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14.07.14

Gourmet-Startups: Kukimi bringt US-Trend nach Deutschland

Startups, die Gourmetgerichte kochen und diese gesundheits- und convenience-orientierten Kunden liefern, sind an der US-Westküste seit längerem ein Trend. Mit Kukimi wird das Konzept in Deutschland in Angriff genommen.

Ein aktueller Startup-Trend aus den USA schwappt nach Deutschland: Essen-Lieferdienste, bei denen Startups selbst kochen, und bei denen hochwertige Gerichte im Semi-Abo-Modell bezogen werden. Ende vergangenen Jahres berichteten wir über die wachsende Zahl an entsprechenden Jungfirmen, die sich in der San Francisco Bay Area bei anspruchsvollen und bequemen Essern beliebt machen wollen. Sie heißen SpoonRocket , Munchery oder Spring.

Christophe Maire, in Berlin sehr aktiver Business Angel, bringt das Konzept über seinen Company Builder Atlantic Internet jetzt nach Deutschland, wie Gründerszene in der vergangenen Woche berichtete. Kukimi heißt das in der Hauptstadt ansässige Startup, das ab sofort vorgekochte "Gourmetgerichte" in verschiedenen Regionen des Landes ausliefert. Auf der Website, die in Sachen Gestaltung Munchery nicht gerade unähnlich ist, können Nutzer aus verschiedenen Paketen wählen. Kukimi

Im Gegensatz zu den US-Diensten bietet Kukimi in der Startphase ausschließlich Pakete, die mindestens zwei Gerichte pro Tag beinhalten, nämlich Frühstück und Abendessen. Entsprechend hoch sind auch die Preise: Für die günstigste Option, das Kennenlern-Paket, fallen 49 Euro inklusive Mehrwertsteuer und Versand an. Es beinhaltet 2 Frühstücke, 2 Snacks und Smoothies sowie zwei Hauptgerichte. Das "6 Tage Flex"-Paket kostet 149 Euro. Kukumi verspricht, besonders gesunde Speisen auf Basis eines durchdachten Ernährungsprogramms zu liefern, und unterstützt Kunden mit zusätzlichem Ernäherungscoaching. Die gewählten Pakete müssen Woche für Woche verlängert werden, ein Abo mit Laufzeit bietet Kukumi aktuell nicht. Kukumi-Gerichte sind keine Tiefkühlware, wie sie etwa Eismann anbietet.

Mit seinen einer Halb- oder gar Voll-Pension entsprechenden Paketen sowie dazu passenden Preisen positioniert sich das Startup über den US-Rivalen. Dort finden sich in der Regel Optionen für die Lieferung einer Speise pro Tag, wodurch auch die Kosten reduziert werden. Philosophisch liegen die Firmen aber auf der selben Wellenlänge: Gesunde, höherpreisige Convenience-Kost, frisch oder vorgekocht aus eigenen Küchen nach Hause geliefert.

Man muss davon ausgehen, dass Kukimi nicht der einzige Anbieter dieser Art in Deutschland bleiben wird. Ob das Konzept hierzulande aber aufgeht, steht in den Sternen: Die Nutzung von hiesigen Online-Essenvermittlern wie Lieferheld, Lieferando oder Pizza.de ist gemäß meiner eigenen Erfahrungen deutlich günstiger als das Bestellen von Speisen in Kalifornien. Da man auch über diese Services halbwegs gesunde Speisen findet, verringert sich potenziell die Nachfrage nach speziellen Gourmet-Lieferanten. Mit dem Paketkonzept, das Nutzer von der täglichen Speisenwahl befreit, bietet ein Service wie Kukimi dennoch einen Vorteil, der in den Augen vielbeschäftigter, gesundheitsbewusster Menschen mit genug disponiblem Einkommen womöglich zu einer Kaufentscheidung führt. /mw

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