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11.11.13

Hojoki-Ableger: CatchApp liefert Überblick über Cloudaktivitäten von Teams

Einige Nutzer des Cloudaggregators und Kollaborationsdienstes Hojoki haben den Service anders verwendet, als von den Gründern ursprünglich geplant. Sie reagieren mit dem Launch eines Spin-offs namens CatchApp.

CatchAppManche Startup-Gründer werden folgendes Szenario schon erlebt haben: Sie veröffentlichen ihren Dienst oder ihr Produkt und stoßen damit auch auf Interesse. Im Laufe der Zeit zeigt sich aber, dass ein Teil der Nutzer überraschend nur eine ganz spezifische Komponente oder Funktion verwendet. Mit Blick auf dieses Anwendungsmuster wirkt das Gesamtprodukt für diese User dann unnötig aufgebläht und komplex. Das junge Unternehmen erkennt, dass eine Auslagerung und Lancierung als separater Service sinnvoll ist, um das volle Potenzial dieser im Vorfeld nicht erwarteten Nachfrage nach einem spezifischen Feature zu bedienen. Und plötzlich betreibt es nebenbei eine völlig andere Art Angebot, als ursprünglich im Businessplan definiert. Genau eine solche Erfahrung machte gerade der Chemnitzer Produktivitätsdienst und Cloudaggregator Hojoki. CatchAppHojoki erlaubt Projektteams die Kollaboration und Interaktion rund um Aktivitäten bei 22 Clouddiensten. Nutzer verbinden Arbeitsflächen mit den für ihre Projekte genutzten Onlineservices und können dann über einen zentralen Aktivitätenstream kommunizieren und ihre Ziele realisieren. Mehr als 120.000 Anwender haben sich seit dem Debüt im Dezember 2011 bei dem Dienst registriert. Irgendwann fiel den Sachsen auf, dass ein Teil der User sich nicht mit anderen Hojoki-Anwendern vernetzt, um an Projekten zu arbeiten, sondern Hojoki schlicht zum Monitoring von Aktivitäten bei Cloud-Apps verwendet. Nachdem die Gründer Martin Böhringer, Lutz Gerlach, Danilo Härtzer und Thilo Schmalfuß dieses Phänomen genauer untersucht hatten und erfuhren, dass es sich dabei vorrangig um Manager, Freelancer und Leute mit Projektverantwortung handelt, die Aktivitäten ihrer Tools in einem einheitlichen Stream sehen wollen, entschlossen sie sich, dafür eine eigene App zu entwickeln. Die Idee zu CatchApp war geboren.

Am Freitag gaben die Chemnitzer den Startschuss für die iOS-Version des Hojoki-Spin-Offs, das Projektverantwortlichen einen übersichtlichen Stream der Aktivitäten aller Nutzer der für ihre Unterfangen eingesetzten Cloudangebote verspricht. CatchApp bietet einen filterbaren Stream inklusive Listen- und Push-Funktion, der in Echtzeit aufzeigt, was Teammitglieder in Dropbox, GDrive, Github, Basecamp, Zendesk und diversen anderen tonangebenden Diensten gerade treiben. CatchApp ist damit eine um sämtliche Interaktionsfunktionen bereinigte Minimalversion von Hojoki - inklusive Geschäftsmodell: 100 Updates pro Monat sind kostenfrei, weitere Kontingente können per In-App-Kauf erworben werden.

Als Einsatzbeispiel für CatchApp beschreibt Hojoki-Co-Founder Lutz Gerlach einen Projektleiter, der sich über den Fortschritt seines Developerteams auf dem Laufenden halten möchte. Also legt er eine Liste für deren nächsten Meilenstein an, verbindet die entsprechenden Repositories in Github, das Projekt in Pivotal Tracker, den Mockup-Ordner in GDrive, das Tag "Hot Bugs" in

Lighthouse und dazu noch einen Projektkalender. Per Push wird er über aktuelle Aktivitäten informiert und kann, wenn nötig, schnell reagieren.

Gerlach betont, dass CatchApp keinen Pivot des sächsischen Startups darstellt. Das Team sehe Hojoki als Kollaborationswerkzeug und CatchApp als Monitoringtool. Es bleibt abzuwarten, wie das junge Unternehmen, das vor einem Jahr eine Kapitalspritze in siebenstelliger Höhe erhielt , reagieren würde, sollte CatchApp mit seinem glasklaren Produktnutzen und simplen Preismodell durch die Decke gehen. /mw

Link: CatchApp

Korrekturhinweis: In der ursprünglichen Fassung des Artikels stand fälschlicherweise, dass Hojoki seinen Sitz in Leipzig hat.

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