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02.07.09Leser-Kommentare

Internet-Vorurteile: Fünf Aussagen über das Web, die niemand mehr hören will

Es gibt Vorurteile rund um das Web, die immer wieder auftauchen. Ein Versuch, mit fünf gängigen Aussagen ein für alle Mal aufzuräumen.

Gähnen

Obwohl ich jederzeit für eine lebhafte Diskussion zu haben bin, gibt es Augenblicke, in denen mir die Lust fehlt, mich über ein schon hundertmal besprochenes Thema erneut auszulassen. Gerade was das Web betrifft, existieren leider einige weit verbreitete Vorurteile und Annahmen, auf die ich immer wieder stoße und die schnell zu einem Streitgespräch führen. In solchen Situationen wünsche ich mir meist einen Link, auf den ich anstelle einer ohnehin vorhersehbaren Diskussion verweisen kann.

Diesen Wunsch werde ich mir erfüllen und meine persönlichen Antworten auf fünf regelmäßig wiederkehrende Pauschalaussagen rund um das Leben und Arbeiten im digitalen Zeitalter geben (und damit ein letztes Mal zur Diskussion stellen).

"Dafür habe ich einfach keine Zeit."

Hört man sowohl im privaten als auch beruflichem Kontext - gerne dann, wenn es um Twitter geht. Keine Zeit für etwas zu haben, heißt, eine Sache nicht zu priorisieren, weil man sie nicht für wichtig hält. Gerade Unternehmen sollten aber genau darüber nachdenken, ob es sich nicht lohnt, ein paar Minuten pro Tag in etwas zu investieren, was mittlerweile eine ähnliche Relevanz hat wie klassisches Marketing. Im sozialen Web präsent zu sein oder diesem zumindest "zuzuhören", ist 2009 im Prinzip für alle Firmen ab Mittelstand aufwärts Pflicht. Wer das erkannt hat, wird sich nie wieder mit "ich habe keine Zeit dafür" herauszureden versuchen.

"Dieser Online-Exhibitionismus ist nichts für mich."

"Online-Exhibitionismus" ist eine vorrangig in web-kritischen Zeitungsartikeln gern verwendete Bezeichnung. Tatsächlich entscheidet jeder selbst, wie weit er oder sie mit den Aktivitäten in Social Networks gehen will. Heikel wird es nur dann, wenn man jegliche Einstellungen zum Datenschutz ignoriert und sich keine Gedanken darüber macht, welche Konsequenzen das eigene Handeln hat. Sicherlich machen Menschen heutzutage mehr private Informationen zugänglich als in grauer Internet-Vorzeit. Zu einem "Online-Exhibitionismus" wird das aber nur in vergleichsweise wenigen Fällen. Sich vorsichtig an ein Netzwerk heranzuwagen, ein Profilfoto von sich hochzuladen und den Geburtsort einzutragen, hat in jedem Fall nichts damit zu tun.

"Ich bin nicht so jemand, der im Internet rumspielt."

Mit dieser 2007 von Bundesjustizministerin Brigitte Zypries in den Kultstatus erhobenen Aussage soll deutlich gemacht werden, dass man das Internet nur für vernünftige Dinge nutzt und all die bösen und auf pure Unterhaltung ausgelegten Inhalte links liegen lässt. Doch was ist eigentlich verwerflich daran, im Web auch einmal etwas anders zu tun als bitterernste E-Mails zu schreiben und gezielt Wikipedia zu besuchen? Wer das "Musikantenstadl", "Wetten Dass" oder den "Tatort" anschauen kann, sollte kein Problem damit haben, ohne schlechtes Gewissen auch online Unterhaltung und Spaß zu suchen.

"Ich ziehe Treffen im richtigen Leben den Online-Kontakten vor."

Ein echter Evergreen, auch wenn die dadurch implizierte Behauptung, man würde durch den Aufenthalt im Netz seine sozialen Kontakte vernachlässigen, weit von der Realität entfernt ist. Mit Hilfe von Social-Web-Diensten lässt sich der Radius des Freundes- und Bekanntenkreises vielmehr erweitern - ohne dass dies die Zahl der engsten Freunde beeinflusst. Jeder aktive Online-Netzwerker kann bestätigen, dass das spontane Verabreden zum gemeinsamen Feierabendbier/Sport/Essen sowohl in der Heimatstadt als auf auf Reisen nie leichter war als heute. Networking im Internet - natürlich in Maßen - bereichert das soziale Leben, statt ihm zu schaden.

"Für diesen neumodischen Kram bin ich zu alt."

Ältere Semester haben eine praktische Ausrede, um sich vor der digitalen Welt zu drücken: "Dafür bin ich zu alt". Sicherlich beeinflussen über viele Jahrzehnte eingeprägtes Mediennutzungs- und Kommunikationsverhalten die Flexibilität und Anpassungsfähigkeit an neuen Technologien. Doch die steigende Zahl reiferer Internetnutzer oder diese hundertjährige Twitter-Nutzerin beweisen, dass Web-Kompetenz keine Frage des Alters, sondern des Wollens ist. Wer dem Netz fernbleiben möchte, soll dies tun - aber das dann auch offen zugeben, statt den Generationenunterschied vorzuschieben.

Wahrscheinlich gibt es noch eine ganze Reihe anderer, immer wieder auftauchender Vorurteile rund ums Netz. Erwähnt weitere Beispiele (und eure Kritik an meinen) gerne in den Kommentaren.

(Foto: Flickr/zimpenfish; CC-Lizenz)

Kommentare

  • Ole

    02.07.09 (13:34:47)

    "Das Internet ist ein rechtsfreier Raum" (ist eigentlich die Nummer eins unter den Vorurteilen)

  • Martin Weigert

    02.07.09 (13:36:49)

    Mensch, ausgerechnet das vergesse ich in meiner Auflistung ;) Andererseits wurde es ja an vielen anderen Stellen im Netz erfolgreich widerlegt (z.B hier).

  • Daniel

    02.07.09 (14:03:06)

    Wohl war. Bloß schade, dass dies hier nur die Leute lesen werden, die Deiner Meinung sind ;)

  • Axel Krüger

    02.07.09 (15:40:38)

    Vielleicht kann ich ja dazu beitragen, dass "das hier" auch Leute lesen, die anderer Meinung sind. Ich werde mal etwas dazu schreiben und gerne auf Euch verlinken.

  • mds

    02.07.09 (19:27:39)

    Bloß schade, dass dies hier nur die Leute lesen werden, die Deiner Meinung sind ;) Und jene, die anderer Meinung sind, würden sich sowieso nicht beeinflussen lassen: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/30/30638/1.html

  • Oliver

    02.07.09 (20:06:22)

    zu dem exhibitionismus: ich bin fan der 2.0 features und auch begeisterter surfer/user, aber ich bin mir nicht sicher, ob es gut ist von jedem ohne probleme den lebenslauf, die urlaubsbilder, den partner, etc finden zu können (klar man kann das einschränken, aber viele machen das nicht). insbesondere ist es sehr interessant, was in den book's und vz's als richtig und wichtig für eine präsentation erachtet wird. das kann man lösen in dem man seine einstellungen ändert. daraus folgt 2. aber: wenn studis das nicht mal geregelt kriegen, was ist dann mit der generation, die bevor sie schreiben kann schon im internet surft? in den meisten fällen sind die eltern nicht so internetaffin und haben auch keine ahnung was im internet so passiert (bis auf vorurteile) und diese kids präsentieren alles, aber ohne bedenken, warum auch machen ja alle anderen freunde genauso und es ihnen niemand erklärt, was es für folgen haben kann. von daher ist das kein vorurteil, was keiner mehr hören will, sondern fakt und nicht immer nur so einseitig positiv wie manche es gerne hätten. alle anderen punkt unterschreibe ich gerne, mein liebling ist: keine zeit....

  • René Fischer

    02.07.09 (21:05:49)

    Genial. Hab heute am Dönerstag in der Mittagspause genau DIESE Diskussion geführt. Danke für den Link :-)

  • bugsierer

    02.07.09 (21:16:22)

    zum zeitargument: ein paar minuten pro tag reichen nirgends hin. ganz zu schweigen von der "einarbeitungszeit" – schon bei an sich webaffinen menschen dauert es ein paar wochen, bis sie begreifen, wie twitter tickt. dass twitter eine ähnliche relevanz haben soll wie klassisches marketing, ist unsinn. erstens ist twitter nur ein tool unter anderen (alle zusammen bilden den marketingmix). und in 99.999...% aller marketingkampas wird twitter nicht eingesetzt. oder hab ich da was verpasst?

  • Martin Weigert

    02.07.09 (22:33:47)

    @ Axel gern! @ Daniel Mach's wie Axel ;) @ mds Interessanter Link, danke! @ Oliver Das Problem ist, dass gerne sämtliche Social Networking-Aktivitäten mit diesem negativ belegten Begriff abgetan werden. Dass man sich durch das Veröffentlichen bestimmter Inhalte auch schaden kann, stimmt natürlich. @ René Perfekt, hier noch eine praktische Short-URL zum Artikel: http://bit.ly/vorurteile @ bugsierer Es heißt ja nicht umsonst "Einarbeitungszeit". Ist man einmal drin, reichen ein paar Minuten pro Tag für Twitter definitiv aus. Niemand muss sofort süchtig werden. Was du als Unsinn bezeichnest, ist in meinen Augen eine Tatsache. Twitter ist kein Tool unter anderen, sondern ein Dienst, der in einzigartiger Weise (und in Echtzeit) aufzeigt, was Verbraucher/Kunden (und derzeit vor allem Meinungsführer)über dein Unternehmen und deine Produkte denken. Das zu ignorieren oder erheblich unterhalb klassischen Marketings zu positionieren (was locker durch Twitter ausgehebelt werden kann, wie viele Beispiele zeigen), ist ein Fehler.

  • mds

    02.07.09 (23:09:19)

    Zeit ist tatsächlich immer eine Frage der Prioritäten. Angesichts von gegebenen Prioritäten wie Arbeit und Familie inklusive Haushalt bleibt vielen kaum noch Zeit … nicht jeder ist Student oder freier Was-auch-immer-2.0.

  • bugsierer

    02.07.09 (23:19:00)

    @martin: den musst du mir aber zeigen, der erfolgreich businessmässig twittert und nur ein paar minuten pro tag einsetzt. ich rede nicht von sucht, ich rede von twitter richtig anwenden und das heisst doch wohl auch mit den leuten sprechen und ihre tweets lesen. das ist nicht in ein paar minuten erledigt. ganz abgesehen vom aufwand, feedbacks zu bearbeiten, weiterzuleiten oder zu beantworten. twitter kann ein sehr effizientes tool sein, das bestreite ich ja nicht. aber es wird nie das einzige sein, um kommerzielle oder institutionelle kommunikation zu machen. (der begriff marketing ist langsam eh zu schwammig.) nochmals: es sind im deutschsprachigen raum höchstens ein paar hundert firmen, die twittern und meinetwegen noch bloggen. daneben gibt es ein paar 100'000 firmen, die das nicht tun, sondern nach wie vor die klassischen kanäle nutzen. wo also ist da die relevanz von twitter im vergleich zu den klassischen kanälen?

  • Martin Weigert

    03.07.09 (00:05:06)

    Es beginnt mit ein paar Minuten, und diese reichen aus, um sich erst einmal einen Überblick zu verschaffen. Später kann es ja dann mehr werden. Warum Twitter für das Marketing an Relevanz gewinnt und klassische Kanäle bedroht, habe ich hier beschrieben.

  • Opal Essence

    03.07.09 (01:00:43)

    Ich gehöre zu denjenigen, die fürs Marketing alle verfügbaren Kanäle im Netz nutzen müssen, sowohl zur Orientierung und Marktforschung, als auch aktiv zur Promotion. Zustimmen kann ich einem Großteil der Aussagen in diesem Artikel dennoch (oder erst recht) nicht. Insbesondere der Zeitfaktor und die komplette Verlagerung sozialer Aktivitäten ins Internet wird hier meiner Meinung nach total verkannt oder verharmlost. Der Zeitfaktor schädigt die Wirtschaft MASSIV (Arbeitszeitverschwendung), der Soziale Faktor verändert die Gesellschaft erheblich - da sei jedem selbst zu überlassen, ob das gut oder schlecht ist.

  • Martin Weigert

    03.07.09 (09:47:35)

    Opal Essence, du blendest dabei aber den Produktivitätsfortschritt aus, den wir im Vergleich zu früher durch Computer, Internet, die Verfügbarkeit von Informationen, Transparenz, neue Möglichkeiten der Kollaboration und Kommunikation erzielt haben. Sprich, es gibt viele Dinge, die weniger Zeit in Anspruch nehmen. Diese Zeit wird nun z.B. in den Social Web-Bereich investiert. Es geschieht hier lediglich eine Verschiebung und Veränderung von Aufgaben. Wenn du von massiver Arbeitszeitverschwendung sprichst, dann überträgst du fälschlicherweise das Mindest von vor 20 Jahren auf einen heutigen Arbeitnehmer/Unternehmer.

  • bugsierer

    03.07.09 (10:08:22)

    @martin: gut, du bist jetzt immerhin schon mal von "ähnliche relevanz" auf "gewinnt an relevanz" zurückgekommen – ein haushoher unterschied. deine neuerliche behauptung, ein paar minuten würden reichen, zeigt, dass du offensichtlich keine erfahrung darin hast, wie unternehmen intern in sachen kommunikation wirklich ticken. und erstaunlicherweise tust du so, als ginge es nur um twitter. dabei geht es wenn schon um die ganze bandbreite von social media. das alles erstmal zu verstehen und dann auch noch anzuwenden, ist für 99% aller firmen eine herausforderung, die sehr wohl sehr viel zeit erfordert. bei den meisten scheitert es schon an der frage, ob man sich überhaupt damit befassen soll oder nicht. die grössten chancen dazu sind immer dann da, wenn im entscheidungsgremium einer sitzt, der eine gewisse webaffinität mitbringt. die meisten anderen haben schlicht angst, mit diesem paradigmenwechsel überfordert zu sein. als praktiker in der unternehmenskommunikation, der in den letzten 30 jahren sowohl die alten wie die neuen kanäle kennt, muss ich sagen: ich lese deine beiträge (und viele andere zu diesem thema in anderen blogs) regelmässig und lerne viel dabei. was mir aber fehlt, ist der bezug zur realität in der ganz normalen wirtschaft. da ist es in 9 von 10 firmen schon schwierig, ein budget für eine einigermassen anständige website durchzukriegen. aus dieser erfahrung heraus kommt mir hier und in andern blogs manches etwas realitätsfern vor.

  • Martin Weigert

    03.07.09 (11:27:59)

    @martin: den musst du mir aber zeigen, der erfolgreich businessmässig twittert und nur ein paar minuten pro tag einsetzt. Du warst es, der sich auf Twitter bezogen hat. Ich habe entsprechend geantwortet. Ich arbeite übrigens auch in der Unternehmenskommunkation -in einem Unternehmen, bei dem ich einer der wenigen Social-Web-Freunde bin. Insofern weiß ich sehr gut, wie die Dinge praktisch ablaufen und wie schwierig es ist, andere von der Notwendigkeit von Anpassungen zu überzeugen. Dennoch bin ich der festen Überzeugung, dass Einsatz und Aktivitäten im sozialen Web unglaublich wichtig sind, gerade um sich gegenüber trägeren, konservativ denkendere Konkurrenten einen Vorsprung zu verschaffen. Ich sage nicht, dass ein Unternehmen, dass keine Zeit in das Web investiert, sofort Pleite wäre. Die negativen Folgen können erheblich langfristiger sein. Wer einmal ins Hintertreffen gerät, wird immer hinterherlaufen und kann im schlimmsten Fall irgendwann kaputt gehen.

  • Opal Essence

    03.07.09 (12:54:46)

    @MW: Und doch ist und bleibt es Arbeitszeitverschwendung. Wenn Arbeitnehmer 2-3 Stunden täglich ihre Arbeitszeit in Facebook etc. verschwenden, geht die Produktivität in den Keller im Vergleich zu Ländern, in denen das deftig unterdrückt wird. Da braucht sich dann keiner mehr wundern, dass manche Aufgaben in manch anderen Ländern dramatisch günstiger angeboten werden können. (Ja, ich weiss, dass auch Lohnnebenkosten etc. eine Rolle spielen. 30% verschwendete Arbeitszeit spielt aber auch eine...)

  • mds

    03.07.09 (13:01:01)

    IT führt tatsächlich zu mehr Produktivität. Die daraus resultierende Zeitersparnis steht aber leider nicht in erster Linie am Arbeitsplatz zur freien Verfügung, sondern verschiebt sich in die freie Zeit der ehemaligen Arbeitnehmer … :-> Passend zum Thema: Wird das Web unsere Staaten ruinieren, weil viele Web-Aktivitäten nicht monetär sind und entsprechend nicht besteuert werden können? http://www.businessinsider.com/yes-the-web-will-bankrupt-the-government-2009-6

  • Fragezeichner

    03.07.09 (13:01:42)

    Anstatt einfach zu sagen, "nö, stimmt nicht, will ich nicht mehr hören", solltest du dir vielleicht mal die Zeit nehmen, ein paar mehr Fakten zu den diversen Punkten zu sammeln und zu präsentieren (gerne auf mehrere Artikel verteilt). Ansonsten erweckst du den Eindruck, deinen eigenen Voruteilen aufgesessen zu sein.

  • Martin Weigert

    03.07.09 (13:04:41)

    @ Opal Das ist meiner Ansicht nach eine sehr archaische Sichtweise. Wie kommt es, dass Länder mit flachen Hierarchien, großem Freiraum für die Arbeitnehmer und vergleichsweise kurzen Arbeitszeiten wie Norwegen oder Schweden (hier in Schweden ist in den meisten Unternehmen der Tag vor einem Feiertag nur ein halber Arbeitstag!) trotzdem wirtschaftlich so viel besser da stehen als andere, erheblich weniger arbeitnehmerfreundliche Länder? Es ist ein Trugschluss, zu glauben, ein Mitarbeiter, der acht Stunden am Stück ohne Unterbrechung durcharbeitet, sei produktiver als jemand, der sich zwischendurch Luft verschaffen und auch mal Privates erledigen kann. Eine interessante Studie dazu: People who do surf the internet for fun at work - within a reasonable limit of less than 20 per cent of their total time in the office - are more productive by about nine per cent than those who don't. @ Fragezeichner Wir haben die einzelnen Punkte schon in unzähligen Artikeln diskutiert. Blättere dich einfach mal ein bisschen durch unser Archiv, solltest du in nächster Zeit mal nichts zu tun haben ;)

  • Opal Essence

    03.07.09 (17:23:49)

    Bitte nicht alles so zurechtdrehen, wie man es grade möchte. Es gibt einen dramatischen Unterschied zwischen einem Arbeitnehmer, der sich stündlich 5 Minuten Zeit für ein Gespräch im Flur, private E-Mails oder nen kurzen Chat nimmt und damit durch sein gesteigertes Wohlbefinden die Produktivität steigert und Arbeitnehmern, die täglich 3 Stunden Arbeitszeit im Netz vertrödeln, weil sie jedem Quiz, Freund, Statusupdate in Facebook hinterrennen müssen. Letzteres beobachte ich täglich mit Genugtuung: Ich gehöre zu den wenigen Nutzniessern dieser Entwicklung, da diese Leute meine Zielgruppe sind. Und die wächst massiv ;)

  • Fragezeichner

    04.07.09 (17:54:49)

    Wenn ich in meinem Umfeld die 10 erfolgreichsten Bekannten und Freunde betrachte, ist keiner davon Blogger, Twitterer oder in sozialen Netzwerken, selbst die, die bei Google oder Microsoft arbeiten (ausser halbherzig in LinkedIn und Xing). Das mag daran liegen, dass die alle schon an die 40 sind und die Grundlagen ihrer Karriere schon vor vielen Jahren, also vor der Web2.0-Ära, gelegt haben, und das mag sich in Zukunft ändern - es kann aber auch sein, dass die Weichen des Erfolgs überhaupt gar nicht im Internet gestellt werden, sondern durch persönliche Begegnungen während des Studiums und des beruflichen Werdegangs oder in Projekten. Natürlich sind die obigen Argumente gegen soziale Netzwerke nur billige Ausreden, ich wünschte mir aber dennoch mal ein paar handfestere Indizien und Zahlen dafür, dass sich das intensive Netzwerken über das Internet wirklich auszahlt, selbst wenn es nur für eine bestimmte Branche wie z.B. Journalisten oder Web-Designer ist.

  • Stephan

    05.07.09 (12:48:49)

    Du machst das Internet nicht besser, im dem du anderen diktierst wie sie damit umzugehen haben. Dein Netz ist nicht mein Netz.

  • Martin Weigert

    05.07.09 (13:12:43)

    @ Fragezeichner Ich habe meinen Job über Xing bekommen. Und ich kenne genug Leute, die über Status-Meldungen bei Facebook Hilfe in verschiedensten Lebenssituationen gefunden haben, z.B. eine neue Wohnung. Networking ist immer hilfreich, egal ob offline oder online. Online-Networking ist die logische Erweiterung das Offline-Netzwerkens.

  • Opal Essence

    05.07.09 (14:25:18)

    > Fragezeichner schrieb am 4. Juli 2009 > selbst wenn es nur für eine bestimmte Branche wie z.B. > Journalisten oder Web-Designer ist. In einzelnen Branchen unbestritten, dazu braucht man wirklich keine empirisch erhobenen Zahlen mehr. Ein Blogger wie der Autor hier käme ohne überhaupt nicht mehr aus. In sehr, sehr, sehr vielen andern Bereichen allerdings spielts einfach gesagt überhaupt keine Rolle - und ich glaube auch nicht, dass wir den Zeitpunkt erleben werden, an dem die Statusmeldung "Bin arbeitsloser Bautrockenleger, suche Festanstellung" die klassische Arbeitsplatzsuche ersetzen wird. Viele Online-Menschen und Akademiker vergessen einfach, dass die Welt da draussen auch auf dem Rücken von Arbeitern und Handwerkern aufgestellt ist.

  • Martin Weigert

    05.07.09 (14:43:38)

    Da hast du recht, in klassischen Arbeitberufen hat Social Networking à la Facebook oder Twitter sicher bisher kaum Relevanz. Aber generell ist auch da Networking wichtig. Wer fragt nicht zuerst im Bekannten- oder Kollegenkreis, wenn die Küche neu gemacht oder das Haus gemalert werden soll. Je mehr nicht-Akademiker das Web nutzen, desto stärker wird auch für sie Online Networking eine Rolle spielen. Schon heute gibt es zudem diverse Webportale, auf denen Handwerker ihre Dienstleistungen in Auktionen anbieten. Auch das ist Teil von Online Networking.

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