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05.10.12

Google Trends: Die öffentliche Trafficanalyse ist Geschichte

Google Trends for Websites war ein sehr nützliches Werkzeug, um einen Eindruck von der Trafficentwicklung einzelner oder mehrerer Websites im Zeitverlauf zu erhalten. Jetzt wurde der Dienst eingestellt.

Google-Freitag bei netzwertig.com . Eines der für unsere Arbeit sehr praktischen Werkzeuge war Google Trends for Websites. Das kostenlose Tool gestattete einen Blick auf die Trafficentwicklung von Websites sowie einen Vergleich der Beliebtheit verschiedener Onlinepräsenzen und erwies sich über die Jahre als nützliches Recherchetool für uns, aber auch für viele andere Blogger und Journalisten. Doch damit ist jetzt Schluss: Vor einer Woche präsentierte Google eine neue Version von Google Trends, dem Dienst, der Einblicke in aktuelle und vergangene Suchtrends gibt - und nutzte diese Gelegenheit, um die bisher parallel angebotene Traffic-Analyse einzustellen.

Das ist äußerst schade und für uns nur einen Tick weniger enttäuschend als die Demontage des Google Reader vor einem Jahr. Denn von den frei verfügbaren Anwendungen zur Trafficschätzung war Google Trends for Websites die praktischste und zuverlässigste. Was nicht heißt, dass der Dienst perfekt war. Weit gefehlt: Besonders in den vergangenen Monaten schien sich die von Google gezeichnete Trafficentwicklung von Websites signifikant von der Realität zu unterscheiden - was schon im Sommer 2011 von Lesern moniert wurde.

 

Ein echter Klassiker

Google verwendete für den Service verschiedene Informationsquellen wie unter anderem seine Suche, Google Analytics und Drittanbieter aus dem Marktforschungsbereich. Die Ergebnisse waren immer nur Schätzungen, die mit einer gewissen Vorsicht genossen werden mussten, die aber für das generelle Verständnis zur Popularität von Sites im Zeitverlauf durchaus sehr hilfreich waren - und deutlich besser als das Urgestein der bedingt ernstzunehmenden Traffic-Messwerkzeuge, Alexa.

Eine öffentliche Begründung, wieso das Unternehmen diese Zusatzfunktion seines Trend-Produkts nicht fortführt, gibt es nicht, und auch ein Google-Sprecher konnte uns dazu keine weiteren Auskünfte geben. Vielleicht führte die zunehmende Ungenauigkeit der gelieferten Trafficgraphen am Ende zu einer Erosion der Glaubwürdigkeit, was eine Schließung nahelegte. Oder das verfügbare Datenmaterial wurde schlicht für nicht mehr hinreichend aussagekräftig befunden. Auch ein allgemeiner Rückgang der Nutzung des klassischen Webs zugunsten mobiler Applikationen könnteGoogles zu der Entscheidung bewogen haben: Immerhin wirft es ein schlechtes Licht auf Googles Geschäftsmodell der Suchwortvermarktung, wenn nahezu jede führende Website einen Rückgang der Unique Visitors erkennen lässt, da immer mehr User die von Google nicht indexierbaren nativen Apps verwenden.

Wie auch immer: Wir bedauern die Einstellung des Angebots sehr, und insbesondere, dass das Unternehmen nicht einmal erläutert, wieso es sich zu diesem Schritt animiert sah. Google macht es Anhängern von Google-Diensten abseits der Mainstreamprodukte in seiner derzeitigen Transformationsphase wirklich nicht leicht, ihre Sympathien für das Unternehmen zu behalten.

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