<< Themensammlung Netzwertig

Unter netzwertig veröffentlichen wir in unserem Blog Einschätzungen zu aktuellen digitalen Geschäftsmodellen und IT-Trends, Meldungen, Analysen, Reviews und Specials.

14.05.10Leser-Kommentare

Hoccer: Mobiler Datenaustausch für iPhone und Android

Spontan Daten von Smartphone zu Smartphone zu übertragen, ist überraschend aufwändig. Hoccer aus Berlin will das mit seiner Applikation für iPhone und Android ändern.

Wer unterwegs spontan Kontaktdaten, Fotos oder andere Informationen vom Smartphone mit anderen teilen möchte, hat dazu viele Wege. Allerdings ist fast immer ein gewisser Zeitaufwand damit verbunden, irgendwas per Bluetooth, SMS, Mail, Social Network oder über einen anderen Dienst weiterzuleiten – speziell dann, wenn einem die Kontaktdaten der Empfänger fehlen.

Hoccer, ein im September gestartetes Angebot aus Berlin, hat sich diesem Problem angenommen. Die kostenlose Applikation für iPhone und Android erlaubt den mobilen Datenaustausch zwischen zwei oder mehr Geräten.

In seiner erste Variante fokussierte sich Hoccer auf das Austauschen von Daten in einer größeren Gruppe. Dazu imitiert der Versender bei eingeschalteter Hoccer-Applikation eine Wurfgeste. Alle umstehenden Personen, die ebenfalls die Anwendung aktiviert haben, können diese Daten dann durch eine Fangbewegung aufnehmen.

Seit kurzem ermöglicht Hoccer nun auch das Teilen von Informationen zwischen zwei Geräten mit einer einfachen Handgeste. Dazu legt man beide Mobiltelefone nebeneinander und zieht das gewünschte Informationsobjekt einfach von einem Handy auf das andere. Die lustige, aber recht unpraktische Wurf- und Fangarbeit entfällt.

Daten von Smartphone zu Smartphone ziehen

Beeindruckt hat mich Hoccers Web-Anwendung für stationäre Rechner. Mit dieser lässt sich ein Bild von der Festplatte auswählen, das dann an die Koordinaten einer bestimmten, über eine Google Maps ausgewählten Adresse geschickt wird. Wer sich an diesem Ort befindet und mit Hoccer eine Fanggeste imitiert, bekommt die versendete Datei auf sein Smartphone und kann sie speichern.

In meinen Tests klappte dieser Datentransfer nicht immer, da die Fanggeste direkt nach dem Upload des Bilds erfolgen muss. Ich bin mir zwar nicht sicher, ob dieses Anwendungszenario in der Praxis tatsächlich auftritt, aber als Spielerei zeigt es eindrucksvoll, wozu ortsbasierte mobile Dienste fähig sind.

Für die Positionsbestimmung verwendet Hoccer die GPS- oder Netzanbieter-Lokalisierung. Alternativ lässt sich Hoccer auch einsetzen, wenn sich Nutzer im selben WLAN-Netz befinden.

Wie bei Bump, einer anderen Applikation zum mobilen Datentausch, liegt das Problem von Hoccer darin, dass es einem nur nützt, wenn es auf vielen – möglichst allen – iPhones und Android-Telefone installiert ist. Dann jedoch wäre es ein Kinderspiel, auf der nächsten Konferenz oder Veranstaltung die eigenen Kontaktdaten oder die Charts zur gerade gehaltenen Präsentation mit einem "Wurf" oder Handstreich zu verteilen. Ein erster Anfang ist gemacht: LG hat Hoccer auf seinem Android-Telefon "Ally" vorinstalliert.

Und da Hoccer nichts kostet (eine Premium-Variante ist allerdings in Arbeit) und durch den direkten Datentransfer auch zwischen iPhone und Android-Gerät für den Großteil der Smartphone-Nutzer ein hilfreiches Werkzeug darstellt, schlage ich vor, dass wir Hoccer jetzt alle einfach mal einige Zeit ausprobieren.

Kommentare

  • Daniel

    15.05.10 (09:33:41)

    Muss man unbedingt so "komplizierte" Geste (fangen, werfen, schieben, ziehen) machen, nur wenn man Daten übertragen will. An sich ist es eine super Idee unkompliziert Daten austauschen zu können. Wenn man jedoch erst den Hampelmann manchen muss, mag das die ersten Male ja ganz witzig sein, aber man will keine Spaßapp, sondern ein nützliches Tool. Zumal es manchmal genau deshalb schief geht. Ein Senden- /Empfangenbutton würde da vollkommen ausreichen oder?

  • Martin Weigert

    15.05.10 (09:54:57)

    Würde ich auch für sinnvoller halten. Könnte man in der nächsten Version als Feature integrieren.

  • blackshadow

    15.05.10 (14:32:27)

    Und wenn ich am Bahnhof/im Restaurant Daten senden möchte, muss ich nicht nur den "Hampelmann" machen, sondern es kann außerdem auch noch jeder, der in der Nähe die App installiert hat, meine Daten auffangen? Privacy? Also bitte, im Labor mag das lustig und "super-praktisch" sein, aber in der Praxis ist das doch Mist.

Diesen Beitrag kommentieren:

Die Kommentare können nur zwischen 9 und 16 Uhr
freigeschaltet werden. Wir bitten um Verständnis.

Um Spam zu vermeiden, schreiben Sie bitte die Buchstaben aus diesem Bild in das nebenstehende Formularfeld:

Das könnte Sie auch interessieren

Förderland-Newsletter

Wissen für Gründer und Unternehmer