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23.06.14Kommentieren

Crowdsourcing

Kreativeres Design dank Crowdsourcing

ein Beitrag von Christiane Ortlepp

Vom Outsourcing zum Crowdsourcing

Mit der Entwicklung des Internets – im speziellen des Web 2.0 – ist aus dem Prinzip des Outsourcings nach und nach das Crowdsourcing entstanden. Traditionell interne Aufgaben werden dabei, bevorzugt  online, freiwilligen Usern übertragen. Im Unterscheid zum Outsourcing, bei dem gezielt bestimmte Dienstleister ausgewählt werden, kann beim Crowdsourcing jeder teilnehmen, der sich dazu berufen fühlt. Die sogenannte Schwarmintelligenz oder auch Weisheit der Vielen kommt in den verschiedensten Bereichen zum Einsatz wie zum Beispiel bei Testverfahren (Crowdtesting) – um herauszufinden, wie ein Produkt von der Zielgruppe angenommen wird – oder bei der Finanzierung von Projekten (Crowdfunding) – dabei geht es um die Gewinnung zahlreicher Investoren, die eine Unternehmung mit kleinen Beträgen unterstützen – wie auch im Design-Bereich.

Die Crowd bietet die gesamte grafische Bandbreite

Insbesondere junge Unternehmen wie Start-ups können es sich nicht erlauben, regelmäßig einen Designer für ihre grafischen Anforderungen zu beschäftigen. Aber auch zunehmend große Agenturen und Unternehmen entscheiden sich gegen einen Designer in den eigenen Reihen. Entweder geben sie diese Aufgaben auf herkömmliche Art und Weise an einen einzelnen Designer beziehungsweise eine darauf spezialisierte Agentur ab oder schreiben Design-Wettbewerbe auf Online-Marktplätzen, wie 99designs, aus. Dabei ist es völlig unerheblich, ob ein Layout für eine neue Webseite, App, ein Logo oder T-Shirt-Aufdruck gefordert ist – die gesamte grafische Bandbreite wird abgedeckt. Um innerhalb kürzester Zeit das gewünschte Ergebnis zu erzielen, erstellt das ausschreibende Unternehmen ein aussagekräftiges Briefing. Wünschenswert ist es dabei, die Vision des Unternehmens zu präsentieren, wie auch die eigenen Vorstellungen so exakt wie möglich zu umreißen. Je besser dies gelingt, desto treffender sind die Ergebnisse.

Neuer Blickwinkel dank Ideenvielfalt

Neben der Tatsache, den Preis von vornherein festlegen und so den umständlichen Vergleich verschiedener Kostenvoranschläge umgehen zu können, wirkt sich dabei vorteilhaft aus, dass nicht nur ein Design-Entwurf entsteht, sondern viele verschiedene Menschen ihre Sicht auf das Unternehmen in Form ihrer Designs darstellen. So kommt in kurzer Zeit eine Vielzahl von Ideen zustande und das Unternehmen hat die Qual der Wahl. Aber auch hier kommt die Crowd ihm – auf Wunsch – zur Hilfe. Nicht nur die Unternehmensvertreter können das beste Design bewerten, sondern jeder, der sich für ein bestimmtes Projekt interessiert, kann seine individuelle Einschätzung dazu abgeben. Insbesondere Start-ups haben so die Möglichkeit zu überprüfen, ob die Art und Weise, wie sie selbst ihr Produkt sehen, mit der Außenwahrnehmung übereinstimmt. Des Weiteren kann daraus resultieren, dass sich der eigene Blick auf die Geschäftsidee noch einmal dreht und somit neue Ideen freigesetzt werden. 

Am Ende steht schließlich ein Design, welches das Beste aus unterschiedlichen Ideen in sich vereint. Die Teilhabe der Menschen am Entwicklungsprozess sorgt automatisch dafür, dass sie sich an das Unternehmen gebunden fühlen, langfristig seinen Werdegang verfolgen und bestenfalls auch zukünftig unterstützen werden. 

Größere Kreativität durch individuelle Gestaltung der Arbeit

Aber nicht nur das Unternehmen profitiert von dieser Form der Design-Erstellung, sondern auch für die Design-Community bringt diese Form der Zusammenarbeit Vorteile mit sich. In einem festen Anstellungsverhältnis sind Grafiker dazu aufgefordert, sämtliche anfallenden Design-Aufgaben zu erledigen. Heute muss ein Foto retuschiert, morgen das Logo in schwarz-weiß umgewandelt und übermorgen ein neuer Button für die Webseite entworfen werden. Grafiker, die am liebsten neue Unternehmenslogos kreieren, müssen so immer wieder eine Vielzahl an Aufträgen übernehmen, die ihnen weder Spaß machen noch besonders liegen. Engagieren sie sich auf einem dafür vorgesehenen Online-Marktplatz, können sie ausschließlich in jenen Bereichen tätig werden, die ihnen am meisten liegen. Eine solche Spezialisierung fördert den kontinuierlichen Ausbau ihrer Fähigkeiten, eine wachsende Auftragsvergabe sowie die Entwicklung eines positiven Standings.

Zudem machen Designer sich so auch davon frei, auf Knopfdruck kreativ sein zu müssen, indem sie dann Entwürfe erstellen, wenn sie die besten Ideen haben und nicht wann es ihnen die Arbeitszeit vorschreibt.

Die richtige Motivation spornt zu Höchstleistungen an

Diese individuelle Gestaltung der Arbeit fördert die Motivation des Grafikers, was sich in qualitativ hochwertiger Arbeit widerspiegelt. Befürchtungen, dass über eine solche Plattform minderwertigere Ergebnisse generiert werden, sind dementsprechend unbegründet. Ganz im Gegenteil: Die Motivation mit seinem Design aus der Masse herauszustechen, beflügelt die Designer bei jedem Wettbewerb zu neuer Kreativität.     

         

 

Autor: Christiane Ortlepp

Copywriter bei 99designs Deutschland
Website des Autors
Christiane Ortlepp

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