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03.09.08Leser-Kommentare

Google Chrome: Der Anfang von etwas Großem

Der Browser Google Chrome ist live. Google zeigt mit seinem Browser, was die Zukunft für die Webnutzung bereithält. Chrome ist gebaut worden, um Web-Applikationen laufen zu lassen, nicht um Websites darzustellen.

Zunächst: Chrome geht nicht mit offensichtlichen, bahnbrechend neuen Features an den Start. Wer die Berichterstattung über Google Chrome verfolgt hat, weiß das bereits. Das Besondere von Googles Browser steckt zu einem guten Teil unter der Haube und in seinem Gesamtkonzept, das nicht unbedingt offensichtlich ist.

Chrome de la Chrome

Um zu verstehen, warum Google einen weiteren Browser auf den Markt wirft, anstatt sich etwa noch mehr bei Mozilla einzubringen, muss man sich Googles Zielsetzung bei Chrome näher anschauen.

Browser wie Opera, Firefox oder der InternetExplorer stehen alle mehr oder weniger immer noch in der Netscape-Tradition. Google Chrome unterscheidet sich auf der Oberfläche zunächst nicht sehr von anderen Browsern, aber es wird schnell klar, wo der Unterschied liegt: Chrome ist auf die Anwendung von Webapplikationen optimiert worden. Chrome ist ein zentrales Stück für Googles Cloud-Frontend. Das verwundert nicht. Dass Cloud-Computing immer wichtiger wird und zu den lukrativsten Branchen der Zukunft gehören kann, ist nichts neues. Wir hatten über den Weg des Internets hin zur Cloud bereits mehrfach geschrieben.

Google Chrome ist mehr Cloud-Client als Browser. Mehr dazu gedacht, den ganzen Tag geöffnet zu lassen, und damit online Dokumente und Mails zu bearbeiten, als im Web zu surfen.

Natürlich geht auch letzteres mit Chrome ohne Probleme, aber wenn man Google Chrome mit Firefox, Opera, Safari und InternetExplorer vergleicht, sollte man das Hauptaugenmerk nicht darauf legen, wie schnell gewöhnliche Sites geladen werden, sondern welcher Browser es am leichtesten macht, den ganzen Tag lang über ihn mit mehreren, permanent geöffneten Webapplikationen zu arbeiten.

Schauen wir uns die einzelnen Merkmale von Google Chrome aus dieser Sicht an:

     

  1. Geschwindigkeit
  2. Chrome als Grundlage für Sitespezifische Browserinstanzen
  3. User-Interface
  4. Möglichkeit, offline zu gehen
  5. Sicherheit

1. Geschwindigkeit: Neben der bereits für seine Geschwindigkeit bekannten Rendering-Engine WebKit hat man mit der JavaScript-Engine V8 zusätzlich für perfomantes Umsetzen von JavaScript einsetzenden Webapplikationen gesorgt.

In ersten Tests sind tatsächlich, wie erwartet, Applikationen wie GoogleReader und GMail schneller als in anderen Browsern, auch wenn sie neben vielen anderen Tabs geöffnet sind. Bis jetzt ist mir noch keine Webapplikation untergekommen, welche in Chrome nicht schnell reagiert, allerdings teste ich Chrome auch erst seit einigen Stunden. GoogleReader oder auch die Online-Bildbearbeitung Picnik etwa fühlen sich in Chrome bereits nahezu wie echte Desktopapplikationen an.

V8 ermöglicht es, mehr Code im Browser unterzubringen, was wiederrum komplexere Online-Anwendungen für die Zukunft erlaubt.

2. Chrome als Grundlage für Sitespezifische Browserinstanzen: Wer den ganzen Tag zum Beispiel GMail offen hat, der weiß, was es heißt, eine kritische Applikation im Browser neben den anderen Tabs zum Surfen geöffnet zu haben. Wer eine Seite ansurft, die den Browser zum Absturz bringt, verliert auch unter Umständen die Mail, an der man parallel schreibt.

Das Problem: Heutige Browser sind nicht für den Einsatz von Webapplikationen konstruiert worden. Ihr Architektur ist das Äquivalent eines Betriebssystems, das mit jedem Programmabsturz sich immer(!) gleich mit aufhängt. Google Chrome erzeugt für Tabs jeweils eigene Prozesse. Etwas, das auch IE8 unterstützen wird. Hier ist es allerdings nicht nur ein zusätzliches Feature sondern praktisch die Grundmauer des gesamten Konzepts. Die Vorteile der strikten Trennung der Tabs:

  • mehr Sicherheit
  • bessere Speicherverwaltung; Chrome hat gar seinen eigenen Taskmanager

Der Taskmanager von Google Chrome

Chrome erlaubt es außerdem per Drag&Drop Tabs aus dem Browserfenster herauszuziehen , um sie als eigenständige Fenster zu nutzen. Sie können ebenso aus ihren Fenstern wieder in Tabs zurückgezogen werden. Aus jedem Tab lässt sich außerdem leicht eine sitespezifische Anwendung erstellen, die man wie ein gewöhnliches Programm über den Desktop, das Startmenü oder die Schnellstartleiste aufrufen kann (In Chrome oben rechts auf das Dokumentsymbol und dort auf "Anwendungsverknüpfungen erstellen" klicken.).

Shortcuts in Chrome erstellen

Ein Prinzip, das man zum Beispiel von Mozillas Prism kennt oder Mac-Usern von Fluid bekannt sein dürfte.

Mit Chrome versucht Google dieses Prinzip zu perfektionieren und damit eine möglichst smoothe Verbindung zwischen Web und Desktop herzustellen. Was ihnen auch bereits ausgesprochen gut gelingt.

4. User-Interface: Wenn man das Interface von Chrome betrachtet und auf die Details achtet, erkennt man die Absichten von Google hinter seinen Browserambitionen. Es wird so viel Platz wie möglich den eigentlichen Applikationen eingeräumt. Der Browser tritt weitmöglichst in den Hintergrund.

Ignore us please.

Da auch die Adresszeile innerhalb der Tabs positioniert ist, kann auch diese je nach Tab ausgeblendet werden (Wobei mir noch nicht klar ist, wo die Einstellung möglich ist, und ob das von den Apps selbst getriggert werden kann).

Chromefenster ohne Adresszeile

5. Möglichkeit, offline zu gehen: Google Gears, das Firefox und IE die Möglichkeit brachte, Daten von Applikationen dem User offline zur Verfügung zu stellen, ist natürlich auch in Chrome integriert und wird hier eine zentrale Rolle spielen.

6. Sicherheit: Neben der erhöhten Sicherheit durch die oben bereits angesprochene strikte Trennung der Tab-Prozesse, führt Google auch Blacklists, die über den Browser abgeglichen werden (Diese sind über eine öffentliche API verfügbar). Wer mehr und mehr seiner Aktivitäten und damit auch seiner Geschäfte online abwickelt, will einen Browser verwenden, der möglichst sicher ist. Die Wichtigkeit dieses Aspekts im Zuge des Aufschwungs des Cloud-Computings kann man gar nicht genug betonen.

Auch Unternehmen im Blickfeld

Ich habe es bis jetzt in keinem der Artikel über Google Chrome gelesen, aber ich habe das Gefühl, dass der neue Browser als erster eine Chance haben könnte, den in Unternehmen geradezu lächerlich überdominanten Internet Explorer Marktanteile abzunehmen. Warum? Unter anderem der oben angesprochene Schwerpunkt der Sicherheit, der in Unternehmen eine wichtige Rolle spielt (oder spielen sollte).

Dazu kommt noch die Herkunft: Es dürfte weitaus einfacher sein, den Einsatz eines nicht von Microsoft stammenden Browsers an das Management zu verkaufen, wenn er von Google kommt, als ein kostenlos von irgendeiner Stiftung gebauter Browser oder ein Browser, der von einem obskuren kleinen norwegischen Unternehmen hergestellt wird. Das sagt nichts über Firefox oder Opera aus, mehr etwas über die Entscheidungsträger in unseren Unternehmen.

Google kennt jeder, der unter 60 ist. Und von dem Browser werden auch bald mehr und mehr Leute gehört haben. Nicht nur weil über den Launch in Blogs, Zeitungen und TV (u.A. Tagesthemen) berichtet wird, sondern auch weil ein schüchterner Hinweis auf der Google-Startseite die eine oder andere Wirkung haben dürfte:

Chrome auf der Google-Startseite

Die besondere Beachtung des Sicherheits-Aspekts und der Google-Brand, eine nicht zu unterschätzende Mischung.

Noch mit rauen Kanten

Man sollte nicht zuviel erwarten von Google Chrome in der aktuellen Version. Bei allen positiven Betrachtungen hier und anderswo: Es ist zwar ein standardkonformer , aber noch kein vollständiger Browser. Einige Sachen, wie etwa ein Lesezeichenmanagement oder eine vernünftige Einbindung von RSS, fehlen noch. Auch Abstürze treten noch auf. Firefox-User werden außerdem besonders ihre Addons zum Anpassen des Webs an die eigenen Bedürfnisse vermissen.

Trotzdem: Für eine erste, öffentlich erhältliche Version kann sich Google Chrome bereits sehen lassen.

Open Source als Rückversicherung

Google Chrome ist Open Source. Das ist nicht nur Huldigung des "Don't be evil"-Mantras, sondern auch Teil von Googles Strategie. Was Google mit Chrome erreichen will, ist das Web, das Cloud-Computing voranzubringen und damit das Ende des Erzfeindes Microsoft zu beschleunigen und gleichzeitig die eigene Position zu stärken. Je eher die Allmacht des Betriebssystems durch die Cloud abgeschwächt wird, desto eher wird Microsoft, dessen Geschäftsmodell (Windows und MS Office) hier direkt angegriffen wird, marginalisiert. Um das sicherzustellen, macht Google seine Arbeitsergebnisse als Open Source anzapfbar. So kann Google mit Chrome seine eigene Vision verfolgen und trotzdem sicher sein, dass im Netz das Bestmögliche aus den Ergebnissen gemacht wird: Weiterentwicklung aller Browser. Ein hoher Marktanteil für Chrome ist dabei gar nicht mal nötig. Google nutzt das Web und seine Möglichkeiten zu seinem strategischen Vorteil.

Nebenbei bemerkt: Das Vorgehen zeigt gut den fundamentalen Unterschied zwischen Google und Microsoft. Google hat verstanden, dass erfolgreiches strategisches Handeln nicht unbedingt mit dem Zerstören von Wert verbunden sein muss und dass es im Gegenteil im Zeitalter des Internets weitaus erfolgversprechendere Optionen gibt.

Fazit

Ex-Googlemitarbeiter Paul Buchheit sagte vor einigen Wochen sinngemäß, dass er bei Google immer mochte, wie man dort an das große Ganze denkt. Immer das große Bild vor Augen hat.

Betrachtet man die in den letzten Jahren gestarteten Google Apps, welche nach und nach mehr Office-Anwendungen zumindest in der Theorie funktional ersetzen konnten, das letzte Jahr veröffentlichte Google Gears zum Offlinearbeiten und nun das 2 Jahre in der Entwicklung gewesene Google Chrome, dann fügt sich das Puzzle zusammen und man erkennt eine konsistente Langzeitstrategie. Google setzt an allen Punkten an, um das Verlagern des Computings vom Desktop in die Cloud zu erleichtern.

Google Chrome ist nicht perfekt, es ist aber auch weit davon entfernt Yet Another Browser zu sein. Bereits heute sehen Viele den Browser als das Betriebssystem, aufgepropft auf dem eigentlichen Betriebssystem. Es wird Zeit, dass die Browserarchitektur dem Rechnung trägt. Chrome ist ein großer Schritt in diese Richtung.

Google Chrome muss dabei nicht sofort spürbare Auswirkungen auf das Netz und den Desktop haben. Google hat seinen Deal mit Mozilla erst letzte Woche um 3 Jahre verlängert. Es würde nicht verwundern, wenn intern genau diese Zeitspanne angesetzt wurde, um Chrome reif für die PrimeTime zu machen. Und in der Zeit könnte es tatsächlich zum Windows-Killer heranreifen.

Welche Auswirkungen das auf Mozilla und Firefox haben wird, ist noch offen. Erstaunlich ist auf jeden Fall, wie wenig Interesse man bei Mozilla daran hat, eine reife Desktop-Umgebung für Webapplikationen zu entwickeln. Prism ist im direkten Vergleich zu Chrome ein schlechter Witz.

Einen der besten Artikel zum aktuellen Stand der Browser und Mozilla im Speziellen hat Chris Messina verfasst. Ich möchte diesen Artikel jedem ans Herz legen: Google Chrome and the future of browsers

Ich kann mich Chris Messina nur anschließen, wenn er mit der Feststellung abschließt, dass es, vorsichtig ausgedrückt, mit einem Mal äußerst spannend geworden ist.

Google wird den Browser-Markt mit Chrome so oder so ein gutes Stück voranbringen.

A journalist friend of mine once said about Google "they are a freak of a company, the best advertising business ever built is funding the largest collection of mad scientists ever assembled"

Ein Freak mit einem Plan.

Lesenswertere Links aus dem riesigen Strom an Meldungen zum Thema (neben den Links im Text):

Kommentare

  • Hannes

    03.09.08 (07:26:06)

    Hallo, Habe mir Chrome zu Hause installiert. Der erste Eindruck vom "Look and Feel" ist durchaus positiv, wenn man einmal davon absieht, dass ich unter "Lesezeichen" den ganzen Schrott habe, der sich vor Jahren mal im IE angesammelt hat. Unter Lesezeichen-Import wird auch nur der IE angeboten. Meine aktuellen Bookmarks aus dem Firefox muss ich wohl neu erstellen. -Kleines Minus Der Hammer ist aber, dass niemand bei Google daran gedacht zu haben scheint, dass es Leute gibt, die hinter einem Proxy sitzen, und sich authentifizieren müssen, um in die weite Welt zu kommen. Der Installationsversuch in der Firma heute Morgen ist schon im Ansatz gescheitert. Das "Chrome-Setup" ist nur ein Launcher, der als Erstes ins Internet connecten will, um das eigentliche Setup zu starten. Statt vielleicht mal in meine bisherige Browser-Konfiguration zu schauen, fällt es einfach auf den Bauch, wenn man keine direkte Verbindung hat. Keine Passwortabfrage, keine Möglichkeit der Wiederholung, nix. -Google, das ist einfach nur schwach. -Sechs Minus, setzen. Hannes

  • Sifu

    03.09.08 (08:56:47)

    Ich denke in naher Zukunft wird Google auch ein echtes Betriebssystem auf den Markt bringen, ...

  • Mick

    03.09.08 (09:18:38)

    Kein Wort zum nächsten Schritt in Googles Datensammelstrategie? Wer braucht noch IPs, wenn jede Applikation und jede Browserinstanz über einen unique identifier registriert wird?

  • Johannes Moskaliuk

    03.09.08 (10:09:22)

    Als absoluter Firefox-Fan werde ich Chrome nicht mal mit dem linken Auge angucken, bevor nicht wenigstens Plugins für delicious, twitter, zotero und bloglines gibt ;-)

  • Moe

    03.09.08 (11:08:55)

    Danke für diesen ausgewogenen Artikel ... Vermutlich wird Chrome das Netz zwar nicht revolutionieren, aber einige gute Ideen werden dafür sorgen, dass sich das Web weiterentwickelt. Grundsätzlich kann man es jedenfalls nur gut finden, wenn sich der Browser-Markt weiter diversifiziert (optimal fände ich 1/3 IE, 1/3 FF und 1/3 Chrome) - Das würde jedenfalls für die rasche Weiterentwicklung der Browser hin zu Applikation-Clients sowie Innovationen garantieren. Denn zu welcher technologischen Lähmung ein Browser-Monopol führt, konnten wir ja alle schon einmal miterleben ...

  • mickey

    03.09.08 (11:10:37)

    wieso kann man nicht mit google chrom in youtube videos anschauen. da steht immer sie haben die alte version von adobe flash player laden sie sich das neue. hab dann mal drauf gedrückt und instaliert, aaber jetzt geht das wieder nicht. kann mir bitte jemand helfen, bitte

  • Werner Trotter

    03.09.08 (11:31:44)

    Marcel, erst mal Danke und Respekt für diese zeitnahe und ausführliche Besprechung des Google Browsers. Was die Analyse von Google's Stratgie angeht, will ich noch auf den ausgezeichneten Artikel von Nicholas Carr The cloud's Chrome lining hinweisen.

  • Martin Weigert

    03.09.08 (11:49:00)

    @ Johannes Moskaliuk Ich war bis gestern Abend auch Firefox-Fan. Heute nutze ich aber schon den gesamten Vormittag Chrome und ich bin mehr als zufrieden, teilweise auch beeindruckt. Das Fehlen von Plugins und Addons wird hoffentlich zeitnah behoben.

  • Marcel Weiss

    03.09.08 (13:05:08)

    Hannes, danke für die Anmerkung! Das hatte ich mir nicht angesehen und das wurde auch nirgends erwähnt. Zeigt, dass Chrome noch kein vollständiger Browser ist. Sifu: Muss es das denn? Google setzt auf die Cloud und bietet mit Chrome eine plattformübergreifende Möglichkeit, die Cloud effizient zu nutzen. Wozu da noch die Mammutaufgabe, ein eigenes OS zu bauen? Braucht Google doch gar nicht. Mick: Man kann in einem Artikel nicht immer alle Punkte bis ins letzte ausleuchten. Ich habe einen Artikel von Matt Cutts zum Thema Chrome und Privacy in den abschließenden Links verlinkt. Schau Dir das mal an. Johannes: Ich werde Firefox zum surfen und künftig Chrome für Apps wie GReader einsetzen. Moe: Weitere Diversifizierung im Browser-Markt wäre auf jeden Fall wünschenswert. mickey: Da scheint, Chrome tatsächlich ironischerweise Probleme zu haben. Scheint ein Bug zu sein. Wird hoffentlich bald gefixt. Werner Trotter: Danke für den Link, hatte ich zwar schon im Abschnitt über die Open-Source-Entscheidung verlinkt, kann man aber auch gesondert noch mal darauf verweisen. :)

  • Casi

    03.09.08 (13:05:33)

    Schöner Artikel, Marcel - wird derzeit noch zu häufig übersehen, dass Chrome kein x-ter Netscape-Aufguss ist, sondern einen ganz neuen Ansatz verfolgt. Wenn jetzt noch meine geliebten FF-Erweiterungen zeitnah für Chrome zu haben sein sollten, wird es ganz schwer für Firefox - und über den IE brauchen wir ja wohl gar nicht reden...

  • Marcel Weiss

    03.09.08 (13:17:11)

    Hannes, Nachtrag: Das mit dem Proxy wusste ich nicht. Die Lesezeichen von Firefox konnte ich ohne Probleme bei mir importieren.

  • Werner Trotter

    03.09.08 (14:12:51)

    Marcel: Sorry, den Nicholas Carr Link hab ich schlichtweg übersehen.

  • Tapio Liller

    03.09.08 (14:48:54)

    Hach, das ist die Sorte Analyse, die ich an eurem Blog so klassen finde. Hatte im ersten Anlauf die Funktion "Anwendungsverknüpfung" gar nicht verstanden, aber als applikationsspezifisches Browserfenster kann das rocken!

  • Marcel Weiss

    03.09.08 (18:51:05)

    Werner: Kein Problem. Ich hatte den Link ja auch nicht explizit hervorgehoben. Hat ja nicht geschadet, dass Du auf ihn nochmal hingewiesen hast. :) Tapio Liller: Das liest man gern.

  • Matthias

    03.09.08 (19:38:33)

    Kurze Zwischenfrage: wo ist bei dem Ding der Home-Button?

  • Sebastian K

    03.09.08 (19:53:21)

    Ich glaube, dass Firefox mit der nächsten Version ähnliche Features mit sich bringt. Ich verstehe ja den Hype um Chrome, aber macht sich denn garniemand Gedanken über Googles Ziel "Daten zu sammeln"? Google Chrome ist Open Source. Das ist nicht nur Huldigung des “Don’t be evil”-Mantras Das scheint ja auch wunderbar geklappt zu haben. Google macht nichtmal einen Hehl daraus, dass sie Daten sammeln wollen. Macht euch das nicht stutzig?

  • Martin Diem

    03.09.08 (21:13:19)

    Ist es denn wirklich offenes Cloud Computing welches Microsoft zu Fall bringen wird? Kann MS hier nicht gleichziehen und Office cloudfähig und umsonst anbieten? Finanzierung analog Google über Werbung. Ist es nicht vielmehr der bereits bestehende enorme Daten- und GIS-Referenzen-Bestand, welcher Google nun optimal mit Chrome verknüpfen wird und dadurch die Usability im WEB in eine neue Dimension heben wird. Ich wäre erstaunt wenn Google anderen Browserherstellen denselben Zugang zu den gesammelten und indexierten Daten gewähren würde. Das heisst andere Browser werden die zukünftig optimale Integration von Funktion, Daten und Standort von Chrome nie einholen können. Damit wird neben MS-Windows auch der IE überflüssig und MS verliert somit zwei strategische Marketingplattformen, was einem Todesstoss gleichkommt. Nur bin ich mir noch nicht ganz sicher, ob die die digitale Welt nach MS mit der totalen Googelization viel freundlicher wird …

  • Keyser Soze

    03.09.08 (21:55:32)

    Interessant: Google Chrome scheint nach nur einem Tag bereits 1-2 Prozent Marktanteil erobert zu haben. Ich habe das mal an Hand einer Logdatei von einer sehr gut besuchten Domain von mir herausgefunden (natürlich alles andere als repräsentativ - kann aber jeder mal selber bei sich nachprüfen). Bei mir sind keine Chome-Zugriffe von mir persönlich in den Logs, weil ich den Browser noch nicht installiert habe. Ich habe einfach die Zeilen gezählt, in denen der String "Chrome/" vorkam: cat access_log | grep Chrome/ | wc --lines 69521 cat access_log | grep . | wc --lines 5483642 69521 * 100 / 5483642 = 1,267 Das bedeutet, es waren in den letzten 24 Stunden bereits 1,27% aller Dateizugriffe über Google Chrome.

  • Ralf Beyeler

    03.09.08 (22:33:41)

    Dumme Frage: Wie kann man sich die Taskleiste anzeigen lassen?

  • Marco

    04.09.08 (00:14:29)

    Wieso jubelt eigentlich jeder das Google alles so toll macht, bis jetzt haben die seit der Suche/Werbung noch nichts tolles produziert. Ich gehe sogar soweit, dass, wenn man den Markenwert von Google berücksichtigt, fast alles echter Schrott (Knoll, Orkut, etc.) ist Aber mit so viel Erfahrung baut man natürlich locker ein Handy-Betriebssystem und einen neuen Browser. Sorry, aber ich musste das mal loswerden, mein (Opera-)Feed-Reader ist so mit Chrome-Meldungen vollgemüllt.

  • Tim

    04.09.08 (07:46:00)

    Es sind wohl doch nicht alle Teile von Google Chrome OpenSource... Was das nun genau bedeutet muss wohl noch abgewartet werden!

  • ben_

    04.09.08 (08:11:50)

    Was Google und Unternehmen angeht, gibt es noch einen Punkt, der nicht ganz ohne ist: Von Cem Basmann habe ich Ende Juli erfahren, dass der Daily Telegraph von Microsoft auf Google Apps umsteigt. Und ich möchte wetten, dass die Googleurs bei den Verhandlungen bereits Chrome in die Waagschale geworfen haben. Nimmt man die hohe Netzaffinität, die Brillanz der Anwendungen und Chrome zusammen und legt noch ein Lizenzmodell oben drauf, dass nicht ganz so krank ist, wie das von Microsoft, dann ist Google auf der Stelle eine echte Alternative zu Word, Excell und Outlook.

  • Sebas

    04.09.08 (09:41:18)

    Und doch werde ich keinen Browser nutzen, dessen Nutzungsbedingungen vorsehen, dass Google alle Rechte an Texten weltweit, medienunabhängig und kostenlos nutzen darf, die ich mit Hilfe dieses Browsers ins Netz stelle. Halloho?

  • Sebastian K

    04.09.08 (12:37:26)

    Google hat damit auch die möglichkeit auf Daten zuzugreifen, die in geschützten bereichen von Webseiten liegen.

  • Chris

    04.09.08 (16:09:24)

    Hat jemand von Euch bemerkt, dass Chrome gar keine Toolbar Leiste hat? auch nicht die von Google. Ich habe versucht die anderen Toolbars zu installieren, unter anderem die von Ebay, Yahoo und MSN - leider keine geht mit Chrome.

  • Luis

    05.09.08 (02:25:10)

    Crome eignet sich z.Z. wunderbar als Zweitbrowser neben Firefox wenn es dadrum geht aus einer langsamen Verbindung, oder über das Mobile Web das beste herauszuholen. Crome ist verdammt schnell und das kann man ausnutzen um schnell Informationen über langsame Leitungen zu erhalten. Zur Zeit ist er noch kein vollwertiger Browser aber ich habe den Verdacht das die Jungs von Google wie schon oben erwähnt gute Karten haben um Microsoft den Rang abzulaufen. Und wie heißt es so schön, Konkurentz belebt das Geschäft.

  • Francis, Infopirat

    05.09.08 (02:50:10)

    Ich liebe Dich, Marcel ^^

  • Christian

    05.09.08 (07:43:22)

    salve ich denke, es ist ein weiterer Mosaikstein zum gläsernen User, den sich Google da hinzufügt. Genau aus diesem Grund aber und weil G sich um die nationalen Datenschutzbestimmungen herumwindet. Google verarbeitet persönliche Informationen auf seinen Servern in den USA und in anderen Ländern. In manchen Fällen verarbeiten wir persönliche Informationen auf einem Server, der sich außerhalb Ihres Landes befindet. Jaja... und darum gibt es auch nur noch das Datenschutzgesetz, in dessen Land sich der Server befindet.... oder? Für mich ist ganz klar, Google sammelt zu viele Daten und darum werden die Services von Google nicht mehr genutzt. Ich finde es schon eine Frechheit, wenn WebBacons oder Cookies von Adsense meine Daten erfassen, obwohl ich mich nicht bei G angemeldet habe.

  • Marcel Weiss

    05.09.08 (11:42:48)

    Matthias: Chrome hat keinen Home-Button. Sebastian K: In den Links verweise ich auch auf Matt Cutts' Blogeintrag. Er setzt sich als Googlemitarbeiter mit den Vorwürfen bezüglich Datensammelwut auseinander. Chrome ist beiweiten nicht so schlimm, wie es an manchen Stellen hingestellt wird. Vielleicht machen wir dazu noch einen eigenen Artikel, mal sehen. Martin Diem: Microsoft könnte nachziehen, klar. Ob sie dazu in der Lage sind, wird sich zeigen. Bis jetzt zeigte man in Redmond nicht gerade viel Kompetenz, wenn es um's Web ging. Keyser Soze: Das dürfte der anfägnliche Hype und die Neugier sein. Ob Chrome tatsächlich aus dem Stand 1% halten wird, wir werden sehen.. Ralf Beyeler: Chrome hat keine Taskleiste. Tim: Stimmt. ben_: Ja, Chrome ist da ein wichtiges strategisches Puzzlestück. Sebas: Das war ein Fehler, der mittlerweile behoben ist. Sebastian K: Nur weil sie die Möglichkeit haben, heißt das nicht, dass sie die wahrnehmen. Chris: Ja, bei Chrome geht es eben darum, den Browser möglichst im Hintergrund zu halten. Die Möglichkeit für Addons und Toolbars wird in künftigen Versionen aber bestimmt nachgerüstet. Luis: Ich setze ihn auch als Zweitbrowser neben Firefox ein. Die Beiden ergänzen sich optimal. Francis: Äh.. danke(?) :)

  • Matthias

    05.09.08 (17:45:54)

    Also das Ding ist schnell, das steht fest. Und sehr nett ist auch die Idee, daß ja das URL-Eingabefeld gleichzeitig die Suchbox ist, sehr nette Idee. Aber das mit dem fehlenden Home-Button finde ich trotzdem blöd. Bin ich der einzige der den zumindest in allen anderen Browsern immer rege benutzt hat?

  • Francis, Infopirat

    05.09.08 (19:04:10)

    Ja, hehe. Ich hätte auch schreiben können: 100% ACK, FTW! usw. Ich wollte mich nur bedanken für Deinen Artikel, der mir einfach aus der Seele spricht. Vor allem da zur Zeit soviel Halb- und Unwahrheiten in der Blogosphäre umherschwirren. Chrome Nutzung bei Infopirat zur Zeit 2,5%. Im Vergleich dazu Opera 2,8%, Safari 2,7%.

  • Marcel Weiss

    05.09.08 (19:07:27)

    Matthias: Der Homebutton ist doch auch nur ein Lesezeichen auf Sterioden, oder? ;) Francis: Hatte Deine ..Liebesbekundung schon in die Richtung verstanden. :) Die Neugier auf Chrome scheint auf jeden Fall da zu sein. Bin gespannt, wie die Zahlen in 2 Wochen aussehen. Die sind ja dann erst interessant.

  • mds

    07.09.08 (01:00:08)

    Bereits heute sehen Viele den Browser als das Betriebssystem, aufgepropft auf dem eigentlichen Betriebssystem. Es wird Zeit, dass die Browserarchitektur dem Rechnung trägt. Chrome ist ein großer Schritt in diese Richtung. Ironischerweise kommt gerade Chrome mit umfangreichen Anpassungen ans Betriebssystem daher – aus diesem Grund ist bis auf weiteres keine 64-bit-Version möglich und ob Versionen für andere Betriebssysteme innert nützlicher Frist in brauchbarer Qualität zur Verfügung stehen, ist ebenfalls fraglich. Erinnert sich noch jemand an das Desaster der Google Picasa-Version für Linux? @Luis: Crome eignet sich z.Z. wunderbar als Zweitbrowser neben Firefox wenn es dadrum geht aus einer langsamen Verbindung, oder über das Mobile Web das beste herauszuholen. Über Chrome und das «mobile Web» kann man vorläufig erst spekulieren. In der aktuellen Version für Microsoft Windows hingegen lässt sich Chrome mit langsamen Verbindungen bereits testen und zeigt sich dabei leider wie alle WebKit-Browser als ungeeignet.

  • Pitynator

    07.09.08 (12:18:46)

    @Marcel Weiss: Es gibt einen Homebutton. Unter Optionen, Grundeinstellungen, Homepage. @all: Google sammelt Daten. OK. Wer googelt, schickt Daten weiter. Wer sagt uns, dass der grosse Apfel und seine liebste Konkurenz das nicht auch macht? Window calling home usw.?

  • mds

    07.09.08 (23:00:49)

    Wieso eigentlich kritisieren die Medien bislang bloss den neuen Google-Browser, nicht aber die neue Funktion zur Gesichtserkennung bei «Picasa Web Albums»? Eigentlich müsste diese Funktion noch viel mehr Angst machen …

  • mh

    08.09.08 (23:38:35)

    finde ich sehr gut geschrieben. trotzdem finde ich diesen hype der um chrome gemacht wird einfach unbegründet. gerade weil google eine hohe vorherrschaft im internet hat sind viele user bereit sich blindlings diesen browser zu installieren und nichts zu hinterfragen. da sehe ich ein großes problem. ich habe hier auch einige dinge zusammengefasst: http://hiceshice.de/?p=22 trotzdem muss ich sagen. guter artikel -mh-

  • Alex

    09.09.08 (18:40:16)

    Ich bin auch in vielen Punkten mit dem Artikel einig. Die 3 Jahre Verlängerung des Vertrags ist genau durch dacht worden. Den genau die 3 Jahre braucht ein Browser um auf die Beine zu kommen. Mozilla und Microsoft haben wieder mal gepennt mit ihren Browsern, es ging bei denen wiederum: Was Packen wir noch auf unseren Alten Pferd drauf und nicht wie machen Wir unser Pferd wieder mal stabil. Microsoft hat mit dem Rendern der Seiten gekämpft, Mozilla mit der Stabilität. Aber Google hat sie alle wieder mal überholt und ein Schlankes Produkt raus gebracht, welches schon in der Basis diese Eigenschaften vereint. Und wen der Fundament steht kann man darauf schön aufbauen. Wegen den Datenschutz ist es für mich ein Sturm im Glas, denn viele übertreiben es einfach. Und vergessen dabei das sie im Internet überall ihre Persönliche Daten hinterlassen. Ich vertraue mehr Google als StudiVZ oder GMX. Google hat nie davon geträumt alles über die einzelne User zu wissen sondern sie möchten ihre Produkte besser an die User anpassen. Und sie Betrachten nicht jeden User einzeln sondern sie sehen die User als großen Schwarm der analysiert wird. Ein einziger User ist uninteressant, aber in der Masse ist ist es ein Großes Wissen und das ist wiederum Macht. Natürlich hat Google am Anfang übertrieben mit den Datenschutz aber es ist eine Strategie um raus zu finden wie weit sie gehen können. Den es ist einfacher abzubauen als anzubauen. Man sieht wie die Community auf StudiVZ los ging als sie ihre AGB erweitert haben, sie sind sofort auf die Fresse gefallen. Bei Google hat es ein paar Tage aber gedauert bis die Leute von den Glücksgefühlen runterkamen.

  • Francis, Infopirat

    13.09.08 (19:37:43)

    @Matthias (15): Bisschen spät meine Antwort, aber Du kannst den Homebutton einfach anschalten unter "Optionen".

  • Marco

    01.10.08 (18:31:22)

    Ich kann den Hype auch nicht ganz nachvollziehen. Chrome ist doch wieder nur ein Baustein in Google's "gläserner User" Plan

  • Andy

    19.01.09 (17:18:03)

    Hi, gibt es für die proxi problematik eine Lösung?

  • Werner

    29.03.09 (13:49:33)

    Der Hype um Chrome ist in der Zwischenzeit wohl ein wenig abgeklungen. Weiss jemand die momentane Marktdurchdringung von Chrome? Hat die seit den ersten paar Wochen wieder abgenommen? D.h. sind die Benutzer wieder zu ihren alten Browser zurück gekehrt?

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