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27.04.12

Kabellose Übertragung von Medieninhalten: Zapstreak will das AirPlay für Android werden

Das polnisch-deutsche Startup Zapstreak möchte Entwicklern von Android-Apps eine einfache Lösung bieten, um Nutzern eine kabellose Übertragung von Medieninhalten auf internetfähige TV-Geräte zu ermöglichen.

Apples AirPlay-Schnittstelle gehört zu den besonderen Raffinessen von iOS und Mac. Bequem und mit wenigen Klicks lassen sich Medieninhalte kabellos auf andere, AirPlay-fähige Geräte (zum Beispiel Apple TV oder Lautsprecher) übertragen. Entwickler von iPhone- und iPad-Applikationen können AirPlay in ihre Anwendungen integrieren, um Nutzern die Ausgabe von Inhalten über größere Bildschirme oder bessere Soundanlagen zu ermöglichen.

Das polnisch-deutsche Startup Zapstreak verfolgt das Ziel, der Android-Gemeinde und Programmierern von Applikationen für Googles mobiles OS eine ähnlich komfortable Lösung anzubieten, um Inhalte kabellos auf anderen Geräten darzustellen. Mitgründer Stefan Bielau bezeichnet das Unterfangen auch ohne Umschweife als "AirPlay für Android".

Gestern hat das im polnischen Posen ansässige Zapstreak-Gründertrio, das neben Bielau aus Matt Rutkowski und Patryk Zabicki besteht, sein Vorhaben auf der The Next Web-Konferenz in Amsterdam offiziell vorgestellt und den Startschuss für die private Betaphase gegeben. Android-Entwickler, die Zapstreaks Software Developer Kit (SDK) ausprobieren möchten, können auf dieser Seite ihr Interesse bekunden.

Zapstreak erlaubt die kabellose Übertragung von Musik, Videos oder Fotos auf internetfähige Fernsehgeräte, die den Standard der Digital Living Network Alliance (DLNA) zur Datenübertragung von Medieninhalten unterstützten. Voraussetzung ist außerdem, dass sich beide Geräte - sowohl das Android-Smartphone oder -Tablet sowie der Fernseher - im selben Drahtlosnetzwerk befinden. Zur Untermauerung des Bedarfs seiner Technologie verweist das 2011 gegründete Unternehmen auf eine Untersuchung, die davon ausgeht, dass im Jahr 2015 80 Prozent aller TV-Geräte mit dem Internet verbunden sein werden. Und schon heute seien mehr als 1000 Modelle DLNA-zertifiziert.

Die Zapstreak-Macher schätzen, dass die Eigenentwicklung einer in eine Android-App integrierten Übertragungsmethode bis zu 50.000 Euro Kosten würde. Der Einsatz der Zapstreak-Lösung ist deutlich günstiger (die Preise sind noch nicht festgelegt), während der Beta-Phase ist er komplett gratis.

Das The Next Web Blog verweist auf einige vergleichbare Initiativen, um ein AirPlay-Äquivalent für Android zu etablieren. Durchgesetzt hat sich bisher jedoch keines der Projekte, die mitunter nur für einzelne Herstellermarken verfügbar sind oder zusätzliche Hardware benötigen. Und während die Ausgabe eines Videos vom iPhone oder iPad auf dem heimischen Fernseher jeweils eine AppleTV-Hardware erfordert (zumindest solange der Apple-Fernseher nicht Wirklichkeit wird), unterstützt Zapstreak sämtliche Connected TVs, welche die oben genannten Kriterien erfüllen. Die Einstiegsbarrieren für Android-Nutzer sind dementsprechend gering, weshalb Entwickler von Medien-Apps durchaus einen Anreiz haben, den Service auszuprobieren.

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