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08.09.09

Hyperdistribution: Wie Inhalte durch das Netz reisen

Je mehr Menschen einen online publizierten Artikel lesen, desto größer das Potenzial zur (direkten oder indirekten) Monetarisierung. Hyperdistribution erhöht die Reichweite von Inhalten und spannt dazu die Leser ein. Ein konkretes Beispiel.

Inhalte teilenIm Rahmen der Debatte um die Zukunft des Journalismus fällt immer öfter der Begriff "Hyperdistribution" (alternativ auch Superdistribution). Dieser bezeichnet ein Konzept, bei dem Inhalte über möglichst viele Kanäle des Internets verbreitet werden. Hyperdistribution ist das Gegenstück zur Exklusivität, bei der Content lediglich über eine kontrollierte Quelle (z.B. ein Printmagazin oder einen kostenpflichtigen Internetdienst) zugänglich gemacht wird.

Das Ziel von Hyperdistribution ist es, durch eine radikale Erhöhung der Reichweite die direkten und indirekten Möglichkeiten zur Monetarisierung von journalistischen Inhalten zu verbessern (Werbung, E-Commerce etc.) und damit ggf. auch wegbrechende Einnahmen aus dem Printgeschäft auszugleichen.

Ein elementarer Teil der Hyperdistribution-Strategie ist es, die virale Verbreitung des Contents von Anwender zu Anwender durch entsprechende Sharing-Funktionen (Bereitstellung von Codes zur Verlinkung, Twitter- und Facebook-Anbindung, Widgets, extern einbettbare Elemente etc.) zu unterstützen.

Wie eine erfolgreiche Hyperdistribution auf Nutzerseite ablaufen kann, möchte ich an einem praktischen Beispiel illustrieren: Ironischerweise war es ein (sehr lesenwerter) Blogeintrag zur Frage, ob statt Hyperdistribution nicht eine starke Medienmarke die bessere Strategie für Inhalteanbieter sei, der mir am Samstag via Twitter unter die Augen kam und dann von mir über verschiedene Kanäle weiterverbreitet wurde.

Hyperdistribution aus Nutzersicht am Beispiel:

1. Sebastian Matthes twittert den Link zum genannten Artikel - er wurde über einen Tweet von Markus Albers auf den Beitrag aufmerksam

2. Ich lese den Artikel und empfehle ihn anschließend per Retweet meinen Followern bei Twitter.

3. Ich bookmarke den Artikel öffentlich bei Diigo, einem sehr praktischen Social-Bookmarking-Dienst.

4. Automatisch wird der Link via Twitter und Diigo in meinen FriendFeed-, Lifestream.fm- und myON-ID -Stream importiert.

5. Bei Mister Wong werden sämtliche Links zusammengestellt, die ich bei Twitter publiziert habe - so auch der angesprochene Artikel.

6. Über das Google Reader-Bookmarklet füge ich den Artikel zu meinen "Shared Items" hinzu. Jeder meiner Google Reader-Follower sieht so den Beitrag.

7. Über Facebook und per E-Mail versende ich den Link an ausgewählte Personen, die das Thema interessieren könnte und von denen ich weiß, dass sie keine der oben genannten Dienste verwenden.

8. Nicht zuletzt verweise ich auch in diesem Blogbeitrag auf den Artikel.

Wohlgemerkt bin ich nicht der einzige, der diesen oder andere lesenswerte Artikel auf den beschriebenen (oder ähnlichen) Wegen weiterverbreitet.

Hyperdistribution kann durch eine aktive Beteiligung der Leser zu hunderten oder tausenden neuer, als Schwarm auftretender Besucher führen - von denen manch einer auf eine Anzeige klickt oder zum Stammleser wird (und dadurch zu einem späteren Zeitpunkt zur Monetarisierung beitragen könnte). Und das - abgesehen von minimalen Kosten durch erhöhten Traffic - ohne finanziellen Aufwand.

Inhalteanbietern, die ihre Reichweite und Bekanntheit im Netz erhöhen wollen, tun gut daran, sich mit dem Thema Hyperdistribution auseinanderzusetzen. Jeder neue Nutzer, der mit dem erstellten Content in Berührung kommt, kann mittelfristig zu dessen Monetarisierung beitragen.

The Business Insider zeigt, wie weit Hyperdistribution gehen kann: Artikel können auf beliebigen externen Seiten eingebettet werden. Ein Beispiel:

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