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26.11.10Leser-Kommentare

Last.fm Recsplorer: Musikentdeckungsfunktion mit Suchtpotenzial

Last.fm hat mit dem Recsplorer ein neues Tool zur Entdeckung von Musik veröffentlicht. Es kann süchtig machen.

 

Unter den Leserinnen und Lesern von netzwertig.com befinden sich einige Last.fm-Fans, wie wir von früheren Artikeln über das populäre Social Music Network wissen. Für alle Freunde des Londoner Dienstes wurde gestern eine sehr interessante Funktion gelauncht - die auch mich heute Vormittag länger in ihren Bann ziehen konnte, obwohl ich Last.fm eigentlich nur noch passiv in Form der Desktop-Software zum "Scrobbeln" einsetze.

Der Service hat gestern den Recsplorer vorgestellt. Diese merkwürdige Bezeichnung steht für Recommendation Explorer und beschreibt eine Funktion, um zu den persönlichen Präferenzen passende Musik zu finden. Der dafür gewählte Weg birgt Suchtpotenzial:

Im Recsplorer werden jeweils fünf Tracks inklusive Cover angezeigt, die zur persönlichen Last.fm-Historie (Likes, gescrobbelte Songs, Tags) passen. Bei allen Songs handelt es sich um Produktionen von Independent-Künstlern, die in voller Länge abgespielt werden können. Hat man einen der fünf Titel ausgewählt, kann man während des Hörens bestimmen, ob man in der nächsten "Runde" vergleichbare Stücke oder etwas ganz anderes serviert bekommen möchte.

Wer nicht nach jedem Track manuell den nächsten Song bestimmen will, kann den Stream auch einfach laufen lassen und nur dann eingreifen, wenn sich der Last.fm-Algorithmus einmal im Stil vergriffen hat (was ab und an geschieht).

Bei mir läuft der Recsplorer nun seit Stunden und ich habe schon den ein oder anderen hervorragenden, mir zuvor unbekannten Titel entdeckt, und vor allem eine sehr gute Beschallung während meiner Arbeit. Trotz (oder gerade) wegen des Schwerpunkts auf Indie-Künstlern erkannte ich in meinem bevorzugten Genre der elektronischen Musik zahlreiche Interpreten wieder. Eventuell variiert dies je nach Musikrichtung.

Was personalisierte Empfehlungen betrifft, haben On-Demand-Streamingdienste wie simfy, Spotify oder Deezer noch erhebliche Schwächen. Genau hier sieht Last.fm nach Ausflügen in den kostspieligen On-Demand-Streaming-Sektor seine Bestimmung und verdeutlicht mit dem Recsplorer, wie man Empfehlungen so präsentiert, dass sie Anwender regelrecht in ihren Bann ziehen.

Das Feature erinnert vom Grundprinzip her an den in Europa nicht verfügbaren Musikdienst Pandora, an das Angebot des Berliner Startups Aupeo (unser Review) sowie an Putpat und Tape.tv.

Link: Last.fm Recsplorer

Kommentare

  • Andreas

    26.11.10 (16:01:09)

    Ganz nett, aber Last.fm sollte sich nach dem Wegfall von On-Demand-Tracks und den Loved-Track-, Personal-Tag- und Playlist-Radios meiner Meinung mehr auf eine neue strategische Ausrichtung konzentrieren, als immer wieder neue Spielzeuge zu erfinden.

  • André

    28.11.10 (14:07:49)

    Last.Fm vereinfacht mit dem recsplorer den Zugang zu Musik, die man noch nicht kennt, aber gerne hören sollte. Bei last.fm ging es mir persönlich nie um das Hören des Immergleichen sondern um Neuentdeckungen. Grundlage der Entdeckungen sind das mögl. lückenlose Scrobbeln des eigenen Musikhörens. Mit demrecsplorer gibt es nun einen weiteren Grund dafür, auch weiterhin am Scrobbler angedockt zu sein. Eine sehr gute und saubere Funktion, die ideal zur strategischen Ausrichtung last.fms passt und damit nicht einfach nur ein Spielzeug ist.

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