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07.08.09

JS-Kit Echo: Kommentare im Echtzeitalter

JS-Kit startet mit Echo das erste Kommentarsystem, das Reaktionen von Twitter, FriendFeed & Co. in Echtzeit aggregiert.

Vor etwa einem Jahr habe ich einen kleinen Überblick über die Entwicklung sozialer Kommentarsysteme gegeben, die sich dank Diensten wie Backtype oder Disqus von Aschenputteln in eigenständige und vollwertige Entitäten verwandeln.

JS-Kit hat gestern die nächste Stufe der Evolution gezündet und bringt mit Echo Echtzeit zu den Kommentaren.

Echo

Echo ist einerseits – wie Disqus – ein vollständiger Ersatz für das bisherige Kommentarsystem. Leser können ganz normal kommentieren und dabei anonym bleiben oder sich mit einem Account bei Facebook, Google, Twitter, Blogger oder OpenID anmelden. Angemeldete User können den Kommentar dann auch gleich auf dem jeweiligen Dienst posten.

Zusätzlich aggregiert Echo alle Reaktionen zum jeweiligen Artikel, die auf Twitter, Delicious oder FriendFeed abgegeben werden und fügt diese nahtlos und (beinahe) in Echtzeit zum Kommentarstrom hinzu. Die Seite muss dabei nicht neu geladen werden, neue Reaktionen werden automagisch eingefügt.

Echo

Echo besitzt zweifellos einen gewissen Reiz. Zu beobachten, wie Reaktionen bei Twitter, FriendFeed und anderen Diensten in Echtzeit eintrudeln, ist nicht nur lustig, sondern ermöglicht auch eine zeitnahe Konversation eines Autors mit seinen Lesern und der Leser untereinander. Die Frage allerdings ist, wie praktikabel das auf Dauer ist.

Die gefühlte Intimität, die durch die automatischen Aktualisierungen entsteht, ist vor allem für den Autor interessant. Nach dem ersten Staunen der Leser (“wow, ich verlinke es auf FriendFeed und 10 Sekunden später sieht man es tatsächlich auch schon im Artikel”) dürfte der Verfasser der einzige sein, der sich auf die Lauer legt, um zu sehen, ob irgendwer irgendwo im Web auf seinen Artikel verwiesen hat.

Gleichzeitig ist die Vermischung von ‘echten’ Kommentaren mit Status-Updates, die in den meisten Fällen nicht mehr als ein kurzer Hinweis sind, ein Problem. Es ist zwar nett zu sehen, wer alles über einen Artikel getwittert hat, aber einen inhaltlichen Mehrwert für den Kommentar-Thread liefern diese Updates meistens nicht. Bei populären Blogs wird das schnell so unübersichtlich, dass die eigentlichen Kommentare im Strudel verschwinden und dabei ihren Wert verlieren – siehe etwa diesen Test von Echo bei TechCrunchIT.

Für Freunde von Geschäftsmodellen: Die Basis-Version von Echo ist kostenlos, die Echtzeit-Features kosten allerdings 100 Dollar pro Jahr.

Wer Echo in Aktion sehen möchte: Das agenturblog hat es schon integriert.

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