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24.04.08Leser-Kommentare

Im Test: Neon

Endlich mal eine Zeitschrift, die gefällt. Wir haben uns die aktuelle Neon angesehen.

NeonIm Test: Ausgabe Mai 2008, gekauft am 22.04.2008 in Berlin.

Allgemeiner Eindruck

Ein Heft, dass sich um junge Stadtmenschen und um ihre etwaigen Probleme kümmert. Studiert man das Inhaltsverzeichnis, so kann man zum Beispiel der Bildschirmarbeiter auf Seite 124 etwas über Ergonomie lernen: "Buckeln im Büro - Sieben Tipps, wie du deine Haltung verbessern kannst" (Bildunterzeile: "Deine Freunde nennen dich schon 'Buckelwal'? Selbst schuld"). Auf Seite 48 erfährt der Verliebte im Text "Zusammenziehen? Nein danke", dass das Zusammenziehen eines Paars in eine gemeinsame Wohnung das Ende von Sex bedeuten kann (sowie regelmässigen Streit in der Ikea). Auf Seite 66 wird die Discoqueen von A bis Z über "Sex mit Fremden" aufgeklärt ("Ein Handbuch für Spontansex").

Zielgruppe

Neon siehtAuf guj.de, der Website von Gruner + Jahr, ist folgendes zu erfahren:

NEON ist ein junges General-Interest-Magazin, das die Lebenswelt von Männern und Frauen im Alter zwischen 20 und 35 Jahren in den Mittelpunkt stellt - Menschen sich mit dem Leitsatz des Heftes identifizieren können: "Eigentlich sollten wir erwachsen werden."

Ich kann mich zwar nicht mit diesem Leitsatz identifizieren, aber wenigstens bin ich in der Altersgruppe.

Anspruch

Nochmals guj.de:

NEON bietet emotionale Aktualität. Das inhaltliche Spektrum ist weit gefächert: Das Magazin berichtet auf hohem Niveau, unterhaltsam und informativ zugleich über gesellschaftliche und politische Themen, über Modetrends, Beziehungen, Karriere, Reisethemen und Popkultur. Die Rubriken lauten "Wilde Welt" (kleine Geschichten von und über Menschen), "Sehen" (Themen aus Politik und Gesellschaft), "Fühlen" (Liebe, Freundschaft, Sex, Psychologie), "Wissen" (Ausbildung, Job, Körper, Gesundheit, Alltag), "Kaufen" (Mode, Produkte, Reise) und "Freie Zeit" (TV, Kino, Musik, Literatur, PC-Spiele, Internet).

"NEON ist wie der STERN ein Magazin, das auf sehr emotionale Weise informiert und zugleich unterhält", erklärt STERN-Chefredakteur Andreas Petzold, der die Entwicklung des Titels eng begleitet hat. "Als Mitglied der STERN-Familie steht es wie das aktuelle Wochenmagazin für Kompetenz und Glaubwürdigkeit sowie für eine anspruchsvolle Optik und gute Texte."

Vielleicht müssten wir mal "auf sehr emotionale Weise" definieren, aber grundsätzlich glaube ich, dass die Ansprüche sich mit der Realität vertragen.

Titelseite

Ich bin erst kürzlich überhaupt auf Neon aufmerksam geworden - durch das Titelblatt. Mir gefällt es zwar sehr gut, aber es fällt auch sehr leicht auf. In dem es anders ist als die Titelblätter von anderen Magazinen. Ist ja leider auch gar nicht so schwierig.

Verlag

NEON Magazin GmbH, Hamburg (Verlagshaus Gruner + Jahr)

Auflage

213.774 (Verbreitung 1/2008, gemäss IVW). Im Vergleich: 1/2006 lag die Verbreitung noch bei 163.342, das ist eine Zunahme von rund 31%.

Erscheinungsweise

monatlich

Seitenanzahl

182

Preis

3 Euro in Deutschland, was man für ein fast zweihundertseitiges Hochglanzmagazin durchaus ausgeben kann.

Onlineauftritt

Das Schlechte vorweg. Ich hasse es, mit der Lektüre eines Artikels zu beginnen und dann diesen Satz zu lesen:

DEN GANZEN ARTIKEL FINDEST DU IN DER AKTUELLEN AUSGABE VON NEON. WENN DU SIE GELESEN HAST, KANNST DU UNS HIER SCHREIBEN, WIE SIE DIR GEFALLEN HAT.

Noch nie habe ich danach ein Printmagazin gekauft und ich werde das (voraussichtlich) auch niemals tun. So ein Inhalt wird auch nie verlinkt und das wiederum ist der Grund, warum neon.de online kaum Relevanz hat. Das heisst, Relevanz vielleicht schon, aber von Bloggern beispielsweise wird es so kaum wahrgenommen. Es vergibt sich somit Chancen, von neuen Lesern aufgegriffen zu werden. Wenn man schon nicht alles online stellen will, dann kann man das ja tun, in dem man einzelne Texte nicht für alle freigibt. Aber bitte keine halben Artikel.

Die Hauptseite von neon.de wird zu einem Fünftel mit Hinweisen auf die aktuelle Printausgabe gefüllt. Vier Fünftel aber stammen aus Leserinhalten, die offenbar von passionierten neon.de-Nutzern honorarfrei hochgeladen wurden. Einer von vierzehn Artikeln ist von einem Neon-Redakteur. Der bereits von vielen totgesagte User-generated-Content kann also funktionieren, wenn sich der Leser, die Leserin auf einem Portal ernstgenommen fühlt. Ein Artikel, der es bis auf die Startseite schafft, kriegt gerne mal fünfzig Kommentare und mehr - in zwei Tagen. Solche Aufmerksamkeit können sich viele Blogs nur wünschen.

Neon und die BildInhalt

Für Leser eines Medienblogs aufschlussreich ist die Reportage über Dubai ab Seite 40. In Handarbeit werden dort ausländische Printerzeugnisse zensiert. Das heisst: Jede einzelne Ausgabe wird mit Filzstiften bearbeitet. Und der muss über jede der beiden Brüste von "Hayley" in unzähligen Ausgaben des Daily Star. Man erfährt auch, dass die Dubai-Ausgabe der Bild-Zeitung diese Balken bereits mitdruckt.

Viel über die Medienwelt erfährt man auch ab Seite 56, wo ein A. J. Jacobs zusammen mit George Clooney "George Clooney" googelt:

Wir schauen die Seite an, die Clooneys angebliche Exfreundinnen auflistet - jeweils mit einer Reihe ziemlich heisser Fotos. Das sind eine Menge, sage ich. "Nun ja, ich bin alt. Ich hatte eine Menge Zeit".

Clooney überprüft die Seite:

Vendela - "Nein."

Celine Balitran - "Ja."

Salma Hayek - "Nein."

Brooke Langton - "Ja."

Traylor Howard - "Ja."

Lucy Liu - "Nein."

Julia Roberts - "Nein."

Renee Zellweger - "Ein bisschen."

Jen Siebel - "Etwa eine Minute lang."

Hillary Rowland - "Kenn ich nicht."

Teri Hatcher - "Nein."

Ellen Barkin - "Nie, aber ich mag sie sehr."

Neon ist vernetztAb Seite 100 der Text "Gut vernetzt", in dem es um Netzwerke geht. Ihm schliesst eine Typologie von Netzwerkern an, vom Naiven ("Immer alle mit ihren Netzwerken") über den Ungeschickten ("Hier meine Visitenkarte, wir können sicher was Cooles launchen, ich bin in allen Bereichen gut aufgestellt") zum Skrupellosen ("Menschen erinnern dich an Schachfiguren").

Ab Seite 72 werden bekannte Stadtexzentriker vorgestellt, die ich natürlich wieder alle nicht kenne. Es geht aber auch ernsthafter: Drei Nachrufe auf verstorbene Väter ab Seite 80. Oder der Report von Erwin Koch über fünf Uiguren, die vier Jahre lang unschuldig in Guantánamo Bay verbringen mussten, bis sie dann in Albanien ausgesetzt wurden.

Highlights

Hervorragend gefällt mir der Text "Die tote Zeit" von Marc Deckert über Sinn und Unsinn von Computerspielen. Da treffen mehrere positive Aspekte aufeinander.

Erstens ist der Autor selbst passionierter Spieler und weiss sehr gut, um was es geht, wenn er über Spiel und Sucht schreibt: "Der Hund will raus. Die Freundin schreit. Der Chef will endlich Texte sehen. Sie verstehen nicht, wie wichtig es für uns ist, die grosse Kakerlake zu besiegen. Und wir selbst verstehen es plötzlich auch nicht mehr: Jeder Gelegenheitsspieler kennt diese peinliche Erfahrung, die Grenze überschritten zu haben." Zweitens macht er das frisch und witzig: "Können wir später über unserere Beziehung reden? Mein Magier steckt in Schwierigkeiten". Drittens fundiert und detailiert: "Ich kenne erwachsene Männer, die Steuererklärungen vergessen, weil sie Nächte damit verbringen die Radaufhängung eines virtuellen Rallyeautos perfekt auf virtuellen Laubboden abzustimmen". Viertens hintergründig: Ich erfahre, dass ernsthafte Zocker "Casual Games" wie "Wii" hassen, da sie vor allem der Erholung dienen. Und dass es sich bei Rollenspielen wie "World of Warcraft" gar nicht mehr um Spiele handelt, sondern um Lebensaufgaben. Fünftens bringt er es auf den Punkt: "Nur arbeiten ohne spielen macht dumm." Darum ist ja auch Bloggen so erfolgreich. Es fühlt sich nicht an wie arbeiten. Im Idealfall wenigstens.

Illustriert ist mit ebenso grossartigen Pixelbildern von QuickHoney.

Neon für alleLowlights

Das über fünf Seiten gehende "Solidarität für alle!" (zwei Seiten Text von Kathrin Hartmann, drei Seiten Illustrationen von Christian Montenegro). Zuerst zählt die Autorin in einer ganzen Spalte auf, was bisher 2008 alles unsolidarisch verlaufen ist bzw. durch die Medien geschleift wurde (Nokia in Bochum, Andrea Ypsilanti, Klaus Zumwinkel, schrumpfende Mittelschicht) und fasst es zusammen mit "Das mag eine zufällige Häufung von Vorfällen sein. Und doch scheint es...". Dann erwähnt sie, dass 45% der Westdeutschen die Frage "Halten Sie den Sozialismus für eine gute Idee, die schlecht ausgeführt wurde?" mit ja beantwortet haben.

Sie macht eine Sehnsucht aus in den Deutschen nach Werten, genauer: nach Solidarität. Und fragt sich, wie das passieren konnte, dass der Sinn für Solidarität überhaupt abhanden gekommen ist. Ab da geht es eigentlich nur noch gegen all die, die sich angeblich erdreistet haben, den Begriff Eigenverantwortung für sich zu pachten: Gerhard Schröder zum Beispiel. Und es kommt die Erkenntnis, dass von einer Revolte nichts zu spüren ist: "Zur Demo für faire Praktika in Berlin kamen 120 Leute."

Die Autorin muss zwar zugeben, dass "Freiwilligenagenturen, die kurzfristige Helfer vermitteln, brummen", dass 36% der Deutschen ehrenamtlich engagiert sind und dass freiwillig geleistete Arbeit zunimmt. Trotzdem sucht sie weiter nach "Solidarität". Und ja, natürlich ist Solidarität wichtig in einer Gesellschaft. Man kann ihrer These zustimmen, man ihre These ablehnen, man kann ihr die Solidarität suchen gehen helfen: Ich finde, dieser Text fügt sich zu leicht dem allgemeinen Lamento, heute sei niemand mehr solidarisch. Irgendwie passt er besser in ein Parteiorgan.

Sex-Appeal

Ja.

Werbung

Die Werbung auf Seite 145 für Motor FM finde ich klasse: Die Wildecker Herzbuben als Marilyn Manson.

Es fällt auf, dass sehr viele andere Medien in Neon werben (ARD, taz, Pro7, Galore, Geo, Motor FM, Spiegel Wissen, National Geographic, Vox, Zeit Campus, emotion). Man nimmt also an, dass es von einer Zielgruppe gelesen wird, die man auch gerne haben würde. Es hat zwar nicht wenig Werbung im Heft, doch sie ist so eingepasst, dass sie nicht unangenehm auffällt. Ausser die BMW-Werbung auf Seite 35, vor die ein dicker Karton eingebunden wurde, so dass das Heft immer automatisch auf dieser Seite aufgeht (ich habe es irgendwann entnervt rausgerissen, was natürlich der Sinn war, denn es handelt sich um einen Aufkleber). Das nützt aber auch nichts, wenn man keine Kohle hat für das beworbene BMW Cabrio.

Fazit

Ich fühle mich angesprochen, von einem Printmagazin. Ein Grossteil der Artikel interessiert mich. Das Heft ist sauber gemacht, noch mehr, es ist eine richtig schöne Zeitschrift (ein Lob, das man nur selten vergeben kann für etwas, das nur drei Euro kostet).

Nachdem ich soviel zum Inhalt geschrieben habe, will ich anmerken, dass das mir das auch ohne diesen Blogeintrag möglich gewesen wäre. Denn das Heft erlaubt online eine Blattkritik. Jeder User kann konkret eine Rückmeldung abgeben, wie er diesen oder jenen Inhalt wahrgenommen hat. So wie in diesem Blog auch. Für Printmagazine ist das leider noch immer die absolute Ausnahme. Schaut alle her, ihr anderen Printmagazine und überhaupt alle Inhaltsproduzenten. So macht man das, so würde ich das gerne bei jedem konsumierten Inhalt tun.

Dass Neon ein reifes Heft ist, das nah dran ist an seinen Lesern, hat mit Bestimmtheit damit zu tun, dass das Feedback konsequent analysiert und dann auch umgesetzt wird.

Bewertung

9/10 Punkten

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

Kommentare

  • mad

    24.04.08 (13:10:56)

    Volle Zustimmung. Meine monatliche Pflichtlektüre. Hast du das Aprilheft auch gelesen? Da ist eine Reportage drin über den weltweiten Kokainhandel. Auf zwanzig Seiten. Unglaublich gut. :-)

  • Herculez

    24.04.08 (15:54:38)

    Dem kann ich auch nur absolut zustimmen. Schon seit nem halben Jahr im Abo, wenn auch dieses bisher nicht immer ganz rund lief (Anmeldung/Umzug), lohnt es sich trotzdem wegen der Inhalte der Neon.

  • Oliver

    24.04.08 (16:39:57)

    Naja, NEON find ich auch toll. Was allerdings nervt sind diese in jedem Heft auftauchenden Lebensberatungsgeschichten à la "So kommt du über deinen Ex/deine Ex hinweg". Was (mich) auch nervt: In jedem zweiten Text geht es irgendwie um Studenten und Praktikanten. Darf man das Ding eigentlich nicht lesen, wenn man ein ganz normal arbeitender junger Erwachsener ist? Oder geben die keine interessanten geschichten her?

  • Florian Steglich

    24.04.08 (17:08:16)

    Vielleicht hat es sich geändert (ich habe seit Monaten keine Neon mehr in der Hand gehabt), aber früher war es so, dass man das Heft 4, 5, auch 8 Ausgaben lang gut und dann langweilig fand, weil sich so viel zu wiederholen scheint, und sei es nur vom Ton und Stil her. Das ging erstaunlicherweise nahezu jedem so, den ich kenne.

  • arbiter

    25.04.08 (00:54:17)

    Aus der Zielgruppe bin ich Gott sei Dank mit gut doppeltem Alter raus. Das, was hier vorgestellt wird, kommt mir vor wie BRAVO für Twens. Auffällig ist, es scheint um Elitetwens zu gehen. Die arbeitende Bevölkerungsklasse, der Hanwerkerkergeselle, die angehende Meisterin? Denen leuchtet Neon am Mors vorbei! Der breiten Masse in der Alterszielgruppe auch. Sagen meine gerade der Zielgruppe entwachsenen drei Kids. Absicht?

  • Ronnie Grob

    25.04.08 (12:09:10)

    Mir scheint auch, dass das Heft eher aus städische Studenten oder Akademiker ausgerichtet ist. Allerdings, @Arbiter, gehören auch "Elitetwens" zur "arbeitenden Bevölkerungsklasse".

  • arbiter

    25.04.08 (12:23:45)

    @ RONNIE GROB: Selbstverständlich gehören auch "Elitetwens", so sie nicht gerade studieren, auf Fortbildungsreise, Selbstfindungssuche und was weiß ich sind, zur "arbeitenden Bevölkerung" mit und ohne Klasse. Die Frage an die STERN-Garage ist eher: Was bringt NEON für den Gleisbauarbeiter, Dachdecker, für Fleisch- und Wurstwaren-Fachverkäuferinnen und die künftige Meisterin der Kfz.-Mechatronik? Allen Bildungs- und Ausbildungsstudien nach sind statistisch genau diese Twens die "Mehreren". Ist dann nicht NEON doch nur Bedienung eines Lifestyle-Trends für In-Leute, denen ohne NEON nichts fehlt? Zumindest fehlen ihnen nicht 3,- Euro fürs Heft.

  • köbi buenzli

    25.04.08 (13:33:49)

    habe heute auch mal das neon gelesen. hier kann man mitlesen.

  • arbiter

    25.04.08 (15:01:09)

    Mitleser sind auch nicht mehr das, was sie noch nie waren. So isses, das "junge General-Interest-Magazin" mit seiner "emotionalen Aktualität"! Aber bitte 11 Punkte für KÖBI BUENZLI, auch wenn Ronnie Grob der Leuchtreklame mit 9 von 10 heimleuchtet. Stadtneurotiker stehen eben immer unter Strom oder unter edelgasdurchfluteter Leuchtreklame. wegen General Interest?

  • artur.litter

    25.04.08 (17:09:30)

    An den Kokain-Hintergrund-Artkel im April-Heft von NEON musste ich auch eben denken: So was leistet kein Internet und schon gar kein TV - und diese Art frischeren, anderen, aber deswegen nicht unklassischen, tatsächlich im besten Sinne informierenden Journalismus als Rundum-Reportage findet man nicht mehr so häufig. Ansonsten falle ich altersmäßig raus aus der NEON-Zielgruppe, vieles an den Nöten junger Erwachsener interessiert mich auch nicht, aber es ist trotzdem manchmal erhellend an dieser Art Zeitgeist ein bisschen mit dran zu sein. Ich habe viele Presseereugnisse für mich als überflüssig erkannt (bediene mich ansonsten im Netz), aber NEON kaufe ich jeden Monat - ungefähr so, wie ich als Kind Windertüten kaufte.

  • arbiter

    25.04.08 (22:39:08)

    @ ARTUR.LITTER: Klar, Webung muß sein! Stand "emotionaler Aktualität" ist hier derzeit: 3 gerade noch Zielgruppenkids gegen Leuchtgas samt Reklame, ein Nicht-Zielgruppenvater stimmt seinen Kids zu, 2 noch nicht ganz Zielgruppen-Junioren sind an dem "General Interest" generell nicht interessiert. Großmutter der Juniors meint, sei eh nur für High-Level-Stadtneurotiker, hält das Edelgas für heiße Luft, aber gut verpackt. In demokratischer Abstimmung ergeht der einstimmige Beschluß, an der Wundertüte nicht zu naschen, ein besonderes Presseerzeugnis als besonders überflüssig anzuerkennen. Aber Reklame muß natürlich sein.

  • Ronnie Grob

    26.04.08 (20:48:52)

    @Arbiter: Dieser medienlese-Test ist ja immer etwas persönliches und wenn ich auf ein Magazin für "High-Level-Stadtneurotiker" anspreche, dann könnte das durchaus an mir liegen. Was mich interessieren würde: Welches Presseerzeugnis mag denn ihre Familie indes?

  • arbiter

    26.04.08 (22:43:16)

    @ RONNIE GROB: Na ja, als langsam entwöhnter Stadtneurotiker habe ich die Heftvorstellung durchaus auch in Beziehung zum Rezensenten gesehen, der daraus ja auch kein Geheimnis gemacht hat, zumindest nicht im Besprechungstext. Die Frage, welche Presseerzeugnisse die Familie "mag" ist einerseits eine Gewissensfrage, die der Vater/Großvater nur für sich beantworten kann. Antwortet er ehrlich, muß er sagen, er braucht, nutzt Presseerzeugnisse, aber er mag sie eigentlich alle nicht, bildet sich für seine Auswahl ein, er greife nach dem jeweils kleinsten Übel. Wegen der "Schwankungen" des Übels gelingt es nicht, sich mit einem Leib- und Magenblatt häuslich einzurichten. Kohlhaas grüßt. Aber natürlich kann ich eine ganze Menge von Presseerzeugnissen aufzählen, welche der Familie und mir im Magen liegen, die wir ganz und gar nicht mögen. Aber wäre das für dieses Forum nicht doch zu persönlich?

  • Ronnie Grob

    27.04.08 (16:45:08)

    @Arbiter: Persönlich hin oder her, mich interessiert, von welchen Produkten die Leute sagen, sie seien wirklich gut. Etwas schlecht finden ist ja oft einfacher als etwas gut finden (das weiss ich jetzt aus der Magazin-Test-Erfahrung).

  • arbiter

    27.04.08 (18:51:36)

    @ RONNIE GROB: Selektiver Pressekonsum bringt nun mal mit sich, eher keine Vorlieben zu entwickeln. Das Interesse gilt jeweils dem Inhalt, zumeist wiederum innerhalb des betreffenden Mediums selektiert und erst recht ohne Ansehung des jeweiligen Autors. Ausgewählt wird überwiegend nach "Nutzanwendungskriterien", die hier darzulegen zu weit führen würde. Natürlich ist es simpel, etwas niederzumachen. Andererseits, welche Kritik bemüht sich um Konstruktives? Gerade für die Blattmacher sollten nicht "Kritiker" den Job erledigen, schon gar nicht für die Marketingfritzen. Auch wenn jeder auf seine Weise spinnt, zumindest bin nicht ich dafür verantwortlich, daß mich derzeit kein Blatt überzeugt, nicht einmal das, für das ich -ohne Journalist zu sein!- gelegentlich schreibe. So kommt "medienlese" eben zu einem Blogger mehr, was ja keineswegs gegen den Blog spricht.

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