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13.09.12Leser-Kommentare

Intelligente Mobilität: CiteeCar experimentiert mit neuem Carsharing-Ansatz

Mit CiteeCar begibt sich in Berlin ein weiteres Startup in den umkämpften Markt der intelligenten und effizienten Mobilität. Anwender, die sich um einzelne CiteeCar-Fahrzeuge kümmern wollen, fahren fast gratis.

Schon seit einiger Zeit beschäftigen sich zahlreiche Startups in Deutschland mit der Frage, wie sie Mobilität für Menschen kostengünstiger und flexibler und für die Umwelt verträglicher gestalten können. Die Palette an Angeboten reicht von RideSharing über CarSharing bis hin zu TaxiSharing. Mit CiteeCar steht in Berlin nun ein Anbieter vor dem Start, der die bisher drei Säulen des Carsharings um ein neuartiges Konzept erweitert.

Im Gegensatz zum klassischen Peer-to-Peer-Carsharing, bei dem Privatpersonen ihre Autos nach dem Airbnb-Prinzip an andere Menschen übergeben und sich damit ein Zubrot verdienen, stellt CiteeCar eine eigene Fahrzeugflotte bereit, die zum Start aus "Dutzenden" Kia Rio besteht. Privatpersonen, die über einen freien Privatparkplatz sowie etwas Zeit zur Pflege eines CiteeCars verfügen, können sich als Hosts anmelden. Im Gegenzug dafür, dass sie sich um ein Fahrzeug kümmern, ihm "Unterschlupf" gewähren und sicherstellen, dass Mieter keine unangenehmen Überraschungen erleben, erhalten sie ein Kontingent an Freifahrten in Form von jeweils 100 Credits pro Monat. In der Hauptverkehrszeit zahlen sie für eine gefahrene Stunde 4 Credits, in der Nachtzeit 1 Credit. Hosts, die nur Nachts unterwegs sind, können somit 100 Stunden pro Monat mit ihrem CiteeCar-Kia durch die Gegend fahren. Lediglich eine Kilometerpauschale von "einigen Cent" wird fällig, Benzin ist dabei inbegriffen.

Wer spontan Bedarf an einem fahrbaren Untersatz hat, kann ein in der Nähe befindliches CiteeCar über die Website, eine App oder telefonisch anmieten und es am jeweiligen Parkplatz abholen. Neben einem monatlichen Grundpreis von fünf Euro kostet die Miete pro Stunde einen Euro, hinzukommt eine Kilometerpauschale von 20 Cent inklusive Benzin. Wer möchte, kann eine Versicherung hinzubuchen, bei der sich der Selbstkostenbehalt im Schadensfall auf 200 Euro reduziert.

CiteeCar stellt einen Hybrid zwischen klassischem und privatem Carsharing dar. Die Fahrzeuge werden vom Unternehmen eingekauft, Pflege und Wartung jedoch von der Community übernommen, was die Betriebskosten aufgrund des geringen Personalbedarfs senkt.

Einige Fragen sind noch offen, da wir bisher keinen Kontakt zu CiteeCars Presseverantwortlichem herstellen konnten - so welche Aufgaben ein Host übernehmen muss, wie das Unternehmen prüft, wer als Host geeignet ist, und wann es offiziell losgeht. Wir reichen die Antworten nach, sofern wir sie erhalten.

CiteeCar hat Expansionspläne für andere Städte in Deutschland und Europa, beginnt jedoch mit Berlin und nimmt derzeit Bewerbungen für Hosts sowie Mitglieder entgegen. Die finanzielle Unterstützung leistet Mangrove Capital Partners, eine Early-Stage-Beteiligungsgesellschaft aus Luxemburg, die unter anderem zu den ersten Investoren bei Skype und Rdio gehörte. Geschäftsführer Mauro Mariani war selbst über zehn Jahre bei Mangrove als Investor aktiv, seit September 2011 entwickelt er CiteeCar.

Link: CiteeCar

Kommentare

  • Michael Krause | onchestra

    13.09.12 (14:31:48)

    Dieses Konzept finde ich um einiges schlüssiger als die privaten Car Sharing Modelle. Denn es nimmt den Kunden den potentiellen Ärger mit Defekten oder Beschädigungen ab. Das Auto hat keinen Besitzer im direkten Sinne, der mit eventuellen Schäden selbst zurecht kommen müsste. Grüße aus S21, Michael

  • SH4DY

    13.09.12 (23:09:21)

    Ja klingt echt interessant aber wer übernimmt denn jetzt die "gröberen" Wartungen die immer wieder anfallen? Service, Vorführen, Reifen wechseln usw.? Und wie siehts da finanziell aus?

  • Martin Weigert

    14.09.12 (06:38:47)

    Wir haben leider noch immer keine Antwort auf diese noch offenen Fragen erhalten.

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