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07.09.08

Gute Frage: Kann Blick Online bis fünf zählen?

Der SonntagsBlick illustriert die Rücktrittsforderungen eines Parlamentariers mit durchgestrichenen Bundesräten. Auf Blick Online erscheint zum gleichen Bericht überraschenderweise ein anderes Bild.

Screenshot blick.ch

In der SonntagsBlick-Story "Fünf Bundesräte müssen weg!" vom 7. September darf ein SP-Nationalrat seine Meinung dazu äussern, welche Minister im Bundesrat bleiben sollen dürfen. Und welche rausmüssen. Während in der Printausgabe sowohl SP-Bundesrat Moritz Leuenberger als auch SP-Bundesrätin Micheline Calmy-Rey durchgestrichen sind, ist Calmy-Rey online nicht durchgestrichen. Ob da vielleicht online eine ältere Version der Vision durchgerutscht ist?

Für mich wirft das weitere Fragen auf. Wenn mehrere Versionen bestehen - wurde dann mit dem SP-Nationalrat verhandelt? Auf mich wirkt das Bild nicht wie ein Flüchtigkeitsfehler, sondern wie eine von mehreren Möglichkeiten - ein passender Titel dazu wäre: "Alle Männer raus aus dem Bundesrat!".

Nach dem von Andrea Hämmerle "exklusiv" erarbeitetem Papier sollen die fünf amtsältesten Bundesräte gemeinsam zurücktreten. Das wären:

 

Wieso auf dem Bild von Blick Online Calmy-Rey nicht durchgestrichen ist, kann nur vermutet werden. Am Dienstalter kann es nicht gelegen haben, denn von den fünf Amtsältesten der Amtsjüngste ist Hans-Rudolf Merz.

Ebenfalls fragwürdig ist, weshalb ein Text, der zu grossen Teilen aus den Ergüssen des SP-Nationalrats Andrea Hämmerle besteht, gleich von zwei Journalisten betreut werden muss. Die Begleitzeile "von Marcel Odermatt und Christof Moser", die zusammen höchstens mit 20 Prozent zum Text beitragen, gerät so zur Farce.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

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