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29.06.11

Jaumo: Kwick startet eine Dating-Plattform

Das deutsche Social Network Kwick startet eine eigenständige Dating-Plattform, die sich durch eine moderne und funktionelle Oberfläche sowie eine faire Preisgestaltung vom Wettbewerb abheben soll.

 

Die zunehmende Konzentration im Social-Networking-Bereich stellt kleinere und regionale Anbieter vor Herausforderungen: Denn selbst wenn eine lokale Verwurzelung gern als effektives Alleinstellungsmerkmal angeführt wird, besteht dennoch die Gefahr, dass Facebook (und zukünftig vielleicht Google+) immer größere Teile des Zeitbudgets der Nutzer vereinnahmen.

Diversifizierung heißt daher das Zauberwort. Dabei geht es darum, die bestehenden Strukturen und Ressourcen zum Aufbau neuer Geschäftsbereiche oder gar eigenständiger Dienste zu verwenden - um im eventuellen Falle einer Verdrängung nicht mit leeren Händen dazustehen.

Das zu ProSiebenSat.1 gehörende, vor allem in Bayern starke Social Network Lokalisten hat zum Beispiel gerade eine separate Social-Gaming-Plattform lanciert. Um Spielwiese.com nutzen zu können, ist ein Login mit den Lokalisten-Benutzerdaten möglich, aber nicht obligatorisch.

Auf eine ähnliche Strategie setzt nun auch Kwick - ein weiteres deutsches Netzwerk, das sich vor allem in Süddeutschland und besonders in Baden-Württemberg einiger Beliebtheit erfreut (2,26 Millionen Unique Users pro Monat laut AGOF). Der bereits mehr als zehn Jahre alte Dienst aus Weinstadt bei Stuttgart hat mit Jaumo eine eigenständige, auf Deutsch und Englisch angebotene Dating-Börse entwickelt.

Das Kwick-Team um Geschäftsführer Jens Kammerer ist der Ansicht, dass der Markt für Online-Flirts und Internet-Dating im Gegensatz zum recht gesättigten Sektor der Partnervermittlungen noch erhebliches Potenzial bietet und vor allem intuitive, hochwertige und kostengünstige Plattformen vermissen lässt. Jaumo soll diese Lücke belegen. Anders als Loverty, das einen ähnlichen Ansatz verfolgt, verzichtet Jaumo jedoch auf Tests und Analysen zum besseren Matching.

Stattdessen steht die Suchefunktion anhand verschiedener Kriterien im Vordergrund, die von typischen Social-Web-Features wie einem Newsfeed, Status-Updates, Echtzeit-Aspekten, einem Nachrichtensystem und einer "Mag ich"-Funktion begleitet wird.

Jaumo tritt zwar unter eigener Marke auf, kann aber auf die Erfahrungen und das Know-how aus über zehn Jahren Kwick zurückgreifen. Eine Integration mit der Mutterplattform soll in den kommenden Tagen folgen. Die Schwaben hoffen, direkt das ein oder andere Kwick-Mitglied zum Flirten bei Jaumo bewegen zu können. Flirtwillige können sich auch mit ihren Facebook-Benutzerdaten bei dem Dienst einloggen.

Mittelfristig soll Jaumo durch einen Freemium-Ansatz monetarisiert werden, bei dem spezielle Funktionen nur gegen Bezahlung angeboten werden. Anders als sonst in der Branche üblich will man aber auf jeden Fall auf Abos verzichten und stattdessen auf eine Einmalzahlung zu einem erschwinglichen Preis setzen. In der Anfangsphase erhält jeder User eine kostenfreie Premium-Mitgliedschaft.

Die Bekanntmachung von Jaumo soll nicht über kostspielige Onlinewerbung sondern vorrangig über Partnerschaften mit weiteren Communitys erfolgen.

Auch wenn ich persönlich derzeit keinen Bedarf an Online-Dating habe, stimme ich der Aussage zu, dass der seit vielen Jahren durch Intransparenz und fehlende Modernisierung gekennzeichnete Bereich frischen Wind benötigt. Dank der anvisierten Verknüpfung mit Kwick und den sich so ergebenden Möglichkeiten der Nutzerakquisition stehen die Karten gar nicht schlecht, das Jaumo dabei mithelfen kann.

Link: Jaumo

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