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26.02.09

iTunes-Konkurrent: Musikstartup mufin launcht cleveres Desktop-Tool

Die Musikentdeckungsmaschine mufin hat heute eine kostenlose Desktop-Software veröffentlicht. Die eng mit der Site verknüpfte Anwendung ermöglicht das Abspielen, Organisieren und Sortieren der eigenen Musiksammlung anhand klanglicher Gemeinsamkeiten.

Apples Musiksoftware iTunes ist für Millionen User das Standardtool zum Abspielen von Musik. Das populäre Programm profitiert dabei nicht zuletzt von der engen Integration mit anderen Apple-Produkten wie dem iPod und iPhone, die ausschließlich über iTunes mit Songs befüllt werden können.

In letzter Zeit machen sich jedoch immer mehr Dienste daran, der iTunes-Dominanz zumindest als reine Abspielsoftware für Musik ein Ende zu bereiten. So z.B. Spotify, das wir als eine Art "cloudbasierte iTunes" bezeichnet haben. Oder Songbird, ein Open-Source-Projekt, welches über Addons und den Import von Inhalten nahezu beliebig erweiterbar ist.

mufin, die vor einigen Monaten gestartete Musikempfehlungsmaschine aus Berlin, schickt heute mit der Beta-Version des mufin player einen eigenen Kandidaten ins Rennen, der es mit Apples Erfolgsprodukt aufnehmen soll. Die Anwendung ist gewissermaßen der Nachfolger des mufin MusicFinder, hat mit diesem jedoch außer dem "mufin" im Namen nicht viel gemeinsam.

Der derzeit nur für Windows erhältliche mufin player bietet die für eine desktopbasierte Musiksoftware üblichen Features, um Songs und Alben zu verwalten, zu filtern und zu suchen, abzuspielen, in Playlisten abzulegen, Titelinformationen automatisch zu vervollständigen und Stücke direkt auf CD zu brennen.

Das Herzstück der Applikation ist jedoch die Funktion, die eigene Musiksammlung nach Klangmerkmalen zu sortieren. Dazu verwendet mufin seine zusammen mit dem Fraunhofer Institut entwickelte Technologie, um anhand von rund 40 klanglichen Charaktermerkmalen Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Songs zu erkennen.

Nachdem User ein Stück aus ihrer Musiksammlung ausgewählt haben, dessen klangliche Verwandten sie anhören möchten, genügt ein Klick auf die Schaltfläche "Titel als Ausgangstitel aktivieren". Anschließend sortiert der mufin player das komplette, zuvor indexierte MP3-Archiv des Nutzers (andere Formate wie WAV, AAC oder OGG Vorbis werden auch unterstützt) nach Ähnlichkeit - je näher diese an 100 Prozent heranreicht, desto mehr Merkmale haben beide Tracks gemeinsam.

mufin player

Zum schnellen (Wieder)entdecken der ähnlichsten Titel zeigt der mufin player diese zudem in einer Art Thumbnail-Gallerie an. Mit einem Klick kann über ein beliebiges Stück eine klanglich übereinstimmende Playlist erstellt werden. Ebenfalls nützlich ist die Option, sich direkt im mufin player Klangverwandte aus den derzeit fünf Millionen bei mufin archivierten Titeln anzeigen zu lassen. Wie auf der Site können diese aber nur kurz angespielt und direkt über Amazon bestellt werden. Ein vollständiges On-Demand-Streaming ist aus rechtlichen Gründen bisher nicht möglich.

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Mit dem mufin player bringen die Berliner ihre clevere Technologie auf den Desktop und eröffnen Musikfreunden einen zusätzlichen Weg abseits der gängigen Mechanismen, um zu ihrer Stimmung und zu ihren Vorlieben passende Titel zu finden und zu organisieren. Der mufin player, der wie Songbird über einen eingebauten Browser verfügt (worauf ich auch verzichten könnte), gibt sich funktionell und ist weitgehend intuitiv.

Geplant ist, dem kostenlosen Programm zukünftig eine kostenpflichtige Premium-Version an die Seite zu stellen. Welche Features diese beinhalten würde, wollte man uns jedoch noch nicht verraten. Auf der Agenda steht zudem eine Verknüpfung mit Amazons MP3-Downloadangebot, um von mufin empfohlene Titel direkt kaufen und herunterladen zu können. Dazu muss das entsprechende Angebot von Amazon jedoch erst einmal in Deutschland starten.

Die Beta des mufin player hinterlässt einen positiven Eindruck und wird bei mir in den nächsten Tagen und Wochen ausgiebig die Möglichkeit bekommen, mich als permanenten Nutzer zu gewinnen. Bereits jetzt stehen auf meiner Wunschliste zwei Dinge: zum einen die Fähigkeit, die Software im System-Tray von Windows verstauen zu können, und zum anderen (natürlich) der Wunsch, passende Songempfehlungen in ganzer Länge streamen zu können. Das Unternehmen befindet sich in Gesprächen mit Labels und Contentaggregatoren, doch wir alle wissen ja, wie komplex und kompliziert dieser Bereich ist.

Der mufin player steht auf der Website zum Download bereit. Eine Registrierung bei mufin ist dafür nicht erforderlich.

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