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20.09.10Kommentieren

Interaktives Fernsehen: Wie mobile Apps die Brücke zwischen TV und Internet schlagen

Es wird noch einige Zeit vergehen, bis in allen Haushalten Fernsehen und Internet in einem Empfangsgerät vereint sind. Bis dahin helfen mobile Apps, die Brücke zwischen TV und Web zu schlagen.

 

Fernsehen und Internet gehören zusammen. Zumindest für diejenigen, die seit langem ihre eigene Medienkonvergenz praktizieren, indem sie Filme, Serien und Live-Video über das Web schauen oder aber klassische TV-Events wie den sonntäglichen Tatort, Musikwettbewerbe oder Sportveranstaltungen über Twitter und Facebook "begleiten". Sowohl die Hardware- als auch die Software-Industrie folgen dem Trend, wie jüngste Produktinnovationen wie internetfähige Fernsehgeräte, Google TV, Apple iTV, Boxee oder VideoWeb 600 verdeutlichen.

Doch natürlich wird es noch sehr lange dauern, bis tatsächlich in allen Wohnzimmern ein Gerät steht, welches On-Demand-Fernsehen und umfangreiche Webangebote kombiniert und uneingschränkt zugänglich macht. Bis dahin müssen alternative Lösungen die Brücke zwischen (linearem) TV und interaktiven, sozialen Onlineservices schlagen.

Wie man das machen kann, zeigt aktuell der US-Fernsehsender ABC mit einer speziellen iPad-Applikation für die neue Serie "My Generation". Die Anwendung gibt passend zur jeweiligen Szene Zugriff auf Zusatzinformationen, Hintergründe und Quizfragen. Sie orientiert sich dabei am Ton der Serie, welcher über das Mikrofon des Apple Tablets aufgefangen wird. Die Synchronisation erfolgt über die von Nielsen entwickelte "Media-Sync"-Technologie.

ABC ist mit einer solchen Lösung allerdings nicht allein: Auch der US-Sender Syfy experimentiert derzeit mit einer "Interaktivierung" seines Programms mittels Klangerkennung und setzt dafür auf die beliebte Musikerkennungs-App Shazam, welche Videos, Gewinnspiele und andere Extras zu den Serien Eureka und Warehouse 13 auf mobilen Endgeräten anzeigt.

Shazam kam auch im Zusammenhang mit einem Werbespot der Kleidungsmarke Dockers zum Einsatz, der im Rahmen des diesjährigen Superbowls ausgestrahlt wurde und Zuschauer durch das "Tagging" des Werbefilms mit der Shazam-App auf eine Microsite zur Dockers-Kampange brachte.

Millionen Menschen besitzen bereits ein Smartphone oder Tablet und es werden ständig mehr. Das an Innovationspotenzial arme herkömmliche Fernsehen mit Hilfe externer mobiler Geräte - die sich meist sehr nah bei ihren Besitzer befinden - zu erweitern, ist fast schon eine alternativlose Idee für Produktionen, welche die Zuschauer besser in das Geschehen einbinden wollen. Der Gedanke, die Synchronisation via Audio-Tagging durchzuführen, ist mir bisher nicht gekommen, liegt aber eigentlich auf der Hand. So wird sichergestellt, dass die interaktiven Features auch dann genutzt werden können, wenn eine Serie oder ein Film zeitversetzt betrachtet wird.

Wann wird wohl der erste deutsche Fernsehsender seine Sendungen mit Hilfe des beschriebenen Verfahrens interaktiver gestalten?

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