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16.02.10Leser-Kommentare

iPad: Was iPhone-App-Entwickler beachten müssen

Worauf sollten App-Entwickler bei der Ressourcenzuteilung für die Entwicklung für iPhone und iPad achten? Der Entwickler Marco Arment hat sich dazu Gedanken gemacht.

ipadjobs

Marco Arment ist der Chefentwickler des erfolgreichen Mikroblogging-Dienstes Tumblr. In seiner Freizeit entwickelt er außerdem den erfolgreichen Bookmarkingdienst Instapaper. Für letzteren Dienst hat Arment eine viel gelobte iPhone-Applikation geschrieben. Kein Wunder also, dass er wie Tausend andere App-Entwickler sich Gedanken macht, wie er mit dem kommenden iPad umgehen soll.

Die Aussagen von Apple, die sich an Entwickler richten, kann man so zusammenfassen: Wir hatten einen Goldrausch beim iPhone. Denn wird es auch beim iPad geben. Also passt besser eure Apps an die neue Screengröße an.

Ganz so wird es nicht sein, wie Arment in seinem Artikel treffend schlussfolgert. Wie sollten Entwickler ihre Ressourcen zwischen der Entwicklung für iPhone und Anpassung für iPad verteilen?

Es wird eine Weile dauern, bis iPads eine für Entwickler signifikante Nutzerbasis erreichen werden. Arment geht von drei bis vier Prozent aus, die von der Gesamtheit der Apple-App-Verkäufe an iPad-Besitzer Ende 2010 gehen werden. Mehr nicht. Der Grund: die Verbreitung von iPhone und iPod Touch ist signifikant und wird weiter wachsen. Es ist also sinnvoll, weiter auf die kleinen Screens zu achten.

Außerdem wird von vielen Nutzern (und wohl auch von Apple, das sein Ökosystem stärken will) eher gefordert werden, dass Apps für beide Größen, groß wie klein, entwickelt werden - und als eine Applikation gerechnet werden. Das heißt: iPhonebesitzer, die ein iPad kaufen, können dort weiterhin ihre für das iPhone erworbenen Apps nutzen. Selbst wenn diese aufwendig an den größeren iPad-Screen angepasst wurden.

Das wird einen anfänglichen Goldrausch wohl eher verhindern als alles andere. Denn diejenigen, die bereits iPhones besitzen, werden wohl zur ersten Gruppe an iPad-Käufern zählen. Bedeutet: Eine angepasste Universalapp für iPad und iPhone wird anfänglich zu praktisch null zusätzlichen Verkäufen über das iPad führen.

Man muss es als Entwickler mit der Entwicklung für das iPad also nicht überstürzen, wenn die Ressourcen nicht vorhanden sind, oder noch Potential im iPhone-Bereich liegt, der noch lange Zeit weitaus größer sein wird als sein iPad-Pendant.

Wie sehen das mitlesende App-Entwickler?

Kommentare

  • Arne

    17.02.10 (00:11:27)

    Universallapps münden aus Entwicklersicht in einem Paradoxon: schon jetzt viel zu billig angebotene Software im AppStore erzeugt beim Entwickler noch mehr Entwicklungskosten, weil Apple Universal Apps als die wünschenswerte Option festlegt, und der Nutzer die enstprechende Erwartungshaltung bei sich ausprägt. Der iPad-"Use Case" ist aber ein komplett anderer als der des iPhones, und die App muss demzufolge auch über einen komplett anderes Nutzungswert verfügen. Durch die größere Bildschirmgröße muss zudem das Bedienkonzept überdacht & -arbeitet werden. Der Entwickler steht nun vor der Wahl, zwei Versionen herauszubringen und den Nutzer doppelt abzukassieren oder die iPad-Variante aufgrund des kleinen Marktes durch die iPhone-App querzusubventionieren, was unternehmerisch ungünstig ist. Alles in allem eine unbequeme Situation. Ich bin gespannt wie sich andere Entwickler nach Erscheinen daes iPads verhalten werden. Abwarten ist in meinen Augen die auf jeden Fall pragmatischere Alternative.

  • Ole Begemann

    17.02.10 (00:58:36)

    Ich glaube, den viel beschworenen Goldrausch wird es bestimmt nicht für alle Entwickler geben. Diejenigen, die zum iPad-Launch die besten speziell fürs iPad angepassten Apps haben, werden allerdings enorm davon profitieren, weil genau diese Apps in aller Munde sein werden. Nicht nur Apple wird sie speziell bewerben, sondern auch alle Blogs werden über sie schreiben. Und damit ist die Chance groß, dass sehr viele iPad-Käufer der ersten Stunde solche Apps auch kaufen werden. Da schadet es m.E. auch nicht, wenn man eine Universalapp anbietet und dadurch auf Neuumsätze von Altkunden verzichtet. Ist die iPad-Version gut genug, wird man so viel frische PR bekommen, dass auch viele iPhone-Besitzer die App kaufen werden, obwohl sie vielleicht noch gar kein iPad haben. Eine große Frage, die sich die Entwicklercommunity noch stellt: wie wird Apple den Launch angehen? Werden Entwickler iPad-Apps im Vorhinein einreichen können und werden diese von Tag 1 an erhältlich sein? Das würde bedeuten, dass Entwickler Apps einreichen würden, die sie nie auf einem realen Gerät testen konnten. Damit wird es sehr schwer werden, überhaupt eine richtig gute App anzubieten. Wie dem auch sei: ich plane auf jeden Fall, frühzeitig beim iPad dabei zu sein.

  • Lukas Heimer

    17.02.10 (01:41:20)

    Ich glaube, die Kosten für ein iPad-App mit echtem Mehrwert (im Vergleich zum iPhone) werden die wenigsten wieder reinholen können. Meine Hoffnung ist eher, dass die Kunden endlich an ihrer Gleichung "kleiner Bildschirm = kleiner Aufwand/Preis" zweifeln und bereit sind, generell mehr für mobile Software zu bezahlen. Es ist wirklich ein Unding, auf welchem Niveau sich beim iPhone die Preise eingependelt haben. Software, die für einen Desktop-Computer 20 Euro kosten würde, kostet (bei gleichem Aufwand) im AppStore nur einen Bruchteil. Und die Einstellung, die dahinter steht, kommt in solchen Mails zum Ausdruck: "Also für 1,59 hätt ich mir wirklich etwas mehr erwartet..." Insofern kann das iPad vielleicht doch zu mehr Einnahmen führen. [self userSchelte aus] :-)

  • Stefan Waidele

    17.02.10 (10:11:05)

    Warum sollte ich ein Programm ein mal kaufen und auf zwei verschiedenen Computern nutzen können? Warum sollte ich dann die für's iPhone gekauften Apps auf dem iPad zweitverwerten dürfen? Klar, das ist einer der Vorteile von OpenSource - aber von der sprechen wir doch nicht. Ich denke, der "Goldrausch" wird einsetzen, wenn sich iPhone-Besitzer die lieb gewonnenen Programme nochmal für das iPad kaufen werden.

  • Stefan

    19.02.10 (20:19:33)

    @Stefan Nochmal kaufen ist der falsche Weg. Eher In-App-Käufe um auf erweiterte iPad Festures zuzugreifen. Das iPhone ist lizenzmäßig an das fair-use Modell von iTunes gekoppelt. Die Nutzung des Programms, der Musik oder dem Film ist auf mehreren Endgeräten gleichzeitig möglich. Das ist nur fair und bricht das überkommene Modell der eine Lizenz pro Rechner aus dem Desktopbereich auf.

  • Mobileman

    23.06.10 (22:17:05)

    Guter Beitrag. Unserer Meinung nach ist es auch klar: Originelle Konzepte, neue Wege, etwas risikieren! Mobileman hat bereits über 100 mobile Applikationen entwickelt. .

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