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29.10.09

Google-Navigation: Die eine App, die Apple haben muss

Googles kostenlose und herausragende Navigationslösung für Android ist eine Sensation. Und die Tatsache, dass die Anwendung nicht auf dem iPhone, sondern auf Motorolas Droid Premiere feierte, spricht Bände.

Sreetview hilft in der Navigation, Knoten- und Abbiegepunkte oder auch das Ziel eindeutig zu erkennen. (Bild businessinsider.com)

Über so manche Anwendung aus den Google-Labs kann man lange grübeln: Das ist nett, aber wozu ist es einsetzbar? Im Fall von Streetview wissen wir es jetzt: Auf einen Schlag hat Google nicht nur seine Kartensoftware, sein umfassendes Suchwissen, seine technische Überlegenheit (mit Spracherkennung) und seine Führungsposition im online-Werbemarkt in eine Anwendung gegossen, sondern auch eindrücklich demonstriert, wozu Streetview nützlich sein kann.

All diese Elemente nämlich machen aus Googles Navigations-Anwendung (zu haben ab November in den USA mit dem neuen Motorola-Droid) den besten Routenplaner, den es je geben wird. Nicht im Augenblick gibt, sondern geben wird:

Denn das Lokal- und auch das Echtzeitwissen, das Google hat und via Mobilfunk jedem "seiner" Endgeräte zuspielen kann - buchstäblich auf Zuruf - hat nicht nur jetzt keiner der Konkurrenten wie Tomtom oder Garmin verfügbar, sie werden es auch nie haben.

Entsprechend ist der Aktienkurs dieser beiden Firmen gestern zum Börsenende synchron um über 15% abgesackt - als die Videos über die Google-Navigation im Netz auftauchten und die ersten Berichte über das neue Motorola-Handy, das die Google-Navi bereits an Bord hat, online gingen.

Der Paukenschlag Googles ist aber nicht der Auftakt zum Angriff auf Tomtom und Co, sagt jetzt Erick Schonfeld auf Techcrunch - es ist der nächste Takt im anschwellenden Kriegsgebrüll zwischen Apple und Google.

Ob Apple oder Google den Ehekrach angefangen hat, der bis zum Austritt von Google-CEO Eric Schmidt aus dem Apple-VR führte, ist derzeit nicht klar. Aber dass Apple sich angesichts der Armee an Android-Telefonen, die derzeit auf den Markt geschwemmt werden, bedroht fühlt und mit Sperrung von Google-Applikationen auf dem iPhone - Latitude und Voice, beispielsweise - nicht elegant reagiert, ist ja wohl nicht zu übersehen.

Nur müsste Apple jetzt, meint jedenfalls Schonfeld, Google auf Knien um die Navigationslösung anbetteln. Denn im AppStore stehen vielleicht 85'000 Anwendungen, aber die besten Web-Applikationen, und um die geht es letztlich - stammen alle von Google. Und Google scheint grade gar nicht mehr gut auf Apple zu sprechen sein. Es könnte sein, dass der langfristige Erfolg des iPhones plötzlich von der Software einer Partnerfirma abhängt - und diese schmerzliche Erfahrung wäre nichts neues für Apple, die Ende der 90er Jahre auf Knien nach Redmond kriechen und Microsoft anbetteln musste, die Office-Suite für Mac weiter zu entwickeln.

Denn der schönste Computer und das schönste iPhone werden zum Ladenhüter, wenn die hässlichen Terminatoren nebendran mit der besten Software glänzen. Ein Stück Code, das zur besten Software auf einem mobilen Computer werden dürfte, ist gestern erschienen. Auf Motorolas hässlichem Droid.

(Bild: Silicon Alley Insider)

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