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29.04.11

iZettle: Europas Antwort auf Square

Diverse US-Akteure haben in jüngster Zeit Kartenlesegeräte für Smartphones auf den Markt gebracht. Mit iZettle steht nun eine europäische Antwort auf Square & Co in den Startlöchern.

 

Habt ihr ein digitales Gadget, eine Technologie oder einen Webservice, worauf ihr sehnlichst wartet, obwohl ihr wisst, dass euch das Produkt im Alltag eigentlich nur sehr wenig bringen wird? Ich zumindest kann diese Frage bejahen:

Seitdem Twitter-Mitgründer Jack Dorsey im Dezember 2009 Square, sein Kreditkartenlesegerät für Smartphones, vorgestellt hat, freue ich mich auf den Tag, an dem ich einen derartigen Zusatz für mein iPhone aus der Tasche zaubern kann. Auch wenn sich die Augenblicken, in denen ich diesen Weg des Zahlungsempfanges durch Freunde, Bekannte oder Kollegen einer Alternativlösung wie Bargeld oder einer Überweisung vorziehen würde, in Grenzen halten - immerhin fallen bei Square 2,75 Prozent zusätzliche Gebühren an.

Und obwohl mit Near Field Communication (NFC) bereits eine Technologie in den Startlöchern steht, die das Mobiltelefon zur Geldbörse macht und damit beiläufig auch die Frage nach der Existenzberechtigung von Geld- und Kreditkarten stellt, werden uns die kleinen Plastikkärtchen wohl noch einige Jahre in unseren Brieftaschen begleiten.

Ein mobiler Kartenleser für das Smartphone, wie ihn Square,  VeriFone oder ROAMpay (teils kostenfrei) anbieten, könnte damit für viele Menschen, die häufig im semi-professionellen Kontext Geld empfangen, eine sinnvolle Anschaffung sein. Das Problem: Bisher existieren keine mit Square vergleichbaren, für den Massenmarkt geeigneten Produkte für den europäischen Markt. Die gute Nachricht: Das schwedische Startup iZettle will dies ändern.

Ein Jahr haben Jacob de Geer und Magnus Nilsson an ihrem Kartenlesegerät für das iPhone gearbeitet. Vor wenigen Tagen wurde die dazugehörige Website izettle.com und ein Präsentationsvideo enthüllt, das die Funktionweise des Gerätes erläutert. iZettle setzt auf den chipbasierten EMV-Standard, der in Europa zunehmend die von Square verwendete Magnetstreifentechnik ersetzt.

Karten werden daher in den iZettle-Reader gesteckt und nicht wie bei Square am Magnetenstreifen durch den Kartenleser gezogen. iZettle ist deshalb zwar deutlich größer als Square (immerhin muss die Karte auf ganzer Breite Platz finden), dank des Chip-Prinzips aber potenziell sicherer und mutmaßlich leichter zu handhaben.

Ab Juni soll iZettle in Schweden in die Beta-Phase gehen. Das ist einerseits schön, da ich in Stockholm wohne und damit das laut Website in Europa gefertigte Gadget wohl schon bald ausprobieren kann, und andererseits ein optimaler Markt für den Start eines derartigen Produktes: Kartenzahlungen sind in dem skandinavischen Land extrem verbreitet und die von Banken auferlegten Abwicklungsgebühren gering. Ich kann hier im Supermarkt problemlos eine Packung Kaugummi mit der Visa- oder MasterCard-Karte kaufen, ohne dass ich schief angeschaut werden.

iZettles Website präsentiert sich direkt zum Launch auf Englisch und lässt keinen Zweifel daran, dass eine Expansion in andere europäische Länder fest auf der Roadmap steht - schon deshalb, weil sich kaum ein Startup und Tech-Investor aus Schweden dauerhaft mit einem Markt von gerade einmal neun Millionen Menschen zufriedenstellen will.

Den iZettle-Machern de Geer und Nilsson geht es bei ihrem Produkt nicht nur um eine einwandfreie Funktionsweise und höchste Sicherheit. Auch das Optische soll nicht zu kurz kommen. Dabei geben sich die Zwei selbstbewusst: "Unserer bescheidenen Ansicht nach ist iZettle der bestaussehenste Kartenleser im Markt", ist auf der Website zu lesen.

Es folgt ein Video, das iZettle vorstellt:

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