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14.05.14Leser-Kommentare

Krautreporter: Über die Kraft einer positiven Sogwirkung und wie verfrühte Kritik sie verhindert

Eine um das Journalismus-Projekt Krautreporter entbrannte Diskussion zeigt, wieso es in Deutschland so schwierig ist, ehrgeizige Digital-Vorhaben erfolgreich umzusetzen: Der Drang, sofort möglichst ausführlich, detailgenau und ohne Versuche der Abmilderung Kritik zu üben, verhindert eine positive Sogwirkung.

KritikSeit etwas mehr als einem Tag läuft die Crowdfundingkampagne des Online-Magazins Krautreporter. Und schon ist eine Debatte über potenzielle Schwächen des Konzeptes entbrannt, angefeuert von einem Text mit der Überschrift "Fünf Gründe, warum ich von dem Krautreporter-Konzept enttäuscht bin". Eine emotionengeladene Gegenrede gibt es auch schon, ebenso wie einen nähere kritische Auseinandersetzung mit dem Frauenmangel im Krautreporter-Redaktionsteam. Mit weiteren Reaktionen ist im Laufe des Tages zu rechnen.

Dass das Projekt, das nur verwirklicht wird, wenn 15.000 künftige Abonnenten jeweils 60 Euro vorschießen, so schnell ins Kreuzfeuer geraten würde, war angesichts der bekannten deutschen Debattenlust zu erwarten. Dennoch möchte ich die Detailliertheit der Kritik und die Schnelligkeit, mit der diese die Vorfinanzierungsaktion kaum einen Tag nach dem Start überschattet, als Anlass zur Schilderung einer Beobachtung nehmen, die ich in meiner Wahlheimat Schweden (seit 2006, unterbrochen allerdings durch gelegentliche, längere Reisen) gemacht habe, und die mich regelmäßig verwundert: Immer wenn in der schwedischen Startup- und Digitalbranche ein neues Projekt debütiert, erhält es erst einmal von allen Seiten nur Lob. Selbst wenn das jeweilige Unterfangen kaum beeindruckt und auch wenn es hinreichend Angriffsfläche für Einwände und Infragestellungen böte, so werden die jeweiligen Macher in den üblichen Social-Media-Kanälen und der Branchenpresse in erster Linie zu ihrem Schritt beglückwünscht, nicht selten mit einer gewissen Euphorie. Dass unternehmerische oder kreative Unterfangen innerhalb der Frühphase bereits ausführlich öffentlich in Frage gestellt werden, besitzt Seltenheitswert.

Diese Fokussierung auf frühes positives Feedback führt natürlich dazu, dass Angebote entstehen, die sich später als marktuntauglich herausstellen. Robin Wauters beschrieb dies vor einigen Tagen ganz gut in einem Portrait der Stockholmer Internetlandschaft. Doch gleichzeitig resultiert aus dem Brauch, Gründer auf ihren ersten Schritten geschlossen anzufeuern und eine kritische Auseinandersetzung auf später (oder private Gespräche) zu verlagern, eine beachtliche positive Energie. Beweisen kann ich es nicht, aber die Tatsache, dass Schweden eines der erfolgreichsten Startup-Länder Europas darstellt, hat meiner Meinung nach auch damit zu tun, dass Machern dort im entscheidenden frühen Stadium eines ehrgeizigen, auch schwierigen Projekts von Seiten der Öffentlichkeit wenig Gegenwind entgegenschlägt.

Dass Spotify mit seiner im Jahr 2007 wahnsinnig wirkenden Idee, die Musikindustrie zur Unterstützung eines partiell kostenlosen Streamingdienstes zu bewegen, in Stockholm entstand, ist kein Zufall. Auch nicht, dass Schweden in der Liste der unternehmerisch umtriebigsten Länder Europas auf dem zweiten Platz landet, hinter Irland. Wenn Entrepreneure selbst für utopisch klingende Projekte heftigen Beifall erhalten, anstatt von allen Seiten unter die Nase gerieben zu bekommen, warum ihre Idee oder Umsetzungspläne enttäuschen und was sie alles falsch machen, dann setzt dies beachtliche Kräfte frei.

Dem zugrunde liegt einfache menschliche Psychologie. Zwar soll es auch Menschen geben, die von umfangreicher Kritik und Pessimismus angespornt werden, es allen zu zeigen. Üblicherweise aber nährt sich Motivation eher aus Lob und Ermunterung, nicht aus überwiegend negativer Resonanz, die mit dem Erreichten hart ins Gericht geht. Deswegen kann man in Sportstadien auch regelmäßig zehntausende Menschen dabei beobachten, wie sie ihre Teams lautstark anfeuern, anstatt sie mit Gesängen an ihre Schwächen zu erinnern (was zwar in Momenten großer Fan-Frustration auch vorkommt, aber garantiert nicht am ersten Spieltag). Auch bei großen Marathonläufen stehen Hundertausende an den Strecken und jubeln den Läufern zu, die daraus die Energie beziehen, um doch noch eine Minute früher über die Ziellinie zu taumeln.

Was für Deutsche wie für alle anderen Nationen beim Sport selbstverständlich ist, gilt bei wirtschaftlichen Projekten nicht mehr. Für Deutsche ist ein frühzeitiges Diskutieren aller Vor- und Nachteile ein Muss. Wird ein neues, herausforderndes Vorhaben angeschoben, dann müssen sich die Initiatoren darauf einstellen, dass selbst womöglich vorhandene ehrenwerte Ziele und ein eventuelles allgemeines öffentliches Interesse an der Verwirklichung nicht vor ausgedehnten, mit negativer Tonalität untermalten Analysen schützen. Der gerne ins Feld geführte "kritische deutsche Geist" lässt es sich ungeachtet der eigenen moralischen Unterstützung für ein Vorhaben nicht nehmen, die Schwachpunkte möglichst genau zu analysieren. Und wo die im Vergleich konfliktscheuen Schweden Kritik eher zwischen den Zeilen äußern und diese mit viel anerkennenden Worten "abfedern", neigen wir Deutschen dazu, ganz auf die Abmilderung unserer womöglichen harten Worte durch Nettigkeiten und motivierende Zurufe zu verzichten. Anstelle eines "Ich find das super, wobei ihr noch .... machen könntet" heißt es dann eben "Ich bin ziemlich enttäuscht".

Dass wir uns anders als die Skandinavier nicht dabei wohlfühlen, wenn ein aufmerksamkeitsstarkes Projekt zu viel Euphorie und Jubel hervorruft, und deshalb mit oft fundierter - aber wenn zu harsch und zu früh, potenziell äußerst demotivierender - Kritik reagieren, hat wahrscheinlich auch historische Gründe. Die deutsche Geschichte lehrt uns, dass eine Begeisterung der Massen für eine Sache schlimm enden kann. Vielleicht ignorieren wir deshalb intuitiv die Gesetze positiven Feedbacks und fühlen uns animiert, so schnell wie möglich all das laut aussprechen zu müssen, was uns an einer mit mutmaßlich einigem Herzblut auf die Beine gestellten Unternehmung wie Krautreporter nicht passt. Im Startupbereich ist das Resultat leider, dass vieles nicht verwirklicht werden kann, weil die positive Sogwirkung fehlt, die zum Freisetzen der Kräfte benötigt wird. Deshalb hat Deutschland noch immer keine Digitalfirmen zu bieten, die es auf das ganz große Parkett geschafft haben, und deshalb sind Deutsche so "lächerlich risikoscheu", wie es der US-Wagniskapitalgeber Ben Horowitz gerade bemerkte. Wer will schon Risiko eingehen und große unternehmerische Herausforderungen in Angriff nehmen, wenn man anschließend die Hälfte der ohnehin begrenzten Zeit dafür aufwenden muss, sich zu rechtfertigen und sich teilweise schlicht übereilter Kritik zu stellen?!

Ich würde diesen Text zwar gerne als Aufruf formulieren, bei unternehmerischen Vorhaben, die nicht unbedingt politische oder gesellschaftliche Brisanz beinhalten, zumindest im frühen Stadium einfach mal auf gutgemeinte, aber in diesem Moment destruktive, zu detailgenaue Kritik zu verzichten. Allerdings lässt sich Mentalität und Kultur nicht einfach mit einem Appell verändern. Außerdem weiß ich, dass viele das von mir Beschriebene ohnehin ganz anders sehen und sich und ihrem Gewissen verpflichtet fühlen, zu kritisieren, ungeachtet eventueller negativer Konsequenzen auf die Adressaten ihrer Anmerkungen. Oder weil sie glauben, dass nur so ein Erfolg entstehen kann. An und für sich ist diese Prinzipientreue auch löblich und sie verhindert im Idealfall, dass für Unausgegorenes, zum Scheitern Verurteiltes zu viele Ressourcen aufgewendet werden. Leider verhindert sie aber auch leicht, dass Dinge entstehen, die ein gewisses Gefühl des Zusammenhalts benötigen, bevor sie zu einer eigenständigen, vollkommen kritik- und wettbewerbsfähigen Existenz in der Lage sind.

Vor fast fünf Jahren schrieb ich übrigens einen sehr ähnlichen Text: "Der deutschen Gründerszene fehlt es an Naivität". Er ist noch immer aktuell. /mw

Foto: Closeup portrait woman holding gift in one hand, Shutterstock

Kommentare

  • Jürgen Vielmeier

    14.05.14 (12:57:53)

    Man wächst hier irgendwie damit auf, dass alles zerredet und kritisiert wird. Glaube, das ist auch Teil unserer politischen Kultur. Ich finde das auch gar nicht schlecht, solange Kritik nicht verletzend wird. In Bezug auf die Krautreporter finde ich die übrigens erstaunlich seicht. Ich hätte mit Schlimmerem gerechnet. Die große Masse scheint nach meinem Empfinden dahinter zu stehen und gespannt zu warten, was dabei herauskommt. Ich glaube eher, die Kritik wird kübelweise kommen, sollte das Crowdfundingziel nicht erreicht werden. Witzigerweise wird der Erfolg dieser Kampagne über jegliche weitere Versuche in diese Richtung entscheiden. Schaffen es die Krautreporter, werden es nicht wenige andere auch versuchen. Klappt die Aktion nicht, wird der Versuch Online-Qualitätsjournalismus über Abos zu finanzieren ein- für allemal für gescheitert erklärt. Etwas weniger von diesem Entweder-Oder täte uns auch einmal gut. Vieles muss man im Laufe seines Lebens erst lernen. Ich spreche mich nicht davon frei, auch öfters gegen Projekte im frühen Stadium auszuteilen, zuletzt etwa gegen das - letztlich auch gescheiterte - Ubuntu Edge. Du hast halt wenige, die wirklich etwas machen und zehnmal so viele, die täglich ihre Postillen mit Inhalten füllen müssen. Wenn schon jemand vor dir eine positive Position eingenommen hat, deckst du manchmal eben die Gegenseite ab. Ist irgendwo auch ein Fehler im System. Vor ein paar Jahren hatte ich ein sehr einschneidendes Erlebnis als Zuschauer beim Bonner Marathon. Wir postierten uns mit Trommeln, Rasseln, Instrumenten bewaffnet bei Kilometer 39 und feuerten jeden einzelnen Teilnehmer persönlich an. Das Ergebnis hätte ich nie erwartet. Wer sich nur noch dahin geschleppt hatte, lief plötzlich erhobenen Hauptes weiter, wer nur noch ging, fing auf einmal wieder an zu laufen. Ja, es ist möglich, mit etwas gutem Willen andere zu motivieren. Zumindest hin und wieder sollten wir das versuchen - nicht kritiklos, aber ruhig mal mit ein wenig Vertrauensvorschuss.

  • Martin Weigert

    14.05.14 (13:26:33)

    Signed.

  • JMK

    14.05.14 (13:37:35)

    Es mag sein, dass in Deutschland vil und zuviel kritisiert wird, doch bei den Krautreportern verhält es sich doch gänzlich anders. Einerseits fanden sich schon über 2000 Spender und die Kritik verfällt nicht ausschließlich in Kleinigkeiten. wie will man ein Konzept kritisieren das man nicht mal kennt, die Kommunikation seitens der Gründer ist doch katastrophal. Ja, Layout, Frauenquote, Zahlungsmöglichkeiten fallen unter Nitpicking. Doch wenn ich mit Crowdfunding Leser erreichen will, diese aber nicht informiere, wie das Konzept sich ausgestaltet, geht die Kritik in die richtige Richtung. Ich kann mir auch kaum vorstellen, das in Schweden ein so gelaunchtes Projekt zustimmung fände. Dabei darf nicht vergessen werden, die Kritik die hier oft und viel geäussert wird, zeugt auch vom Willen, dieses Projekt verwirklicht zu sehen. Wäre es den Menschen egal, würden sie sich nicht drum kümmern.

  • Martin Weigert

    14.05.14 (13:58:37)

    So kann man es durchaus sehen, ja. Ich halte die Kommunikation allerdings nicht für "katastrophal".

  • Karsten Werner

    14.05.14 (14:55:51)

    Mir persönlich ist es relativ egal, ob das Projekt etwas wird, oder nicht. Aus Sicht des Vermarkters, Vertrieblers und E-Commerce-Marktbeobachters halte ich die Kritiken aber für durchaus berechtigt (und keinesfalls für Nitpicking) und überwiegend auch angemessen vorgetragen. Namensgebung: Es gibt gute Gründe dafür, dass sich "De Correspondent" oder "The Information" so benannt haben, wie sie sich benannt haben: Clean, selbsterklärend und ohne Wortspielerei, die nur einem kleinen Kreis von Insidern etwas sagen würde. Will sagen: Wie soll man eine Marke "Krautreporter" künftig außerhalb von Insidern der "Netzgemeinde" vermarkten und bewerben können und darüber eine breite Leserschaft erreichen? Payment: Die Erkenntnis ist nicht neu, dass es im E-Business mittlerweile wichtig ist, verschiedene Zahlungsoptionen anzubieten. Gerade in der Startphase, gerade beim Crowdfunding, wenn es darum geht, Neugierige zu Impulskäufen zu bewegen. Paypal-Express, Click & Buy, etc? Fehlanzeige. Einfach mal 3 Knöpfe drücken, Spenden und sich gut fühlen? Fehlanzeige. Nur Zahlung via Kreditkarte. Gestern wollte ich, aus dem Bauch heraus, hatte meine Karte aber nicht dabei, heute ist es mir schon wieder egal. Ist halt so. Das sind fertige Code-Schnipsel, die man sich einfach nur ins Blog hätte kopieren müssen. Hat aber niemand gemacht. Ansonsten zu den Einwänden in den verlinkten Beiträgen: Alles valide Punkte, die durchaus berechtigt sind. Ein "typisch deutsches", miesepetriges Zerreden sehe ich da nicht unbedingt. Und -filtert man mal dessen Gehässigkeit mal heraus- dann bringt auch Don Alphonso einen durchaus relevanten Punkt aufs Tableau: Die Gesamtkalkulation. Wie soll sich das Modell tragen? Insofern drängt sich die Frage auf: Warum etwas unisono wohlwollend begleiten wollen-müssen, das derart laienhaft an den Start gebracht wurde? Diese Frage drängt sich zudem geradezu auf, wenn man berücksichtigt, dass hier auch Leute als Mitbegründer und Sprachrohre auftreten, die in anderer Funktion seit Jahren nicht müde werden, anderen in Journalismus und Verlagsgeschäft immer und immer wieder reinzureichen, was falsch gemacht wird und wie es denn richtig gemacht werden sollte. Da wird ja auch niemand mit Samthandschuhen angefasst. Die Beiträge von Stefan Niggemeier und Richard Gutjahr dahingehend sind schließlich Legion. Jetzt ist man letztlich selbst ein kleiner Digitalverlag. Da muss zwar nicht alles zum Start klappen, aber wer im Vorfeld derart austeilt, der sollte auch liefern können, wenn er es besser machen will. Zumindest Basics wie "Marke", "Technik" und "Payment-Optionen", wenn man Vertrauen und Geld von zukünftigen Lesern als Vorschussleistungen einsammeln möchte, sind da nicht zuviel verlangt. Böse Zungen mögen nun gern behaupten, dass mir da die Leidenschaft fehlt, die Begeisterungsfähigkeit, etc., und dass da ja nur wieder jemand meckert, für den das Internet einfach nur ein "Ein Mittel zum Zweck" ist. Irrtum. Das ist zwar nicht unbedingt meins, aber es soll sich gern jeder wohlfühlen, das Internet als sein zu Hause ansehen, als Teil seiner Heimat, whatever. Und sich für neue journalistische Experimente begeistern. Aber wenn man von Nutzern/Lesern Geld für einen Service einsammeln möchte, dann halte ich es für fahrlässig, wenn man dann den primären Layer, der nunmal das Internet in seiner Entwicklung treibt, einfach so beiseite wischt, oder dem so wenig Beachtung schenkt: Dass es in erster Linie ein Business ist. Und keine Wohlfühlveranstaltung, in der Verbraucher eine Dienstleistung blind einkaufen, nur weil jemand mit einer guten Idee die Herzen einer kleinen Schar von Meinungsführern für sich erwärmen kann.

  • JMK

    14.05.14 (15:15:25)

    warum Kreditkarte eingesetzt werden muss, wurde hinreichend begründet. Dem Rest kann ich folgen.

  • Jürgen Vielmeier

    14.05.14 (15:17:43)

    Deine Hauptkritikpunkte sind also, dass das Ding nicht "Der Korrespondent", "Die Information" oder "Das Qualitätsmagazin" heißt und dass du nicht mit PayPal bezahlen kannst? Da hast du wohl Recht. Dann können Sie am besten gleich einpacken. Das Ding ist jetzt schon gescheitert. Keine Chance mehr. Vorbei! Finanziell tragen kann es sich natürlich auch nicht. Zwar hat niemand gesagt, dass die Redakteure Vollzeit bezahlt werden und in welchem Umfang Beiträge erscheinen sollen, aber Don Alphonso muss es ja wissen. Für mich klang es eher so wie 1 Beitrag pro Tag. Und da könntest du mit 900.000 Euro schon ganz schön weit kommen.

  • Martin Weigert

    14.05.14 (15:21:59)

    Was den Name angeht, sehe ich überhaupt nichts, was dagegen spricht, diesen für das finale Projekt zu ändern. Das ist imo nichts, was man am ersten Tag debattieren muss.

  • Karsten Werner

    14.05.14 (15:37:01)

    @Jürgen Da es Dir offensichtlich genügt, meine Argumentation einfach nur ins Lächerliche zu ziehen, anstatt bei den Punkten "Potenzial für die Medienmarke", "Abbrecherquote beim Crowdfunding" oder der "Fixkostenkalkulation" in irgendeiner Form inhaltlich einzusteigen, lasse ich Deinen Einwand mal so stehen.

  • Tico77

    14.05.14 (15:52:28)

    Bezüglich des tragfähigen Geschäfts- und Finanzmodells gibt es bei mir ein ganz gewaltiges Fragezeichen: Mittlerweile haben die Krautreporter auf öffentlichen Druck hin ja zugesagt, den Anteil an weiblichen Redaktionsmitgliedern "demnächst" deutlich zu erhöhen. Nur - wie soll sich das bitteschön rechnen??!! Schon jetzt ergeben die jährlichen Redaktionspersonalkosten 28 Nasen x 2.000 € x 12 Monate. Ergo 672.000 Euro - und zwar sehr konservativ gerechnet mit nur 2.000 Euro monatlich pro Redaktionsmitglied - eigentlich will man ja mehr, eher 2.500 Euro. Das heißt also, mindestens 75% der angestrebten 900.000 Euro sind ohnehin bereits für Personalkosten verplant. Wie soll also bitteschön die bereits angekündigte, quotengerechte Aufstockung der Redaktion finanziert werden? Womit? Die Crowdfunding-Summe reicht dafür definitiv nicht. Ich sehe hier kein tragfähiges Finanzierungsmodell - 900.000 sind viel zu wenig. Das wird nicht reichen, auch nur die Hälfte der Versprechungen zu erfüllen. Disclaimer: Fürchte ich.

  • JMK

    14.05.14 (15:55:52)

    wo steht denn, dass die Einnahmen aus dem Crowdfunding die einzigen für die Journalisten bleiben?

  • Jürgen Vielmeier

    14.05.14 (15:56:42)

    Wer sagt, dass ich schon fertig bin? ;) Was kann ich dir argumentativ näher bringen? Fixkostenkalkulation: Wie gesagt: Du weißt nicht, wie viele Beiträge sie genau produzieren wollen, ob sie überhaupt ein gemeinsames Büro brauchen (ich denke nicht). Ich weiß es natürlich auch nicht. Aber alleine ohne dieses Wissen die Kalkulation anzuzweifeln, scheint mir vermessen. Abbrecherquote beim Crowdfunding: Du meinst die nicht freigeschalteten möglichen Zahlungsoptionen neben der Kreditkarte? Für gut 2.200 Förderer nach etwas mehr als einem Tag war das offenbar kein Problem. Klar, vielleicht hätte man den einen oder anderen mehr bekommen, wenn man auch noch andere Optionen angeboten hätte (vielleicht sogar dich? ;)) Dilettantisch finde ich es trotzdem nicht, nur auf diese durchaus weit verbreitete Zahlungsoption zu setzen. Medienmarke: Für mich kein Problem, für viele Onliner nicht. Und für Offliner? Fritz Kola verkauft sich meines Wissens auch nicht so schlecht trotz des furchtbar unseriösen Namen für so etwas Ernstes wie ein Brausegetränk. Der Name "Trierischer Volksfreund" ist in meinem Bekanntenkreis immer wieder eine Lachnummer, das Blatt soll trotzdem ganz anständigen Journalismus machen - und wird auch verkauft. Golem.de, ungewöhnlicher Name für ein Technikmagazin - trotzdem angesehen. Heise.de - welcher Laie vermutet dahinter einen renommierten IT-Verlag? Was würde das verbessern, wenn die sich in "IT-Magazin" umbenennen? Ich verstehe deswegen nicht, warum Krautreporter sich nicht vermarkten ließe oder warum eine Kritik daran etwas anderes als Nitpicking ist.

  • Martin Weigert

    14.05.14 (15:57:13)

    Realistischer wäre wohl eher, dass einige Männer abtreten oder weniger machen. So wie ich das alles deute, gibt es doch da ohnehin noch viel Spielraum bis zu finalen Festlegungen.

  • Tico77

    14.05.14 (15:58:10)

    Ähem. Keine Werbung. Kein Paid Content. Welche sonstigen Einnahmequellen sollte es geben - außer eben das Crowdfunding? Jedenfalls habe ich noch nichts dergleichen gehört - sondern eben Komplettfinanzierung für ein Jahr mit 900.000.

  • Martin Weigert

    14.05.14 (15:59:23)

    Wer nicht abonniert, soll gegen Entgelt Adhoc-Zugang zu diesen Premium-Features bekommen können. Also beispielsweise zu einem Workshop gehen können. Denke aber auch, dass es realistisch ist, für das erste Jahr die Abos als primäre Umsatzquelle zu sehen.

  • Jürgen Vielmeier

    14.05.14 (16:02:36)

    Nirgendwo ist bisher gesagt worden, dass die 28 Nasen Vollzeit beschäftigt werden und nicht pro Artikel bezahlt werden. Das Crowdfunding wäre nur ein Teil der Finanzierung. Bei Erfolg der Aktion könnten weitere Abos verkauft werden. Wieso unterstellt ihr denen, dass sich das nicht rechnen kann ohne dass ihr die Details kennt?

  • Karsten Werner

    14.05.14 (16:10:16)

    Wie sinnvoll wäre das, erst mit einem relativ spleenigen "Arbeitstitel" in die Finanzierungsphase zu gehen, um den fertigen Dienst dann später umzubennen...? Dass die vor Dir beschriebene Sogwirkung durch dir frühen Kritiken gecrasht wurde, kann sogar durchaus sein. Aber wie schlimm wäre das? Und lässt sich daraus deshalb gleich ein berechtigter Vorwurf Richtung der Kritiker ableiten? Ich denke nicht: Jeder neue Web-Dienst, der an die Öffentlichkeit geht, muss sich behaupten und gegen Kritik anarbeiten (wenn er nicht gerade von Scoble, Siegler und Co zufällig als temporäres Lieblings-Goodie/-Startup auserkoren wurde). Warum sollte es hier anders sein? Insofern alles OK. Wird's was, toll. Wird's nichts, auch OK. Es würden andere kommen, das Scheitern analysieren und es wieder probieren...

  • Tico77

    14.05.14 (16:17:02)

    @Jürgen Vielmeier: So ganz auf dem Laufenden sind Sie aber vor lauter Begeisterung nicht, oder? Krautreporter rechnet eigenen Angaben zufolge mit vier bis fünf "ausgeruhten" Beiträgen täglich, macht mindestens 28 wöchentlich - was dem ebenfalls erwähnten einen Beitrag pro Autor pro Woche entspräche. Und genau dafür, O-Ton Krautreporter, sollen eben 2.000 bis 2.500 Euro je Autor gezahlt werden. Wogegen ja auch an und für sich wenig bis nichts einzuwenden ist. Aber: 900.000 sind dafür wohl zu wenig, und deutlich zu wenig, wenn die Redaktion quotengerecht erweitert werden sollte In der Tat müssten - was ja denkbar ist und keineswegs unmöglich - im ersten Jahr [x Tausend] weitere Abos abgeschlossen werden, um die Budgetlücke zu schließen. Aber dann sollte dieser "Abschluss von [x Tausend] weiteren Abos" auch öffentlich kommuniziert werden als Teil des Plans. Man darf hierbei nicht vergessen: Hier werden Menschen um Geld gebeten, um eine Investition.

  • JMK

    14.05.14 (16:26:20)

    Es handelt sich um freie Autoren, die heute schon durch verschiedene Arbeitgeber entlohnt werden. Erstens, wird explizit auf die Möglichkeit der Zweitverwertung hingewiesen, zweitens werden die Autoren auch außerhalb von KR aktiv bleiben.

  • Jürgen Vielmeier

    14.05.14 (16:27:13)

    @Tico: Okay, das war mir durchgerutscht. ;) Bleiben abzüglich Server- und Domainkosten sagen wir 2.500 Euro pro Nase und Monat mit der Vorgabe 1 ausgeruhten Beitrag pro Woche zu schreiben. Halte ich für möglich.

  • Jannis Kucharz

    14.05.14 (17:15:51)

    In der Diskussion und auch sehr schön hier in den Kommentaren kann man noch ein weiteres deutsches Phänomen sehen, das in die Sportmetapher passt: Das der 80 Millionen Bundestrainer. Jeder weiß wie es eigentlich besser getan hätte werden sollen und warum das nun so also überhaupt nicht funktionieren kann. Dabei steht man selbst gar nicht auf dem Platz.

  • JMK

    14.05.14 (17:41:58)

    Da ist jemand aber nicht weit rumgekommen, wenn er meint es sei ein deutsches Phänomen. Vielmehr ist das Bezugnehmen auf deutsche Befindlichkeiten unstrittig sehr deutsch.

  • Tico77

    14.05.14 (18:42:43)

    Was erwarten Sie? Da kommt eine Gruppe von Journalisten, kündigt nichts weniger die Reparatur des Online-Journalismus an - sozusagen mittels der kreisquadratierenden eierlegenden Onlinejournalismuswollmilchsau - und alles, was sie dafür braucht, sind 900.000 Euro. Und dann wird unoriginell geschimpft ("deutsches Phänomen"), wenn man Fragen stellt - absolut berechtigte Fragen?! Oder gar, pfui Spinne, Zweifel äußert?! Das bislang veranschlagte Budget wird augenscheinlich keinesfalls reichen, schon mindestens 75% (!) sind anscheinend bereits als Personal(fix)kosten verplant. Plus Kosten für freie Mitarbeiter (siehe Krautreporter-Blog). Den hauseigenen redaktionellen Kodex gibt's - "sobald wir ihn geschrieben haben". (Blog) Ebenso "unsere Transparenz-Regeln" - "sobald wir sie formuliert haben." (Blog) Das mit der Taktung von Artikeln, Anzahl, Frequenz - "darüber haben wir uns aber noch nicht en detail unterhalten" (Rico Grimm) Es erscheint doch eher so: "Lasst uns mal Geld einsammeln. Unter einer Million, damit es nicht zu viel wirkt, und dann schauen wir mal." Darf man das sagen? Man darf.

  • Jürgen Vielmeier

    14.05.14 (19:19:30)

    Man darf alles sagen. Ob das immer konstruktiv ist, sei dahingestellt. Witzig finde ich, dass Sie es vorher schon besser wissen ("Das bislang veranschlagte Budget wird augenscheinlich keinesfalls reichen"), erstens ohne dabei zu sein, zweitens ohne den genauen Plan zu kennen, drittens bevor Sie das Produkt gesehen haben. Vor allem den Tonfall finde ich interessant: Sie begeben sich in die Position, dass Sie es offenbar besser wissen als die Beteiligten und Sie suggerieren mit Ihren Fragen, dass etwas, das Sie sich im Geiste nicht ausmalen können, nicht gelingen kann. Tut mir Leid, aber so viel Negativismus IST typisch Deutsch.

  • Tico77

    14.05.14 (19:34:41)

    Ich klinge, zugegeben, negativistischer und rantiger, als ich es eigentlich meine. Ganz ehrlich ;-) Ich würde mich sehr freuen, wenn die Krautreporter erfolgreich sind und sich, so oder so, die Fragen irgendwann in Wohlgefallen auflösen. Aber die Keule "Typisch deutsch" ärgert mich ziemlich. Sie ist so ... hmm, fast hätte ich gesagt "typisch deutsch". Ich denke nämlich, es ist keineswegs übermäßige, voreilige Kritik an Projekten, die Deutschland womöglich ins digitale Hintertreffen geraten lässt. Aus meiner Sicht ist es eher mangelnde Professionalität und Interdisziplinarität in Projekten - und die Kritikunfähigkeit. Seien wird doch mal ehrlich: Bei Krautreporter gibt es - allem Anschein nach - noch gar keinen ausgefeilten Plan und noch gar kein ausgefeiltes Produkt. Und auch die finanziellen Planungen erscheinen außerordentlich "sportlich". Schlimm? Nö. Aber: Angesichts der Crowdfunding-Bitte zumindest eine höchst interessante Konstellation. Keinen konkreten Plan, kein konkretes Produkt, Finanzen sehr tricky ... puh ... Muss es deswegen scheitern? Keineswegs! Kann alles noch werden, kann sich alles fügen. Wär schön. Aber so zu tun, als seien diese Punkte irgendwie Nebensächlichkeiten und ihre Erwähnung typisch deutsches Genörgel - unprofessionell, ins Scheitern führend. Meiner Meinung nach.

  • hardy

    14.05.14 (19:41:50)

    hey, wir sind deutsche. wir haben keine eigene ideen und deshalb sind die ideen der anderen immer per se sch####. ausserdem ist es doch prima, wenn man so leicht auf dem "ticket" eines anderen, der den hintern hochkriegt, auch ein bißchen aufmerksamkeit für sich selbst generieren kann, oder? so'ne dramatische überschrift, das kriegt man hin. alle, die an dem konzept herummosern, sollen doch bitte selbst eines realisieren ... ach ja, lieber nicht, dann kommen sofort irgendwelche schwätzer, die genau daran herummosern. ein teufelskreis ;-)

  • Jürgen Vielmeier

    14.05.14 (19:42:48)

    "Aber die Keule “Typisch deutsch” ärgert mich ziemlich. Sie ist so … hmm, fast hätte ich gesagt “typisch deutsch”." Touché. ;) Dass wir uns da nicht falsch verstehen: Konstruktive Kritik ist wichtig und für nebensächlich halte ich es auch nicht, wenn man angesichts des wenig konkreten Plans seine Bedenken äußert. Ich bin jetzt gespannt, was die Leute aus meinen 60 Euro machen. Vielleicht klappt's ja auch nicht, selbst wenn die Finanzierung zu Stande kommt oder doch und wir sagen alle nach einem Jahr: "War's nicht wert." Alles möglich. Aber ich mag die Idee, vielleicht gerade sogar weil da noch nichts in Eisen gegossen ist und man live wird mitverfolgen können, wie sie den ambitionierten Plan jetzt realisieren wollen. Ist mir den Spaß wert.

  • Bernd Rubel

    15.05.14 (03:23:16)

    Vor nicht einmal einem Jahr schriebst Du übrigens einen Artikel, der mit dem – sicherlich nur wohlgemeinten Fazit “Langfristig halte ich derartige Unterfangen für ökonomischen Selbstmord.” endete. Nur mal so, wenn es allein um die Motivation von Startups geht, mein ich ... http://netzwertig.com/2013/05/29/oekonomisch-waghalsig-aber-mutig-blogger-will-printmagazin-veroeffentlichen/

  • moti

    15.05.14 (04:30:56)

    @jürgen vielmeier: "Für gut 2.200 Förderer nach etwas mehr als einem Tag war das offenbar kein Problem." für kreditkarteninhaber ist es im allgemeinen kein problem, mit kreditkarte zu zahlen. ach wirklich? was für ein nicht-argument. "Klar, vielleicht hätte man den einen oder anderen mehr bekommen, wenn man auch noch andere Optionen angeboten hätte" den ein oder anderen? eieiei. sowas ist eine kritische größe und mitentscheidend für den erfolg oder mißerfolg einer unternehmung. eine flüchtige internet-recherche ergibt, dass weniger als 30 prozent der deutschen im besitz einer kreditkarte sind. es ist im e-commerce allgemein bekannt, dass man mehrere zahlungsoptionen anbieten muss. im übrigen kann es dem konsumenten zu recht vollkommen egal sein, welche gründe der anbieter vorträgt, warum keine anderen zahlungsoptionen in frage kommen. die aufgabe des anbieters ist es, den kunden zu "enablen" und nicht seine eigene unfähigkeit zu rechtfertigen. "Dilettantisch finde ich es trotzdem nicht, nur auf diese durchaus weit verbreitete Zahlungsoption zu setzen." freiwillig und ohne not auf einen großteil seiner potenziellen kunden zu verzichten ist genau das: dilletantisch. wer so in einem konkurrenzumfeld auf dem markt agiert, verdient es, zu scheitern - er braucht sich zumindest nicht zu wundern. aber um solche dinge zu antizipieren muss man wohl unternehmer sein und kein redakteur (scnr).

  • Jeeves

    15.05.14 (10:19:33)

    Wer als Journalist nicht mal weiß, dass "Kraut" von Engländern (und anderen) als Schimpfwort für Deutsche benutzt wird - und wer in seiner Ankündigung sein "Kraut" in Krautreporter allen Ernstes als "Crowd" meint (worauf ich nie gekommen wäre) - hat keine Ahnung, ...ist also ein echter deutscher Journalist.

  • OW

    15.05.14 (10:26:12)

    Guter, reflektierter Artikel. Mein Eindruck ist, dass Konsens herrscht, dass Gesellschaften bestimmte stärker ausgeprägte Eigenarten haben. Die der Deutschen scheint wohl Gründlichkeit zu sein. Nun ist ein Krux der Gründlichkeit die, dass sie sich notwendigerweise irgendwann auch selbst gründlich analysiert und zu dem Ergebnis kommt, dass Gründlichkeit auch Nachteile hat. Das dumme ist nun, dass man nicht gründlich sein kann, ohne diese Nachteile in Kauf zu nehmen, bzw. das das Fazit "wir sind zu gründlich" ja selbst ein Ausdruck von Gründlichkeit ist. Meine Befürchtung ist, dass wir aus dieser Nummer nicht herauskommen und weiter unser Gründlich-Ding machen müssen. Wahrscheinlich war das jetzt noch nicht gründlich genug ;)

  • Martin Weigert

    15.05.14 (10:28:54)

    Das Dilemma kann man kaum besser beschreiben :)

  • Martin Weigert

    15.05.14 (10:30:48)

    Es ging damals um ein One-Man-Printprodukt.

  • Martin Weigert

    15.05.14 (10:34:02)

    Es handelt es sich wohl um das Konzept "Selbstironie" und "über sich lachen können". Schon mal von gehört? ;)

  • Jeeves

    15.05.14 (10:48:38)

    "Es handelt es sich wohl um das Konzept “Selbstironie” und “über sich lachen können”. ..." . Das hoffe ich für die Krautreporter. Ich glaub's aber nicht, sondern eher: Die haben auch das schlicht vergessen (oder nicht gewusst?) . Keiner der Kritiker oder Lobhudler hat diese angeblich "Ironie" bisher bemerkt (mag aber sein, dass ich jemanden übersehen habe). Disclosure: ich bin durchaus FÜR das Projekt.

  • Martin Weigert

    15.05.14 (10:51:51)

    Wir hatten das Thema "Name" schon weiter oben in den Kommentare. Mein Einwand war da, dass der Name für das finale Projekt ja recht problemlos geändert werden kann. Ich denke auch nicht, dass Krautreporter optimal ist. ABER: ich sehe auch nicht, dass das etwas ist, das vor dem Ende der Crowdfundingkampagne diskutiert werden muss. Ich verstehe das als Arbeitstitel. (wo wir aber dabei sind: ja, optimaler wäre es natürlich gewesen, wäre ein fetter Name direkt zum Start der Kampagne vorhanden gewesen. Aber ich sehe auch kein großes Drama darin, dass dies nicht so ist).

  • Frank Kemper

    15.05.14 (11:24:14)

    Ich bin hier gerade in London auf einer Veranstaltung, an der auch eine Reihe anderer deutsche Journalisten teilnehmen. Wir haben gestern darüber diskutiert. Bottom Line: komplett bescheuerter Name, arroganter Auftritt und die Befürchtung, dass hier die Bigmouths der Digitalen Boheme ihr Zeug zweitverwerten. Dazu kommt, dass mir für ein Crowdfunding ein Aspekt fehlt: Crowdfunding ist eine Wette auf die Zukunft, man muss sich committen für ein Produkt, das es noch nicht gibt. Die erfolgreichsten Crowd-Produkte waren Sachen, die völlig neu waren und ein dringendes Bedürfnis einer genügend großen Zielgruppe erfüllen. Zum Beispiel die Pebble Watch. Krautreporter ist nichts davon. Es erscheint mir wie ein Aufstampfen von freien Journalisten mit großer Followerschaft, die nicht einfach ein neues Angebot machen, sondern vor allem herausposaunen, wie gescheitert die anderen Modelle doch sind. This does not make me feel good - und es bringt mich nicht dazu, 60 Euro zu setzen.

  • Martin Olk

    15.05.14 (11:30:13)

    Um mal auf den ursprünglichen Artikel zurückzukommen: Ich finde, dass es schon einen qualitativen Unterschied zwischen der Wahrnehmung eines Startups wie Spotify einerseits und Krautreporter andererseits gibt: Spotify wurde bei seinem Start in Stockholm möglicherweise bejubelt. Das hätte aber in Deutschland auch passieren können. Die sind damals nämlich nicht mit einem konkreten Angebot an den Markt getreten. So wie jetzt Krautreporter. Will sagen: Krautreporter betrachtet man nicht aus der Perspektive eines (mehr oder weniger wohlwollenden) "Startup-Beobachters", sondern aus der eines Konsumenten. Da will mir jemand etwas verkaufen und nicht wenig Geld dafür haben. Da ist es meines Erachtens völlig legitim (und auch nicht besonders "deutsch") zu schauen, ob Angebot und verlangter Preis zusammenpassen. Und da kann man schon zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Ich sage mal, wäre Spotify damals angetreten und hätte als Mission ausgegeben, 100€ im Monat für eine Musikflatrate zu verlangen, wäre der Jubelchor selbst in Stockholm doch deutlich verhaltener gewesen. Martin

  • Tico77

    15.05.14 (11:50:29)

    Wenn man sich die aktuellen Zahlen der Crowdfunding-Kampagne anschaut, wird deutlich: es dürfte schwierig werden, die 15.000 zusammenzubekommen. (Noch) nicht unmöglich, aber sehr schwierig. Bisher ist es nicht gelungen, über was-mit-medien-Milieu hinaus Aufmerksamkeit oder gar signifikante Unterstützung zu generieren. Trotz enormer Medienaufmerksamkeit und Neueigkeitswert zum Start. Ich hoffe (und denke), man hat noch ein paar Aufmerksamkeitspfeile im Köcher. Falls das Crowdfunding jedoch scheitern sollte: Dann läge es nicht an der vermeintlich voreiligen Kritik, auch wenn der Mythos verbreitet werden sollte - sondern es läge an den kritikwürdigen Punkte.

  • Robert Frunzke

    15.05.14 (12:23:34)

    "Die deutsche Geschichte lehrt uns, dass eine Begeisterung der Massen für eine Sache schlimm enden kann" Das trifft es vielleicht ganz gut. "Deshalb hat Deutschland noch immer keine Digitalfirmen zu bieten, die es auf das ganz große Parkett geschafft haben [...]" Ähm, naja, bist Du Dir da sicher? Wo sind denn zum Beispiel die großen schwedischen Digitalfirmen, die es auf das ganz große Parkett geschafft haben? Na, wo? Wer sind sie, wo sind sie??? Auf Anhieb fällt mir keine einzige ein :/ Also ganz ehrlich, und nicht weil ich deutsch bin und schon wieder alles schlecht nörgel-reden will, aber hey, hiermit geht Dein gesamter Argumentations-Strang ad argumentum baden. Oder etwa nicht? Und wenn niemand meine zwei letzten Absätze widerlegen konnte, dann heißt das doch auch, dass dieses seltsame offenbar kritisch-deutsche-und-irgendwie-schädliche-Gehabe hinfällig wäre, genauso wie alle Kritik daran. Und Eines ist "uns" doch als positiv zu erachten hervorhebenswert: wenn, dann tun wir es möglichst korrekt, und lassen uns (meistens) nicht (mehr) durch persönliche Argumentation beirren. Scheinbar haben wir doch etwas aus der Geschichte gelernt. Gut so!

  • DJ Nameless

    15.05.14 (12:55:07)

    Tico77 schrieb in Kommentar 6.2: "Da kommt eine Gruppe von Journalisten, kündigt nichts weniger die Reparatur des Online-Journalismus an – sozusagen mittels der kreisquadratierenden eierlegenden Onlinejournalismuswollmilchsau – und alles, was sie dafür braucht, sind 900.000 Euro." Für mich klingt das auch nach einem billigen Versuch, einfach nur schnell an viel Geld zu kommen. Und ich gehe fest davon aus, dass die Krautreporter die benötigte Summer auch niemals erreichen. Das große Problem bei diesen Crowdfunding-Geschichten ist einfach, dass die Markteintrittsbarrieren nahezu null sind, und daher jeder behaupten kann, er bringe was ganz dolles auf den Markt, wenn er nur genug Geld kriegt. Hinterher kann er dann auch Schrott rausbringen, denn gerade bei Kunst, Kultur, Kreativität, Journalismus etc. ist es ja "Geschmackssache", ob es einem gefällt. Daher sind Leute, die in den letzten Jahren über verschiedene Arten von Crowdfunding Kulturpdouktion wirklich gegenfinanzieren konnten, nur solche, die bereits VORHER im Markt erfolgreich waren und bereits eine größere Fanbase hatten. So hat es ja z. B. die Band Radiohead gemacht, oder aktuell der Computerspiele-Entwickler Chris Roberts (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Schlagersänger!). Kulturprojekte, die noch keine Fanbase haben, per Crowdfunding zu finanzieren, halte ich für VÖLLIG unmöglich, und daher zahle ich für die Krautreporter auch nicht. Aber ich lasse mich gerne eines besseren belehren. Sollte es für die Schwarmfinanzierung von Leuten OHNE vorherige Referenzen tatsächlich mal etablierte Erfolgsmodelle geben, bin ich auch gerne bereit, das zu unterstützen. Vorher ist mir das Risiko einfach zu hoch, weil ich nicht viel Geld habe. DJ Nameless

  • Ute

    15.05.14 (13:29:59)

    Hallo Herr Weigert, ich bedanke mich für den inspirierenden Artikel! Er beinhaltet einen Denkanstoß, den viele Kommentatoren anscheinend nicht verstehen können. Ich frage mich worum es ist in den Diskussionen unterhalb des Artikels eigentlich geht und erkenne zwei Lager, die im Artikel bereits vorgestellt wurden: die, die einfach nur an eine Idee glauben, weil Sie daran glauben wollen und deshalb schenken/geben (die crowdfunder) und die, die in ein zielgerichtetes und stabil strukturiertes, weil durchgerechnetes Geschäftsmodell investieren (die crowdinvester). Natürlich kommen DIE nicht unter einen Hut oder auf einen Nenner. Die Motivationen sind völlig unterschiedlich! Bitte mal alles von diesem Blickwinkel betrachten und sich wieder entspannt zurücklehnen. Ich stelle mal wieder mit einem Grinsen fest, dass der Kulturwandel in vollem Gange ist und manche einfach nur an IHREM System und IHRER Denkweise festhalten, anstatt die Vielfalt der unterschiedlichen Blickwinkel für ihren eigenen inspirierend zu implementieren. Ich kann nur wiederholen: ein sehr gelungener Artikel, weil er diese Kommentare nach sich zieht...

  • Robert Frunzke

    15.05.14 (13:41:56)

    Genau. Bei Crowdfunding gibt es drei Aspekte, die gerne im "Hype"-Modus vergessen werden: 1. ein Crowdfunding-Projekt bietet etwas wirklich vorher noch nie Dagewesenes, etwas Überraschendes, dessen Mehrwert dem User sofort ersichtlich ist (und welches vielleicht sogar disruptiv sein könnte..), und daher gerne mit ein paar Silberlingen unterstützt wird ==> das ist wohl das, für was Crowd-Funding wirklich hilfreich und gut ist, leider sind solche Projekte sehr, sehr, sehr, sehr sehr selten. 2. ein Crowd-Funding-Produkt wird durch einen großen Namen, einer bekannten Person oder Gruppe gestützt ==> das ist der Normalfall bei den erfolgreichen Projekten, denn wir Menschlein sind so dumm wie schon vor tausenden Jahren auch, wir sehen uns immernoch nach unsere Erlöser, sprich Promis... 3. Crowd-Funding ist kein Crowd-Investing (ja für manche negativ, für die meisten wahrscheinlich positiv, weil damit das gesamte böse "kapitalistische Gewinnerzielungsstreben" dabei außen vor gelassen werden kann)... jedenfalls: wenn es um unsere kleinen Götter geht, vergessen wir das gerne, und wollen sie pushen, so als würden wir in sie investieren --- dass wir nicht investieren, sondern allein nur zahlen, das ignorieren wir dabei gerne. Wenn es aber um irgendwelche Fremden geht, deren Ideen wir für supi-dupi-zukunftsweisend halten, dann betrachten wir das Ganze leider nicht mehr als Investition, sondern als reines Funding, also spenden wir ab und zu mal den einen oder anderen Cent, aber das war es dann auch schon... Daher ist Crowd-Investing nichts anderes als betteln (..oh, oh, oh, oh, oh...): aber mal im Ernst, es ist ein Klingelbeutel, mit der Bitte um Spende. Was wir spenden, ob wir spenden, oder ob wir sogar aktiv, also unaufgefordert spenden, das wird allein durch unser jeweils aktuelles Gemüt und durch den jeweiligen Aufkleber auf dem Klingelbeutel gesteuert. Und, man spendet eben lieber an Jemanden, von dem man glaubt, dass man ihn kennt.

  • Martin Weigert

    15.05.14 (13:49:51)

    Spotify, Mindcraft, Skype (einer der 2 Gründer ist schwedisch), King (Candy Crush & Co), Klarna, Tradedoubler, Truecaller. Ich zähle selbst SoundCloud dazu. Zwar in Berlin entstanden aber gegründet von 2 Schweden und mit dem medialen und moralischen Rückhalt der dortigen Szene. Heute gemeinhin als "heißestes deutsches Startup angesehen". Informiere dich, bevor du Sachen behauptest oder in Frage stellst.

  • Martin Weigert

    15.05.14 (13:50:41)

    Weise Worte.

  • Tico77

    15.05.14 (13:59:54)

    Damit haben Sie wohl wirklich absolut Recht, Ute. Scharf beobachtet! :-) Allerdings frage ich mich: Ist es wirklich realistisch, den Onlinejournalismus zu "reparieren", ohne unternehmerisch-investierend zu denken? Reicht dafür wirklich eine charmante, unfertige Idee, an die man einfach glauben möchte?

  • Jürgen Vielmeier

    15.05.14 (14:02:47)

    "Für mich klingt das auch nach einem billigen Versuch, einfach nur schnell an viel Geld zu kommen." "Hinterher kann er dann auch Schrott rausbringen, denn gerade bei Kunst, Kultur, Kreativität, Journalismus etc. ist es ja “Geschmackssache”, ob es einem gefällt." @DJ Nameless: Du vergisst hier einen wichtigen Punkt: Hier stehen einige durchaus bekannte Personen der deutschen Netzgemeinde mit ihrem Namen (u.a. Niggemeier und Gutjahr). Die leben vom Netz und könnten es sich gar nicht erlauben, sich ne knappe Million zu ergaunern und dann - übertrieben gesprochen - mit der Kohle nach Südamerika abzusetzen. Die haben einen Ruf zu verlieren. Und mehrere tausend zumeist gut vernetzte Investoren könnten ihnen bei Nichterfüllung die Hölle heiß machen. Heißt: Sollten die uns den letzten Mist auftischen, bräuchten die sich in der deutschen Netzgemeinde nicht mehr blicken zu lassen und könnten dann auch wirtschaftlich einpacken. In diesem Falle bürgen also Namen für die Aktion. Wie sie es machen, ist letztlich ihnen selbst überlassen. Aber wenn sie die Summe erreichen, dann müssen sie auch liefern. Sonst ginge es ziemlich übel für sie aus.

  • Robert Frunzke

    15.05.14 (14:12:05)

    Eines Vorweg: ich bin ganz und garnicht Anti-Schweden, oder sonstwas. Ich will das Thema eigentlich auch nicht in diese Richtung zwängen. Aber DU hast doch die These vom "kritischen deutschen Geist" in den Raum gestellt, und angedeutet (nicht behauptet, wirklich nur angedeutet, aber eben immerhin hast Du damit das Ding ins Spiel gebracht...) , dass wir deutsche da schon wieder ein riesengroßes Defizit hätten. Naja... Spotify: da kann und will ich absolut Nichts zu sagen, weil es mich nicht interessiert Minecraft: alles Andere als ein typisches Startup, sondern ein Glückstreffer (aber ich gönne es Ihnen) Skype: keine Ahnung, als Startup geht das ja nun auch nicht mehr durch. King: ja gut, nettes one-trick-pony (da reden wir in zwei jahren nochmal drüber *ggg*) Okay, dann hier meine Kontra-Karten: - SAP (natürlich...) - Zalando und die gesamten Rocket-Internet-Konsorten mit all ihren hippen Offerten (muss man nicht mögen, aber ist nunmal so...) - Unister (man muss die nicht mögen, aber sie sind sehr solide aufgestellt!) Auch wenn man die Serial-Startups der großen Players im deutschen Markt nicht mögen muss (und ich tue es auch nicht), so sind sie halt doch da, und das massiv.

  • Robert Frunzke

    15.05.14 (14:30:20)

    @ Jürgen Vielmeier : "@DJ Nameless: Du vergisst hier einen wichtigen Punkt: Hier stehen einige durchaus bekannte Personen der deutschen Netzgemeinde mit ihrem Namen (u.a. Niggemeier und Gutjahr). Die leben vom Netz und könnten es sich gar nicht erlauben, sich ne knappe Million zu ergaunern [...]. Die haben einen Ruf zu verlieren. Und mehrere tausend zumeist gut vernetzte Investoren könnten ihnen bei Nichterfüllung die Hölle heiß machen. " Theoretisch, ja, und wenn man nur das Gute in den Menschen sehen würde, dann auch ja. Aber das Handwerk jedes guten Gauners ist, mehrere Identitäten glaubwürdig darzustellen... Und der Fehler aller Opfer ist eben, dass man dem Gauner das Gauner-Sein nicht zugetraut hätte (wie in "er hätte doch einen Ruf zu verliefen, und er hätte es sich doch garnicht erlauben können, so viele Leute zu betrügen..."...). Vielleicht überzeugt Dich die Geschichte des Bernand L. Madoff eines Besserenb.

  • Jürgen Vielmeier

    15.05.14 (15:08:58)

    @Robert Frunzke: Sie meinen den Madoff, der zu 150 Jahren Freiheitsentzug verurteilt worden ist? Glaube nicht, dass Gutjahr und Niggemeier den Weg gehen wollen. ;) Sie haben natürlich Recht: Wem kann man heutzutage schon noch trauen? Aber in diesem Falle erschrecken mich die Dimensionen nicht so. 1 Mio i.V.z. 50 Mrd. Die 60 Euro könnte ich verschmerzen.

  • Robert Frunzke

    15.05.14 (15:29:05)

    Natürlich meine ich diesen Bernie.... Und Nichts gegen Gutjahr und Niggemeier, ich kenne sie kaum, und will da auch nichts andeuten, ich schätze mal, sie meinen es wirklich gut. Was ich eigentlich meine: A) "Öffentlichkeit" ist kein Attribut, dass die Vertrauenswürdigkeit einer Person aufwertet: man kann sich sehr gut in der Öffentlichkeit verstecken.. (Beispiele: Madoff, der FIFA-Typ *ggg*.. usw. usf.)! .. die Öffentlichkeit wird immer wieder gerne in Vertrauenswürdigkeit umgewertet. Oft endet das in irgendwelchen Skandalen und Skandälchen (wie die beiden Unternehmer, die '2012 aufgeflogen sind, wo die Investoren-Einlagen verschleudert wurden... k.A. wie die hießen... aber es gibt ja immer wieder so Viele von Denen). B) mit Crowd-Funding sind meist keine Pflichten verbunden. Daher ist das wirklich nur mit dem Spendenbeutel vergleichbar... Aber dabei denken viele Leute doch, dass sie Crowd-Investing betreiben würden, mit den besten Absichten und den besten Erwartungen, und natürlich der Annahme, dass die Gründenden es genau so verstehen, wie die Fundenden... naaaajaaaa, das sollte man nicht immer einfach so ignorieren, IMHO...

  • Dirk

    15.05.14 (15:36:13)

    Vielen Dank für diesen Text. Dieses Phänomen, dass man viel zu häufig nur die negativen Aspekte (die es immer gibt) um die Ohren gehauen bekommt, stört mich sehr. Ich habe allerdings gelernt, dass es sich lohnen kann, in seinem eigenen Umfeld gegen zu steuern. Ich arbeite viel in Vereinsgremien. Nach einer Versammlung, wo ich völlig frustriert rausgegangen bin, weil mir nach einem super erfolgreichen Jahr nur über die vermasselten Kleinigkeiten geredet wurde, habe ich mit einer anderen das Projekt "positive Kommunikation" aufgemacht. Am Anfang war es schwierig, weil ich geradzu ausgelacht wurde, wenn ich gesagt habe, dass jemand was gut macht. Aber nach nur kurzer Zeit durchhalten hat das jetzt fast den ganzen Verein erfasst. Es lohnt sich also in diesem Fall wirklich, bei sich selber an zu fangen.

  • DJ Nameless

    15.05.14 (15:52:22)

    Wow, 50 Kommentare gibt's bei Netzwertig selten... Jürgen Vielmeier schrieb in 17.2: "Hier stehen einige durchaus bekannte Personen der deutschen Netzgemeinde mit ihrem Namen (u.a. Niggemeier und Gutjahr). Die leben vom Netz und könnten es sich gar nicht erlauben, sich ne knappe Million zu ergaunern und dann – übertrieben gesprochen – mit der Kohle nach Südamerika abzusetzen. Die haben einen Ruf zu verlieren." Korrekt. Die genannten Leute hatten das Glück, bereits BEVOR sie übers Netz bekannt geworden sind, durch irgend einen ANDEREN, vielleicht "bürgerlichen" Job genug Startkapital anhäufen zu können, um das Risiko "Leben von Netzjournalismus" incl. Kosten für Werbung, die dann evtl. in den Sand gesetzt wird, eingehen zu können. Und sie hatten halt das Glück, dass sich der Erfolg einstellt. Das ehrgeizige Ziel von Krautreporter & Co. ist ja: Der Hartz-IV-Empfänger ohne Geld und Referenzen in der Hand soll mittels Crowdfunding das Startkapital für sein Erstlingswerk sammeln. Sobald das eine Handvoll Leute geschafft haben, sehe ich das als eine ernsthafte Alternative zum Status Quo. Kickstarter etwa gibt es jetzt schon seit 5 Jahren, und noch keinen derartigen Erfolgsfall. Und das macht mich extrem skeptisch. DJ Nameless

  • Robert Frunzke

    15.05.14 (16:39:42)

    One last thing: Wenn ich sage "der FIFA-Typ", dann vermutet und meint wahrscheinlich 90% der Mitleserschaft, wen ich meine, und fragt sich vielleicht, wieso der doof R.F. nicht den Namen des FIFA-Typs kennt, und/oder was der doofe R.F. damit bezwecken will. Tja, der Name hat nix mit FIFA zu tun (.. mein Fehler), sondern ich meine natürlich den Manager vom Verein Bayern München. Und doch, wusste jeder halbwegs interessierte, was und wen ich meinte, nicht wahr? Schon seltsam, wie leicht die Wahrnehmung in die Irre geführt werden kann, und schon erschreckend, wie oft wir dies nicht wahrnehmen. Genauso funktioniert auch die erste Welle der Geldeintreibung von den Crowd-Fundern.... Spontan-Spender, ... dann die Spender aus Überzeugung, dann der ganze Rest aus Mitläufern, ääähhh nein, Mitspendern ;-) Immer das Momentum aufrecht erhalten, bevor irgendwer doch noch die Schwachstellen entdeckt.

  • Ulf J. Froitzheim

    15.05.14 (17:51:07)

    Das war vor vierzig Jahren beim Krautrock selbstironisch. Heute ist daran nix mehr originell. Oder wäre "Hunnenreporter", um ein britisches Synonym zu nehmen, etwa witzig und selbstironisch?

  • Ulf J. Froitzheim

    15.05.14 (17:54:44)

    Danke, Frank. (Ich kriege nämlich von verschiedenen Seiten Tritte ins Gesäß, weil ich schrieb, dass der Name komplett bescheuert ist...)

  • Martin Weigert

    15.05.14 (17:58:04)

    Also ich lache gerad ein wenig über "Hunnenreporter" :D

  • SonnenFelder

    15.05.14 (22:19:17)

    Applaus! Applaus! Ich kann dem Artikel nur aus vollem Herzen zustimmen! Herr Weigert spricht mir geradezu aus der Seele! Die wirklich sehr deutsche Eigenschaft jede Idee und jedes Projekt schon in der Anfangsphase zu zerpflücken und bis ins letzte aberwitze Detail zu kritisieren, hat auch ihre positiven Seiten (nicht umsonst ist die Qualität deutscher Produkte so hoch), aber gerade im Bereich Innovation und Kreativität, also immer dann wenn Ideen auf den Kopf gestellt werden müssen, ist diese Einstellung völlig kontraproduktiv. Krautreporter halte ich für eine großartige Idee. Und nur darum geht es. Eine neue, aufregende, kluge Idee und das Potential, sie auch umsetzen zu können. Sich freuen, dass es jemand endlich anpackt, ggf. unterstützen und dann einfach mal machen lassen. Mal schauen, was draus wird. Vielleicht wird es richtig gut und gibt den Onlinemedien den Mut wieder mehr auf qualitativen Journalismus zu setzen anstatt auf Quote. Vielleicht ist das Projekt zu ambitioniert und am Ende versinkt es in der Bedeutungslosigkeit. Niemand weiß es. Den Namen des Projekts kann man immer noch ändern. Und das mit der Kreditkarte ist doch nicht ernsthaft ein Argument? Wer noch durch die Welt reisen will, braucht sowieso eine. Und wenn ich bedenke, dass meine Mitmenschen (und auch ich) locker und gerne 150€ für Sonnenbrillen und 500€ für ein IPad ausgeben, sind 60€ für eine richtig gute Idee doch nicht zuviel verlangt! Etwas mehr Mut, etwas mehr Euphorie schadet uns ganz bestimm nicht... PS: Spotify kommt aus Schweden? Wieder was gelernt. Vielen Dank dafür nach Stockholm!

  • Hannes Akiff-Sarragen

    15.05.14 (22:54:51)

    60 Euro sind 60 Euro. Geld ist endlich. Wenn ich bei den "Krautreportern" die Katze im Sack kaufen will, dann kann ich es anderen nicht geben. Ich kaufe mir z.B. lieber drei Bücher, die mich interessieren. Oder ich nutze die 60 Euro für meine Zeitungs-Abos, z.B. FAZ/FAS, wo ich Herrn Niggemeier auch schon unterstütze. Diese "Krautreporter", das sind für mich hauptsächlich Niggemeier und seine Freunde. Von denen halte ich nichts. Tut mir leid. Für "Qualitätsjournalismus" braucht man "Qualitätsjournalisten". Nur dadurch, dass man sich "Qualitätsjournalist" nennt, wird man es nicht. Ich sehe hier den Versuch, sich ein bedingungsloses Grundeinkommen zu verschaffen. Wer diese Leute toll findet, kann gerne 60 Euro per Kreditkarte zahlen.

  • Frank Kemper

    16.05.14 (11:42:09)

    Martin, wir können hier jetzt herumblödeln oder wir können ernst bleiben. Deine Fundamentalkritik an der Kritkwelle gegen "Krautreporter" kreist um den Vorwurf "typisch deutsch". Interessanterweise ist dieses "typisch deutsch" bei den meisten Menschen der digitalen Szene total negativ besetzt. Das merken wir uns mal. Ich gehe mal davon aus, dass die Köpfe hinter "Krautreporter" auch nicht "typisch deutsch" sein wollten, sondern eher intelligent, weltoffen und dynamisch wahrgenommen werden wollen. Warum zum Henker dann dieser Name, der die internationale Übersetzung für "typisch deutsch" enthält? Das löst nämlich in mir den Verdacht aus, dass die Autoren eben nicht ihr Versprechen einlösen, packende Geschichten zu liefern, für die ich Geld ausgeben will, sondern - wie sie das heute oft schon tun - selbstreferenziell-lamoryant über ihre Sicht der Dinge parlieren wollen, in der die Frauenquote bei Fielmann, das neue iPhone und ein droheneder Weltkrieg in Osteuropa dieselbe Wertigkeit zu haben scheinen. Was mir an den US-Crowdgeschichten oft so gut gefällt, dass sind die geilen Markennamen. "Unser" Crowdfunding-Startup geht gleich mit einem Scheiß-Markennamen an den Start. Nun ja.

  • Struppi

    16.05.14 (11:55:40)

    Auch ich finde mich in dem Artikel wieder, vor allem in dieser Aussage "Die deutsche Geschichte lehrt uns, dass eine Begeisterung der Massen für eine Sache schlimm enden kann. ". Oder um einen Spruch zu benutzen, der dann auch immer wieder verwendet wird "Millionen Fliegen können nicht irren, esst Scheiße!". Ob das nun "typisch deutsch" ist mir egal. Aber ich finde, dass diese Form der Kritik eben auch erst zu diesem Zeitpunkt gerechtfertigt ist, wenn man das Gefühl hat, dass die Begeisterung (der Masse) zu unkritisch ist. Daher halte ich mich mit Kritik an solchen (Crowdfunding) Projekten zurück. Auch wenn ich vieles nicht richtig finde, hat Ethusiasmus Unterstützung verdient und ich empfinde diese Kritik, an ungelegten Eiern, als rumgenörgel, das niemanden hilft, sondern eher allen schadet. Leider ist dieses Verhalten auch offline zu beobachten. Dort sind es Bedenkenträger und die "ja, aber"-Sager die jeden Vorschlag gleich von vorneherein die Luft nehmen. Dummerweise ist es aber im Internet um vieles einfacher an allem und jedem Kritik zu üben und die Claqueure gibt es in (vermeintlich) grosser Zahl. Das Projekt an sich habe ich nur am Rande verfolgt, aber was mittlerweile wirklich viele Menschen nicht mehr wahrnehmen ist, dass für Informationen bezahlen nichts unnatürliches oder verwerfliches ist. Daher wird jede Form, die versucht Geschichtenschreiber zu finanzieren per se kritisiert. Leider sind es aber zu wenig, die z.b. flattr nutzen (wo die Bezahlmöglicheitkeiten leider auch nicht so toll sind - aber (passend zum Artikel) eine schwedische Idee!). Das ist eine Möglichkeit die ganze Sache von der Wurzel anzugehen und würde bei Erfolg solche Projekte ersparen.

  • Dieter Klemke

    16.05.14 (12:47:48)

    Sehr lesenswerter Beitrag zum Thema "bundesdeutsche Neidkultur und Kritikasterei". Es ist leider tatsächlich so, dass neue Ideen zum verlassen bekannter Pfade bei uns sofort - und auch liebend gern - genommen werden, um den Mangel an eigenen Ideen und eigener Kreativität dadurch zu übertünchen, dass man dem "Neuen" seine Existenzberechttiung abspricht, schließlich hat man das ja "noch nie so gemacht". Bei Internetjournalismus-Projekten kommt dann noch dazu, dass "Qualitätsjournalismus" sowieso nur von traditionell arbeitenden Journalisten geliefert werden kann. Dass diese Qualitätsjournalisten (wie ich selbst bei Recherchen zur Herkunft eines Kanzlerinnen-Zitats feststellen konnte) inzwischen lieber voneinander abschreiben als eigene Recherchen zu betreiben wird dabei natürlich vergessen. Es wäre indes falsch die Freude an der schnellen Kritik und am "kleinreden" allein auf den Journalismus und das Internet zu beschränken. Schauen Sie sich den Umgang der Deutschen mit ihren sogenannten Stars an. Sind die zum ersten Mal erfolgreich werden sie hochgejubelt - bleiben sie zu lange oben, werden sie langweilig. Haben sie mal eine kritische Phase werden sie ruck-zuck zu Versagern. Der ehemalige baden-württembergische Ministerpräsident Lothar Spät brachte das bei einem Vortrag auf der Bühler Höhe einmal auf den Punkt, als er sagte: "Bill Gates hätte Microsoft in Deutschland nie erfinden können, er wäre mehrfach verhaftet worden."

  • Dieter Klemke

    16.05.14 (12:50:14)

    Lother Späth

  • Hannes Akiff-Sarragen

    17.05.14 (01:32:50)

    Lothar Späth

  • m

    17.05.14 (11:16:19)

    „Realistischer wäre wohl eher, dass einige Männer abtreten oder weniger machen. So wie ich das alles deute, gibt es doch da ohnehin noch viel Spielraum bis zu finalen Festlegungen.“ Aha da sollen dann Männer wegen ihres Penis verzichten weil einer kreischenden Empöria zu wenige Vaginas dabei sind? Das ist deutlich.

  • m

    17.05.14 (11:18:04)

    Übrigens: schönes Symbolbild hast du da ausgesucht. Und wie treffend wieder einmal: Prinzesschen gefällt das Geschenk nicht. Wer kennt das nicht? :)

  • Martin Weigert

    17.05.14 (11:35:14)

    Nein. Sondern weil eine heterogene Redaktion auch die größte Wahrscheinlichkeit besitzt, ein vielseitiges Themen- und Wertespektrum abzudecken, was die Wahrscheinlichkeit auf steigende Abozahlen (wegen mehr sich angesprochenen Lesern) und damit Überleben des Projektes erhöht.

  • Frank Kemper

    17.05.14 (15:14:35)

    Betriebswirtschaftlich klug wäre es, zu analysieren, wie die angepeilte Zielgruppe in dieser Sache denkt. Unter den zu erreichenden Supportern - wie hoch wäre da der Frauenanteil? Und wie viele Leser würden bei einem vermuteten Männerüberschuss in der Redaktion und einer entsprechenden thematischen Verteilung Defizite verspüren? Denn eine große thematische Spannbreite muss nicht zwingend von Vorteil sein, wenn zu viel thematisch für die Kernzielgruppe uninteressant ist.

  • Michael

    18.05.14 (16:51:10)

    Für ein Medium, das noch nicht gestartet ist, vorher Geld, also eine Art Kredit von Kunden zu verlangen, klingt erstmal unsicher und fadenscheinig. Nach längerem Überlegen sag ich mir aber, warum nicht. Wenn bekannte Autoren mitmachen, solln sie's einfach mal versuchen und beweisen, was sie können. Ich zahl nichts, beobachte es aber interessiert. Wie viele andere sicher auch.

  • Peter Brülls

    18.05.14 (20:52:39)

    @Tico77 Doch, das ist typisch deutsch und wird seit einigen Jahren bis zum Exzess betrieben. Ich war immer viel in Techforen unterwegs, vor allem Heise und Golem. Es macht keinen Spaß mehr - egal welche Geschäftsidee präsentiert wird, es eilt eine Meute herbei um sie zu zerreden. Geradezu zersetzend, denn Ziel ist es längst nicht mehr, Probleme auszumachen um sie dann zu lösen, sondern Probleme zu finden, damit das Projekt auch ja scheitert. Und das in der IT/Tech Branche. Bei Leuten unter 30, die stolz drauf sind so „vorsichtig“ zu sein wie in Beamter zwei Jahre vor den Pension.

  • Thilo Baum

    19.05.14 (21:22:58)

    Ja, es gibt Fragen über Fragen. 1. Haben die Krautreporter beispielsweise die Mehrwertsteuer bei Selbstständigen eingerechnet? Da Profis ja nun mal selten nach der Kleinunternehmerregelung gem. § 19 UStG arbeiten, sind 900.000 Euro schnell 841.122 (bei 7 % MwSt.) oder auch nur noch 756.302 Euro (bei 19 % MwSt.). Wie verhält es sich damit? 2. Sind die 2000 bis 2500 Euro monatlichen Honorars, mit dem die Krautreporter ihre im Foto gezeigten Pauschalisten bezahlen will, also brutto? Bleiben bei 7 % MwSt. also nur 1869 bis 2336 Euro und bei 19 % MwSt. nur 1681 bis 2101 Euro? 3. Wie sind die Sozialabgaben für die Festen kalkuliert? 4. Was ist mit den Reisekosten? Wenn jemand relevante Inhalte recherchiert, wird er sich vom Schreibtisch wegbewegen müssen. 5. Eine gut recherchierte Story pro Woche und Autor: Woher beziehen diese wenigen Leute ihre Informationen, um wirklich einen professionellen Online-Journalismus zu machen, der nicht irgendwann in nerdiger, linksalternativer und IT-naher Beliebigkeit in der üblichen bloggeraffinen Themenmischung endet, sondern wirklich das Publikum draußen anspricht? Also: Wie gelingt dieser kleinen Gruppe eine Relevanz fürs große Publikum? 6. Und, mehrfach diskutiert: Wie soll man mit einem Nischennamen die Nische verlassen? Ist verwandt mit Frage 5, weil es darum geht, inwiefern die Truppe den Nachrichtenbedarf der Öffentlichkeit wahrnimmt und ernstnimmt. Warum ignorieren die Macher schon beim Markennamen die Publikumswahrnehmung? 7. Und noch böser: Gute Journalisten beantworten naheliegende Fragen sofort. Warum lässt man hier erst so viele Fragen entstehen, die sich selbsterklärend beantworten könnten? Auch deswegen zweifeln wohl manche an der inhaltlichen Kompetenz. 8. Und wenn das Projekt am Ende mit 14.980 Teilnehmern scheitert, kenne ich persönlich die zwanzig Namen, die nicht dabei waren wegen der Kreditkartenzahlung. Andere kennen mehr als ich, und von denen, die noch mehr kennen, gibt es Hunderte, also gibt es effektiv Tausende, die genau deswegen nicht dabei sind. Gibt es wirklich keinen anderen Weg? Alles das sind Fragen. Zum Teil berechtigte. Klar. Man denkt: Wollten die Macher das Projekt selbst, würden sie seine Verwirklichung nicht so sabotieren. Aber egal! Es ist nun wirklich egal. Wir wissen nicht, wie sich das Projekt gestaltet und entwickelt. Also geben wir ihm doch die Chance. Warum nicht? Viele Projekte verlaufen anders als prognostiziert. Es ist wirklich typisch deutsch: Ein Volk von Bewerbern, Angestellten und Arbeitslosen hat noch nie ökonomisch gedacht, noch nicht eine erfolgreiche Selbstständigkeit aufgezogen und zerredet daher derartige Projekte. Am besten finde ich jene Miesmacher, die sich am Start nicht mit sechzig Euro beteiligen mit dem Argument, es würden sich sowieso nicht genug Leute finden. Wenn wir schon glauben, dass das Geld nicht reichen wird, können wir auch mitmachen – es wird dann ja auch nix abgebucht. Keine Gefahr also. Aber sie machen trotzdem nicht mit. Wieso nicht? Aus Angst, dass es doch klappt? Oder keine Kohle? Schon jetzt nicht? Keine sechzig Euro, vorhersehbar für Herbst? Übersetzt: Es gibt *keinen Grund*, bei diesem spannenden Experiment nicht mitzumachen. Keinen. Wir haben es hier mit einem ambitionierten Projekt zu tun. Dessen Macher sich leider eher darauf konzentrieren, wie ihre Autoren ihren Lebensunterhalt finanzieren, als darauf, was das Publikum an Lesestoff interessiert. Das ist egozentrisch, okay. Es ist genau falsch herum gedacht, nämlich unternehmensorientiert statt kundenorientiert. Ein glasklares Defizit in Sachen Kundenorientierung. Aber damit sind sie ja nicht alleine in Deutschland. Anyway: Was soll’s? Vielleicht denken sie ja noch um. Natürlich sollte man den Leuten erklären, was genau geschieht, wenn man schon Geld will. Tun die Macher aber eben bisher nicht. Warum auch immer. Wir kennen die Gründe nicht. Gut. Und? Sechzig Euro, die das System nicht abbucht, wenn das Ganze nicht stattfindet (es ist ja eben *kein* Kredit). Sechzig Euro, die es abbucht, wenn eines der spannendsten Medienexperimente Deutschlands startet. Hallo, ganz im Ernst: Was gibt es da zu diskutieren? Da macht man mit!

  • Thomas

    21.05.14 (09:47:22)

    Was soll man dazu sagen? Willkommen in Deutschland! Wie so oft spielt immer wieder Neid eine Rolle, man gönnt einem anderen aber auch nie etwas – gerade auf YouTube immer wieder interessant zu sehen… Sollte auswandern… ehrlich…

  • Ulf J. Froitzheim

    22.05.14 (09:09:42)

    Wieso Neid? Wer sich antut, für 500 Euro brutto pro Monat eine ausrecherchierte relevante Geschichte abzuliefern (neben seiner Haupttätigkeit, für die ihm nicht mehr genug Zeit bleibt), ist nicht zu beneiden, sondern zu bedauern. Weil er sich nämlich aufreibt.

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