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10.08.10Leser-Kommentare

Hookidoo: Mit Webcam & Flatrate zur eigenen Alarmanlage

Hookidoo erlaubt jedem den kostenlosen Betrieb einer internetgestützten Alarmanlage. Webcam und Flatrate reichen aus.

 

Es soll ja Menschen geben, die Verschaffen sich unerlaubt Zugang zu Privatwohnungen oder Geschäftsräumen anderer und lassen Dinge mitgehen, die ihnen nicht gehören. Entsprechend groß ist das Angebot an Alarm- und Überwachungslösungen. Wer jedoch möglichst wenig für solch ein System ausgeben möchte, hat nicht so viel Auswahl.

Hookidoo ist ein neuer Dienst aus Köln, der alle diejenigen anspricht, die an einer temporären Überwachung eigener Immobilien interessiert sind, dafür aber kein Geld bezahlen möchten.

Um Hookidoo benutzen zu können, benötigt man nur einen Rechner mit Webcam und eine Flatrate. Nach der Anmeldung bei dem Gratis-Dienst lädt man einen Java-Client herunter, positioniert die Webcam und tätigt im Admin-Bereich einige Einstellungen, um z.B. den Sensibilitätsgrad (für die Reaktion auf Bewegungen) zu definieren.

Anschließend kann man den jeweiligen Raum verlassen, woraufhin Hookidoo seine Arbeit beginnt. Nimmt der Client über die Webcam eine Bewegung war, löst er einen Alarm aus und versendet anschließend Schnappschüsse des überwachten Bereiches sowie einen vordefinierten Text.

Leider sind die Erklärungen auf der Hookidoo-Site eher spärlich und die Versandoptionen für den Alarm etwas unklar. Wie es scheint, kann man sich sowohl per Handy oder E-Mail informieren lassen, als auch automatisch seinen Hookidoo-Kontakten (ja, es gibt ein kleines Social Network) sowie Facebook-Freunden Bescheid geben, die dann weitere Schritte einleiten können (z.B. die Polizei rufen), sofern sich ein Einbrecher in der Wohnung oder im Büro zu schaffen macht.

Hookidoo soll somit nicht nur als direkter Draht zum Mieter/Eigentümer fungieren, sondern auch dessen persönliche Kontakte einbinden, um z.B. bei einer Abwesenheit im Ausland dennoch für eine schnelle Veranlassung von Maßnahmen sorgen und den Einbrecher auf frischer Tat ertappen zu können.

Hookidoo ist eine Idee, die eigentlich einen Tick zu abgefahren ist, um ernst genommen zu werden, gleichzeitig aber doch Potenzial zu haben scheint, um ein definitiv bei manchen Menschen existierendes Bedürfnis zu befriedigen, ohne dass diese dafür tief in die Tasche greifen müssen.

Ein Problem beim Einsatz des eigenen Rechners als Überwachungssystem ist die Notwendigkeit, dass dieser permanent eingeschaltet sein muss. Dadurch wird nicht nur Strom verbraucht, sondern es bringt auch ein geringes, aber dennoch vorhandenes Brandrisiko mit sich. Drei Wochen im Dauereinsatz, während der Wohnungseigentümer im Sommerurlaub ist, dürfte für manche Geräte durchaus eine Herausforderung sein.

Als kurzzeitige Alarmlösung jedoch könnte Hookidoo vielleicht tatsächlich funktionieren. Um jedoch Anwender von der Tauglichkeit des Services zu überzeugen, muss der Kölner Dienst noch einiges tun: Die gesamte Website gibt sich äußerst wortkarg, detaillierte Erklärungen und Anwendungstipps sowie ein persönlicher Touch (beispielsweise in Form eines Corporate Blogs) fehlen. Das ist insofern erwähnenswert, weil Nutzer Hookidoo immerhin einen recht privaten Einblick in ihren Lebensbereich gewähren. Einige vertrauensfördernde Maßnahmen dürften deshalb angemessen sein.

Auch der Registrierungsprozess muss verkürzt werden. Derzeit erfordert Hookidoo die Angabe der eigenen Postadresse. Das ist bei Webdiensten nicht nur unüblich, sondern warf bei mir kurzfristig sogar die Frage auf, ob Hookidoo am Ende nicht nur eine sehr raffinierte/freche Methode ist, um herauszufinden, wann Personen nicht in ihren Wohnungen/Büros sind, um dann zuzuschlagen.

Dieser Gedanke verschwand zwar genauso schnell, wie er gekommen war, aber verdeutlicht, wie wichtig es für das Hookidoo-Team ist, sich selbst auf der Site vorzustellen und mehr dafür zutun, dass man sich als User dabei wohlfühlt, die Überwachung der eigenen Räumlichkeiten in die Hände von Hookidoo zu legen.

Für die Zukunft plant Hookidoo laut deutsche-startups.de die Integration eines Live-Streams des Webcam-Bildes. Auch über die Einführung eines kostenpflichtigen Alarmdienstes wird offenbar nachgedacht.

Verwandte, jedoch mit Kosten verbundene internetbasierte Alarm-Lösungen heißen z.B. Dropcam Echo oder Mobiscope.

Link: Hookidoo

Kommentare

  • Micha

    10.08.10 (16:29:38)

    Ich habe vor Jahren mal ein Freeware Programm ausprobiert was wunderbar funktionierte: http://www.supervisioncam.de/index_ger.html Die Bilder wurden lokal gespeichert und bei Bedarf wurde eine Email mit Bildern im Anhang verschickt...vielleicht eine Alternative für Leute die einer solchen Seite nicht vertrauen wollen.

  • pete

    10.08.10 (18:47:55)

    das impressum der seite ist auch ein schlechter witz!

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