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06.05.09

Jeff Jarvis: Werdet eine Plattform

Jeff Jarvis sprach auf der next09 über Aufgabe von Kontrolle im Web als Erfolgsstrategie.

wwgdJeff Jarvis, u.a. Blogger auf Buzzmachine.com, Professor an der New York University und seinerzeit Mitgründer von Entertainment Weekly, hat in seiner Keynote auf der next09 die wichtigsten Punkte seines Buches "What Would Google Do?" oder - auf deutsch - "Was Würde Google Tun?" für das Publikum zusammengefasst.

Die schon von The Next Web bekannte Präsentation kann man auf Slideshare anschauen:

Die wichtigste Regel, die Jarvis für ein erfolgreiches Geschäft im Internet-Zeitalter aufgestellt hat, dürfte wohl folgende sein:

  • Gib den Leuten Kontrolle, wir werden es nutzen. Gib uns keine Kontrolle und du verlierst uns.

Jarvis' Tipp (und letztlich die folgerichtige Konsequenz aus der eben genannten Regel):

Werde eine Plattform. Gib den Leuten so viel Freiheiten wie möglich, um von ihrer Kreativität zu profitieren.

Beispiele gibt es dafür einige. Mashups von Google Maps etwa. Oder das Ökosystem rund um die API (Programmierschnittstelle) des Mikroblogging-Dienstes Twitter. Ich habe mich vor einem Jahr mit der Thematik ebenfalls beschäftigt, allerdings eher aus einer B2B-Perspektive.

In Bezug auf journalistische Angebote hat Jarvis noch einmal auf seinen altes, aber immer noch zutreffendes Mantra verwiesen: Mache, was du am besten kannst, und verlinke auf den Rest.

Nachrichtenangebote online müssen vermehrt Nachrichten und Communities organisieren. Aktuell findet das, vor allem deutschsprachigen Raum, nicht statt. Die Online-Ableger der traditionellen Medienangebote kochen alle noch ihr eigenes Süppchen. Sie versuchen alles selbst abzudecken und verlinken nur in Ausnahmefällen nach außen. Und eine eigene Community existiert bei keinem der führenden Angebote.

Die Offenheit hat auch ihre Grenzen. Darauf angesprochen, dass Google seinen Suchalgorithmus nicht offenlegt, verweist Jarvis auf die Problematik, dass die Offenlegung den Algorithmus manipulierbarer machen würde (Anmerkung: Außerdem würde Google der Kopierbarkeit der eigenen Suchergebnisse Tür und Tor öffnen.). Würde genau das, also egoistische Absichten, die dem System schaden, nicht gegen Offenheit sprechen? Nein, merkte Jarvis zu recht an, es geht um kalkulierbare Risiken. Man öffnet sich so weit es geht, um die Kreativität der Leute einzubinden, muss aber dabei die Möglichkeiten von Manipulation im Auge behalten.

Weiterführende Links:

An dieser Stelle möchte ich auf eine Artikelserie auf Jarvis' Blog verweisen, in der er sich mit den aktuellen wirtschaftlichen Verschiebungen beschäftigt. Sehr lesenswert:

Interview mit Jeff Jarvis auf Spiegel Online:

Wir sind Medienpartner der next09.

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