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28.07.16

Zukunft des Business

Erfolg durch Kooperation: Start-ups und KMU können voneinander profitieren

Wenn mittelständische Unternehmen sich mit Start-ups zusammenschließen, kann daraus eine fruchtbare Kooperation für beide Seiten entstehen. Hierbei gibt es aber ein paar wichtige Aspekte zu bedenken und im Vorfeld zu klären.


(Bild: Pixabay)

Wie gehen KMU mit der Digitalisierung und der Disruption um?

Die Digitalisierung läutet einen Wandel ein. Sie bringt die sogenannte Industrie 4.0 hervor, wodurch beispielsweise Prozesse durch digitale Tools wie Cloud-Computing oder Big Data effizienter und schneller werden können. Doch mit der digitalen Wirtschaft verbindet man auch einen anderen Begriff, vor dem sich viele Unternehmer fürchten: Disruption.

Neue, innovative Geschäftsmodelle brechen bestehende Strukturen auf und verdrängen sie teilweise komplett vom Markt. Während früher Filme auf DVDs gepresst und in den Einzelhandel oder in die Videotheken gebracht wurden, streamt man heutzutage die Kinostreifen ohne große Zwischenschritte übers Internet. Eine ganze Industrie erlebte dadurch einen massiven Umbruch. So geschieht das seit einigen Jahren in vielen Branchen, der Trend lässt sich nicht mehr aufhalten.

Deswegen fragen sich gerade traditionsreiche Unternehmen, wie sie nun agieren sollen. Wie können kleine und mittelständische Unternehmen den Wandel überleben? Sollen sie sich in die Verteidigerposition begeben und auf „Angriffe“ von Start-ups reagieren? Oder ist ein aktives Agieren, also ein Mitschwimmen mit dem Strom der Digitalisierung, besser?

Gemeinsam in die Zukunft blicken

Entscheidet sich ein KMU für die letzte Option, stellen sich die nächsten Fragen. Zum Beispiel: Wie kann man die eigene Firma bereit für den Wandel machen? Welche Innovationen sind morgen gefrag, um weiter bestehen zu können? Oder wie setzt man die neuen Konzepte kostengünstig und schnell um?

Eine mögliche Lösung ist die Kooperation zwischen mittelständischen Unternehmen und Start-ups. Bei dieser Zusammenarbeit können beide Seiten profitieren. Mögliche Vorteile sind: 

  • Wissens- und Erfahrungsaustausch
  • Ressourcen-Zugang, zum Beispiel zu Experten oder finanziellen Mitteln
  • Zugriff auf neue Technologien
  • Gemeinsamer Aufbau eines innovativen Geschäftsmodells
  • Erschließung neuer Märkte
  • Erhalt der eigenen Überlebensfähigkeit

Mögliche Szenarien wären, dass zum Beispiel das Start-up seine Expertise bei der Entwicklung von Apps an das KMU gibt, im Gegenzug bekommt das junge Unternehmen den Zugang zu Kunden der „Old Economy“. Oder das Start-up bringt mit seinen kreativen Ideen und agilen Entwicklungsmethoden „frischen Wind“ in das mittelständische Unternehmen, wodurch gemeinsam alte, festgefahrene Strukturen aufgebrochen und bestehende Geschäftsmodelle fit für die Zukunft gemacht werden.

Wie können Start-ups und KMU kooperieren?

Die Art und Weise, wie beide zusammenarbeiten, kann frei definiert werden. Vielleicht ist es ratsam, sich am Anfang nur zu „beschnuppern“, indem man bei der Kooperation einen begrenzten Ressourcen-Austausch festlegt. Möglich sind auch eine Interessengemeinschaft oder ein Franchising-Modell.

Wichtig ist auf jeden Fall, dass kein "Clash of Cultures" eintritt. Das heißt: Während Start-ups oft schnell und agil arbeiten und im Hightech-Sektor tätig sind, herrscht bei den klassischen mittelständischen Unternehmen unter Umständen eine andere andere Arbeits- und Denkweise vor. Dadurch kann es zu Spannungen und Reibungen kommen. "Um diese zu vermeiden, sollte es Vermittler zwischen beiden Welten geben", empfiehlt der IT-Experte Matthias Pauers. Diese Vermittler dienen als eine Art Übersetzer zwischen KMU und Start-up. Diese können entweder aus den eigenen Reihen stammen, oder man engagiert dafür.

Ist die Zusammenarbeit fruchtbar und soll sie intensiviert werden, kann ein virtuelles Unternehmen bzw. Unternehmensnetzwerk, eine strategische Allianz oder gar ein Joint Venture beschlossen werden. Wichtig ist bei Kooperation, dass definiert wird, wie beide Unternehmen agieren. Werden beide weiterhin autonom arbeiten oder integriert man das Start-up in den mittelständischen Betrieb? Diese Frage gilt es zu klären.

Jede Entscheidung birgt ihre Vor- und Nachteile: Agiert das Start-up autonom, besteht die Gefahr, dass die Kooperation mit dem KMU unter Umständen nicht so intensiv wie gewünscht verläuft. Bei einer Integration kann es vorkommen, dass der kreative „Spirit“ und die agilen Entwicklungsmethoden verloren gehen.

Wichtige Dinge, die bei einer KMU-Startup-Kooperation zu klären sind

Desweiteren muss geklärt werden, welche Geschäftsbereiche in die Kooperation involviert werden (Geschäftsführung, Marketing, Vertrieb, Entwicklung…) und wie oft man sich zukünftig austauschen möchte. Auch die Art und Weise, wie der Austausch vonstatten gehen kann, sollte früh definiert werden: Müssen alle Beteiligten immer zu einem Meeting zusammenkommen oder reicht eine Telefonkonferenz bzw. ein Skype-Call? Welche Tools nutzt man zur Zusammenarbeit? Sind Dropbox, Slack oder Trello ausreichend oder widersprechen diese den Datenschutz-Regeln eines Unternehmens?

Und wie sieht es mit den rechtlichen Aspekten aus? IP-Rechte, Datensicherheit, Patentrechte oder Haftungsansprüche – dies und noch mehr muss im Vorfeld geklärt werden, damit es zu keinen Problemen oder Zerwürfnissen kommt.

Ihre Erfahrungen sind gefragt

Arbeiten Sie in einem Start-up, das mit einem Mittelständler kooperiert oder kooperieren will? Oder hat sich Ihre Firma aus dem Bereich KMU bereits mit einem jungen, innovativen Unternehmen verbündet, um gemeinsam die Zukunft zu gestalten? Dann machen Sie bei einer Umfrage des EKAM (Europäisches Kompetenzzentrum für Angewandte Mittelstandsforschung), der Universität Bamberg und der Hochschule Aalen mit.

>> Jetzt an der Umfrage teilnehmen

Der Online-Fragebogen ist in sieben Themengebiete gegliedert, die Beantwortung benötigt rund 20 Minuten. Parallel dazu können Sie sich auch als Interviewpartner zur Verfügung stellen. 

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