<< Themensammlung Netzwertig

Unter netzwertig veröffentlichen wir in unserem Blog Einschätzungen zu aktuellen digitalen Geschäftsmodellen und IT-Trends, Meldungen, Analysen, Reviews und Specials.

07.12.10Leser-Kommentare

graph.me: Umfrage-Widgets fürs Volk

Die Umfrageplattform graph.me öffnet sich und erlaubt nun das Integrieren von Umfragen in externe Websites.

 

Umfragen sind für alle Arten von Webangeboten ein hervorragender Weg, die Stimmungslage ihrer Nutzerschaft einzufangen, Trends und Meinungen einzuholen sowie eine Bindung zwischen Anwendern und Anbieter herzustellen.

Sites und Blogs, die kein eigenes Abstimmungsscript verwenden möchten, können zwischen einer großen Zahl unterschiedlichster Umfrage-Tools wählen - von Gratis-Diensten wie Twtpoll bis zu Angeboten wie Polldaddy, die bis zu 899 Dollar im Jahr kosten (die kostenfreie Variante von Polldaddy erlaubt lediglich 100 Teilnehmer pro Monat und ist damit kaum einsetzbar).

Obwohl der Münchner Service graph.me sich seit seinem Launch im Juni auf das Bereitstellen eines Dienstes zur Durchführung von Umfragen fokussiert (unser Review), konnte er bisher nicht in externe Sites eingebettet werden. Zudem war eine Registrierung notwendig, um überhaupt an einer von Nutzern bei graph.me angelegten Umfrage teilnehmen zu können. Eine virale Verbreitung des ansonsten ansprechenden Angebots war damit unmöglich.

Das graph.me-Team schien unsere Kritik diesbezüglich absolut verstehen zu können und war in letzter Zeit fleißig damit beschäftigt, die zwei entscheidenden Zugangsbarrieren abzubauen:

Schon Mitte September entfernte der Dienst aus München die Registrierungspflicht für die Teilnahme an Umfragen. Und ab sofort bietet graph.me auch Widgets zur Integration in externe Websites und Blogs an.

Widget-Konfigurator (zum Vergrößern klicken)Voraussetzung zur Erstellung einer Umfrage ist nach wie vor die Registrierung bei graph.me (ein Facebook-Login wird unterstützt). Nachdem eine Umfrage angelegt wurde, kann diese auf Wunsch auf "privat" gestellt werden, was dazu führt, dass sie nicht innerhalb der graph.me-Community auftaucht. Über den Link "Einbetten" gelangt man anschließend zum Konfigurator, der Usern verschiedene Layout-Vorlagen anbietet oder ihnen vollständig die Kontrolle über das Erscheinungsbild des Umfrage-Widgets gibt. Anschließend muss der generierte Javascript-Code nur noch in die gewünschte Seite integriert werden. Widgets wurden mit HTML5 realisiert und lassen sich demnach auch auf gängigen mobilen Geräten darstellen.

Wer möchte, kann von den Umfrage-Teilnehmern zusätzlich bis zu drei demografische oder persönliche Informationen abfragen, um das Meinungsbild auszudifferenzieren. Allerdings sollte man im Hinterkopf behalten, dass jede zusätzliche Angabe einige potenzielle Teilnehmer in die Flucht schlagen könnte. Insofern ist es erfreulich, dass graph.me, das bei seiner Umfragen-Community einen Schwerpunkt auf Filtermöglichkeiten anhand demografischer Angaben legt, diese Option freiwillig anbietet.

Ein Umfrage-Widget ist keine Weltneuheit. Die Lösung von graph.me besticht jedoch durch eine polierte Oberfläche, eine ansehnliche Visualisierung der Ergebnisse, durch das Fehlen von die Nutzung unnötig einschränkenden Begrenzungen (mir sind zumindest keine aufgefallen) und ist dazu kostenlos. Verbesserungswürdig ist vor allem die Administration existierender Umfragen - hier ist längeres Suchen nach einzelnen Einstellungen notwendig.

Geld verdienen will graph.me mit kommerziellen Umfragen, die in Kürze gestartet werden. Außerdem steht auf der Roadmap eine Abkehr von Flash, das momentan noch die Weboberfläche des Dienstes dominiert.

Was haltet ihr von dem graph.me-Widget? Welches Tool für das Durchführen von Umfragen auf Blogs oder Websites bevorzugt ihr?

/* */

Link: graph.me

Kommentare

  • Felix

    07.12.10 (14:33:31)

    Der Fakt, dass 90% aller 2.0 Dienste kostenlos sind, muss doch allen zeigen, wie wertvoll doch Nutzerdaten sein müssen. Würde ein Nutzer seine Infos mit einem materiellen Wert einmal vergleichen, würde er ganz andere Ansprüche an solche Plattformen stellen und seinen Nutzen von selbiger mit dem Wert seiner Daten aufwiegen. Da wäre Facebook & Co. nach der ersten "Datenpanne", welche sich nach Reifenwechseln-danach-alles-wieder-gut anhört, weg vom Fenster.

  • Martin Weigert

    08.12.10 (00:19:14)

    Wenn kümmert's, wenn ein Umfrageanbieter die Ergebnisse von Umfragen vermarkten würde, so lange es nicht auf einzelne Personen zurückführbar ist (nicht dass ich wüsste, dass graph.me dies tut, aber du scheinst dies ja zu vermuten)? Worin besteht der Nachteil für das Individuum? Zudem sollte man die eigenen "Daten" auch nicht überbewerten - was imo permanent von Datenschützern und ihren Anhängern getan wird. Pure Selbstüberschätzung.

  • Felix

    08.12.10 (11:34:48)

    So lange es Cookies, IP-Adressen und Logins gibt, ist die Möglichkeit da, ein Profil des Nutzers zu erstellen. Das klingt zwar hart paranoid, aber vielleicht sollte man genau so der Sensibilisierung entgegentreten. Verstehe mich nicht falsch, in einem Seminar in München vergangenen Sommer haben wir in einer kleineren Runde mit einem der Macher hinter graph.me gesprochen. Das Projekt finde ich super. Ich will nur klarstellen, dass die Infos, Daten, auch die 'Arbeit' und Zeit, welche der Nutzer in eine 2.0 Seite steckt, nicht immer den Mehrwert für ihn aufwiegen müssen. Als Vergleich: Wenn ich ein Bett bei Ikea kaufe und selbst zusammenbauen muss, habe ich als Mehrwert nicht nur die Liegemöglichkeit sondern auch einen Preisnachlass.

  • Sven

    09.12.10 (09:20:20)

    Die Mischung von Deutsch und Englisch sieht nicht professionell aus.

  • Martin Weigert

    09.12.10 (09:23:10)

    Das scheint ein Bug zu sein. Man glaubt es kaum, aber das "undecided" hat graph.me aus mir völlig unbekannten Gründen automatisch aus meiner Freitexteingabe "unentschlossen" gemacht. Wie das überhaupt geschehen kann, ist mir auch schleierhaft.

  • René

    09.12.10 (10:16:10)

    Danke für den Hinweis. Der o.g. Bug dürfte nur in englischsprachigen Browsern auftreten? In den Umfragen ist eine Logik eingebaut, die bei englischer Umgebung auch die UI-Elemente übersetzt. Auch automatisch übersetzt werden die Antwortoptionen der vordefinierten Fünferskalen-Umfragen auf graph.me, in denen auch jeweils "Unentschlossen" vorkommt. Hier war das allerdings etwas zuviel des Guten - wird repariert!

  • Martin Weigert

    09.12.10 (10:19:15)

    Danke! Ja ich nutze Chrome auf Englisch.

Diesen Beitrag kommentieren:

Die Kommentare können nur zwischen 9 und 16 Uhr
freigeschaltet werden. Wir bitten um Verständnis.

Um Spam zu vermeiden, schreiben Sie bitte die Buchstaben aus diesem Bild in das nebenstehende Formularfeld:

Das könnte Sie auch interessieren

Förderland-Newsletter

Wissen für Gründer und Unternehmer