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18.03.09

Internet-TV: Zattoo startet Testlauf für Flash-Version im Browser

4,2 Millionen User in Europa verwenden Zattoo, um herkömmliche TV-Sender über eine Software auf dem Rechner zu schauen. Jetzt hat das Schweizer Startup die Testphase für eine browserbasierte Flash-Version gestartet.

Im Browser oder auf dem Desktop? Diese Frage treibt viele Startups und Webangebote um. Während der Trend zum Cloud Computing verstärkt klassische Desktop-Anwendungen wie Textverarbeitung oder Bildbearbeitung als Onlineversionen in den Browser wandern lässt, entstehen gleichzeitig unzählige Desktop-Tools für bisher ausschließlich browserbasierte Services wie beispielsweise Facebook, Twitter oder YouTube.

Je vielfältiger die Zugriffsmöglichkeiten auf einen Service sind, desto besser kann man die individuellen Vorlieben der User bedienen. Das dachte man sich wohl auch beim Schweizer Internet-TV-Anbieter Zattoo, als man vor wenigen Tagen einem begrenzten Nutzerkreis in der Schweiz eine browserbasierte Zattoo-Variante zugänglich machte. Zattoo gab es bisher lediglich als Software für Windows, Mac und Linux. In den nächsten Tagen sollen weitere Zattoo-Anwender in der Schweiz zur Testphase eingeladen werden.

In den nächsten Wochen will Zattoo die für Testnutzer unter watch.zattoo.com erreichbare Browserversion auf Stabilität und Skalierbarkeit testen. 32 Sender sind während der Beta-Phase dabei. Anders als bei der Desktop-Version, die Dank des P2P-Verfahrens das anfallende Datenvolumen auf die Nutzer verteilen kann, dürfte das auf Flash basierende Streaming im Browser für Zattoo erheblich mehr Traffic und damit Kosten verursachen.

Zattoo überträgt herkömmliche Fernsehsender legal über das Netz und hat dazu Verträge mit nationalen Fernsehanstalten und -sendern geschlossen. Der Download der Applikation und die Nutzung sind kostenlos. Wer die Qualität des Streams erhöhen will, kann auf das kostenpflichtige Premium-Angebot HiQ umsteigen. Eine weitere Einnahmequelle sind kurze Werbeeinblendungen während des Kanalwechsels.

Nachdem es bei Zattoo Mitte 2008 zu einem Finanzierungsengpass kam, beteiligte sich im Herbst das Schweizer Medienhaus Tamedia an dem Züricher Unternehmen. Die Zahl der registrierten Nutzer beträgt aktuell 4,2 Millionen, 1,45 Millionen davon in Deutschland und eine Million im Heimatmarkt Schweiz. Beachtliche 13 Prozent aller Schweizer haben also ein Konto bei dem Dienst. Weniger erfolgreich lief es dagegen in Belgien, wo Zattoo das Streaming aufgrund mangelnder wirtschaftlicher Perspektive in Kürze einstellen wird.

Eine weitere Lösung zum browserbasierten und legalen Streaming von TV-Sendern für unsere Schweizer Leser ist nello, das jedoch nur in einer kostenpflichtigen Version genutzt werden kann. Kostenlos und browserbasiert , aber ebenfalls nur aus der Schweiz erreichbar, ist außerdem Wilmaa.

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