07.08 (16:47:36)

    Ich persönlich finde das neue Design auch gelungen. Aber wenn man bei last.fm in den Foren rumstöbert, kommt dies nicht bei allen Nutzern gut an! Vergleiche mit Myspace und Facebook sind an der Tagesordnung. Zu meckern gibt es auch was: die Shoutbox, mit ein Herzstück von last.fm wurde ans Ende eines Profil verbannt. Zwar groß und übersichtlich aber am Schluss der Seite. Viele User finden den Weg dorthin nicht (auf "Shouts" klicken). Auch ist nicht sofort erkenntlich ob eine neue Nachricht in der Box vorliegt. Dies ist nur ein Beispiel von kleinen Unannehmlichkeiten. Hoffe ja, dass sich da noch in nächster Zeit was tun wird. In Zukunft soll auch ein neues Bezahlsystem eingeführt werden. Trotz aktueller Macken, Last.fm ist und bleibt die beste Musik-Community im Netz.

  • thilo

    18.07.08 (17:03:29)

    Shoutbox an der Seite fand ich auch besser. Die Anmutung des alten Designs hat mir auch besser gefallen - wobei ich die neue Version auch intuitiver zu bedienen finde. Aber wo ist eigentlich der Tg-Button im Player geblieben? Ohne den hat doch alles keinen Sinn...

  • Christoph

    18.07.08 (17:28:13)

    nach meinem empfinden ein echter rückschritt. über das design mag man ja noch streiten können und ob es jetzt gepinselt ist oder nicht ist eigentlich auch egal. nur die übersichtlichkeit fehlt mir. auf den profilseiten wurden außerdem informationen beschnitten. weniger information. weniger übersicht. ich finds nicht gut. gar nicht. werde das alte design vermissen.

  • Martin Weigert

    18.07.08 (17:48:27)

    Glaubt ihr nicht, dass das eine reine Sache der Gewöhnung ist? Ich meine, bei wirklich JEDEM Redesign gibt es Dinge, die sich verändern, und an die man sich erst gewöhnen muss. Postet hier in einer Woche noch einmal, ob sich eure Meinung verändert hat.

  • Dennis

    18.07.08 (19:06:41)

    Ich finde, das sieht null gut aus. Viel zu generisch, viel zu wenig individuell. Echt lahm.

  • Tobi_as

    19.07.08 (07:32:23)

    Das Design und die Farbkombi gefällt mir sehr,die Seite ist imho übersichtlicher geworden und die neuen Features haben den Rest zur Verbesserung von last.fm beigetragen. Für mich ein gelungener Relaunch.

  • bibo

    19.07.08 (20:02:03)

    @ Martin: Wirklich JEDES Redesign? Bei Myspace z.B. konnte es doch nur besser werden, oder? Und wer Redesign-Artikel säht, so wie du, wird halt solche Kommentare ernten, ist doch klar;)

  • Martin Weigert

    20.07.08 (10:55:40)

    Hehe damit hast du wohl Recht ;)

  • tobias

    22.07.08 (20:09:41)

    bin wirklich erschrocken beim ersten anblick: ich dachte ich wäre bei studivz wegen dem fast identischem rotton ;) aber ganz im ernst: ich finde es sehr gut gelungen. ungewöhnlich dass die die typische web 2.0 optik hinter sich lassen und auf einen extrem cleanen stil wechseln. doch gefällt mir. gut gemacht!

  • Martin Weigert

    22.07.08 (20:21:34)

    Ich würde fast behaupten, das Web 2.0 ist designmäßig passé. Mittlerweile muss man nicht mehr mit einem flashigen und verspielten Design zeigen, dass man mehr kann also eine "Web 1.0 Seite". Die Funktionalität steht mehr im Vordergrund.

  • Jan

    30.07.08 (16:41:17)

    Ich hab mich auch schon in einem Blog-Post darüber ausgelassen, wo doch Last.fm mein absoluter Liebling unter den sozialen Anwendungen ist: Das klare, aufgeräumte Design geht meiner Meinung nach zwar in die richtige Richtung, und auch funktionsmäßig finde ich den Relaunch gelungen. Aber Übersichtlichkeit und gutes Handling muss ja nicht automatisch langweiliges, konventionelles Design bedeuten, wie man an anderen Beispielen erkennt. Man sieht der neuen Oberfläche jedenfalls an, dass sie überwiegend aus der Perspektive technischer Entwickler konzipiert wurde, und wohl keine explizit mit dieser Aufgabe befassten Leute am Werk waren. Es fehlt einfach die Liebe zum Detail und alles wirkt ziemlich schematisch. Schade, denn gerade emotional aufgeladene Themen wie Musik geben doch eigentlich eine Menge gestalterischen Spielraum her. @Martin: Auch wenn ich kein großer Freund dieses modischen Gleichschritts mit runden Ecken, knalligen Einheitsfarben und überall Sternchen-Badges bin, der gemeinhin mit Web Zwo Null in Zusammenhang gebracht wird, letztlich aber auch nur eine vorübergehende Modeerscheinung wie jede andere ist: Das verstärkte Augenmerk auf Usability im Web ist meiner Meinung nach zu einem guten Teil auf auf die Anforderungen und Entwicklungen gerade bei sozialen Anwendungen zurückzuführen. Lässt man die zeitgeistbedingte optische Ausgestaltung mal aussen vor und bezieht sich nur auf die grundlegenden Techniken, Funktionsmechanismen und Bedienungsparadigmen der Beuntzerschnittstellen von Webanwendungen, würde ich fast behaupten, das Web 2.0 sei designmäßig Trendsetter. :)

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