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30.07.14Kommentieren

Instagram veröffentlicht Bolt: Facebook schießt aus allen Rohren, um Snapchat zu stoppen

Wenige Wochen nach Slingshot veröffentlicht Facebook abermals eine App zur Kommunikation mittels Fotos und Videos: Bolt ist direkt unter der Instagram-Marke angesiedelt - und funktioniert genau wie der Berliner Dienst Taptalk.

boltAls Facebook Mitte Juni seinen nächsten Versuch präsentierte, Snapchat etwas in den Weg zu stellenz, bot das Resultat namens Slingshot eine kleine Überraschung: Es war entgegen eines Wochen zuvor publizierten Berichts der Financial Times doch kein waschechter Klon der Berliner Foto-Sharing-App Taptalk. Falsch lag die Zeitung mit ihrer Ankündigung trotzdem nicht. Tatsächlich werkelte man bei dem sozialen Netzwerk an einer Nachahmung von Taptalk - nur sollte deren Veröffentlichung etwas später erfolgen. Am gestrigen Dienstagabend war es soweit: Die neueste Foto-App des Internetkonzerns wurde offiziell vom Instagram-Team entwickelt, heißt Bolt und steht zum Debüt lediglich für iOS- und Android-User in Singapur, Südafrika und Neuseeland bereit. Und ja, Bolt ist im Prinzip identisch mit Taptalk.

Wie bei dem Service aus Berlin können Nutzer mit einer einzigen Bildschirmberührung des Profibilds eines gewünschten Empfängers ein (auf Wunsch mit einem Text zu ergänzendes) Video oder Foto versenden. Viel mehr macht Taptalk nicht, und auch der Funktionsumfang von Bolt beschränkt sich auf dieses Prinzip. Fotos und Clips werden beim Empfänger nicht gespeichert, können also nur einmal angeschaut werden.

In einem Punkt allerdings ist Bolt den Hauptstädtern überlegen: In den ersten Sekunden nach dem Versenden sorgt ein Schütteln des Smartphones dafür, dass ein Foto oder Video nicht den Weg zum Empfänger findet. Ein derartiges Feature hat auch Taptalk dringend nötig: Die App lädt durch die Fusion des Foto- und Versendeprozesses zu versehentlichen Schnappschüssen ein. Wer nicht genau aufpasst und etwa während des WC-Besuchs eigentlich nur eingehende Fotos anschauen möchte, der spielt mit dem Feuer...

bolt und taptalk

Bolt links, Taptalk rechts

Die Veröffentlichung von Bolt zeigt, mit welcher Vehemenz Facebook versucht, sich im vor allem bei Jugendlichen beliebten Segment der nicht archivierten Smartphone-Fotos zu etablieren. Die gescheiterte Übernahme von Snapchat, dem Pionier in dieser Disziplin, ärgert Firmenchef Mark Zuckerberg offenbar so sehr, dass er nun alle nur erdenklichen Hebel in Bewegung setzt. Nach der gefloppten, direkt mit Facebook verzahnten App Poke kam Slingshot als komplett eigenständiges Produkt ohne Bezugnahme zum verantwortlichen Unternehmen. Nun folgt Bolt, angesiedelt direkt unter der aus Sicht von Teenagern als “cooler” geltenden Instagram-Marke, mit einer initialen Ausrichtung auf drei englischsprachige Länder abseits des Heimatmarktes USA.

Wie immer gilt: Ob dieser Versuch von Erfolg gekrönt sein wird, hängt von vielen Faktoren ab. Auch Bolt ist als Experiment zu verstehen. Heute wissen wir: Wenn Facebook einmal mit dem Experimentieren anfängt, hört es so schnell nicht mehr auf. /mw

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