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24.06.10Leser-Kommentare

graph.me: Umfragedienst will Deutschlands Stimmungsmesser werden

Beim jungen Münchner Dienst graph.me dreht sich alles um Umfragen und Trends. Das Ziel ist, zum Stimmungsmesser für Deutschland zu werden.

Manche Menschen lieben Umfragen. An diese richtet sich graph.me, ein junger Dienst aus München, der es erlaubt, vielseitige Arten von Umfragen zu erstellen oder an den Untersuchungen anderer Nutzer teilzunehmen.

Die zwei großen Stärken von graph.me sind die spielerische, mit Liebe gestaltete Oberfläche sowie der Reichtum an Optionen. Mit Hilfe von Schlagworten lassen sich existierende Umfragen finden, die einen interessieren. Das Spektrum an Untersuchungen reicht von wenig wissenschaftlichen Fragen wie "Schaut ihr heute das Deutschlandspiel an?" oder "Hast du dich schon einmal mit einem Türsteher angelegt" bis hin philosophischen wie "Welche Rolle spielt Geld in deinem Leben".

Zu jeder Umfrage gibt es eine hübsche Visualisierung. Verschiedene Filter ermöglichen die Darstellung des Ergebnisses anhand von unterschiedlichen Kriterien wie Geschlecht, Alter oder Postleitzahl.

Neben Umfragen gibt es auch eine Sektion für Trends, die ein Werkzeug bereitstellt, mit dem Nutzer bei regelmäßiger Beteiligung beliebige Vorkommnisse ihres Lebens "überwachen" können. Die Palette an von Anwendern erstellten Trends reicht von der Zahl verschickter SMS pro Tag über den täglichen Kaffeekonsum bis hin zur Häufigkeit des Tragens von Karohemden - Holzfällerstyle. Natürlich kann jeder seinen eigenen Trend starten.

Augenschmaus

graph.me ist wirklich nett gemacht, weshalb wir den Dienst hier vorstellen, obwohl er in der aktuellen Ausbaustufe eine erhebliche Schwäche aufweist: Er ist komplett nach außen geschlossen: Zwar erhalten Umfragen und Trends ihre eigene URL, die an Freunde und Bekannte verschickt werden kann, aber eine Teilnahme erfordert grundsätzlich ein Mitgliedskonto bei graph.me. Immerhin wird eine Anmeldung über Facebook Connect unterstützt, dennoch stellt der Login-Zwang eine große Hürde für eine intensive Nutzerbeteiligung an den Umfragen dar.

Was somit ebenfalls fehlt, ist ein Weg, Umfragen auf externen Sites und in Blogs zu integrieren - dabei läge genau hier das virale Potenzial eines Dienstes wie graph.me, der sich durch sein ansehnliches Design und seine intuitive Oberfläche positiv von anderen Umfrageservices abhebt.

Das graph.me-Team ist sich der eingebauten Erfolgsbremse offenbar bewusst. René Karsten Kunkel, bei dem Service für Marketing und Kommunikation zuständig, erklärte mir, dass in rund vier bis sechs Wochen nur noch eine Mitgliedschaft notwendig sein wird, wenn man selbst Umfragen oder Trends erstellen möchte. Auch Widgets seien in Planung, um Umfrage z.B. auf Blogs zu veröffentlichen.

Geld verdienen möchte graph.me, das auch in einer englischsprachigen Version vorliegt, durch Werbung sowie durch Marktforschungsservices für Unternehmen auf Basis der Umfrageresultate. Die Herausforderung besteht nun darin, das eine gewisse Datentiefe der Umfragen voraussetzende Geschäftsmodell an die zukünftige Öffnung von graph.me anzupassen. Denn diese Datentiefe wird bisher durch den Registrierungszwang sichergestellt, der die Angabe einiger persönlicher Informationen wie Alter und Geschlecht erfordert. Wenn in gut einem Monat jeder nicht angemeldete User bei einer Umfrage mitmachen kann, ohne graph.me mehr über sich zu verraten, verlieren die Untersuchungen natürlich an Tiefe.

Die Vision des Münchner Angebots ist es, ein Informationskanal für die Medienwelt zu werden, um schnell und mit wenig Aufwand die Stimme des Volkes einzufangen.

Ich denke, dass dieses Ziel durchaus erreichbar ist. Allerdings erst, nachdem sämtliche Einstiegsbarrieren entfernt wurden.

Kommentare

  • René

    24.06.10 (18:37:34)

    Die Kritikpunkte sind definitiv berechtigt, wir arbeiten dran! Auch mit der Öffnung von graph.me werden wir die Datentiefe aufrechterhalten oder gar noch ausbauen können - wie genau, verraten wir demnächst in unserem Blog.

  • Bernd Kunkel

    14.10.10 (21:17:59)

    Hi Sonny - was cdieser Martin Weigert schreibt, hat Hand und Fuß - aber Ihr habt die Antwort auf seine (und meine!) Zugangshindernuisse sicher längst gefunden - toi, toi, toi!!

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