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02.05.08

IPTV kostenlos: Fernsehen ohne Schwarm

Zweiter Teil unseres Fernseh-Überlicks: Nach den vielen Reaktionen auf unseren P2P-Post schauen wir uns heute nach kostenlosem IPTV am heimischen Rechner um.

Kostenloses IPTVIPTV kennt und nutzt schon fast jeder: Handyvideos über UMTS, Filmbestellungen über Video-on-Demand oder beim Daddeln mit der Spielekonsole. Die Deutsche TV-Plattform definierte bei der Gründungssitzung ihrer ?Arbeitsgruppe IPTV? im Herbst 2007, das ?so genannte IPTV? als ?eine neue Verbreitungsform auf der Basis des ?Internet Protocol? (IP)?. Doch welche kostenlosen Projekte können mit Onlinevideotheken wie Maxxdome oder Videoload mithalten?

 

Für Besserwisser: Blinkx BBTV

BBTv

Ein Erfolg versprechendes Projekt ist Blinkx BBTV. Ein neuer IPTV-Client, mit dem man Inhalte nicht nur anschauen kann. Der Player zeigt auf Wunsch Informationen zu Darstellern an oder springt exakt zu einem bestimmten Dialog im Film. Auch die Bildqualität kann sich sehen lassen.

Blinkx ist eigentlich bekannt für eine der größten Video-Suchengines weltweit. Mit dem zugehörigen Programm namens Blinkx BBTV können Sie die Inhalte jetzt auch in einem Player begutachten.

Der Content stammt größtenteils aus dem Independent-Sektor, einige echte Kinostreifen finden sich allerdings auch. Zu den Channels: HD mit hochauflösenden Filmen, Entertainment, Lifestyle, News & Info, Sports und Pornstars. Letzterer erklärt sich von selbst.

Nach einem Klick auf Show Hidden Icons, erhält der User Zugriff auf zwei weitere Funktionen. Info blendet Details zu Sendung, Schauspielern, Handlung und Preisen ein. Diese sind verlinkt und öffnen im Player selbst IMDb (Internet Movie Database), Wikipedia oder Google - der Stream pausiert in dieser Zeit.

Über Transcription nutzt Blinkx Spracherkennungs-Algorithmen, um sämtliche Dialoge eines Videos aufzulisten. Klickt man auf einen der Sätze, springt der Player direkt an diese Stelle.

Blinkx BBTV nutzt wie viele der Mitbewerber im IPTV-Bereich ein hybrides P2P-System: Die Inhalte befinden sich zwar auf Servern und werden von dort gestreamt, die Nutzer geben sich aber auch untereinander Inhalte weiter - wie in einer Tauschbörse.

Content is King: Hulu

Hulu

Zu schön, um wahr zu sein ist das Angebot des Videoportals Hulu. Das gemeinsame Kind der Rupert Murdochs News Corp. und NBC Universal bietet etwa 100 Filme und mehr als 250 Serien kostenlos, werbefinanziert und in hoher Qualität als Stream an.

Die Filme wie "The Big Lebowski", "Hitman" oder "Mullholland Drive" sowie 250 Serien von den "Simpsons" und "Dr. House" bis zu Klassikern wie das ?A-Team? bietet das Videoportal komplett kostenlos an. Auch Lizenzen mit NBA und NHL sind unter Dach und Fach.

Dabei finanziert sich Hulu über Werbeeinblendungen. Bei Filmen werden teilweise auch Kino-Trailer eingeblendet. Analysten loben das Werbekonzept von Hulu, da hier die Zuschauer selbst auswählen könnten, welche Werbeinhalte sie angezeigt bekommen wollen.

Das Problem: Wegen rechtlicher Bestimmungen – und um die Lizenzierungen der Sendungen an andere TV-Sender nicht zu unterwandern – bleiben viele Inhalte den USA vorbehalten. Hulu kontrolliert die IP-Adresse und verweigert eventuell das IPTV-Vergnügen. Da heißt es: Abwarten oder Abwandern.

Immer noch exklusiv: Hobnox

Hobnox

Auch Hobnox ist Fernsehen im Internet. Zwar werden hier keine Fernsehsender gestreamt, dafür werden die Inhalte von der Redaktion und zukünftig von der Community gestellt. medienlese.com berichtete. Das engagierte Projekt von Ex-Lycos-CEO Alfred Tolle und Alexander Gorny, vormals Pixelpark, hängt allerdings immer noch in der Closed-Beta-Phase. Videos kann sich der User also schon anschauen. Um selbst ein kreativer Teil der Künstler-Community zu werden, wird man sich noch ein wenig in Geduld üben müssen.

Nachtrag zu Zattoo:

Zattoo ist P2P-basiert. Allerdings werden die Inhalte auch von einem zentralen Server gestreamt. Ist dieser überlastet, wird die Datenlast über das Peer-to-Peer-Protokoll auf die User verteilt. Das Beste aus zwei Welten.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

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