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10.02.08Leser-Kommentare

Hörspiele zum Download: "Lagerfeuer und Schmieröl"

Arbeitslosen-Armee und Flakhelfer-Fantasien: Bernadette La Hengst und Rocko Schamoni haben Hörspiele für den WDR gemacht.

Bernadette LaHengst und Rocko Schamoni

La Hengst und Schamoni (Bilder: Christiane Stephan, Dorle Bahlburg)

Mit den Öffentlich-rechtlichen ist es so eine Sache. Einerseits hat die preisgekrönten Comedy-Serie "Dittsche" gerade ihren angestammten Sendeplatz am Sonntagabend verloren. Andererseits liefen im gebührenfinanzierten Programm jüngst Hörspiele von Bernadette La Hengst und Rocko Schamoni – und die gibt es sogar zum Download. Bevor es Montag also mit dem üblichen Ernst weiter geht, empfehlen wir zur sonntäglichen Entspannung:

Bernadette La Hengst: "Die Liebespopulistin"

Die Hamburger Musikerin Bernadette La Hengst fragt sich, was los ist in unserem Schlaraffenland. In der fiktiven Radiosendung "Be a popstar populist" geht es von Florida-Rolf bis hin zu Gabor Steingarts Kernschmelz-These. Dessen Text zum Abstieg der deutschen Volkswirtschaft wird von einer fiebrigen, flüsternden Stimme zum Klang nervöser Geigen rezitiert, dass es einem den Rücken kalt herunterläuft.

Die Geschichte handelt von der Popstar-Populistin, eine von der Radiomoderation angeworbene Hörerin, die sich am dunkel-düsteren Programm gestört fühlte und nun in den Kampf gegen die herrschenden Verhältnisse zieht:

Ich habe an etwa zwanzig vom Leben gerockte Kunden der Serviceagentur für Grundsicherung, also sprich Sozialhilfeempfänger und Obdachlose, kleine Walkman-Radios mit unauffälligen Knopf-Kopfhörern verteilt ... sie alle warten auf meine Instruktionen ...

Rocko Schamoni und Jacques Palminger: "Mutter Tourette und ihre Kinder"

Rocko Schamoni mit Studio-Braun Mitglied Jacques Palminger machen ein Hörspiel: Eine Gruppe Widerständler hockt in einem Maisfeld in Schleswig-Holstein, verteidigt eine Hanf-Plantage mit dem eigenen Leben (und einer alten Flak) und wartet auf den Hubschrauber. Drei Amazonen und ein Hänfling hocken dort im Dunkel.

Unterbrochen wird das Hörspiel nicht nur von den beiden Autoren, die sich nicht immer ganz einig über die Geschichte sind, sondern auch von den Sprechern. Mal protestieren sie gegen Chauvinismus, dann wollen sie Szenen schneller auf den Punkt bringen.

Frauenstimme: "Das sieht aber wirklich schlimm aus ... komm her, ich reib dir das mal mit der Wundsalbe ein."

Stöhnen.

"Ich finde, das hast du ganz toll durchgehalten, Nodger. Du bist wirklich hart im Nehmen."

Knacken.

Rocko Schamoni: "Stopp mal ... die Waldgeräusche, halt die mal bitte an. Jacques, das geht so nicht, ich halte das nicht für glaubhaft. Das ist Quatsch, wenn dem Hauptdarsteller nach fünf Minuten im Hörspiel der Hintern mit Wundsalbe eingerieben wird, dann ist das einfach nur jämmerlich und unglaubhaft."

Jacques Palminger: "Ja also weiß ich jetzt nicht. Wenn ich ne schmerzhafte Stelle hab, dann mach ich da immer Wundsalbe drauf."

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

Kommentare

  • czz

    11.02.08 (03:26:01)

    zarte korrektur eines radiophilen : ausschlieslich Schamoni steht zud Download bereit , die La Hengst kann man lediglich streamen .

  • Ole Reißmann

    11.02.08 (09:29:47)

    oh je, dann hier (immer noch wdr)

  • bugsierer

    11.02.08 (10:56:38)

    danke für diese tipps. als leidenschaftlicher podcasthörer möchte ich sagen: mehr davon, bitte...;-)

  • czz

    11.02.08 (11:09:04)

    Meister Riessmann , Sie sind auf Draht , alle Achtung ! - Bememerkenswert und bisher neu , dass neue Hörspiele ( also inclusive der REchte ALLER Beteiligten Autoren , Sprecher , Regie etc ) zum download bereits stehen . Dazu zwei Anmerkungen : 1. eventuell wurden diese Rechte bereits im Vorfeld der angekündigten 1Live- CD- Edition ( Random House ) abgegolten 2. wer die neuen Autorenverträge z. b. des ORF liest , mag ahnen , in wie hohem Masse die Produzierenden quasi sämtliche Rechte an ihren Produkten verlieren . Und das zu vermindertem Honorar . War schon versucht, die entsprechenden Vertragspassagen online zu stellen ... allerdingst sägt man gerade als "Freier" ungern auf dem dürren Ästchen , auf welchem man sitzt -

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