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05.07.11

Google+: Wie Circles hilft, Sprachchaos zu vermeiden

Google+ erlaubt mit seiner Kontaktverwaltung "Circles" etwas, das Twitter seit jeher gut zu Gesicht gestanden hätte: In unterschiedlichen Sprachen publizierte Inhalte nur denjenigen vorsetzen zu können, die sie auch verstehen.

 

Anfang Februar des vergangenen Jahres berichtete ich über ein persönliches Dilemma von: Nämlich, dass ich bei Twitter für jeden Tweet aufs Neue vor der Frage stehe, auf welcher Sprache ich diesen abschicken soll. Denn ein Großteil der Nutzer, die mir bei dem Microbloggingdienst folgen, spricht Deutsch, einige hingegen verstehen nur Englisch, und eine dritte Gruppe stammt aus Schweden (wo ich wohne) und beherrscht demnach auch Schwedisch.

Mein Problem ist daher seit jeher, dass jeder Tweet auf Deutsch von meinen nicht-deutschsprachigen Followern als störend empfunden werden kann. Und mit Kurznachrichten auf Schwedisch halte ich mich lieber ganz zurück, immerhin möchte ich die Signal-Noise-Ratio meiner Follower nicht unnötig verschlechtern.

In meinem damaligen Artikel schlug ich Twitter die Implementierung einer Funktion vor, bei der man Tweets je nach Sprache an eine unterschiedliche Gruppe seiner Follower senden könnte - abhängig davon, welche Sprachen diese in den Twitter-Einstellungen angegeben haben.

Bis heute existiert ein derartiges Feature nicht, und wahrscheinlich ist auch in Zukunft nicht damit zu rechnen.

Als ich nun in den vergangenen Tagen meine schnell wachsende Zahl an Google+-Kontakten in passende "Circles" - also Kontaktgruppen für granulares Sharing - einsortierte, erkannte ich, dass Googles neues Social Network meinen Wunsch bezüglich der besseren "Sprachsteuerung" mit Verspätung erfüllt - wenn auch auf einer anderen Plattform.

Denn dank der sehr bequemen Möglichkeit, andere User von Google+ in Kontaktgruppen zu platzieren, und aufgrund der Notwendigkeit, bei jedem veröffentlichten Contentobjekt entscheiden zu müssen, welche Circles Zugang dazu erhalten sollen (es gibt keine immer gültige Standardeinstellung), zwingt mir Google+ eine Differenzierung nach Sprachen regelrecht auf:

Ich habe nun für diejenigen unter den von mir gefolgten, die mit großer Wahrscheinlichkeit lediglich Englisch beherrschen, eine eigene Gruppe angelegt, ebenso wie für alle Schweden unter meinen Kontakten (beide Kategorien sind noch relativ leer). Für alle von mir veröffentlichten Inhalte auf Deutsch versuche ich sicherzustellen, diese nicht für die zwei genannten Circles freizugeben - denn sofern mir die jeweiligen Personen darin auch zurückfolgen, sähen sie ansonsten allerlei Einträge auf Deutsch, was das Risiko erhöht, dass sie mich entfernen oder in einen Circle verfrachten, dem sie nur wenig Aufmerksamkeit schenken.

Ist mir dagegen danach, etwas auf Schwedisch zu publizieren, kann ich dafür nun ausschließlich den entsprechenden Circle mit den schwedischen Kontakten auswählen, ohne dass dies in den Streams meiner anderen Follower auftaucht.

Inwieweit das Circles-Prinzip von Google+ (das man in ähnlicher Form von diaspora her kennt) massentauglich ist und von Nutzern dauerhaft so wie von Google angedacht eingesetzt wird, muss die Zeit zeigen. Für alle, die im Netz gerne eine sprachliche Schizophrenie ausleben, handelt es sich hierbei aber in jedem Fall um ein ideales Werkzeug, für dessen Einsatz so manch ein Kontakt dankbar sein wird.

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