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15.02.09Leser-Kommentare

Hype mit Substanz: Warum Twitter nicht Second Life ist

Twitter hat seine bisher umfangreichste Finanzierung erhalten, und das, ohne aktiv nach neuem Kapital gesucht zu haben. Trotz fehlendem Geschäftsmodell ist dies nachvollziehbar. Kaum ein Webdienst hat derartiges Potenzial. Und Vergleiche mit dem kurzen Second-Life-Hype sind falsch.

Erneut kann sich Twitter über eine Kapitalspritze freuen. Der beliebte Microbloggingdienst wurde in einer dritten Finanzierungsrunde mit zirka 35 Millionen Dollar versorgt - und das laut eigener Aussage, ohne aktiv nach frischem Geld gesucht zu haben. Die in das 2006 gegründete und heute 29 Mitarbeiter zählende Startup aus San Francisco insgesamt investierte Summe übersteigt damit die 50-Millionen-Dollargrenze.

Lange Zeit war ich skeptisch, was den Hype um und die mutigen Kapitalinfusionen von VC-Gebern in den bisher ohne Geschäftsmodell auftretenden Dienst betrafen. Doch mittlerweile habe ich meine Meinung geändert und sehe im aktuellen Investment einen weiteren Beleg für meine Prognose, Twitter hätte das Zeug zum "Next big thing".

Der derzeitige Twitter-Boom, der den Service immer stärker ins Visier klassischer Medien rücken lässt, hat Substanz. Vergleiche mit dem kurzen Second Life-Hype um 2006 hinken stark. Dient die virtuelle Welt primär der Unterhaltung und des Zeitvertreibes, bringt Twitter für User eine ganze Reihe von sehr individuellen Mehrwerten mit sich.

Der Zwitscherdienst versorgt Nutzer mit Echtzeitinformationen, eignet sich als Recherche-Tool, macht Personen produktiver, hilft Menschen, mit Kollegen und Freunden in Kontakt zu bleiben, dient der Organisation von Events, ermöglicht die Interaktion zwischen Meinungsführern und ihrem Anhang, kann für Spontanumfragen eingesetzt werden, lässt sich als Marketing- und Kundenbindungstool verwenden... die Aufzählung möglicher Anwendungsszenarien ist lang und variierte je nach eigener Situation.

Twitter revolutioniert die Kommunikation und Interaktion zwischen Menschen. Erkennen kann dies nur, wer den Service selbst für längere Zeit einsetzt und sich eine nennenswerte Zahl an Folgern erarbeitet hat. An diesem Punkt tritt der Aha-Effekt ein, ab da entfaltet der Microbloggingservice seine ganze Kraft. Erst wer diesen kritischen Moment überschritten hat, kann sich ein fundiertes Urteil über Twitter erlauben. Und die Tatsache, dass es im Prinzip niemanden gibt, der dorthin gekommen ist und anschließend seine Twitter-Nutzung beendet hat, spricht Bände.

Wer wie wir häufig über Twitter berichtet, läuft Gefahr, des unkritischen Hypens bezichtigt zu werden. Gerne würden wir die Zahl der Beiträge über den US-Service verringern. Doch das wäre, wie Mitte des vorigen Jahrhunderts das Aufkommen von Fernsehen oder Kühlschränken zu ignorieren - Entwicklungen, die den Alltag von Menschen grundlegend verändert haben. Twitter ist auf einem guten Weg, dies zu tun.

Mit Premiumservices oder als Infrastrukturanbieter ergeben sich zahlreiche mögliche Geschäftsmodelle, die es gründlich zu evaluieren gilt. Dank der jüngsten Kapitalrunde können sich die Kalifornier Zeit dafür nehmen. Twitter ist weniger als drei Jahre alt - für ein Unternehmen mit revolutionärem Charakter ist das nichts. Die Frage nach dem Geschäftsmodell muss gestellt werden, ja. Eile gibt es jedoch keine.

Kommentare

  • PenZiuM

    15.02.09 (13:09:58)

    Twitter braucht eine Lösung um die vielen User und deren Tweets zu filtern, zu gruppieren und zu sortieren. Dann wirds was mit dem Next big thing oder einem Verkauf?

  • Markus Jakobs

    15.02.09 (13:19:01)

    Genau so muss man Microbloggingdienste sehen. Ein phantastischer Artikel !

  • bulldrinker

    15.02.09 (13:28:51)

    Twitter kann man doch gar nicht mit Second Life vergleichen, Second Life war einfach zu übertrieben! Wenn allerdings Twitter von Google gekauft werden würde, würde ich mit dem Twittern aufhören!

  • Uwe (erforderlich)

    15.02.09 (13:51:17)

    Hehe, der Benutzer "PenZiuM" hat zumindest den letzten Absatz im zugehörigen aktuellen c't-Artikel gelesen :-) Abgesehen davon: Unser CMS kann in der kommenden Version RSS erstellen. Damit habe ich erfolgreich geschafft, Artikel (via RssToTwitter.com) nach Twitter zu posten. Ich finde das cool, wie das alles vernetzt werden kann, auch mit Friendfeed.com und Co.

  • Ben

    15.02.09 (14:03:26)

    Das liest sich ja fast wie eine Predigt, grade die Stelle mit dem Aha-Effekt… man muss es erlebt haben um es zu glauben, weil es sich rationaler Argumentation entzieht? Interessante Grundlage für einen nachhaltigen Effekt auf die Gesellschaft (das ist nicht abwertend gemeint). Ich muss ehrlich sagen, ich hatte den Aha-Effekt nach 2 Monaten immer noch nicht. Twitter erscheint mir nach wie vor als Strom von Belanglosigkeiten und strukturlosen Informationshäppchen… letzten Endes eine digitale Abbildung von Schulhofsgespräch, Stammtisch oder Kaffeekränzchen. So faszinierend und großartig das für den ein oder anderen sein mag, so langweilig und eben belanglos wirkt das auf der anderen Seite. Gut möglich dass Twitter voll durchschlägt, aber ein großer Fortschritt für die Menschheit... nunja... .... Interessanter weise sind die einzigen Tweeds die ich wirklich gerne lese von Journalisten, die anscheinend noch am ehesten in der Lage sind mit den 140 Zeichen etwas sprachlich flottes zu gestalten.

  • Ben

    15.02.09 (14:18:33)

    Und wo ich grade drüber nachdenke: Während der Rest des Netzes fast überall bestrebt ist sich zu komplex zu strukturieren scheint bei Twitter grade das Chaos und der Mangel an vorgegebener Organisation erfolgreich zu sein: Keine Tags, keine Gruppen, keine Biographien, Berufe, Interessen oder Hobbies...

  • Moe

    15.02.09 (14:22:06)

    Langsam aber sicher scheint sich tatsächlich herauszustellen, dass Twitter mehr als nur ein kurzlebiger Hype ist. Auch ich brauchte mehrere Anlaufversuche, nutze es aber seit einer Weile recht intensiv - vorrangig als Feed-Reader- und Newsletter-Ersatz. Auch ich finde es ist wichtig, erst mal so viel Reichweite wie möglich aufzubauen, dann ist vermutlich auch die Monetarisierung nicht so schwierig, indem man zum Beispiel einfach "Sponsored Tweets" verkauft. Dennoch habe ich Zweifel, ob Twitter wirklich das "nächste große Ding" wird und mit 55 Mio. USD Venturekapital nicht etwas überbewertet ist ...

  • Daniel

    15.02.09 (14:34:12)

    Gewohnt informativer und fundierter Artikel! Ich kann mich der Meinung von PenZiuM nur anschließen. Der (wirkliche) Nutzwert steht und fällt mit der Möglichkeit, die Informationsströme sinnvoll zu filtern und zu clustern, wohlgemerkt in beide Richtungen. Bisher lässt sich das eigentlich nur sinnvoll über verschiedene Accounts lösen, was aber letztendlich die Hürde für die weniger Internet-affinen Nutzer nach oben setzt. Wenn sich hierfür eine sinnvolle und einfache Lösung etabliert, könnte Twitter wirklich der Durchbruch gelingen.

  • Daniel Niklaus

    15.02.09 (14:38:42)

    Bitte recherchieren! Sorry, hast du dir einmal die Zahlen von Second Life angesehen? Second Life wächst von Jahr zu Jahr. Waren im Q4 2006 gerade einmal 19'000 User gleichzeitig in der 3D Welt, besuchten im Q4 2008 77'000 User Second Life. Was hat Second Life dafür, wenn sich die Medien im Hype darauf stürzten, unerfüllbare Erwartungen schürten und das Teil nicht "wachsen" lassen konnten? Lasst euch doch nicht immer von Medienhypse verführen. Ist wie bei einer Bild-Kampagne. Zuerst hochjubeln - gibt Leser und danach schlecht schreiben - gibt noch mehr Leser (ich habs ja immer gewusst...). Twitter hat noch gar keinen Medienhype erlebt...mal schauen, wie es danach aussieht. Ein gutes Motto: Trends werden kurzfristig überschätzt und langfristig unterschätzt.

  • OleS

    15.02.09 (14:41:19)

    Naja, solange sie keine vernünftiges Geschäftsmodell vorstellen, glaub ich da nichts von "the next big thing". Und ich glaube auch nicht, dass sie die Kosten mit einem "Freemium"-Modell wieder reinholen könnten... Man darf also mMn weiterhin gespannt bleiben, was mit diesem Dienst geschieht..

  • OleS

    15.02.09 (14:44:44)

    //da es ja keinen Editbutton gibt: e: Ich glaube auch nicht, dass sich die Kosten durch Lizenzierung/Verkauf der API wieder reinholen lassen...

  • Moe

    15.02.09 (14:57:08)

    @Daniel Niklaus: Die Zahlen von Google Trends bezüglich Second Life sprechen aber eine andere Sprache: http://trends.google.com/websites?q=secondlife.com&geo=all&date=all Klar, der Traffic der Webseite muss nicht in Zusammenhang mit der Nutzung von Second Life stehen, lässt bei mir aber trotzdem Zweifel an den von Linden Lab veröffentlichen Zahlen aufkommen. Wie auch immer, es dürfte jedenfalls unbestritten sein, dass die Medienaufmerksamkeit an Second Life sehr stark zurückgegangen ist. Und während ich mindestens 20 Leute persönlich kenne, die Twitter täglich nutzen, kenne ich keinen einzigen, der Second Life nutzt.

  • Nikjo

    15.02.09 (15:04:36)

    Also, ich glaube dass sich der Hype auch langfristig leider nur auf die wirklich aktiven Internetuser (Blogger, Kommentatoren) beschränken wird - und damit sind so Geeks wie ihr hier alle (ok ich auch) gemeint! Dieser Zustand trifft allerdings nur auf höchstens 1% aller Internetnutzer zu, und Twitter hat es auch drei Jahre nach dem Start noch nicht geschafft, viele "normale" User von sich zu überzeugen (oder sich überhaupt dort bekannt zu machen - mindestens die Hälfte meines Freundeskreises würde dann so eher "Hä?" machen wenn ich von Twitter reden würde - und die sind schon recht internetkompatibel). Der Schritt aus dieser Randgruppe gelang bisher nicht, und wird auch nicht mehr gelingen. Denn, wie du ja auch bemerkt hast, hat Twitter kein Alleinstellungsmerkmal, das es unzervichtbar machen würde: * Auf der Suche nach einem einfach anzulegenden Realtime-Nachrichtenticker, den man von überall leicht erreichen kann? Auf Twitter nur Nachrichtenbots hinzufügen. --> Kein Mehrwert, es gibt andere und vor allem objektivere Ticker * Immer auf dem Laufenden bleiben, was Familie und enge Freunde machen, selbst wenn man zum Beispiel in einem anderen Land wohnt? Nur ihnen folgen (nachdem man sie überredet hat, Twitter zu benutzen) --> Kein Mehrwert, Kommunikationsmöglichkeiten sind unzählig und substituierbar; Twitter ist (im Vergleich mit Telefon, E-Mail, echten Blogs, Postkarte, etc.) sicherlich eine der schlechteren * Twitter für Selbstmarketing einsetzen? Kollegen, Bekannten und Vorbildern aus der eigenen Branche folgen und zu Branchenthemen twittern. --> Genau: In der eigenen Branche. Und das sind die genannten Internetprofis, sonst kaum jemand. * Twitter als tägliches Bespassungstool? Den Oneliner-Machinen da draußen folgen. --> Hm, also echter Mehrwert sieht anders aus. Aber gut, zum Spaß nicht schlecht. So ähnlich wie auch Second Life zum Spaß nicht schlecht war. Aso, tut mir leid für die ganze Kritik, aber aus Twitter wird leider nichts mehr werden (subjektive Meinung). Und dieser Satz mit dem "Aha-Effekt" und dem "fundierten Urteil" etc., der ist schlimm, den würde ich wieder rausmachen. Grüße, Niko

  • Felix A.

    15.02.09 (15:28:05)

    Ich denke viel besser hätte man es nicht auseinander nehmen können @Nikjo

  • Peter

    15.02.09 (15:39:38)

    Schön auch, dass Ihr allen, die sich zu dem Thema äußern wollen, aber Twitter nicht aktiv nutzen, die Fähigkeit absprecht, Chancen und Probleme des Dienstes darzulegen und zu hinterfragen. Das nervt. Ich habe bei Twitter kein Benutzerkonto, kann mir aber trotzdem eine Meinung zu diesem Dienst bilden (basierend auf der passiven Nutzung und fundierten Artikeln zum Thema). Ich abonniere meine Feeds mit Bloglines. Ab und zu hat Bloglines kleinere Ausfälle und produziert Fehlermeldungen bei der Anmeldung. Will ich wissen ob es an mir liegt oder an Bloglines, nutze ich die Twitter-Suche. Ich gebe "bloglines down" ein, sehe mir die letzten zehn Meldungen an und weiß dann ob der Fehler an meiner Internetverbindung liegt oder ob Bloglines Probleme mit der Datenbank hat (= mehrere Leute twittern weltweit gleichzeitig, dass Bloglines Probleme macht). Sehr praktisch das Ganze. Alle anderen genannten Vorteile kann ich ebenfalls nachvollziehen und teilweise für sinnvoll erachten. Trotzdem denke ich nicht, dass Twitter die Welt verändern wird. Oder wie Ihr schreibt: Twitter revolutioniert die Kommunikation und Interaktion zwischen Menschen. oder auch Gerne würden wir die Zahl der Beiträge über den US-Service verringern. Doch das wäre, wie Mitte des vorigen Jahrhunderts das Aufkommen von Fernsehen oder Kühlschränken zu ignorieren - Entwicklungen, die den Alltag von Menschen grundlegend verändert haben. Twitter ist nichts anderes als das, was wir täglich tun. Wir quatschen. Mit Kollegen auf dem Flur. In der Mittagspause. Auf dem Schulhof. Abends beim Bierchen zischen. Beim kurzen Gespräch mit dem Chef. Beim SMS schreiben. Warum also findet Twitter solch einen Anklang? Drei Dinge: Erstens: Twitter hebt die räumliche Ferne auf. Jeder kann mit jedem quatschen. Soweit nichts besonderes. Zweitens: Twitter schafft Strukturen. Besser: Regeln. Es bildet einen einheitlichen Kommunikationsraum für die, die was sagen wollen. Gleiches Recht für alle. Jeder hat 140 Zeichen zur Verfügung. Kein Buchstabe mehr. Drittens: Alles was man sagt, ist öffentlich (ich weiß wohl, dass es auch die Möglichkeit gibt, Privatnachrichten zu schicken. Machen aber wohl nur wenige, weil es innerhalb des Twitter-Biotops wenig Sinn macht). Jeder hört jeden (wenn er will). Das ist, wie wenn im Bundestag alle gleichzeitig sprechen dürften und man sich entscheidet wem man zuhört und wem nicht. Twitter überträgt das tägliche Gequatsche ins Internet. Dabei unterscheidet sich der Dienst nicht von anderen Internetdiensten. Die E-Mail ist der traditionelle Brief kombiniert mit den Vorteilen des Internets (keine räumliche, zeitliche oder textuelle Beschränkung). Last.fm ist das traditionelle Radio kombiniert mit den Vorteilen des Inter... Versteht Ihr was ich damit sagen will? Nicht Twitter ist die Revolution, sondern das Netz an sich. Deshalb bleibe ich bei meiner Meinung: Twitter ist der Hype UM einen Dienst, der nicht selbst neu ist, sondern nur Altes ins neue Internet überträgt. Sollte Twitter es tatsächlich schaffen, "das nächste große Ding" zu werden, dann kann man aber eines mit Sicherheit sagen: Twitter wird dann nicht Twitter bleiben. Google ist keine Suchmaschine mehr, Google ist ein Anzeigenvermarkter. Facebook wird kein Social Netzwerk bleiben, sondern ein riesiges Online-Panel für die Marktforschung. Es gibt nämlich noch einen Unterschied. Einen Vierten. Gequatsche in der realen Welt ist (beschränkt auf seine traditionelle Form) kostenfrei. Alles was darüber hinausgeht (Brief, Telefon, SMS, E-Mail) kostet jemanden ganz am Ende immer irgendetwas. Das Problem von Twitter: kein Geschäftsmodell. Irgendjemand muss die Kosten der Server, der Pflege (usw.) des Dienstes übernehmen. Ich bezweifle, dass Twitter durch Spenden überleben würde, wie dies bei der Wikipedia der Fall ist. Und spätestens wenn Anzeigen geschaltet werden; wenn man für Premium-Dienste bezahlen muss; wenn über Probleme mit dem Datenschutz berichtet wird (aus welchen Gründen auch immer); wenn man selbst die Monopolstellung des Dienstes wahrnimmt, die man aufgrund eigener Faulheit (Stichwort: Laconica) bisher erfolgreich verdrängt hat: Genau dann wird man feststellen, dass Twitter eben nur ein weiteres Yahoo-Napster-Google-MySpace-Blog-Mashup-Facebook-Startup ist, das früher oder später seinen Platz für den nächsten Hype freimachen muss.

  • Daniel Niklaus

    15.02.09 (15:45:09)

    @Moe Wenn ich die Nutzerzahlen von Second Life kenne, wie Ernst kann ich den Artikel nach der Einleitung noch nehmen? Die Autoren tun sich auf Netzwertig keinen Gefallen, wenn Sie immer wieder Dienste schlecht machen, damit ihre persönlichen Favoriten in einem besseren Licht dastehen. Übrigens könnte ein Artikel zu Twitter auch in die Richtung gehen: steht Twitter vor dem aus? Die Medien fangen an zu hypen! http://www.google.com/insights/search/#q=secondlife%2Csecond%20life%2Ctwitter&date=1%2F2006%2037m&cmpt=q

  • Felix A.

    15.02.09 (16:04:43)

    Die Frage nach dem Geschäftsmodell, ist sicherlich auch eine, die interessant ist. Denn wenn ich in Twitter investiere, möchte ich auch noch während meiner Lebenszeit das Geld wieder raus haben. Natürlich mit einer netten Rendite. "Die Frage nach dem Geschäftsmodell muss gestellt werden, ja. Eile gibt es jedoch keine." Diese Einstellung ist natürlich für jedes Start-Up äußerst praktisch :) Generell bin ich der Meinung, dass man mit jedem "erfolgreichen" Internet Projekt Gewinn erwirtschaften kann. MySpace zeigt bereits, dass es funktioniert und Facebook wird auch irgendwann Geld verdienen. Bisher ist die Werbung bei Facebook noch sehr dezent, aber der Herr Zuckerberg legt ja seinen Fokus vorerst auf Wachstum was verständlich ist und auch gut funktioniert. Andere Firmen sind einfach aufgebläht und ich bin davon überzeugt, man könnte 90% der Belegschaft entlassen und der Betrieb würde wie gewohnt weiter laufen. Manche schaffen es aber auch nie profitabel zu werden. Lycos ist ein gutes Beispiel und StudiVZ wird es mMn auch nie schaffen. Aber um wieder zurück auf Twitter zu kommen: Welche Möglichkeiten würde es geben? - Tweets von Nicht-Premium Mitgliedern verzögert veröffentlichen? - Tweets der Premium Mitglieder anders zu markieren? - Unternehmen für Accounts zahlen lassen? - Werbung

  • Felix A.

    15.02.09 (16:14:29)

    @Daniel Wichtig finde ich es abzuwägen, ob ein gewisser Hype gerechtfertigt ist oder nicht. Und das wird hier im Moment diskutiert. Ich finde Netzwertig aufgrund dieser Kontroversen Diskussionen so klasse. Nur Lobeshymnen fände ich äußerst langweilig. "Übrigens könnte ein Artikel zu Twitter auch in die Richtung gehen: steht Twitter vor dem aus? Die Medien fangen an zu hypen!" No Comment...

  • Wolfgang

    15.02.09 (16:31:10)

    Schön emotional hier mal wieder ;) Tatsächlich glaube ich aber auch, dass ihr euch mit solchen Artikeln keinen Gefallen tut. Das war schon bei Facebook so. 1000 Artikel bei euch haben mich dazu gebracht, Facebook immer kritischer und belangloser zu finden - ein einziger kleiner Beitrag von Casi bei zweipunktnull hat mich dazu gebracht, mich da wirklich anzumelden und ich verstehe jetzt den Sinn hinter Facebook total. Und ganz ehrlich: Ein Dienst den man 2 Monate lang intensiv nutzen muss, um den Mehrwert zu erkennen, hat glaube ich wirklich ein Problem. Vielleicht habe aber auch ich ein Problem. Ich lese gerne lange Artikel, auch gerne in der Zeitung (diese Teile, die auf Papier gedruckt werden, aber kein Buch sind...) und SMSen nerven mich schon extrem bei manchen meiner Freunde, die ALLES per SMS regeln wollen und der Zeitaufwand für eine kurze Verabredung sich ins Unendliche steigert, anstatt einfach 2 min zu telefonieren... Aber ich mag die Überschrift: "Hype mit Substanz"...widerspricht sich das nicht? ;)

  • eric

    15.02.09 (16:46:21)

    Im Grundsatz gebe ich dir Recht, dass Twitter durchaus mehr Substanz hat als Second Life. Aber irgendwie muss ich sagen, dass gerade eine Aussage von dir deutlich dagegen spricht, dass Twitter eine breite Masse erreichen wird. Du schreibst: "Erkennen kann dies nur, wer den Service selbst für längere Zeit einsetzt und sich eine nennenswerte Zahl an Folgern erarbeitet hat." Damit sagst du, dass Twitter so was ist wie ein Schneeballsystem: Erst wenn viele mir zuhören, habe ich die Möglichkeit, den eigentlichen Kern zu ...äh... genießen. Nun ja, das ist auch in Ordnung, weil ja auch in Foren, Blogs und Chats meist mer Lurker (Zugucker) als Aktive unterwegs sind. Aber trotzdem ist das für mich eine gute Begründung dafür, dass auch Twitter ein Spartenkanal ist und so lange bleibt, bis er in einer kleinen Nische seinen Platz zwischen ein paar Fans gefunden hat... Das wäre dann vielleicht doch mit Second Life zu vergleichen. ;-) eric

  • Martin Weigert

    15.02.09 (16:49:46)

    Schöne Diskussion! @ Ben Bei mir hat es länger als ein Jahr und ungefähr fünf Versuche gedauert. Dann hatte ich meine 20 bis 30 Follower und ab diesem Moment war mir klar, warum viele andere Twitter so toll fanden. @ Daniel Niklaus Ich habe nun schon mehrere Male Vergleiche gehört, der Hype um Twitter wäre ähnlich wie der um Second Life. Dazu wollte ich Stellung nehmen. Ich mache im Artikel keinerlei Aussagen darüber, wie es um Second Life steht. Nur: der Hype, wie ihn auch moe beschreibt, ist vorbei. Darum geht es. Ja, ein Artikel zu Twitter könnte auch in die von dir beschriebene Richtung gehen. Am besten, du fängst noch heute an zu bloggen und schreibst dieses Posting. @ Wolfgang Ohne Widersprüche und kontroverse Ansichten käme es nicht zu solch angeregten Diskussionen. @ Eric So war das aber bei studiVZ, Facebook & Co auch. Und die sind auch groß geworden ;) Zugegeben - bei Twitter ist die Aktivitätshürde etwas höher (also nicht die, sich zu registrieren, sondern die, es dann auch wirklich bewusst und regelmäßig zu verwenden). Dennoch glaube ich nicht, dass dies langfristig ein Hindernis für Twitters Erfolg wäre. Die Entwicklung geht ganz einfach etwas langsamer als bei anderen populären Social-Web-Diensten (der erste Twitter-Hype brach immerhin schon vor genau zwei Jahren aus).

  • Ulrike Langer

    15.02.09 (16:50:19)

    Martin Weigert hat Recht: Twitter ist tatsächlich ein Tool, das man einige Wochen nutzen muss, um den Nutzen zu kapieren. Das unterscheidet Twitter von anderen Social Media Sites. Bei Xing muss man bloß auf eine Profilseite schauen, um zu erfassen, worum es da geht. Wenn man bei Twitter von außen reinschaut, ohne ein eigenes Netzwerk aufgebaut zu haben, sieht man bloß - belangloses Geschnatter. Erst wenn man eine Weile interessanten Leuten gefolgt ist, selbst genügend interessante Followers bekommen hat (die kommen nun mal nicht über Nacht, das dauert einige Wochen) und relevante Antworten auf Fragen bekommen hat, wird Twitter zum echten Mehrwert. Und wenn man durch positive Twitter-Reviews in die Ecke eines unkritischen ”Sekten-" oder ”Drogen"-befürworters gestellt wird (”nur wer es ausprobiert hat, kann mitreden") - so what? Das ist übrigens eine Diskussion, die ich auf meinem Blog auch gerade führe (http://medialdigital.wordpress.com/2009/01/15/dos-and-donts-fur-twitternde-redaktionen-%E2%80%93-interview-mit-nicole-simon/#comment-105)

  • Jan

    15.02.09 (16:57:37)

    Ja, diesmal ist alles anders. So ungefähr klingt hier jeder Artikel über Twitter und die schöne neue Welt des Web 2.4. Und Twitter bietet einen echten Mehrwert, so wie Second Life auch einen echten Mehrwert bot. Und Twitter ist fast so revolutionär wie Fernsehen. Aha. Leider vergesst Ihr die wirklich wichtigen Fragen zu stellen: a) Wie soll Twitter jemals Geld verdienen? und b) wird Twitter jemals im Mainstream ankommen und wenn ja weshalb? Wenn ihr diese Fragen auch nur mal ernsthaft diskutieren würdet in euren Artikeln, dann würde es mir ja vielleicht gelingen Netzwertig ernst zu nehmen. Leider ist das hier nur noch ein Hype-Multiplikator und wird zunehmend uninteressant. Schade.

  • andree

    15.02.09 (17:01:14)

    @PenZiuM schau dir mal Friendfeed dazu an. man kann allgemein sehr viel in dinge/ideen/design/kunst hineininterpretieren. je mehr buzz diese dinge/ideen/design/kunst bekommen, desto sinniger werden diese interpretationen. aufgrund des buzz hoffen (!!!) die geldgeber dass sich die investion rentiert. und da fragt sich jemand warum soviele unternehmer "blauäugig" ideen umsetzen ohne seriöses geschäftsmodell. HURZ! min 3:10 http://www.youtube.com/watch?v=TuWRJrDsKMM

  • Martin Weigert

    15.02.09 (17:01:34)

    @ Jan Klar hast du Schwierigkeiten mit einem Artikel wie diesem, wenn du die wichtigen Teile offenbar überliest "a) Wie soll Twitter jemals Geld verdienen? und b) wird Twitter jemals im Mainstream ankommen und wenn ja weshalb?" Wie bitte sollen wir dich da ernst nehmen?

  • Felix A.

    15.02.09 (17:10:41)

    Ach ja. Habe ich noch vergessen: Facebook wird Twitter (indirekt) weiter Konkurrenz machen -> Großes Problem für Twitter.

  • Jan

    15.02.09 (17:10:45)

    @ Martin Weigert Also zum Geld verdienen Aussagen, die Grundsätzlich im ungefähren bleiben zu treffen und das mit Die Frage nach dem Geschäftsmodell muss gestellt werden, ja. Eile gibt es jedoch keine. zu rechtfertigen. Naja. Und Twitter soll jetzt im Mainstream ankommen weil? Ach ja: ... die Aufzählung möglicher Anwendungsszenarien ist lang und variierte je nach eigener Situation. Und natürlich merkt man nur wie großartig das ist, wenn man es mindestens zwei Monate lang genutzt hat und sich eine nennenswerte Zahl an Folgern erarbeitet hat. Alle anderen dürfen sich natürlich kein Urteil Erlauben. Aha. Klingt alles ein wenig wie die Argumente einer Sekte für mich, aber nicht nach einer kritischen Auseinandersetzung. Aber diesmal ist ja alles anders, oder so ähnlich.

  • Jens

    15.02.09 (17:44:14)

    @Martin W.(25): als Author solch einen Kommentar abzulassen ist schon ziemlich traurig. Ab wann ist ein Tool groß und zukunftweisend? Google hat es geschafft, dass Leute "Google" zum Internet sagen. Google sitzt aber auch an einer ganz anderen Stelle im Netz, nämlich genau in der Mitte. Facebook wiederum bleibt bei den unter 30 jährigen hängen, da ist die Luft schon wieder raus. Generell nimmt der Kommunikationsbedarf mit zunehmenden Alter ab. Ich glaube, Twitter ist ehr ein Generation begleitendes Phänomen. Solche Sachen wird es in Zukunft immer öfter geben. Ähnlich wie das Usenet, Durchschnittsalter dürfte dort mittlerweile 55 sein, weil es einfach die Zeit dieser Generation war als es aufkam. Google dagegen ist generationsunabhängig. Auch Xing entwickelt sich zu einer generationsunabhängigen Lösung. Xing ist für das Berufsumfeld förderlich (bringt Jobs, vermittelt Experten, aktive Gestaltung der Zukunft), wärend Twitter ehr von der Arbeit abhält. Naja, und das jetzt Medien und Politik was das Alter betrifft abwärtskompatibel bleiben wollen, gehört zum Geschäft bzw. hat nix direkt mit Twitter zu tun.

  • Martin Weigert

    15.02.09 (17:51:25)

    Jens, wir erwarten von unseren Lesern ganz einfach, dass sie Artikel vor dem Kommentieren vollständig lesen und dann nicht mit einem "Leider vergesst Ihr die wirklich wichtigen Fragen zu stellen:..." kommen, wenn diese Fragen keineswegs vergessen wurden. Und wenn der Kommentator uns dann genau deshalb laut eigener Aussage "nicht ernst nimmt", dann fällt es mir auch schwer, den Kommentator in diesem Fall ernst zu nehmen. ;)

  • Andreas Goeldi

    15.02.09 (18:13:59)

    @Martin: Ich gebe Dir absolut recht, dass Twitter weiterhin unterschätzt wird, weil man es eben erstmal selbst erlebt haben muss. Das war übrigens bei anderen Technologien mit starker Netzwerk-Komponente kaum anders. 1992 wollten auch die wenigsten Leute E-Mail haben, bis das eben alle anderen auch hatten. Sehr skeptisch bin ich weiterhin darüber, ob Twitter und ähnliche Dienste (yes, Facebook, I'm looking at you) ein wirklich langfristig tragfähiges Geschäftsmodell aufbauen können. Sozial-kommunikative Dienste haben meistens eine ziemlich kurze Halbwertszeit. Und um das beurteilen zu können, muss man sich halt etwas mit der Technologiegeschichte befassen. 1990 haben wir uns auf FidoNet herumgetrieben, 1993 auf IRC, 1997 auf ICQ, 1999 auf MSN Messenger, usw. Das alles gibt es heute nur noch als Nischenphänomen, an dem keiner Geld verdient. Eine ausführlichere Argumentation dazu in meinem älteren Artikel: http://netzwertig.com/2008/01/29/die-zukunftsbranche-zeitverschwendung/

  • Jan

    15.02.09 (18:15:04)

    @ Martin Weigert Der Leser hat den Artikel komplett gelesen und festgestellt, daß ihr - seiner Meinung nach - leider weder eine Analyse dieser Probleme gebracht habt noch ergebnisoffen die Frage gestellt habt ob das funktionieren kann. Sonder ihr euch lieber in Behauptungen verstiegen habt, das Twitter mindestens ebenso relevant wie der Kühlschrank sei. Klar kann man machen, nur müsste man dann ja auch in der Lage sein deutlich zu machen, weshalb das so ist. Was ja zu einem wesentlichen Unterschied zwischen Twitter und dem Kühlschrank führt: Den Nutzen eines Kühlschrankes kann ich sehr klar und direkt benennen: Er macht Lebensmittel länger haltbar. Den Nutzen von Twitter kann man aber offensichtlich nicht so klar benennen, sonst würde man sich dafür ja nicht mindestens 20 -30 Folger erarbeiten müssen. Und die Frage, wie das denn im Mainstream ankommen soll, ist dafür eben auserordentlich relevant. Denn - meiner Beobachtung nach - kommen da im wesentlichen Sachen an, die klar, schlicht und intuitiv zu benutzen sind und deren Nutzen sich im Vorhinein und sehr klar abschätzen lässt. Bei den Sachen ist also das Risiko Zeit und Energie in die Nutzung zu investieren besonders gering. Ist das bei Twitter der Fall? Eurer Aussage nach nicht. Also, daraus folgt direkt die Frage: Wie soll das im Mainstream ankommen. Und die Frage, ob ein Dienst wirtschaftlichen Erfolg hat, ist offenbar auch nicht irrelevant, sonst würdet ihr ja nicht Artikel wie diesen hier schreiben: http://netzwertig.com/2009/02/10/venteria-kurz-vor-dem-aus/. Denn wenn ein Stück Infrastruktur unverzichtbar sein soll, dann stellt sich doch irgendwie die Frage, wie denn dieses Stück Infrastruktur finanziert werden soll. Und dann ein paar Allgemeinplätze wie Freemium etc. zu bringen ohne diese auf ihre Chancen auf Erfolg abzuklopfen und zu sagen, das Problem würde sich evtl. irgendwann stellen, aber jetzt noch nicht passt ja irgendwie nicht ganz zu eurem selbst gestellten Anspruch. Also bleibt auch da die Frage: Haben mögliche Geschäftsmodelle von Twitter eine reelle Chance auf Erfolg? Das kann man natürlich abtun mit: Klar hast du Schwierigkeiten mit einem Artikel wie diesem, wenn du die wichtigen Teile offenbar überliest. Man könnte sich allerdings auch die Frage stellen weshalb der Punkt, den man meinte klar formuliert zu haben nicht beim Leser angekommen ist.

  • Daniel Niklaus

    15.02.09 (18:41:20)

    @Martin Der Vergleich mit SL war etwas unglücklich, weil er SL als erfolgloses Spielzeug abstempelt und Twitter ein Mehrfaches an Potential zuschreibt. Auf diese Art entstehen die überzogenen Erwartungen an neue Dienste. Mal abgesehen davon, dass der Grossteil der Tweets auch nur "der Unterhaltung und des Zeitvertreibes" dienen, gibt es mit WOW eine 3D Welt an deren wirtschaftlichen Erfolg zuerst einmal einer ran kommen muss. @Andreas Vielleicht muss man von Kategorien reden. Mail: FidoNet, Mausnet, T-Netz, Pop3, IMAP, Combox. Allenfalls noch die Unterscheidung des Client Outlook, Webmail, Seamonkey Chat: IRC, ICQ, MSN, Webchat, SMS, Variante SL, Variante Twitter und CQ, CQ von Zappa75 ;-) Dann stellt sich wirklich nur die Frage: welcher Anbieter ist gerade Trendy und wer hat eine neue Variante gefunden, um das Chat- oder Mailbedürfnis am besten abzudecken. Und weil die Kosten für solche Dienste tief sind, wird wohl auch niemand langfristig massiv Geld verdienen. Schon eher erfolgreich ist, wer es wie Microsoft schafft eine Exchange/Outlook Umgebung zu bauen, die weit über das eigentliche Bedürfnis Mail geht.

  • Wolfgang

    15.02.09 (19:08:36)

    Boah - Daniel, das ist wirklich Technik-Geschwafel galore. Du hast sicher mit deinem (permanent verlinkten) schwizerdeutschen (schreibt man das so? - aber tolles Video!) pseudo-CMS den Vogel abgeschossen und wirst uns als neuer Steve Jobs in Zukunft total beglücken...

  • MacMacken

    15.02.09 (21:15:23)

    @Andreas Goeldi: 1990 haben wir uns auf FidoNet herumgetrieben, 1993 auf IRC, 1997 auf ICQ, 1999 auf MSN Messenger, usw. Das alles gibt es heute nur noch als Nischenphänomen, an dem keiner Geld verdient. Die Welt der BBS und damit auch FidoNet wurden durch das WWW verdrängt. ICQ und MSN allerdings sind heute keine Nischenphänomene, sondern weit verbreitet … Du unterliegst vermutlich dem Fehler, von Dir auf andere zu schliessen. Bei ICQ übrigens staune ich immer wieder, dass viele Benutzer noch gar nicht bemerkt haben, dass sie eigentlich mit AIM unterwegs sind. Und bei MSN nervt mich regelmässig, dass «MSN» als Synonym für Instant Messaging verwendet wird.

  • ami

    15.02.09 (23:47:55)

    @daniel - es geht doch garnicht so sehr um second life .. dein motto teile ich und denke, dass das nicht unbedingt schlecht für SL gelaufen ist. hier geht es aber eher um twitter und das (leidige) thema "monetarisierung" .. in 90% der fällen ist die frage nach dem geschäftsmodell ja richtig - hier aber nicht, weil twitter seit kurzem die kritische masse erreicht hat. daher würde ich twitter eher mit google vergleichen, und siehe da: vor knapp 10 jahren gabs die diskussion um monetarisierung bei google ja ebenfalls.

  • Daniel Niklaus

    16.02.09 (00:01:35)

    @ami Ich gebe dir ja recht, es ging um Twitter und nicht um SL. Mein Kommentar hatte ein anderes Ziel, ich mag netzwertig und fand auch schon den einen oder anderen tollen Tipp/Link. Bei den Analysen täte den Autoren aber etwas mehr Journalistenarbeit gut. Also weniger Meinung und Unschärfe, mehr Fakten und Recherche. Da erlaube ich mir zwischendurch einen "Meta-Kommentar". Und wenn's nervt, ein Zeichen und ich höre auf. @Wolfgang Schwizerdütsch kannst du fast alles schreiben, wir können es ja selbst nicht. Zum Steve Jobs fehlt mir Taste - aber Webobjects schlagen wir und für Web Datenbanken auch Filemaker ;-)

  • mds

    16.02.09 (08:12:35)

    Twitter ist häufig nicht verfügbar oder ärgert mit lästigen Fehlern. Insofern frage ich mich, ob Twitter in einer Zeit von globaler Krise und Kollaps der USA wirklich das «nächste grosse Ding» sein kann?

  • ami

    16.02.09 (09:39:26)

    @mds - stimmt nicht (mehr). failwhale sichtungen sind in der letzten zeit *relativ* selten geworden (und hat für gewöhnlich bei solchen diensten keine negative auswirkungen, im gegenteil - aber darüber kann man streiten ;)) @daniel - sorry, ich wollte den SL strang nicht abwürgen .. hatte mein browserfenster morgens geöffnet und nicht gesehen, dass es schon 30+ kommentare gab. mittlerweile gabs ja auch schon google-vergleiche ;-) nochmal zu SL: es ist wie gesagt nicht das schlechteste, wenn man wieder unter dem radar abtaucht (zumal die bekanntheit nach wie vor recht hoch ist), aber im vgl. zu den im "hype" kolportierten wachstums & nutzer zahlen sind unter 100,000 (die in Q4 SL "besucht haben") natürlich nicht besonders viel. wegen unterm radar noch was zum thema next killer app: steam von valve.

  • Ben

    16.02.09 (09:52:01)

    Wenn 20-30 Follower die Grundbedingung dafür ist, dass Twitter für einen selbst funktionieren kann… dann hat Twitter ein ernsthaftes Problem den Mainstream zu erreichen, denn wie soll das jeder Nutzer in einer absehbaren Zeit erreichen können? Ich kann mir zwar vorstellen dass eine Generation die jetzt mit dem Internet aufwächst sich von vornherein einen aktiv im Internet tätigen Freundeskreis aufbaut, aber ob das dann genug spannende Follower aggregiert um die religiöse Erleuchtung zu erlangen... fraglich. Wenn hier in der Diskussion die ganzen anderen Dienste genannt werden, IRC, ICQ etc. dann fällt es wirklich schwer zu glauben dass Twitter nicht einfach nur ein weiteres Glied dieser Kette ist und wirklich substanziell neues leistet. Denn das einzige was Twitter wirklich von den anderen Diensten unterscheidet scheint seine Kompatibilität zum boomenden Mobile-Web-Bereich der derzeit vor allem durch begrenzte Eingabemöglichkeiten (und beim iPhone durch die Einschränkungen der Plattform bezüglich Hintergrundanwendungen) definiert ist.

  • Dragonstar

    16.02.09 (10:14:48)

    Ich habe mir schon vor einem Jahr gedacht, dass Twitter die nächste Killerapplikation des Internets werden wird und dieser Meinung bin ich heute mehr denn je. Zuerst einmal zum Second Life Vergleich. Außer, dass beide Projekte sehr stark in den Medien vertreten waren (Second Life früher, Twitter heute), haben die beiden Services doch nichts gemeinsam. Second Life wäre von der idee her ganz klar eine Killer Applikation (wenn es einfach so umgesetzt würde ala Sims 2 mit Onlinemodus), aber so wie das Ganze umgesetzt wurde konnte und kann es einfach nix werden. Ich habe mich dort registriert,aber nach 30 Minuten habe ich da aufgegeben, SL ist das Gegenteil von Einfachheit, wie man seit Google weiß eine Grundlage für Erfolg im Internet. Und hier kommen wir zu der meiner Meinung nach größte Stärke von Twitter, seine Einfachheit. Natürlich könnte man die Funktionen, die Twitter ermöglicht auch mit Feeds, etc.. realisieren, aber dieser Weg erfordert schon wieder mehr abstrakteres technisches Wissen. Feeds haben sich in der herkömmlichen Weise nicht flächendeckend durchgesetzt und das werden sie auch nicht mehr. An und für sich ist es für eine Internettechnologie auch heute noch sehr wichtig, dass diese online auf deren Website ausgeführt werden kann (wie Google, Twitter, etc..). Ausnahmen machen nur Desktop Applications wie z.B. Skype oder ICQ, die ihre Funktionen nicht über eine Onlinepräsenz anbieten müssen, um von den Menschen angenommen zu werden. Außerdem darf man nicht den Fehler machen das Ganze zu philosophisch zu betrachten. Natürlich kann man z.B. auch gegen die SMS Kommunikation wettern, dass diese fast immer unnütz sei und die Sprache verunstalte. Auch könnte man gegen das Handy wettern, dass dieses das Leben beschleunige und die Überallerreichbarkeit forciere, was man als ein Verlust der Privatssphäre auslegen könnte. Dies alles ist jedoch für den Erfolg eines Services bedeutungslos, es kommt einfach nur darauf an wie sehr die Menschen diesen Dienst annehmen oder nicht. Und hier sehe ich eben bei Twitter einen Service, welcher zu den Kommunikationsverhalten der Menschen so gut passt wie kaum ein anderer Service. Schon die SMS hat bewiesen, dass 160 Zeichen genau richtig sind, schon die SMS hat bewiesen, dass die Menschen verrückt danach sind sich 160 Zeichen lange Textnachrichten zu versenden. Und auch Twitter beweist seiit Gründung, dass tagtäglich mehr Menschen Twitter gefällt und sei es nur passiv (indem man sich nur die Tweeds von den jeweiligen Personen/Firmen anschaut, übrigens auch ein großer Unterschied zu SL, welches passiv nicht genutzt werden kann). Twitter hat in meinen Augen die SMS ins Internet gebracht, es hat alle Zutaten, um ein erfolgreiches Webunternehmen zu werden: 1) Einfachheit 2) Bedient die Bedürfnisse der Menschen

  • Wolfgang

    16.02.09 (11:18:13)

    @ Daniel: Na dann...;) Das Video kenn ich - das hier finde ich aber noch besser. Vor allem ab 3:05...;)

  • Name (erforderlich)

    16.02.09 (11:27:25)

    Erst wer diesen kritischen Moment überschritten hat, kann sich ein fundiertes Urteil über Twitter erlauben. Klar, wir schränken die Kritik bzw. die Menge der Kritiker schon mal prophylaktisch auf diejenigen ein, die selbst dem Hype verfallen sind - äußerst objektiv die Wertung! Möglicherweise bekommen die bezwitscherten auch irgendwann mit, dass es (doch) noch eine "Welt 1.0" gibt - zu wünschen wäre es ihnen.

  • thilo

    16.02.09 (11:39:50)

    Der große Unterschied: Twitter ist Web - SL nicht.

  • mds

    16.02.09 (12:44:11)

    2) Bedient die Bedürfnisse der Menschen … womit Twitter vielleicht von Krise und Kollaps sogar profitieren könnte – die Zahl jener, die den Tag gelangweilt vor dem Computer verbringen, dürfte stark ansteigen … :->

  • Felix A.

    16.02.09 (13:19:30)

    Ja, was da noch auf uns zu kommt wird richtig böse...

  • Ralph

    16.02.09 (18:23:11)

    Meiner Meinung nach handelt es sich bei Twitter um eine dieser Sites, deren Nutzen sich nur schlecht erklären läßt. Da muss bei jedem selbst der Groschen fallen.

  • Christian Scholz

    16.02.09 (19:14:32)

    Wie ja schon dort geschrieben steht: Der Vergleich mit Second Life hinkt ;-) (daher frage ich mich, warum es dann der Titel ist). Auch mit Second Life (oder sagen wir mal virtuellen Welten generell, ich denke vor allem auch an Dinge wie OpenSim) lassen sich viele sinnvolle Dinge tun und Second Life hat vor allem ein Geschäftsmodell was sich soweit trägt. Aber eines ist eigentlich für beide Services klar, dass sie auf lange Sicht nur eine Chance haben, wenn sie auf offenen Standards basieren und kein Monopolist alles beherrscht. Und im übrigen gilt natürlich auch für Second Life das, was mein Vorredner sagte, es handlet sich auch dort um "eine dieser Sites, deren Nutzen sich nur schlecht erklären läßt. Da muss bei jedem selbst der Groschen fallen." Auch "SL ist nicht Web" stimmt (und Web ist einfacher zu verstehen und einfacher mal auszuprobieren), aber das wird sich auch noch ändern, denn auch virtuelle Welten sind ja nichts anderes als soziale Netzwerke, halt mit 3D-Komponente.

  • Andreas Göldi

    17.02.09 (00:40:10)

    Oh, noch eine Randbemerkung zum Thema "Twitter hat seine bisher umfangreichste Finanzierung erhalten, ohne aktiv nach neuem Kapital gesucht zu haben": Ich weiss, Twitter hat das so dargestellt. Aber bitte: Glaubt nicht alles, was diese Firmen behaupten. Nach bald drei Jahren in den USA kann ich nur immer wieder feststellen, dass der Bullshit-Level hier extrem viel hoeher ist als in Europa. Firmen behaupten gern das Blaue vom Himmel runter, ohne mit der Wimper zu zucken. Gerade Twitter hat da eine eigene Historie ("Wir skalieren total gut. Ehrlich."). 35 Millionen Dollar bekommt man nicht einfach so an den Kopf geworfen, schon gar nicht in der aktuellen Marktlage. Ohne umfangreiche Businessplaene, zahllose Praesentationen, lange Verhandlungen und politische Manoever geht da gar nichts. Twitter hat schon seit Monaten nach diesem Geld gesucht und hatte klar das Ziel, neues Kapital einzusammeln solange die Dynamik des schnellen Userwachstums noch da ist und noch niemand gemerkt hat, dass das mit dem Businessmodell vielleicht doch nicht so einfach wird. Und die VCs? Haben die investiert, weil sie an das grossartige Potential von Twitter glauben? Sorry, auch das ist Bullshit. Die Spekulation ist, dass irgendein Dummer (Microsoft? AOL? Yahoo? News Corp.?) Twitter moeglichst bald zu einem absurd hohen Preis kauft. Damit die VCs auf ihre Kosten kommen, muss der Verkaufspreis mindestens so um 300-500 Mio. betragen. Diese Art von Deal hat in aehnlichen Situationen (Youtube, MySpace, del.icio.ous) frueher schon ganz gut geklappt, kann also gut sein, dass die VCs ihr Ziel erreichen.

  • Jan

    17.02.09 (00:52:35)

    @ Andreas Darf ich mal fragen, was VC Firmen eigentlich für Rechte an den Firmen erwerben, denen sie Geld geben? Bekommen die Eigenkapitalanteile? Und was amchen die, wenn eine Firma wie Twitter nicht verkauft wird?

  • Felix A.

    17.02.09 (01:02:26)

    "Die Spekulation ist, dass irgendein Dummer (Microsoft? AOL? Yahoo? News Corp.?) Twitter moeglichst bald zu einem absurd hohen Preis kauft." Danke! Genau das denke ich nämlich auch. Aber um dieses Spiel spielen zu können, muss man schon ein ziemliches Ar***l*** ohne Moral sein. Ich finds ekelhaft. Wobei... in den USA lassen sich die Leute scheinbar ohnehin einfach veräppeln - oder besser gessagt - die Medien dort haben die Menschen noch stärker im Griff als bei uns. Siehe real estate bubble. In Deutschland hätte das sicherlich nicht funktioniert.

  • Andreas Göldi

    17.02.09 (02:27:40)

    @Jan: Ja, VCs kriegen substantielle Aktienanteile (und zwar Vorzugsaktien mit besonderen Rechten) und typischerweise auch Sitze im Board (=Aufsichtsrat). Als Faustregel geht man davon aus, dass die VCs in der ersten Runde 30-40% und fuer jede weitere je nach Bewertung 10-20% der Firma kriegen. Da das Twitters dritte Runde war, gehoert jetzt praktisch mit Sicherheit die Mehrheit des Ladens den VCs, und damit koennen sie jetzt machen, was sie wollen (am liebsten teuer verkaufen natuerlich). Wenn kein Verkauf zustande kommt, bleiben die VCs einfach auf ihren Anteilen sitzen, aber da VC-Fonds eine begrenzte Laufzeit haben, verkaufen sie die Anteile so oder so irgendwann weiter. Mehr zu VCs in diesem Beitrag: http://netzwertig.com/2007/10/04/ein-paar-dinge-die-man-ueber-venture-capital-wissen-sollte/ @Felix: Tja, nach moralischem Verhalten sollte man nicht ausgerechnet in der Finanzbranche suchen, wie wir in den letzten Monaten alle gelernt haben... Und ausserhalb der USA funktioniert sowas auch, gerade in der Dot-Com-Bubble gab es sowas in Deutschland mehr als in jedem anderen europaeischen Land. Ich hatte selbst eine Firma mitten in der Dot-Com-Bubble. Wir wurden mal von einer bekannten Investmentbank eingeladen, die uns unbedingt an die Boerse bringen wollte. Wir erklaerten den Bankern, dass wir aber von der Umsatzgroesse her noch viel zu klein waeren fuer einen Boersengang. Antwort: Ein bisschen kreative Buchhaltung loest das schon...

  • Nikjo

    17.02.09 (16:51:37)

    @Ben Denn das einzige was Twitter wirklich von den anderen Diensten unterscheidet scheint seine Kompatibilität zum boomenden Mobile-Web-Bereich der derzeit vor allem durch begrenzte Eingabemöglichkeiten (und beim iPhone durch die Einschränkungen der Plattform bezüglich Hintergrundanwendungen) definiert ist. Eigentlich ja noch nicht mal das, denn bei den ganzen IM bedient man sich ja meistens auch nicht mehr als 160 Zeichen. Im übrigen stimme ich Jan (Post #31) zu, denn die Frage nach der Finanzierung ist nun mal nicht nur recht und billig, sondern quasi essentiell für jedes private Unternehmen, da man per Definition ohne liquides Kapital bankrott ist und damit weg vom Fenster, und dann ist es auch völlig egal wie killer die Applikation aus User-Sicht ist (und das ist sie mMn sowieso nicht). Mit drei bis fünf Runden Risikokapital mag das kurzfristig und anscheinend sogar mehr als drei Jahre lang gehen, aber das ist schließlich nichts Handfestes; irgendwann muss auch mal was reinkommen. Und ob dieser Wackelkandidat hier, der auch schon bei den Online Trends für 2008 ganz oben auf den Listen stand, die Gesellschaft nachhaltig verändern wird...naja.

  • bongokarl

    13.04.10 (17:12:54)

    Twitter ist nur ein weiterer Trick, um die Menschen noch mehr zu "verwirren". Möglichst viel belangslose Daten alles durcheinandergeworfen. Möglichst 280 "Freunde" bei Facebook, alles noch über Twitter verlinkt. Wen interessiert das von den Leuten die noch Grips im Kopf haben ? Niemand ! Die verwenden das Internet zum kostenlos Musik saugen, zum Nachrichten lesen, aber nicht für Quatsch-Facebook und Quatsch-Twitter, das einfach nur MÜLL ist für pickelige Jugendliche und spätpubertäre Studenten. Wie gesagt, die Regierungen sind froh, daß sich die Leute selbst verwirren - mit Twitter z.B. Deswegen gibt es auch immer schön Geldspritzen dafür.

  • Daniel Niklaus

    13.04.10 (17:46:48)

    Das sieht Mahmud Ahmadinedschad auch so.

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