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05.04.12

Kooperation mit Socialvest: Onlineshops übernehmen die Flattr-Rechnung

Der soziale Micropaymentdienst Flattr hat eine spannende Kooperation mit dem US-Startup Socialvest vereinbart: Nutzer, die in einem von hunderten führenden Onlineshops einkaufen, erhalten einen prozentualen Anteil des Preises als Flattr-Guthaben.

 

Der Erfolg des sozialen Micropayment- und Microspendendiensts Flattr steht und fällt mit der Zahl an Anwendern, die Monat für Monat ihr Flattr-Konto mit einem Geldbetrag befüllen. Denn das schwedische Startup, das sich trotz einer gewissen Ernüchterung in der es einst euphorisch empfangenden deutschsprachigen Blogosphäre für 2012 viel vorgenommen hat, kann nur so viel Geld unter den angeschlossenen Websites und Nutzerkonten verteilen, wie zuvor in das System geflossen sind (abzüglich der zehnprozentigen Flattr-Provision).

Doch genau dieser Einzahlungsprozess stellt eine entscheidende Hürde dar. Also hat man am Firmensitz in Malmö darüber nachgedacht, welche anderen Wege es gibt, um mehr Geldmittel in das Flattr-System zu pumpen und damit an Website-Betreiber verteilen zu können. Herausgekommen ist eine zumindest auf dem Papier geniale Idee:

Flattr hat eine Kooperation mit dem US-Startup Socialvest geschlossen. Dieses arbeitet mit hunderten Onlinehändlern zusammen, die sich bereiterklärt haben, beim Kauf von Produkten durch Socialvest-Nutzer einen in seiner Dimension variierenden Prozentsatz auf das Socialvest-Konto zu transferieren. Dieser kann dann an eine von 1,5 Millionen gemeinnützigen Organisationen gespendet werden.

Und obwohl es sich bei Flattr um ein gewinnorientiertes Unternehmen handelt, erlaubt die Partnerschaft zwischen beiden Firmen, den nach einer einmaligen Verknüpfung des Flattr- und Socialvest-Kontos vom jeweiligen E-Commerce-Anbieter eingeräumten Spendenbetrag direkt in den eigenen Flattr-Account einzuzahlen. Anschließend kann die Summe wie gewohnt per Klick auf den Flattr-Button auf beliebigen Websites verteilt werden. Extrakosten fallen nicht an.

In der Quintessenz heißt dies, dass an Socialvest angeschlossene Onlineshops in Zukunft einen Teil der Flattr-Einnahmen von Bloggern, Website-Betreibern und Twitter-Nutzern (Flattr funktioniert auch für Tweets und Twitter-Konten) zur Verfügung stellen. Und wer regelmäßig bei den Socialvest-Partnern einkauft, wird munter drauflos flattern können, ohne jemals selbst für Flattr in die Tasche greifen zu müssen.

Für Anwender aus dem deutschsprachigen Raum hat die Sache nur einen Haken: Noch sind lediglich mit hunderten Onlinehändlern - dafür aber ganz große, von Amazon.com (vier Prozent Verdienst) über Barnes & Noble (vier Prozent Verdienst) bis zu Best Buy (zwei Prozent Verdienst) und Fleurop (fünf Prozent Verdienst). Wer also für 100 Dollar bei Amazon einkauft, erhält so vier Dollar Flattr-Guthaben.

Die gute Nachricht: Socialvest prüft derzeit eine Integration von Amazon und anderen führenden Onlinehändlern in Deutschland und Großbritannien. Vielleicht wird also bald das weltgrößte Internetwarenhaus einen Teil der Flattr-Einnahmen hiesiger Blogger und Websites übernehmen.

via Arcticstartup

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