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08.06.08Leser-Kommentare

Journalisten sind wirklich keine Blogger!

Schluss mit dem Meta-Blogging: Thilo Baum verabschiedet sich aus der Blogosphäre, das richtige Leben "ist draußen". Er empfiehlt, "sich nicht mehr als 30 Minuten täglich mit Blogs zu befassen".

Silvaplana im Oberengadingadin: Thilo Baum empfiehlt, sich nicht mehr als 30 Minuten am Tag mit Blogs zu befassen. (Bild Keystone/Arno Balzarini)Manchmal genügen Zufallsfunde, um eine Auseinandersetzung auf den Punkt zu bringen. Wie zum Beispiel den schwelenden Konflikt zwischen Journalisten und Bloggern. Mit der Nase darauf gestoßen hat mich Lanu, die seit Monaten ihre These unterfüttert, dass Journalisten keine Blogger seien. Und dann verlinkte sie das Abschiedsposting von Thilo Baum, seines Zeichens "Trainer / Coach / Journalist". Überzeugter Journalist sogar ...

Der Thilo Baum studierte – laut Selbstauskunft – Theaterwissenschaften und Publizistik. Seither nennt er sich "Kommunikationswissenschaftler und Journalist". Woraufhin er sich erst einmal längere Zeit 'auf dem Boulevard' tummelte, u.a. bei B.Z. und Berliner Kurier. In jüngster Zeit hat er sich dann selbständig gemacht, zusammen mit einem Partner in der 'Luftfabrik' ... ("Kschhh - Namenswitze sind doch verboten!" – "Aber wenn er sich den Namen doch selber ausgedacht hat ..." – "Hör auf damit!").

Seit dem März 2005 führte Thilo Baum ein Blog, aber 'eher nebenbei', das er jetzt mit einem letzten öffentlichen Beitrag und einem Rant gegen die gesamte Blogosphäre wieder auf Stand-By-Betrieb zurückfuhr. Woraufhin sich in den Kommentaren eine kurze, aber heftige Diskussion anschloss, die für Thilo Baum so ausging, wie das Eröffnungsspiel der EM für die Schweiz: Er wird wohl ein 'Blogger der Herzen' – aber nur für Journalistenkollegen.

In der Blogosphäre betrieb er etwas mehr als drei Jahre lang eine typische 'Resterampe': Eine "Nebensache" sei sein Blog für ihn gewesen, ein "Hobby", "ohne Zusammenhang", wo er "Dinge ohne Aufhänger", "gestrandete Gedanken", "angerissene Ideen" und "anders kaum zu veröffentlichende Dinge" dem verehrten Publiko zum Fraß vorwarf. Und schauen wir uns sein Blog so an, dann stimmt das auch: Es gibt Aphorismen-Ketten, die dem geneigten Leser die Gedanken anderer Leute unterbreiten, noch nicht einmal sonderlich exquisite Lesefrüchte, sondern Allerweltsweisheiten, wovon ich die eine Hälfte im 'Harenberg' und die andere im 'Büchmann' wiederfinde. Dazu jede Menge Linkstrecken, die schlicht auf Blogbeiträge anderer Leute verweisen.

Was hingegen eindeutig zu kurz kommt, das sind eigene Gedanken und 'Erzählungen' im weitesten Sinne, also 'Narration', um mich mal für einen Kommunikationswissenschaftler professionell und kommunikationswissenschaftlich auszudrücken. Die Headline seines Beitrags "Ich schreibe, dass ich nichts schreibe" ist in dieser Hinsicht höchst pointiert und unter journalistischem Gesichtspunkt wahrhaft gelungen.

Bei alldem aber finde ich dann Thilo Baums Empörung darüber putzig, dass er mit seinem hingeschluderten Produkt nicht viel mehr gelesen worden sei. Ich meine: Er schmeißt den Leuten die Küchenabfälle seiner Textfabrik vor – und er erwartet dann noch, dass sich alle erwartungsfroh den Rüssel lecken und um seinen Trog drängen? Im Grunde liefert er mit seiner großen Blog-Kritik nur eine Selbstbeschreibung des eigenen Beginnens, an den 'wirklichen Blogs' - da hat Lanu völlig recht - zielt er mit seiner Kritik gnadenlos vorbei:

 

Dann empfinde ich die Bloggerei in letzter Zeit immer mehr als unwichtig – viele Blogs schreiben entweder über Blogs (so wie ich hier heute, pardon), was im Grunde nur Medien-Autismus ist, oder sie erreichen keine politisch relevante Zahl von Lesern, oder beides, oder sie versuchen verzweifelt, aus der Bloggerei Geld zu machen, was ich angesichts der in Blogs herrschenden Null-Themen für absurd halte.

Gut, man könnte jetzt sagen, ein Thilo Baum habe also in der Blogosphäre keinen Erfolg gehabt und bringe jetzt die Fabel vom 'Fuchs mit den Trauben' auf die Bühne. Also tschüß - gehab dich wohl, der Vorhang fällt! Genau das aber würde das Exemplarische seines Falls verwischen: Denn der Thilo Baum hat im Grunde das Bloggen doch genau so betrieben, wie der Journalist sich das Bloggen vorstellt. Als etwas, was neben der 'eigentlichen Arbeit' mitzulaufen habe, dann, wenn die Auftragslage 'im richtigen Leben' mal eher mau geworden sei. Und dort, wo ein Journalist sich zum Bloggen hinablässt, da nimmt er die eigene werte Persönlichkeit als höherwertig und 'professionell' von 'den anderen' ringsum konsequent aus. Die Erwartung ist, dass die anderen ihm die Botten schnüren und an seinen Lippen hängen, wenn er vom wirklichen Leben erzählt wie der Opa vom Krieg. Denn er ist der Profi, der hier im – igittegitt! – Amateurfußball gelandet ist. Auch politisch hat er mit diesen Quartalsirren aus der Bunten Liga auch nicht das Geringste gemein:

 

Deutsche Blogger sind für mich, wie ich sie kennen gelernt habe, im Wesentlichen ein überakademisierter Haufen linksalternativer bis linksliberaler Attac-naher Systemkritiker, die zum einen zu dem für Uni-Leute typischen Verheddern zwischen Theorien neigen und zum anderen zur für politische Extremisten typischen Gleichmacherei. Eine abenteuerliche Mischung. In jedem Fall nicht die Charaktereigenschaften, um mit jemandem ein Business aufzuziehen.

Mal abgesehen vom verhedderten Satzbau – so viel immerhin hat er durchs Bloggen gelernt, dass er die Blogs nicht länger als rechte Veranstaltungen abfeiert wie gewisse Nur-Print-Kollegen. Doch abgesehen davon, dass seine Tonality unüberhörbar nach Dieter Bohlen und anderen Alt-68er-Fressern klingt, der letzte Satz zeigt uns auch, worum es dem Thilo Baum in der Blogosphäre eigentlich ging: Um die Hoffnung, mit dem Bloggen irgendwie 'ein Business aufzuziehen'. Mit dieser Wortwahl jedoch, ganz abgesehen von einem ökonomischen Hyperaktivitätssyndrom, schafft man es in der Blogosphäre tatsächlich nicht. Insofern ist es nur folgerichtig, dass Thilo Baum geht, denn die Blogosphäre stößt in fast schon bewundernswerter Weise wie ein Immunsystem alles ab, was ihr wesensfremd ist, ob das nun Coca-Cola-Blog heißt, EM-Blog oder My-Scheiß-'n'-Dreck-Community ...

Am prägnantesten ist wohl die Anwort von creezy in den Kommentaren:

 

Unter den vielen Statler und Waldorfs, die sich alle auf dem einen Balkon drängen und verächtlich auf die anderen Blogger runterrotzen (obwohl sie es ja nicht anders tun), wird dieser Balkon eines Tages noch runterkommen. Und dann hat?s Euch zerlegt.

Auch der Herr Ix greift zur Posaune der eher blog-adäquaten Töne:

 

Für ihn ist das wahrscheinlich ein ?mühelos? ausformulierter ?gestrandeter Gedanke?, den er ganz locker ins internet ?kondensieren? liess. für mich ist es eher arroganter, überheblicher und gequirlter klugschiss ? mit der geistigen tiefe eines kuhfladens.

Thilo Baums 'Bizziniss-Gedanke' wiederum stieß sogar bloggenden Journalistenkollegen auf, auch wenn Lanu über diese Blasphemie vermutlich zetern wird, weil nicht sein kann, was nicht sein darf:

 

(N)icht geeignet zum "Business aufziehen". Und das finde ich jetzt eigentlich ein total tolles Kompliment. Auch wenn es nicht so gedacht war.

Den Thilo Baum aber in seinem Lauf, den wiederum halten weder ein Ochs noch ein Esel auf. Diese Leute 'kennen ihn doch gar nicht', was wohl heißen soll, er habe mit ihnen noch kein Weizenbier gestürzt. Wie also können die so etwas sagen? Wer aber in seiner Harthörigkeit glaubt, sein Text würde ihn nicht kenntlich machen, der fährt schon wieder eine typische Journalistennummer:

 

Wir haben noch nie miteinander gesprochen, soweit ich weiß, er kennt mein Leben nicht, er kennt nicht die Werte, nach denen ich lebe, aber er ist so schnell im Denken, dass er mich in Windeseile gemäß seiner öffentlichen Darstellung als ?armseligen Kerl? bezeichnet. Etwas, was ich über ihn nie sagen würde, da ich ihn nicht kenne, aber die Tatsache, dass er es so unbedarft tut, bestätigt mein Bild der Mehrheit der deutschen Blogger.

Was also ein Thilo Baum nie tun würde, das zeichnet die Mehrheit der deutschen Blogger aus. Es gibt schlimmere Komplimente ...

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

Kommentare

  • Sissi

    09.06.08 (01:00:09)

    Was der schreibt ist vollkommen richtig!

  • Frank

    09.06.08 (01:08:17)

    Mit Verlaub, Sie irren sich. 1. ist es nicht so, daß er sein blog schließt, 2. sind es Gedanken, die ich überwiegend teilen kann (eigentlich jeder, der sich nicht dieser merkwürdigen "Blosphäre" zurechnet, und 3. hat er recht mit der Kritik an den Möchtegern-Profi-Nasen. Ich habe auch nicht den Eindruck, daß er mit dem Bloggen Geld verdienen will. Ich kenne das Blog von Thilo Koch nun rund 1 Jahr, und es gibt da sehr wohl fundierte Beiträge, auch aus dem Alltagsleben, die pointiert sind und auf den Punkt kommen. Mit der "Lebensphilosophie habe ich auch so meine Probs, aber da diskutieren wir dann drüber in Form von Kommentaren. Also, so oft ich mit Klaus Jarchow übereinstimme, hier nicht.

  • arbiter

    09.06.08 (02:38:30)

    Der Kommunikationswissenschaftler T. Baum kann halt nicht trennen zwischen Berichterstatter-Profession und Freizeit- Blogger. Wie die Chefs der Holzmedien sucht er nach der Geschäftsidee für nahtlosen Übergang des Journalisten in die Blogosphäre unter Sicherung seines Holzmedien- Einnahmenlevels. Zitronenhandel! Und deshalb steigt er jetzt frustriert aus, weil Freizeitblog Kohlejob beißt, die 30 anderen zugestandenen Minuten zum Betrieb seines eigenen Blogs nicht langen. Da ist der Ausstieg logische Konsequenz. Notwendig wäre er viel früher gewesen. Für einen Journalisten und Profischreiber, noch dazu Kommunikationswissenschaftler(!), ist der Baum-Blog nicht einmal dürres Astwerk. Das bißchen Allgemeinverbindlichkeit kriegt jeder Hauptschüler hin. Ob Journalisten wirklich keine Blogger sind? Jedenfalls sind sie keine, solange sie Journalisten sind und das in ihrem Blog bleiben wollen. Sie haben es mit ihrem Pawlow ihres erlernten Berufs und den Einschränkungsmechanismen schwer genug. Der berühmte Qualitätsjournalismus der Tagespresse zeigts. Dafür ist im Blog echt kein Platz. Ist das eine Träne wert? Wer Nichtraucherseminare mit solch feinen Fristen anbietet, sollte mit dem Bloggen auch aufhören können. Apropos Nichtrauchen: Ist Sekundensache ohne Anleitung, ein Klick im Kopf,wissenschaftsfreie Selbstkommunikation, sagt ein ehemaliger Kettenraucher nach Selbstversuch. Bloggen abgewöhnen geht genauso. Nur zu!

  • Klaus Jarchow

    09.06.08 (07:58:21)

    @ Frank: Ich habe wörtlich gesagt, dass er sein Blog 'auf Stand-By-Betrieb zurückfuhr'. So klingt der ganze Beitrag nun mal - und nach 'Schwanengesang' klingt er nicht nur in meinen Ohren auch. Aber jeder kann's ja nachlesen - und die Mehrzahl hat es ja so verstanden: Der blanke Überdruss kollert ihm aus jedem Halbsatz ... Da ich übrigens - und ich nicht allein - grundsätzlich der Meinung bin, dass der begonnene Medienwandel unaufhaltsam ist, dass wir hier, schneller wohl, als manchen lieb ist, 'koreanische' oder 'amerikanische Verhältnisse' bekommen werden, wo dann eine neue 'partizipative Öffentlichkeit' jene Rolle spielen wird, wie sie's drüben bspw. im Obama-Wahlkampf schon tat, deswegen halte ich alles 'Ranten' der vormaligen Gatekeeper gegen die Blogosphäre für eine Angelegenheit medial Gestriger. Man kann nur versuchen, im Web 2.0 eine unumkehrbare Entwicklung zu befördern oder auch in seinem Sinne zu gestalten, man kann aber nicht innerhalb der Blogosphäre gegen die existente Blogosphäre stänkern - und dabei glauben, man wäre NICHT ein Teil dieser Blogosphäre. Man steht nicht im Stau, man ist der Stau. Und besonders die Journalisten, wo sie übers Netz reden, die spielen oft die Rolle eines Treckers auf der Autobahn, und zwar eines Treckers mit Motorschaden: Ganz schnell sind sie dann abgeschobene Hindernisse auf der Standspur ... @ arbiter: Darüber, welche Struktur und Form jene Texte im Netz annehmen müssen, die im Holzmedium noch 'Artikel', 'Bericht', 'Reportage' oder 'Feature' heißen, darüber hat sich noch kaum jemand Gedanken gemacht. Eins zu eins übertragen lassen sich diese Zellusosestrukturen jedenfalls nicht. Man kann ja auch keinen Roman ins Netz stellen, zumindest keinen, der dort auch gelesen wird ...

  • ix

    09.06.08 (08:18:26)

    frank, wer ist denn ?Thilo Koch??

  • anonym

    09.06.08 (10:42:33)

    vollkommen richtig, alles, was der herr baum schreibt. ihr freut euch doch nur, wenn der "balkon runterkommt", weil ihr nie da oben wart. das bild vom balkon triffts doch schön: am ende sind dann alle unten. und info ist chaos. und das ist kacke.

  • arbiter

    09.06.08 (11:16:35)

    Wer auf dem Balkon ist, ist erst einmal `draußen´. und dann ist Balkon noch lange nicht Balkon, sprach der Anonyme draußen im 14. zu dem auf dem Balkon im 15. Stock. Wenn jemand sein Info-Chaos nicht zu einer einträglichen Geschäftsidee gebacken kriegt, liegt das weder am Balkon über noch unter ihm, auch wenn er für den Unterschied zwischen Absprung und Absturz die Verantwortung beim Balkon sieht.

  • jean-claude

    09.06.08 (12:03:57)

    Zumindest mit seinem Schlusssatz hat der mir bis anhin nicht bekannte Herr Baum Recht:"Das Leben spielt draussen." - Es ist wirklich so: Das Leben draussen ist völlig anders. Wer sich ein wenig im Ausland umguckt - ich mein: tatsächlich, nicht virtuell - und mit dem vergleicht, was wir hier bei uns darüber erfahren, versteht, was ich meine.

  • XiongShui

    09.06.08 (12:45:59)

    Da schreibt sich einer seinen Frust von der Seele, was soll's. Das tun täglich warscheinlich Millionen. Wenn er damit sein persönliches Scheitern an einem Medium versteht, daß er nicht beherrscht, obwohl er es doch (qua eigenem Anspruch) als Kommunikationswissenschaftler beherrschen sollte, auch gut. Kein Grund zur allgemeinen Unruhe. Denn: "die Blogosphäre" ist, auch wenn ich mich wiederhole, genauso ein semantischer Unsinn, wie "die Deutschen" und "die Journalisten". Es gibt sie überall, in allem Sphären, die "Verlierer" und die "Sieger". Diese ganze Aufregung Journalismus kontra Blogger ist der Mühe nicht Wert. Tempus fugit und schert sich einen Dreck um diesen Journalisten oder jenen Blogger...

  • Klaus Jarchow

    09.06.08 (13:00:50)

    Ach, Jean-Claude, das Leben spielt immer auch drinnen. Solche Sätze sind für mich 'Dalai-Lama für Arme'. Es kommt letztlich darauf an, dass man es lebt, das Leben. Ob jetzt vor dem Bildschirm, auf einem dämlichen Büroarbeitsplatz, im Bett mit seiner Miezi, beim Lesen, auf der Kneipenmeile oder konsumgeil vor irgendeinem Schaufenster in der Fußgängerzone - das ist dabei völlig egal. Mancher erlebt sogar auf den Malediven oder im Amazonasdschungel nichts, weil er nun mal ein unverbesserlicher Gehirnkrüppel ist. Im Ausland könnten wir übrigens vor allem einen gelasseneren und selbstverständlicheren Umgang mit dem Web - z. B. USA, GB, F - lernen ...

  • Klaus Jarchow

    09.06.08 (13:13:00)

    Das Thema ist übrigens jetzt auch hier angelangt. Was dort die Position sein soll, wird mir allerdings nicht recht klar: Die Perspektive flirrt ein wenig und alles wirkt auf mich wie ein rabulistischer Eiertanz zwischen neu gewachsenen Abneigungen und restbeständigen Seitenwechselallergien: 'Alle(s) doof, deine Elli' - um es auf einen Nenner zu bringen ...

  • arbiter

    09.06.08 (15:10:54)

    @ KLAUS JARCHOW: Ob im Ausland der Umgang mit dem Medium Blog soviel unaufgeregter ist? Immerhin arbeitet Elite in GB fieberhaft daran, Spielregeln zu erfinden, um Meinungshoheit und Einkommen zu sichern, wird ausgerechnet aus dem Hause Murdoch kolportiert. Im konkreten Blümchenfall ist es ohnehin so, wie XIONG SHUI oben lapidar konstatiert: Eine Primel die sich erst überhoben, dann selbst überlebt hat. Ab damit zum Kompost.

  • Frank

    09.06.08 (15:42:55)

    @ ix: Thilo Koch war ein Verschreiber. Ich meine natürlich Thilo Baum. (man sollte halt nicht an zu viele Dinge gleichzeitig denken beim Schreiben - mea culpa).

  • XiongShui

    09.06.08 (17:03:21)

    Auch das Thema "drinnen" und "draußen" ist ja so eins: Einer, der immer nur drinnen bleibt, also ausschließlich Netzrecherche betreibt, produziert dann so unsinnige Aufreger, wie Niggemeier zum Tode von Erwin: Die Rheinische Post, Vorreiter, was die Beteiligung von Lesern an der Blattproduktion betrifft ("Bürgerjournalismus"), gibt diesen online breiten Raum, z.B. bei dem o.a. Thema, die Druckausgabe bringt dann eine Auswahl und sieht daher ganz anders aus. Das entgeht jenen, die ausschließlich drinnen arbeiten. Jenen entgeht auch, daß draußen die Sonne scheint; was die Menschen da draußen machen; was in der Stadt, abseits der offiziellen Berichterstattung geschieht. Ihr Angebot wird daher eintönig und austauschbar. Und das betrifft Beide, egal ob bloggenden Journalisten, oder journalistischen Blogger. Damit fällt dann auch alle Aufregung in sich zusammen: Der Eine hat's drauf, der Andere nicht, egal ob Blogger oder Journalist.

  • pe

    09.06.08 (17:12:57)

    *yawn*

  • arbiter

    10.06.08 (09:44:11)

    Die Frage `draußen´ hat sowieso noch ihre eigene Relativitätstheorie im Sinne des dabeisein Wollen und nicht dabeisein Dürfen/Können, in der Betrachtung von in und out, dabei/nichtdabei, akzeptiert/nicht akzeptiert. Blum ist drinnen nicht dahin gekommen, wohin er wollte, hält deshalb `draußen´ inzwischen für das lohnendere Ziel, weshalb er via eigenem Entschluß nach außen kommuniziert. Für einen Kommunikationswissenschaftler in jedem Falle dürftig. Das Ergebnis wollte halt partout nicht seiner Hypothese folgen. Ganz wissenschaftlich!

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