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02.02.12Leser-Kommentare

Identitätsverifizierung: loftville zeigt die neue Xing API in freier Wildbahn

Noch wurde die von Xing im Dezember angekündigte Entwickler-API nicht offiziell freigegeben. Doch der Wohnungsmarktplatz loftville darf sie bereits für sein neues Mieterprofil einsetzen.

 

Mitte Dezember kündigte Xing den überfälligen Schritt an, eine Schnittstelle zu veröffentlichen, die es Entwicklern erlaubt, Funktionen des im deutschsprachigen Raum führenden Geschäftsnetzwerks in Drittanwendungen zu integrieren. Konkrete Details behielt das Unternehmen aus Hamburg aber noch für sich. Interessierte können seitdem auf dev.xing.com ihre E-Mail-Adresse hinterlassen, um rechtzeitig zum Launch der API informiert zu werden.

Am gestrigen Mittwoch präsentierte Xing einen ersten Pilotpartner, der sich die neue Schnittstelle zunutze macht und damit einen Eindruck vermittelt, welche Einsatzmöglichkeiten diese bietet. Konkret geht es dabei um den ebenfalls aus Hamburg stammenden exklusiven Marktplatz für urbane Mietwohnungen loftville, den wir im Frühjahr 2011 vorgestellt haben.

loftville, das nur eingeladenen Mitgliedern offen steht, erlaubt es Wohnungssuchenden ab jetzt, sich auf einem Mieterprofil von ihrer besten Seite zu zeigen und so die Chancen zu erhöhen, die Aufmerksamkeit von Vermietern, Verwaltern, Maklern und Vormietern zu erhaschen. Das Mieterprofil ist eine Art Lebenslauf der Wohnungshistorie inklusive der wichtigsten persönlichen Angaben zur jeweilige Person.

Seriosität durch Xing-Datenimport

Um die Glaubwürdigkeit dieser Informationen zu erhöhen, ermöglicht Loftville seinen Nutzern die Verknüpfung ihres Mieterprofils mit dem persönlichen Xing-Profil über einen Login mit den Xing-Benutzerdaten. Aus dem Geschäftsnetzwerk übernommene Daten zu Name, Alter und Arbeitgeber werden jeweils mit einem Xing-Logo auf dem loftville-Mieterprofil dargestellt, außerdem wird die Zahl der Xing-Kontakte als weiteres Seriositätskriterium eingeblendet.

Triviale, aber sinnvolle Integration

Die Xing-Integration von loftville ist in ihrem Umfang nicht gerade revolutionär, da sie nur die grundlegendsten Informationen aus Xing importiert und keinerlei Interaktion mit Xing-Kontakten aus der Drittanwendung heraus ermöglicht (was im Fall von loftville aber auch nicht unbedingt nowendig ist). Nach wie vor ist offen, wie weitreichend die API gestaltet wird und inwieweit der "Business Graph", also das Kontaktnetzwerk von Xing-Mitgliedern, aus externen Apps angezapt werden kann.

Dennoch handelt es sich hier um eine sinnvolle Verwendung der Xing API mit dem Ziel der Vertrauenssteigerung von Anwendern auf einer Drittanbieter-Website. Xing-Konkurrent LinkedIn bietet eine derartige Nutzbarmachung des LinkedIn-Profils schon lange, hat aber im deutschsprachigen Raum noch deutlich weniger Mitglieder (mit Ausnahme der Schweiz). Entsprechend ist auch die Integration von LinkedIn für hiesige Website-Betreiber derzeit nicht so attraktiv wie die von Xing, zumal Xing als deutsches Unternehmen in der eher konservativ geprägten hiesigen Geschäftswelt einen Heimvorteil genießen dürfte.

Neue Informationen zum Zeitplan gibt es bisher nicht. Angesichts des laufenden Testbetriebs sollte der offizielle (Beta-)Launch aber nicht mehr zu lange auf sich warten lassen.

Danke an Jürgen Auer für den Hinweis.

Kommentare

  • Robert

    03.02.12 (12:26:10)

    Xing ist auf dem absteigenden Ast, wie die aktuellen Zahlen zeigen. Und Loftville scheint mir nie geflogen zu sein, kein Wunder bei dem Geschäftsmodell. Warum soll ein solventer Mieter so umständlich vorgehen?

  • Karsten Münster

    05.02.12 (13:08:33)

    Meine Güte, wer sich so schwer tut mit üblichen und vom Markt gewollten Dingen wie einer API, so wie es Xing tut, muss sich wirklich nicht wundern, von den forschen Amis überrollt zu werden.

  • Norbert

    06.02.12 (13:24:44)

    We immer erst 6 Monate für Erneuerungen braucht, ist ganz schnell 1 Jahr in der Entwicklung zurück. Das ist doch logisch.

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