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03.07.13

Intelligente Mobilität: Berlin Shuttle kombiniert Autovermietung und Mitfahrgelegenheit

Der frisch gestartete Dienst Berlin Shuttle vermietet Fahrzeuge für die Strecke Berlin-Hamburg - aber nicht an Einzelpersonen, sondern an mehrere Passagiere. Wer sich bereit erklärt, das Steuer zu übernehmen, zahlt weniger.

Berlin ShuttleDer Markt für intelligente Mobilität entwickelt sich rasant. Neben Onlinetools, die schnelleres, effizienteres und kostengünstigeres Planen und Buchen von Reisen ermöglichen, sowie dem jüngsten Trendthema des Parkplatzsharing boomt vor allem der Bereich rund um die kollaborative Nutzung von Fahrzeugen. Charakteristisch ist dabei, dass die Grenzen zwischen Autovermietung, Ridesharing und Carsharing immer weiter zerfließen und dass junge Startups mit allerlei Mischformen experimentieren. Ein Beispiel hierfür ist etwa CiteeCar , das die Konzepte von Peer-to-Peer-basiertem und flottenbasiertem Carsharing kombiniert.

Mit Berlin Shuttle tritt jetzt ein weiter Anbieter in den Markt ein, der seinerseits von den eingetretenen Pfaden der Wettbewerber abweicht und sich an einem neuen Ansatz versucht: Berlin Shuttle ist Mietwagenverleih und Mitfahrgelegenheit in einem. Bei dem Dienst können Reisende freie Plätze in Fahrzeugen mieten, die zum Start lediglich die Strecke Berlin-Hamburg und zurück frequentieren. Eine Fahrt kostet regulär 16 Euro. Es sei denn, man ist bereit, selbst das Steuer zu übernehmen. Fahrer erhalten nach Antritt der Reise mehr als die Hälfte der Fahrtkosten zurückerstattet. Genauer gesagt kommen sie für acht fünf Euro von Berlin nach Hamburg. Durch die initiale Vollpreiszahlung will Berlin Shuttle sicherstellen, dass Fahrer auch wirklich erscheinen. Sollte dies dennoch nicht geschehen, stellt Berlin Shuttle einen Fahrer. Abfahrts- und Ankunftsort ist in Berlin nahe des Ostbahnhofs, in Hamburg an der U- und S-Bahn Haltestelle Berliner Tor. Momentan erfolgen zwei Fahrten pro Strecke täglich. Anders als herkömmliche Fahrzeugflotten betreibt Berlin Shuttle einen eigenen, aus Renalt Trafics bestehenden Fuhrpark - ab nächstem Monat sechs Fahrzeuge umfassend. Die Autos sind laut Angaben des Unternehmens als Mietfahrzeuge zugelassen und Vollkasko versichert. Zudem bestehe eine Insassenschutzversicherung für Mitfahrer. Um als Fahrer aktiv werden und günstiger reisen zu können, sind (logischerweise) ein Führerschein sowie eine "verantwortungsbewusste Persönlichkeit" Voraussetzung. Nach erfolgter Reise haben Mitfahrer die Möglichkeit, Fahrer zu bewerten, wodurch Berlin Shuttle hofft, riskante Fahrer und chronische Raser aussortieren zu können. Falls mehrere Mitfahrer einer Tour ihr Fahrinteresse bekunden, entscheiden Faktoren wie die Bewertungen, das Alter des Fahrers sowie die Länge des Führerscheinbesitzes darüber, wer den Zuschlag bekommt.

Das von Maximilian Zielosko mit Mitteln aus einem von der Bürgschaftsbank Berlin-Brandenburg abgesicherten Gründerkredit aufgebaute Jungunternehmen sieht sich als günstige und zuverlässige Reisealternative zu Bus und Bahn, die mehr Komfort bietet und für die Strecke Berlin-Hamburg ungefähr eine Stunde weniger benötigt. Zieloskos Ziel ist es, viele unliebsame Begleiterscheinungen des klassischen Mitfahrgelegenheitsprinzips - spontane Absagen, Unpünktlichkeit, unsichere Fahrer sowie alte Fahrzeuge - aus dem Weg zu räumen. Sukzessive plant er, das Streckennetz auszubauen. Sowohl Köln als auch München seien von Berlin aus für die Langstrecke interessant.

Link: Berlin Shuttle

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