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14.08.13Leser-Kommentare

Gute Produkte Fehlanzeige: Die Unfähigkeit alteingesessener deutscher Netzfirmen am Beispiel der E-Mail

Dass die jüngste Sicherheitskampagne bekannter deutscher E-Mail-Provider auf viel Kritik stößt, verwundert nicht: Mit-Initiator Web.de fiel noch nie durch echte Innovation oder einen Fokus auf Nutzerbedürfnisse auf. Ihre DNA und Mentalität zwingt alteingesessene große deutschen Netzfirmen zur Inkompetenz.

E-MailIch habe ein Geständnis abzulegen: Ja, ich nutze seit vielen Jahren eine Web.de-E-Mail-Adresse und bezahle sogar dafür. Das ein oder andere Mal wurde ich deswegen auch schon belächelt. Etwa wenn ich versehentlich im beruflichen Kontext mit meiner privaten E-Mail-Adresse antwortete. In Onlinekreisen sind @web.de-Absender Exoten, gilt der zum Webhoster und Portalbetreiber 1&1 gehörende Service doch als chronisch veraltet und Sammelstelle für wenig versierte deutsche Internetnutzer, die bessere Alternativen nicht kennen. Eine nicht gerade kleine Zielgruppe: Rund 15 Millionen Menschen besitzen laut Unternehmensangaben ein Web.de-E-Mail-Konto.

Dass ich auch heute noch Web.de als technischen E-Mail-Hub für große Teile meiner E-Mail-Korrespondenz verwende, ist ein historischer Unfall. Irgendwann vor zehn oder mehr Jahren landete ich aus Gründen, an die ich mich heute nicht mehr entsinne, beim Gratisangebot "Web.de Freemail", und konnte mich trotz der vielen Mängel und benutzerunfreundlichen Eigenschaften des Dienstes nicht dazu bewegen, nochmals zu wechseln. An dieser Stelle sei angemerkt, dass ich Web.de per IMAP über Mozilla Thunderbird beziehungsweise mobile Clients einsetze. Die bis ins vergangene Jahr vollkommen indiskutable, aber auch heute noch wenig berauschende Weboberfläche bekomme ich somit nur zu sehen, wenn ich irgendwelche Einstellungen vornehmen muss. Den Wechsel zum kostenpflichtigen "Web.de Club"-Angebot vollzog ich schon vor Jahren, reichten die mickrigen und im Vergleich zum Wettbewerb absurden zwölf Megabyte Speicher der Gratis-Version doch nicht einmal aus, um eine einzige Mail mit ein paar Foto-Anhängen zu empfangen. Erst im Dezember 2011 sahen sich die Karlsruher bewogen, dieses Limit aufzuheben. Damals gab es bei Gmail und Konsorten bereits viele Gigabyte kostenfrei. Risikostreuung als Argument gegen Gmail

Ein Motiv, welches mich davon abhielt, mir einen anderen E-Mail-Provider zu suchen, war mein Bestreben, nicht zu viele meiner essentiellen Onlineprozesse bei einem einzigen Anbieter zu konzentrieren. Sicher setzte Gmail in vielen Punkten Maßstäbe, doch mir erschien es stets erstrebenswert, die kritischsten Elemente meines digitalen Alltags auf verschiedene Unternehmen zu verteilen und dabei auf Gratisdienste zu verzichten, die von heute auf morgen die Spielregeln verändern können, ohne dass man als User dagegen etwas machen kann.

Die Enthüllungen rund um die Spitzelaktivitäten der NSA sowie die mutmaßliche Partizipation des Gmail-Betreibers Google am umstrittenen Prism-Programm, das dem US-Geheimdienst laut Edward Snowden direkten Zugriff auf die Server führender US-amerikanischer Internetfirmen einräumt, bestätigten mich durchaus in meiner Strategie der Risikostreuung und unterlassenen Auslagerung eines essentiellen Bestandteils meiner Onlinekommunikation in die USA. Gleichzeitig mache ich mir keine Illusionen über die Sicherheit deutscher E-Mail-Anbieter. Daran ändert auch die gerade von der Deutschen Telekom, Web.de und GMX lancierte "E-Mail made in Germany"-Kampagne nichts, die mit scheinbar besonderen Sicherheitsmerkmalen um das Vertrauen der Nutzer wirbt.

Nutzerfokus und Qualität: Fehlanzeige

Dass ein genauer Blick auf die Initiative der drei deutschen Netz-Urgesteine Mängel und falsche Versprechungen zu Tage fördert, verwundert mich als langjährigen Web.de-Kunden überhaupt nicht. Das Internetportal setzt seit jeher auf das fragwürdige Geschäftsmodell, unbedarften Nutzern tendenziell qualitativ mangelhafte Produkte bereitzustellen, niemals auch nur Ansatzweise die Qualitätserwartungen zu übertreffen und mit allerlei den Schein von redaktionellen Inhalten und Services gebenden Werbepartnerschaften die Naivität der User bis ins Maximale auszunutzen. Es fällt schwer, beim Surfen auf dem Web.de-Portal nicht irgendwann an einer Stelle auf zu Vertragsverhältnissen führende Kooperationsangebote von Partnerfirmen zu stoßen. Zahlende Club-Mitglieder werden permanent mit Newslettern genervt, welche das überflüssige Bonusprogramm "Web.cent" oder allerlei "Club-Angebote" anpreisen - natürlich auch das wieder Affiliate- und Werbekampagnen. Der tatsächliche Mehrwert tendiert gegen Null. Auch die Vertragskonditionen zeigen deutlich die Mentalität, die sich hinter dem Produkt Web.de verbirgt: Wer den ersten Gratis-Monat des Web.de Cub nicht rechtzeitig kündigt, hat automatisch einen zwölfmonatigen Vertrag am Hals. Gekündigt werden kann natürlich nicht per E-Mail, sondern nur telefonisch. Und Sternchentexte sollte man grundsätzlich besser nicht überlesen.

Angesichts dieses kläglichen Gesamtbilds, das das 1995 gegründete Web.de abgibt, seit ich es kenne, hätte es mich doch sehr verwundert, wenn die jetzt getroffenen Maßnahmen zur von der NSA inspirierten "E-Mail made in Germany"-Kampagne der drei Mail-Provider tatsächlich die hohen Sicherheitsstandards erzielen würden, die sie vorgaukeln. Vor einigen Wochen kritisierte ich das Fehlen einer Profit aus dem wegbrechenden Vertrauen in US-Dienste schlagenden Imagekampagne deutscher Startups und Internetfirmen. Die aktuelle Aktion der drei Mailanbieter geht genau in die von mir angedachte Richtung, hat aber leider den Makel der Substanzlosigkeit. Felix Schwenzel kommentierte jüngst pointiert: "Sicherheit, Verschlüsselung, Datensparsamkeit werden jetzt Marketingbegriffe wie Probiotisch, Bio und Light". Im Marketing kennen sich die alteingesessenen, stets leicht verkrustet wirkenden deutschen Netzkonzerne aus. Produktqualität und Kundenfokus jedoch werden gerne vernachlässigt.

Falsche DNA lässt Spielraum für Startups

Auch in Zukunft sind meine Erwartungen an die hiesigen Internetgroßunternehmen gering. Ihnen fehlt die DNA, um wirklich innovative, an den Bedürfnissen der Kunden orientierte Produkte bereitzustellen. Das allerdings lässt weiterhin Spielraum für Startups. E-Mail-Sicherheit ist plötzlich ein angesagtes Thema, befeuert durch die von starker Medienbewachung flankierte Schließung zweier US-E-Mail-Verschlüsseler im Zuge des Überwachungsskandals und der Tatsache, dass aller Unkenrufe zum Trotz eben doch nahezu alle Webuser weiterhin auf E-Mail angewiesen sind. Dieses Feld sollte nicht Kim Dotcom oder den latent inkompetenten deutschen Mail-Pionieren überlassen werden. /mw

Kommentare

  • Alex

    14.08.13 (09:31:03)

    Ich hab auch noch eine web.de Adresse. Ebenfalls Premium, aus den gleichen Gründen, die du aufzählst. Ich will die eigentlich seit Jahren schon kündigen, aber will auch nich komplett zu GMail. Ich teste zur Zeit posteo, mir fehlt aber die Flexibilität von GMail (zwei Aliase sind dabei, danach zahlt man und ist auf 20 begrenzt - vielleicht bin ich da auch zu verwöhnt von GMail, aber es ist so angenehm einfach für jedes Registrierungsformular ein Alias anzulegen). Ich hoffe sehr, dass sich da bald etwas tut, für einen vernünftigen Mailprovider bin ich bereit viel Geld zu zahlen. Gibt es eigentlich Zahlen, wie groß der Anteil der Personen aus Deutschland ist, die für ihre Mailadresse explizit zahlen (ausgenommen Mailadressen die mit dem eigenen Internetanschluss oder Webhosting kommen)?

  • Onno

    14.08.13 (09:37:37)

    Gibt es denn (deutsche) Email-Anbieter die mit Verschlüsselung etc. werben? Und welche sind hiervon zu empfehlen? War gerade noch bei posteo.de aber eine Firma, bei der sich der Admin als "Mr. X" bezeichnet und anonym bleiben schreckt mich eher ab.

  • PMWH

    14.08.13 (10:10:14)

    Warum holst du dir keine eigene Domain plus ein paar GB Speicher? Einfachste Lösung und wenigstens kein Screening deiner Emails zum Zwecke der besseren Vermarktbarkeit deiner Person mehr...

  • Carsten Lange

    14.08.13 (12:44:54)

    Toller Artikel, der mir aus der Seele spricht - und ja, ich habe auch noch ein verstaubtes web.de Konto ;)

  • René Fischer

    14.08.13 (16:04:08)

    Es gibt auch in Deutschland Alternativen: Posteo ist eine davon, die ich persönlich seit kurzem Nutze. Auch ich streue meine Dienste über verschiedene Anbieter, bzw. mache mittlerweile immer mehr selbst. So setze ich mir bspw. gerade einen eigenen XMPP-Server für die verschlüsselte Kommunikation innerhalb der Familie auf (Ablösung von WhatsApp & Co.). http://gaehn.org/blog/das-grosse-aufraeumen

  • Oliver Springer

    14.08.13 (17:38:43)

    Ich habe nie verstanden, warum so viele Leute Web.de nutzen, mir war der Dienst immer zu unübersichtlich. Zudem gibt es mit GMX aus dem Hause United Internet zudem eine gute Alternative. Ja, ich bin zahlender GMX-Nutzer, was vor allem an den praktischen Alias-Adressen liegt, die sich minutenschnell einrichten lassen. Als ich in den 90ern anfing, GMX zu nutzen, war man mit seiner E-Mail-Adresse in der Regel noch an seinen Internetprovider gebunden, ein Webmailer wie GMX war ein großer Schritt nach vorn. Die Benutzeroberfläche wurde ja nun schon einige Male überarbeitet, aber ich bin nach wie vor zufrieden. GMX finde ich wesentlich übersichtlicher als GMail. Meine wichtigsten E-Mail-Adressen habe ich bei GMX zwar nicht mehr, aber gerade die Zusatzleistungen lassen mich weiter zahlender Kunde bleiben. Für die E-Mail-Dienste von United Internet spricht zudem, sich mit den allen allen E-Mail-Accounts Instant Messaging auf Basis von XMPP (Jabber) nutzen lässt, weil die Anbieter dafür eigene Server betreiben inklusive Gateways zu AIM, ICQ und Yahoo! Messenger.

  • Ernst

    14.08.13 (18:01:58)

    Wenn ich eine Postkarte sende, kann sie auch jeder lesen. E-mail ist nicht anderes als eine Postkarte ohne Briefumschlag. Man sollte doch eine Verschlüsselungsprogramm nutzen. Ist auch nicht schwer. Zum Beispiel PGP gibt es schon seit über 20 Jahren. Es gibt aber auch nicht nur Deutsche, oder Amerikanische E-mail Anbieter. Abgesehen von hunderten ausländischen Diensten kann man auch eigene E-mails haben. Ist nicht viel teurerer als ein Web.de -account.

  • Jan Pötzscher

    14.08.13 (18:10:08)

    okay - ich muss mich auch outen. Ich habe sogar drei web.de-Adressen, aber alle in der kostenlosen Variante. Bislang habe ich es noch immer geschafft, den verruchten Club-Button mit der Maus zu umschiffen und ohne Abgabe einer Willensbekunden in mein Postfach zu gelangen. Ich kenne aber auch viele Beispiele im Bekanntenkreis, wo das nicht gelungen ist und die nun mit dem 12Monats-Paketpreis leben müssen.

  • Lennart

    14.08.13 (22:31:18)

    Das Internetportal setzt seit jeher auf das fragwürdige Geschäftsmodell, unbedarften Nutzern tendenziell qualitativ mangelhafte Produkte bereitzustellen, niemals auch nur Ansatzweise die Qualitätserwartungen zu übertreffen und mit allerlei den Schein von redaktionellen Inhalten und Services gebenden Werbepartnerschaften die Naivität der User bis ins Maximale auszunutzen Genial formuliert und 110% Zustimmung!

  • Sebastian

    14.08.13 (22:57:03)

    Die Prism-Enthüllung und zuvor die Abschaltung des Google Readers haben mich zu dem Entschluss geführt, dass ich GMail nicht mehr nutzen möchte. Wie der Autor sagt: Ich habe auch keine Lust, dass ein kostenfreier Dienst eines Tages die Spielregeln ändert. Was mich in dem Zusammenhang wundert: GMX und Web.de sind offenbar beide irgendwann stehen geblieben und auch die 1&1-Webmail-Oberfläche erinnert stark an das Web 1.0. Aber nicht so schlimm, denn ich nutze mein Postfach fast nie über die Web-Oberfläche.

  • Peter

    15.08.13 (10:24:24)

    Der Author läßt die Beweggründe der Unternehmer völlig außer Acht. Wer 15 Mio Mail-Account-Kunden hat, dem fehlt keine "DNA"! Der hat tatsächlich verstanden, was die Kunden wirklich wollen.

  • DL2MCD

    15.08.13 (13:19:05)

    Nun, ich nutze web.de auch beruflich, denn man kann beliebige Adressen anklemmen, damit auch unterwegs mailen und hat zudem die Chance, auch dann noch an seine anstehenden E-Mails zu kommen, wenn einem wieder irgendein A**** die eigene Domain weggeklagt oder diese geklaut hat. Zudem sind die Webmailer der Hoster teils mies, bei 1&1 passen auch nur 1,5 GB rein, bei Host Europe ist noch viel eher Schluß, weil der Mailspace dem Webspace zugeschlagen wird. Damit ist dann auch Imap nicht sinnvoll nutzbar. Ja, technisch war Web.de nie top, belastet mit jeder "Verbesserung" den Browser mit noch mehr Zeug, das man nicht will (Horrorskope und Werbung), sodaß Web.de nun auf alten PCs gar nicht mehr läuft und die Weboberfläche ist ein einziger Werbehaufen. Aber es geht auch Imap fürs Handy und auch im Büro, so man da Imap darf. Und Gmail belastet den Browser noch mehr - und kommt in Company Installations mit Chat, der einen beim Arbeiten stört. Ob die NSA mithört, interessiert mich weniger, bislang bin ich nicht auf der Fahndungsliste.

  • Mathias

    15.08.13 (13:19:16)

    Vielleicht könnte GMX für zahlende Kunden eine Login-Seite ohne Trash-News und Trash-Angebote bereitstellen. Selbst das neue Webmail-Interface könnte cleaner sein. Kennt jemand eine alternative WebApp, die man auch mit GMX (IMAP) nutzen kann? Sollte ich mich doch noch zu einer Migration entschließen ist Opera Web Mail derzeit mein Favorit. Hat auch XMPP (wobei das Protokoll aus meiner Sicht kaum relevant ist, da die meisten Leute über proprietäre Dienste chatten).

  • struppi

    15.08.13 (14:18:32)

    Ich nutze ebenfalls web.de seit vielen Jahren. Da ich (fast) auschließlich Mails über pop3 mit Thunderbird nutze, sind mir die Nachteile eigentlich egal. Mir ist es wichtig, dass ich meine Post auf meinem Rechner habe

  • Oliver Springer

    15.08.13 (14:26:51)

    Ja, diese boulevardeske Login-Seite für alle ist eine Zumutung. Die lässt das Premium-Feeling vermissen. Sobald man als zahlender Kunde eingeloggt ist, hat man ja seine Ruhe.

  • MikeS

    16.08.13 (19:18:15)

    Nachdem ich vor ein paar längeren Jahren mein FreeMail Provider dicht gemacht hat, bin ich zur Deutschen Post gewechselt und hab mir eine epost.de Adresse geholt und hab gedacht, die machen wohl nicht so schnell pleite. Leider wurde epost.de dann auch geschlossen. Das war der Moment, wo ich mir meine eigene Domain besorgt habe. Die habe ich nun seit vielen Jahren und zahle mittlerweile keine 2 Euro pro Monat dafür. Macht ein Provider dicht oder gefällt er mir nicht mehr, suche ich mir einfach einen neuen und behalte meine Adresse, dessen Domain ich der Eigentümer bin. Kann ich nur jedem empfehlen, zumal es teilweise genauso einfach und günstig ist, wie web.de oder GMX & Co.

  • DL2MCD

    16.08.13 (21:22:04)

    So habe ich auch mal gedacht. Dann wurde ich genau deshalb auf eine halbe Million verklagt und war alle E-Mails los. Kam nicht mal an die, die schon am Server lagen. Letzteres kann man bei 1&1 vermeiden, da kommt man auch noch ohne Domain an den Mailserver, aber wenn man heute auch von unterwegs an die Mails will mit Handy und dazu IMAP benutzen will, dann reichen die Mailspaces, die an einer Domain hängen, hierfür nicht mehr. Will man nur über POP3 abrufen und tut das täglich, ok. Nur das mit der sicheren Domain, das kannste vergessen. Genau deshalb wollen die Leute Dir die Domain ja wegklagen, weil sie wissen, daß da bei Dir alles drüber läuft, ob Amazon, Ebay, Kontakt zum Arbeitgeber, Kontakt zur Familie, zu Freunden, zur Partnerin. Mit Web.de oder GMX kannst dagegen auch andere Adressen und Domains nutzen und so das Risiko zumindest etwas streuen, daß auf einen Schlag alles weg ist. Da geht dann halt eine nicht mehr, aber der Rest bleibt. Ok, Web.de kann natürlích auch pleite gehen, ist aber unwahrscheinlich. Und dann kannste die Domains immer noch woanders hin routen. Aber mit einer Domain preiswert alles zu erledigen, davon rate ich dringend ab. Nicht in Deutschland!!

  • PMWH

    16.08.13 (22:22:10)

    @DL2MCD: ich wollte schon ranten, aber dann habe ich deinen Namen geklickt und die Story gelesen. Wahnsinn. Sprachlos. Wenn ich du wäre, würde ich schon längst woanders leben. Eine Anstalt, die mit meinem Geld finanziert wird, verklagt _mich_ auf noch mehr von meinem Geld? No way. Und geil, was die Schweizer mit wdr.org jetzt gemacht haben.

  • wim

    19.08.13 (14:00:41)

    Ein ermüdender Artikel. Millionen Menschen nutzen den Dienst von web.de, obwohl er so schlecht ist? Vielleicht ist es einfach eine Frage des Anspruchs. Ich z.B. nutze web.de freemail seit x Jahren und sehe die Weboberfläche eigentlich nur zur Änderung von Einstellungen. Also einmal im Jahr vielleicht. Werbemails wandern per Filter in den Orkus. Den Rest erledige ich per smartphone und thunderbird. Ich habe schlicht keinen Bedarf nach mehr, und das ist es auch schon. Ach ja, an meinen Mailadressen hänge ich auch noch. Aber ein Archiv pflege ich bei Web.de nicht. Könnte ja morgen weg sein.

  • Norbert

    02.09.13 (20:00:06)

    Problem ist nicht, dass es nicht Möglichkeit Sicherheit zu schaffen, vielmehr die Finanzierung! Adblocker...wer liest denn die Newsletter von Web.de noch? Hier arbeiten Leute die bezahlt werden müssen...das System muss finanzierbar bleiben...nun fragt man...warum nicht erstmal ein vollkommen verschlüsselter Login Bereich? Jaaa ...warum wohl, weil dann externe Werbung von den Browsern aufgrund von externen Inhalten einfach blockiert wird und keinerlei einnahmen mehr erwirtschaftet werden. Die Leute wollen immer alles umsonst...hier ist einfach kein Raum mehr...Wenn die Leute weiterhin nur noch IMAP nutzen dann verdient Web.de bald gar kein Geld mehr...

  • DL2MCD

    03.09.13 (09:01:25)

    Warum bitte muß denn ein zahlender Kunde noch mit Horoskopwerbung bombardiert werden? Warum werden über nervige Werbung erzielte Cents als wichtiger angesehen als die Euros der zahlenden Kunden Warum soll ich am Handy nicht IMAP nutzen dürfen statt meine Flatrate für Werbebanner zu verballern? Ich habe einen bezahlten Account, wieso willst Du, daß ich da auch noch für mich viel teurere Werbung angucken soll?

  • Norbert

    03.09.13 (19:39:58)

    Weil kein Kunde gern für E-Mail bezahlt aber das wird so kommen wenn es so weiter geht. Oder warum werden hier im großen Stil Marktanteile gesichert ;-) Es gibt sicher unangenehme Werbung wie Layer, sowas hasse ich selbst wie die Pest aber interessenbezogene Werbung, warum nicht. Ich denke das viele Anbieter Werbefreie Accounts anbieten, teilweise für unter 1 € im Monat. Umsonst ist leider nichts

  • DL2MCD

    04.09.13 (11:09:57)

    Wie gesagt, ich zahle bei Web.de und bei GMX und noch bei einigen anderen. Aus bereits weiter oben angeschnittenen Gründen kann ich nicht riskieren, alles auf einer Adresse oder Domain zu haben und nochmal alles zu verlieren. Mein erster E-Mail-Account (Compuserve) kostete 15,- im Monat, dann hatte ich eine eigene Domain für 200,- im Jahr, die mich dann allerdings 40.000,- und viele Jobs kostete. Da brauche ich keine Kostenlos-Accounts, bei denen ich dann keinen Kundendienst habe und wo meine Adresse morgen einfach jemand anders gegeben wird und alle Mails und Kontakte weg sind, wo man dann aber, weil kostenlos, keine Ansprüche hat. Allerdings sehe ich nicht ein, als zahlender Kunde praktisch dieselbe Werbeflut zu haben wie als Gratis-Kunde und dann nicht IMAP nutzen zu dürfen, so wie Du ja geschrieben hattest. Nur das Web.de-Magazin kann man dann abbestellen. Und dieses werbeüberladene Web-Interface verhindert mittlerweile, auf wirklich jedem Browser einloggen zu können. Daß allerdings die Entwickler bei 1&1 verhungern, das liegt nicht an mir, denn ich zahle für meine E-Mails - auch an ARD & ZDF, und zwar weit mehr, als an die Provider.

  • DL2MCD

    04.09.13 (11:22:13)

    @PMWH: Was mich so an der Sache aufregte, war neben dem finanziellen und jobmäßigen Desaster, daß die bis heute der Ansicht sind, ich sei unverschämt, weil ich gewagt habe, ihnen zu sagen, die für mich bestimmten E-Mails gingen sie nix an. Die aber der Ansicht sind, die gingen sie sehr wohl etwas an, aber mich nicht. Aktuell regt sich ja jeder über die bösen USA auf, die mit der NSA all unsere E-Mails mitlesen. Aber die NSA hat bislang niemand damit gedroht, diese E-Mails auch einkassieren und veröffentlichen zu wollen. In meinem Fall ging es dagegen gerade um eine E-Mail einer Amerikanerin, meiner Partnerin - da war schon auch Politik mit drin, den bösen Amis zu zeigen, daß es in D so etwas wie Privatsphäre nicht gibt. Meine Partnerin ist deshalb auch inzwischen zurück in die USA. Die hat die Schnauze voll von D, wo der Rundfunk über der Verfassung steht (Brief- und Fernmeldegeheimnis). Für mich gibt es dort allerdings nicht so tolle Jobchancen, wie mancher denken mag. Ja, Schweiz wäre auch noch eine Option, aber da lebt man noch teurer als hier. Und gegen ARD & ZDF hilft auch die Schweiz nicht, die haben ja auch Warburg Dillon Read / UBS die Domain abgenommen. Bankgeheimnis mögen die ebensowenig wie Fernmeldegeheimnis. Nachdem sie die wohlgemerkt erst selbst aufgelassen hatten. Stell Dir nur vor, Du willst in Dein Homebanking einloggen und hast da plötzlich stattdessen einen ÖR-Sender drauf. Schafft echt Vertrauen. Ich war früher bei der SEB, wenns den SFB noch geben würde, hätten die dann auch zugeschlagen... Nachdem die Domains aber erst mal weg waren, waren sie denen egal. War nur interessant für die, weil die bei mir und der UBS interessante Informationen in den E-Mails erwartet haben. Die der UBS hat heute ein Grabber.

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