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07.05.12 12:18, von Martin Weigert

Intelligente Gastronomie: Orderbird macht aus iPads Kassensysteme für Restaurants

Das Berliner Startup Orderbird hat ein auf iPads basierendes Kassensystem für Gastronomen entwickelt. Demnächst veröffentlicht es auch eine App für Gäste.


Mit Vorliebe berichten wir über Startups aus dem deutschsprachigen Raum, die mit einer innovativen Idee und einer überzeugenden Umsetzung in der Lage sind, Alltagsaspekte für eine möglichst großen Zahl an Menschen zum Positiven zu verändern - und die mit ihrem Konzept im Idealfall auch international für Furore sorgen können.

Orderbird erfüllt sämtliche dieser Kriterien. Das Berliner Startup hat ein iPad-basiertes Kassensystem für Restaurants entwickelt und damit in den letzten Monaten nicht nur 300 zahlende Gastronomiebetriebe in Deutschland, Österreich und der Schweiz überzeugen können, sondern auch AWD-Gründer Carsten Maschmeyer, der über seine Investmentfirma gerade 30 Prozent an dem Unternehmen übernahm. Mit den mehr als 2,7 Millionen Euro, die durch die aktuelle Kapitalspritze in Orderbird fließen, soll das expansive Startup nun zwei Jahre lang finanziert sein. Orderbird wurde 2011 von Jakob Schreyer und Bastian Schmidtke gegründet, gewann unlängst den mit 50.000 Euro dotierten enable2start-Preis der Financial Times Deutschland und beschäftigt zur Zeit 22 Mitarbeitende.

Orderbird will Gastronomen dazu bewegen, ihre bisherige Kassensoftware und -Hardware gegen die eigene Lösung auszutauschen. Die Berliner liefern dazu die App, Kompetenz und den Support, die Restaurants und Bars schaffen sich für das Personal iPads (oder iPhones) an, worüber die Bestellprozesse abgewickelt werden. Über das interne WLAN-Netz kommunizieren sämtliche mit der Orderbird-Applikation versehenen iOS-Geräte miteinander. Nach dem einmaligen Einpflegen der Speisekarte sowie der Definition betriebsinterner Abläufe und Prozesse können Kellner damit beginnen, die Bestellung der Gäste per iPad aufzunehmen. Sämtliche in den Restaurantbetrieb eingebundenen Angestellten wie Köche oder Barkeeper halten sich mit Hilfe der Orderbird-App über die Bestellungen auf dem Laufenden. Wollen Gäste zahlen, lässt sich per Klick die Rechnung über einen angeschlossenen Bondrucker anfertigen. Und weil bei Orderbird sämtliche Bestelldaten digital vorliegen, kann das Unternehmen seinen Kunden auch ausführliche Berichte und Statistiken anbieten, die sich webbasiert von überall über das persönliche Orderbird-Dashboard abrufen lassen.

Teilnehmende Restaurants zahlen einmalig für das Orderbird-Starterpaket (1 Drucker, 1 Netzwerk und Installationsservice), für eventuelle zusätzliche Hardware wie weitere Drucker oder eine automatische Kassenlade, sowie außerdem eine monatliche, von der Anzahl der mit Orderbird eingesetzten iOS-Geräte abhängige Pauschale.

In seiner jetzigen Form ist Orderbird ein reines B2B-Produkt, mit dem Gäste nur indirekt in Kontakt kommen, wenn nämlich die Kellner mit iPad oder iPhone vor ihnen stehen und die Bestellung aufnehmen. In Kürze soll sich dies jedoch ändern: Eine eigene App für Kunden der Orderbird-Restaurants ist bereits in der Entwicklung und soll durstigen oder hungrigen Menschen die Bestellung aus der Ferne erlauben. Auf diese Weise können Gäste Speisen und Getränke noch aus dem Büro oder der eigenen Wohnung ordern. Treffen sie dann im Restaurant oder Café ein, ist alles schon fast fertig. Zudem wird die App auch in der Lage sein, an Orderbird angeschlossene Gastronomen in der Nähe zu empfehlen.

Mit der an Endverbraucher gerichteten Anwendung stößt Orderbird in Gefilde vor, die in den USA gerade von Square eingenommen werden. Im Gegensatz zu dem US-Dienst fehlt Orderbird noch die Integration einer Zahlungskomponente für Kunden, wodurch sie für ihre Mahlzeiten zahlen können, ohne überhaupt Bargeld oder eine Kreditkarte zücken zu müssen. Nicht unrealistisch klingt daher der Gedanke einer vorstellbaren Kooperation von Orderbird mit einem Zahlungsdienstleister wie PayPal.

Gemein haben Square und Orderbird ihren Schwerpunkt auf einfacher Bedienbarkeit und einer eleganten Benutzeroberfläche. Allein der Besuch der stylischen Orderbird-Website macht Lust auf mehr. Ein derartiger Designfokus ist in Deutschland speziell im Business-to-Business-Segment ungewöhnlich und sehr erfrischend.

Noch in diesem Jahr will das Unternehmen aus der Hauptstadt den britischen Markt betreten und auch erste Schritte in die USA wagen. Dort existieren mit Ordimo, POS LAVU, E la Carte und eben auch Square zwar bereits Dienste mit ähnlichen oder verwandten Ansätzen und gewissen Überschneidungen. Bedenkt man aber, dass die Mehrzahl der Restaurants auf beiden Seiten des Atlantiks noch auf traditionelle, bedingt zeitgemäße Kassensoftware setzt, ist es für eine Ausbreitung in andere Länder noch nicht zu spät. Zumal die Lösungen von Square kein vollwertiges Kassensystem für Gastronomen ersetzen und damit das Kerngeschäft von Orderbird nicht tangieren.

Wer weiß, vielleicht entsteht mit Orderbird ja gerade ein künftiges deutsches Vorzeige-Startup auch auf internationaler Bühne.

Link: Orderbird

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Kommentare: Intelligente Gastronomie: Orderbird macht aus iPads Kassensysteme für Restaurants

guter bericht die payment player habe ich mal hier versucht zusammenzufassen: http://ambajorat.wordpress.com/mobile-payment-am-pos-eine-ubersicht-stand-24-04-2012/

Diese Nachricht wurde von ambconsult am 08.05.12 (20:51:08) kommentiert.

Dem schließ ich mir an, guter Bericht!!

Diese Nachricht wurde von Berni am 05.09.12 (13:50:21) kommentiert.
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