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30.06.07Leser-Kommentare

Ist die Weltwoche noch unabhängig?

"Von Markus Somm und Christoph Mörgeli" heisst es in einem Interview der Weltwoche mit dem deutschen SPD-Chef Kurt Beck. Hat der Schweizer SVP-Nationalrat einen neuen Arbeitgeber? Werden da Interessen vermischt?

Christoph Mörgeli

Blick vom 27.09.2006. Bild mit freundlicher Genehmigung von blogwiese.ch

Es ist nichts neues: Christoph Mörgeli, bald 47, Konservator des Medizinhistorischen Museums der Universität Zürich, am 06.12.1999 in den Nationalrat gewählt, seit 2000 Vizepräsident der Europäischen Totentanz-Vereinigung und seit 2001 Titularprofessor der Universität Zürich (Prof. Dr. phil.), schreibt mit Unterbrüchen schon seit Jahren für die Weltwoche :

 

Ende der achtziger Jahre publizierte er regelmässig in der Weltwoche, etwa: «Scheuermann – ein Rundrücken als jugendliches Schicksal» oder «Fetthals: Unschön, aber ungefährlich».

(Zitat aus der Ausgabe 28/2004, nur für Abonennten).

In den letzten Jahren beschränkte sich seine Aktivität auf eine Randspalte unter dem Namen "Konkret" oder "Mörgeli", in der er Woche für Woche auf manchmal ätzende, manchmal witzige Weise seine politischen und gesellschaftlichen Gegner angriff. In der Ausgabe 05/07 dann durfte er sich als Theaterkritiker versuchen. Nun ja, denkt man sich. Die Weltwoche ist eine Autorenzeitschrift. Und Christoph Mörgeli ein Autor. Warum soll ein Politiker und Titularprofessor keinen guten Text über ein Theaterstück schreiben?

 

Aber Christoph Mörgeli ist nicht irgendwer. Wegen seiner Aktivitäten für die Schweizerische Volkspartei (SVP) wird er von seinen Gegner so gehasst, wie er von seinen Anhängern geliebt wird. Er wurde schon als "Demagoge" (ignoranz.ch), als "SVP-Chefideologe" (tages-anzeiger.ch), als "Pitbull der SVP" (stoehlker.ch) oder als "Propagandaminister" (antisvp.antifa.net) bezeichnet. Leser der Weltwoche nennen den Staatsangestellten "Hassprediger" oder "Staatsverteufler". Die Weltwoche selbst nennt ihn "SVP-Stratege" (Ausgabe 28/2004, nur für Abonennten).

Screenshot Weltwoche Mörgeli BeckDieser Christoph Mörgeli hat nun, als wäre es nichts besonderes, zusammen mit dem stellvertretenden Chefredaktor, Markus Somm, den SPD-Chef Kurt Beck interviewt. Im Impressum taucht er auf als redaktioneller Mitarbeiter.

Fassen wir zusammen:

- Christoph Mörgeli und Christoph Blocher schreiben Texte in der Autorenzeitschrift Weltwoche: Kein Problem, warum sollten sie das nicht. Erscheinen aber nur Texte aus einer Ecke des politischen Spektrums, dann muss sich die Zeitschrift gefallen lassen, als einseitig eingestuft zu werden.

- Der Schweizer SVP-Politiker Christoph Mörgeli interviewt zusammen mit dem Weltwoche-Chefredaktor den Chef der deutschen SPD: Liegt noch immer in der Freiheit der Weltwoche. Sie kann jene Personen an Interviews mitzunehmen, von denen sie sich die interessantesten Interviews verspricht. Im Gegenzug muss sie sich aber den Vorwurf gefallen lassen, nicht unabhängig zu sein. Wer einen so einflussreichen Politiker als Reporter beschäftigt, kann das nur wieder ausgleichen, wenn das Gleiche umgekehrt gemacht wird. Man also beispielsweise zusammen mit einer SP-Politikerin einen deutschen Politiker besucht. Mein Vorschlag: Roger Köppel befragt zusammen mit Ruth-Gaby Vermot-Mangold Angela Merkel. Oder Guido Westerwelle.

Wird das nicht der Fall sein, dann darf die Unabhängigkeit der Weltwoche wohl mit Fug und Recht als fragwürdig bezeichnet werden. Dann ist der neben den Sonntagszeitungen und der WOZ einzig verbliebene Schweizer Wochentitel nicht mehr so, wie es sein Herausgeber und Chefredaktor noch in der Ausgabe 45/2003 sah:

 

Die Weltwoche ist publizistisch unabhängig. Den Inhalt verantwortet die Chefredaktion.

Satz zwei, dass der Inhalt von der Chefredaktion verantwortet wird, glaube ich weiterhin. Aber wenn diese Interviews Seite an Seite mit sich politisch sehr exponierenden Meinungsmachern führt, dann zweifle ich an Satz eins. Ich tue mir schwer damit, denn ich lese in dieser Zeitschrift Woche für Woche lesenswerte Artikel. Auch das Interview mit Kurt Beck gefällt mir. Aber kann man das noch unabhängig nennen?

Die hinter der Redaktion stehenden Geldgeber habe ich ausdrücklich nicht erwähnt. Denn in jeder Redaktion gibt es Interessen. Persönliche, publizistische, kapitalistische Interessen. Und hinter den allermeisten Redaktionen stehen Geldgeber, wiederum mit persönlichen, publizistischen, kapitalistischen Interessen. Entscheidend ist das aber alles nicht. Entscheidend ist, ob der, der schreibt, das weitgehend unabhängig machen kann oder nicht. Wenn ich diesen Eindruck habe, ist es mir egal, wer dahintersteckt. Tatsächlich soll das Roger Köppel selbst sein, der 100% der Aktien der Weltwoche Verlags AG gekauft hat. Grund:

 

Ich wollte die volle Unabhängigkeit der Weltwoche sichern.

Ich werde die Weltwoche auch weiterhin lesen, ganz einfach, weil ich darin oft gute Texte und Bilder finde. Aber solange Mörgeli wie beschrieben mitarbeitet (und niemand vergleichbares von der politischen Gegenseite), dann glaube ich nicht mehr daran, dass die Weltwoche politisch unparteiisch ist. Und das sollte eigentlich für ein sich selbst als unabhängig deklarierendes Wochen- und Weltblatt ein Problem sein. Und das nicht, weil meine Wenigkeit daran zweifelt.

Eine andere Möglichkeit sollte der Form halber auch noch erwähnt werden. Vielleicht handelt es sich bei Christoph Mörgeli gar nicht um den bekannten SVP-Politiker, sondern um einen neuen Mitarbeiter gleichen Namens. Wäre das der Fall, nähmen wir natürlich alles zurück.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

Kommentare

  • Cyril

    30.06.07 (16:56:36)

    das ist ja nur noch lächerlich. das schlimme ist nicht, dass mörgeli ein interview führt - vollkommen okay als fremdautor. das schlimme ist, dass er das zusammen mit einem mitglied der (chef-)redaktion tut. so etwas ist das todesurteil für den betreffenden journalisten in punkto glaubwürdigkeit. ungeachtet ihrer eigenen politischen neigungen, sollten JOURNALISTEN distanz zu politikern wahren - und zwar jeglicher couleur, sonst sind sie keine journalisten. die heutige weltwoche ist kein journalistisches medium mehr.

  • andreas

    30.06.07 (17:45:04)

    Ich bin eigentlich ein treuer Leser der Weltwoche und war bisher der Meinung, dass die meisten Angriffe von wg. SVP-Sprachrohr doch reichlich überzogen waren, ist die Weltwoche doch ein Meinungsblatt. Und die Meinungen sind das, was ich lesen will. Auch wenn hinter etlichen Meinungen nicht stehen kann und nicht will. Wenn dieser Christoph Mörgeli nun aber wirklich dieser Christoph Mörgeli ist, fände ich das sehr bedenklich, weil damit eine Linie überschritten wäre, die man nicht überschreiten dürfte. Würdet ihr vielleicht mal bei der Weltwoche um Stellungnahme bitten?

  • Ronnie Grob

    30.06.07 (18:22:15)

    @Andreas, letzter Satz: Hab ich eben gemacht, per E-Mail.

  • Cyril

    30.06.07 (18:55:51)

    vermutlich werden sie jetzt nervös und bieten nächste woche das duo köppel/bodenmann auf. war schon so ähnlich bei einer titelgeschichte anfang des jahres, die ihren leser das alte rollen- und familienmodell schmackhaft machen sollte. einige wochen darauf musste dann die autorin beatrice schlag das gegenstück bringen, weil vor allem die leserinnenschaft so aufgebracht war. die weltwoche ist ein reaktionärer macho-kindergarten.

  • Der Perfektionist

    30.06.07 (19:24:33)

    Ich kann eure Meinung nicht teilen: Klar ist Köppel sehr SVP-affin und klar wird die Weltwoche einseitig, wenn dauernd Mörgeli und andere rechtsbürgerliche Autoren als Gastautor verpflichtet werden. Aber - und das ist die Frage des Artikels - deshalb bleibt die Weltwoche doch unabhängig: Solange Köppel jede Woche aus freien Stücken sich entscheidet, Mörgeli schreiben zu lassen, ist doch deswegen seine Unabhängigkeit nicht eingeschränkt. Wenn medienlese.com jetzt aufdeckt, dass die SVP oder BR Blocher oder die Auns Köppel finanzieren oder ihm sonstwie indirekt drohen können, dann ist die Unabhängigkeit nicht mehr gewährleistet. Leider wird bei diesem ganzen Weltwoche-Bashing immer wieder vergessen, wie politisch links die meisten Journalisten sind, ohne dass dort die Unabhängigkeit immer gleich in Frage gestellt wird!

  • Daniel Maurer

    30.06.07 (19:33:55)

    Gut gebrüllt, Perfektionist! Da Herr Grob glaubt, Medien seien unabhängig, erwarte ich dies auch von medienlese.com. Ich erwarte beispielsweise, dass er beweist, dass er nicht bloss deswegen links schreibt, weil sein Chef der SP-nahe Peter Hogenkamp ist. Und ich erwarte, dass auch alle anderen redaktionellen Mitarbeiter der NZZ und deren Hintergrund unter die Lupe genommen wird. Geschieht nicht? Das verstehe ich. Schlagzeilen wie "Broder redaktioneller Mitarbeiter - ist die Weltwoche zu jüdisch?" machen sich für einen Frank A. Meyer-Klon in Berlin gar nicht gut. Herr Andreas: Ich finde sehr gut, dass ein Politiker einen anderen Politiker interviewt. Bedauerlich finde ich, dass man nicht sieht, wer welche Fragen gestellt hat.

  • andreas

    30.06.07 (22:00:06)

    Das Problem ist hier meiner Meinung nach weder der Inhalt noch die Person des SVP-Nationalrats Christoph Mörgeli noch seine politische Gesinnung. Oder um es anders zu sagen: Ich fände es genauso bedenklich, wenn das Interview mit unserem Hotelier aus Brig (aka Peter Bodenmann) gemacht worden wäre. Das erste Problem ist die fehlende Transparenz. Wenn es wirklich der SVP-Mörgeli ist, hätte es dabei stehen müssen. Denn es gibt noch andere Leute mit diesem Namen. Sollten es zwei verschiedene Personen sein, müssten sie unterschiedlich angeschrieben werden. Das zweite Problem ist, dass man Transparenz resp. Unabhängigkeit auch gegen aussen leben muss. Ein Journalist darf kein Parteibuch haben (ausser er schreibt Fachfremd, z.B. im Kleintierzüchtermagazin), insofern darf einer mit Parteibuch nicht zur Redaktion gehören. So wie die Weltwoche die Autorenschaft angeschrieben hat, wird aber der Eindruck erweckt, Mörgeli gehöre dazu. Denn Artikel von anderen Gastautoren werden einfach mit ihrem Namen angeschrieben, wobei sie ganz sicher von jemanden aus der Redaktion überarbeitet werden. Wenn Mörgeli Beck allein interviewt hätte, hätte ich mit der Sache überhaupt kein Problem.

  • Der Perfektionist

    01.07.07 (13:19:04)

    1) Wir sollten hier generell die Leser, aber insbesondere auch die Leser der Weltwoche, weder unterschätzen noch bevormunden: Wenn in der Weltwoche ein Christoph Mörgeli schreibt, kann sich der aufgeklärte Leser wohl denken, wer das ist, bzw. kann es mit minimalem Rechercheaufwand betreiben. 2) Weshalb wird die Transparenz nur bei der Weltwoche und im Zusammenhang mit dem Parteibuch gefordert? Wenn schon, müssten bei sämtlichen Journalisten immer sämtliche Interessenbindungen offengelegt werden. 3) Als Folge daraus: Warum ist eigentlich das Parteibuch so wichtig? Religion, Zivilstand, Einkommen, Wohnort, Nationalität des Ehepartners etc. formen genauso das Profil eines Journalisten, ohne dass er/sie dauernd daran aufgehängt wird.

  • Jean-Claude

    01.07.07 (16:05:40)

    Es ist doch einfach: ein Kolumnist Mörgeli geht jederzeit. Ein "Journalist" Mörgeli ist lächerlich. Er ist Parteipolitiker und Nationalrat, somit ein bezahlter Interessenvertreter. Natürlich geht sowas nicht. Viel wichtiger aber ist: Was ist der finanzielle Hintergrnd der Wewo? Wer zahlt für diese politische Grundhaltung? Eine Zeitung, die diese Frage nicht beantworten kann, kann man nicht ernst nehmen, völlig egal, ob rechts oder links oder sonstwas.

  • Michèle

    01.07.07 (22:53:44)

    Köppel und sein Sturmtrupp haben sich ja nun "SVP-Kampfblatt" schon selber auf den Titel geschrieben, wenn auch nur in Anführungszeichen und als Zitat, aber ich glaube, man darf das getrost als Programm lesen. Köppel sass am letzten Albisgüetli mit den SVPlern auf der Festbank (und nicht bei auf der Journalistenbank), er versteht sich blendend mit Blocher und nun geht Mörgeli auch noch als Interviewer mit ? es ist klar, Köppel und Co. haben das journalistische Prinzip aufgegeben, dass man sich mit den Mächtigen nicht ins Bett legt, dass man Distanz hält, dass man sich nicht gemein macht. Köppel und Co. machen das Gegenteil, sie gehen lustvoll mit der SVP ins Bett und sind auch stolz drauf. Man kann die Weltwoche trotzdem lesen, weil immer wieder mal ein guter Text drin steht, aber bei mir überwiegt der Ekel leider immer mehr.

  • Jean-Claude

    02.07.07 (10:52:25)

    ... und eins sollte man angesichts der schon fast gespenstischen Entwicklung bei der Wewo nicht vergessen: Im Herbst sind Wahlen. Eher kritische Titel wie Cash und Facts sind rechtzeitig davor verschwunden. Beide sind nicht an Leserschwund gescheitert (beide haben in letzter Zeit zugelegt, Cash hatte mehr Leser als die beiden stärksten Konkurrenten unter den Wirtschaftsmedien zusammen!) Sie scheiterten an fehlenden Anzeigen. Man sollte nicht unterschätzen, dass in der Schweiz (wie anderswo auch) hinter den Kulissen kräftig Medienpolitik (in diesem Fall auch: Machtpolitik) betrieben wird. Selbstverständlich passiert das auch via Anzeigen. Medien werden auf diesem Weg domestiziert. Es ist zum Beispiel ein offenes Geheimnis, dass der eher als links geltende Ringier-Verlag kollektiv in allen Titeln von den Banken gar keine oder kaum Anzeigen bekommt - bei der gegenwärtigen Alingi-Euphorie (UBS-Anzeigen!) geht sowas besonders ins Tuch. Das ist eine gezielte Aktion. Die Wewo profiliert sich bei diesen Themen hingegen ebenso einseitig, wie bei andern Themen, wo starke Interessen im Hintergrund im Spiel sind : siehe Swissfirst-Stories (= Weisswäsche für einen Gönner!).

  • andreas

    02.07.07 (11:49:40)

    @Perfektionist: Zu 1: Ich bin als Leser der Weltwoche verunsichert darüber, ob Christoph Mörgeli Christoph Mörgeli ist. Wie soll ich herausfinden, ob es *der* Mörgeli ist oder vielleicht der andere, den wir mal in Tele Züri kennen gelernt haben? Zu 2: Es geht nicht nur ums Parteibuch. Es gibt einige grundsätzliche Regeln, die zu beachten sind. Wer über Politik schreibt, hat kein Parteibuch. Wer über Wirtschaft schreibt, hat keine Aktien, erst recht nicht von einer Firma, über die er schreibt. Auch berichtet man nicht über Verwandte. So hätte Urs Leuthard als Arena-Mensch mindestens auch mal sagen müssen, dass er mit Doris Leuthard verwandt ist. Das ist nämlich auch nicht offensichtlich, auch wenn beide Leuthard heissen. Zu 3: Jeder Mensch hat Interessenbindungen, das ist klar. Ohne geht es nicht. Auch ist man "vorbelastet". Doch ist es eine andere Qualität, wenn ich liberal denke und z.B. eine Flat Tax toll finde, als wenn ich als Parteivertreter aktiv etwas tue, um Ideen meiner Partei zu pushen. Und wie ich sagte, das Parteibuch ist nur für diesen Fall relevant. Es gibt aber auch noch andere Sachen. @Jean-Claude: Sorry, aber deine Anzeigen-Theorie finde ich ziemlich affig, vor allem, weil sie so viel gebracht wird. Wenn du nicht bei der Weltwoche gearbeitet hast oder jemand vertrauenswürdig aus den inneren Zirkeln sagt, dass der Anzeigenverkauf erfolgreich Einfluss auf die Ausrichtung der Inhalte nimmt, halte ich das für dummes Geschwätz. Denn wer als Journalist bei sowas mitmacht, verliert endgültig seine Glaubwürdigkeit. Und wenn es rauskommt, ist der Ruf des Blattes zur Sau. Zumal es viele Anzeigenkunden gibt, die "antizyklisch" reagieren und besonders dann viel Werbung in einem Blatt schalten, wenn sie dort hart rangenommen werden. Und einseitige Positionierung ist nicht nur ein Hobby der Weltwoche, sondern auch der anderen Blätter.

  • Jean-Claude

    02.07.07 (12:21:58)

    Andreas, es ist keine Theorie. Es ist Praxis. Ich glaube, du wohnst auf einem andern Stern. Zum Beispiel: "Wirtschaftsjournalisten haben keine eigenen Aktien, erst recht nicht von einer Firma, über die sie schreiben" Glaubst du das echt?

  • Pirelli

    02.07.07 (13:00:09)

    Köppel referierte auch an der Auns-Mitgliederversammlung. Und fand sich zum Dank auf dem Titelblatt von deren Mitgliederzeitschrift wieder, in der zum WeWo-Abo aufgefordert wurde - und zum Boykott von BZ und NLZ, weil die nicht über die Versammlung berichtet hätten. Ich finde diese Seilschaft schon einigermassen bedenklich.

  • andreas

    02.07.07 (15:18:08)

    @Jean-Claude: Nein, ich glaube das nicht. Aber es ist eine dieser Regeln wie diejenige mit dem Parteibuch. Ich weiss sehr wohl, dass viele Journalisten auf alle Regeln scheissen, die es gibt. Was dazu führt, dass ihre Glaubwürdigkeit brutal sinkt. Was aber gleichzeitig nicht heisst, dass ich die Regeln für obsolet halte, sondern für wichtiger denn je. Deshalb stört mich auch, dass ein Mörgeli schreibt, der entweder falsch deklariert wurde oder gar nicht.

  • Robert Holzwart

    02.07.07 (16:41:34)

    mörgeli, der dauernd über staatsbedienstete lästert (und selbst einer ist), soll gefälligst offen legen, wo er wann und wieviel verdient. ich habe ihn schwer im verdacht, dass er nationalratssitzungen, vorlesungen, wichtigen sitzungen im museum (sic!) schwänzt, um seine ergüsse zu kritzeln.

  • Roger Baumann

    03.07.07 (11:22:19)

    Die Weltwoche wird niemandem aufgezwungen und sie ist niemandem Rechenschaft schuldig. Wer ein Medium konsumiert tut gut daran, sich auch zu informieren, wer dahinter steckt. Das gilt für alle Medien. Die Weltwoche erachte ich ? seit Herr Köppel die Leitung übernommen hat ? als wichtiges Gegenstück zur Schweizer Medienlandschaft. Warum wird die Meinung eines Individuums meistens als Gefolgschaft einer Partei deklassiert? Diese Logik ist arrogant und stammt häufig von politisch Aktiven. Meine Meinung kann sich mit der Meinung einer Partei decken, deswegen ist sie noch lange nicht von dieser Partei. Journalismus kann als rechts oder links, wahr oder unwahr, subjektiv oder weniger subjektiv etc. qualifiziert werden. Je nach politischen Lagern, wird rechts/links mit unwahr gleichgesetzt. Ich blende die Politik aus. Mich interessiert nur, ob die Geschichte so stimmen könnte oder nicht. In der Regel liegt für mich die Wahrheit irgendwo in der Mitte. Schliesslich gibt es nie nur die eine Wahrheit.

  • Jean-Claude

    03.07.07 (14:16:04)

    Roger, genau das ist eben die Frage: Wer steckt dahinter, welche Interessen, wer bezahlt das Defizit - und warum? Bei einer Zeitung ist das essentiell. Die Leser wissen es nicht. Man kann sich darüber nirgendwo informieren. Das ist einfach nicht sauber. Und es wird Gründe für diese Geheimnsikrämerei geben Bei allen grösseren Medien in der Schweiz sind die wichtigsten Eigentümer oder Aktionäre bekannt.

  • Michèle

    04.07.07 (08:06:50)

    @Roger: "Warum wird die Meinung eines Individuums meistens als Gefolgschaft einer Partei deklassiert?" In diesem Fall ist es doch eindeutig ? wenn Chefredaktor Köppel dauernd mit den SVPlern herumhängt, mit Blocher befreundet ist und Nationalrat Mörgeli als Interviewer verpflichtet, dann muss man wirklich nicht böswillig sein, um die Weltwoche der SVP-Gefolgschaft zu bezichtigen.

  • Roger Baumann

    04.07.07 (16:52:07)

    @Jean-Claude Jean Frey hält an der neuen Weltwoche Verlags AG eine Minderheitsbeteiligung von 40 Prozent. Roger Köppel besitzt 60 Prozent. So jedenfalls ist mein Informationsstand und gemäss Richtlinien des Presserats ist das transparent genug. Mir reicht das auch, weil ich ein vorsichtiger Leser bin. Grundsätzlich glaube ich nichts. Steht in der Weltwoche was von Sozialschmarotzern und unfähigen Politikern, so sehe oder lese ich bestimmt in den nächsten Tagen eine andere Sicht der Dinge und entscheide mich anschliessend, für welche Version ich mich eher entscheide. Gesunder Menschenverstand reicht in vielen Fällen auch. @Michèle Ich verfolge Herr Köppel nicht auf Schritt und Tritt. Ob er tatsächlich "dauernd" mit SVPlern "herumhängt" kann ich so nicht beurteilen. Gibt es eine Statistik, wie lange und wie oft er sich mit SVPlern, SPlern etc. unterhält? Oder versuchen andere Medien (Konkurrenten) ihn in die SVP-Ecke zu stellen? Kann sein, kann auch nicht sein. Zumindest hat er nicht viel gegen die SVP einzuwenden. Das ist transparent genug für mich. Die Qualität der Medienarbeit hat in den letzten Jahren massiv abgenommen. Es wird abgeschrieben, miserabel recherchiert, mächtig (links) politisiert und fusioniert. Ich habe einfach aufgehört, Tages-Zeitungen zu lesen und habe mich anderweitig informiert. Die Weltwoche hat bei mir Interesse geweckt und ich lese praktisch jeden Artikel. Mich spricht diese Zeitung in Format, Inhalt und Zyklus an. Herr Köppel erscheint mir als intelligenter Mensch. Ich bin gespannt, ob die Weltwoche das Niveau halten kann.

  • Jean-Claude

    04.07.07 (17:52:13)

    Roger, das sind doch Kindergeschichten. Die Frage ist: Wer steckt wirklich hinter diesen 60%? Verlage mit Milliardenmsatz stellen ihre Titel ein, weil ihnen die Defizite zu hoch sind. Wer deckt das Defizit der Wewo, welche Interessen sind damit verbunden? Deckt das Herr Köppel aus der Portokasse ab? Irgendwo gibt es eine Grenze der Naivität.

  • Roger Baumann

    04.07.07 (18:25:57)

    @Jean-Claude Wie hoch sind die Defizite von Wewo? Kennst du die Finanzplanung von Herrn Köppel? Schon was von ROI gehört? Bestimmst du die Grenze der Naivität, sogar des Anstands? Oder bist du einfach mit dem Düsenjet durch die Kinderstube geflogen?

  • Urs

    04.07.07 (23:47:03)

    Woher der Roger sein Geld hat, stand hier kürzlich: http://medienlese.com/2007/06/20/hat-der-markt-entschieden/#comment-8819

  • Flurin Vital

    28.03.09 (23:01:13)

    Funktioniert denn das?

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