<< Themensammlung Netzwertig

Unter netzwertig veröffentlichen wir in unserem Blog Einschätzungen zu aktuellen digitalen Geschäftsmodellen und IT-Trends, Meldungen, Analysen, Reviews und Specials.

24.03.08

Fünf Gründe gegen Gottschalk

Show und Moderator sind von gestern – doch bei zehn Millionen Zuschauern plus X, die sich "Wetten dass...?!" immer noch antun, denkt Thomas "Thommy" Gottschalk nicht ans aufhören.

Thomas Gottschalk (Bild Keystone)
Gottschalk greift (Bild Keystone)

Nachdem ich im Zeit-Magazin die große, rührende Geschichte von Christoph Amend über Deutschlands größten Entertainer gelesen hatte, nahm ich mir sofort vor, nie wieder eine Sendung zu verpassen und den lustigen, tiefsinnigen, ironischen und sowieso ganz formidablen Gottschalk zu loben und zu preisen, in guten wie in schlechten Zeiten. So sehr war er mir nahe gelegt worden, so sehr musste ich ihn bewundern.

Dann schüttelte ich den Kopf. Mir fiel wieder ein, warum "Wetten dass...?!" nichts weiter ist als Zumutung und Zeitverschwendung:

1. Die Zoten

Der gepflegte Herrenwitz verschwindet glücklicherweise von der Mattscheibe – zu peinlich, zu gestrig, zu falsch. Was das ZDF nicht davon abhält, mit seinem in die Jahre gekommenen Showdampfer eben diese spezielle Art von Humor beständig weiter zu zelebrieren. Brachial-Komiker Mario Barth in diese Ecke der platten Pointen zu stellen, täte Barth und seinen tumben Fans unrecht.

Gestern legte er in Halle an der Saale mit dem Orkantief-Hinweis "'Emma' bläst – das wird Alice Schwarzer gar nicht gefallen" die Kalauer-Latte gleich weit unter die Gürtellinie. (Dirk Brichzi, Spiegel Online)

 

2. Das Grapschen

Er ist wirklich groß. Um so unpassender und peinlicher sind die lustgreisigen Tauchversuche in die Dekolletees seiner weiblichen Gäste. Dazu wird munter getatscht, gefummelt und umarmt. Es sind Körperkontakterfolge, keine Annäherungsversuche. Und weil allgemeine bekannt ist, wie gut es um des Moderators Ehe steht (ausgesprochen gut), machen seine Gäste gute Miene zum schmierigen Spiel.

Ich fürchte, mit kalten Duschen ist es nicht mehr getan. Vielleicht müsste man doch Jungfrauen opfern. Dann würde man Herrn Gottschalk am Nachmittag vor einer großen Sendung ein Mädchen aufs Hotelzimmer schicken. Für den guten Zweck. (Stefan Niggemeier, FAS)

3. Das Outfit

Welches Outfit?

4. Die Wetten

Im Dschungelcamp wird Blut gespuckt, bei Bigbrother wird mehr als nur gefummelt – wen interessieren da noch die lahmarschigen Wetten im Öffentlich-rechtlichen? Dort könnte man konsequenterweise auf Spaß setzen, auf Wettstreit zum mitfiebern, auf gute Unterhaltung. Stattdessen gibt's eine merkwürdig unentschlossene Mischung mit Ausfällen:

Den Höhepunkt der Show bildet die feierliche Opferung des öffentlich-rechtlichen Unterhaltungsbegriffs zugunsten einer Freakshow ... (Sebastian Wieschowski, Spiegel Online)

5. Die Musik

Grotesk-kitschige Kulissen mit unechten, sich drehenden Ventilatoren, echtem Feuer aus rostigen Fässern und etliche Tonnen Trockeneis können nicht über die unterirdische Konsensmucke hinwegtäuschen. All zu oft sind die eingestreuten und von Band eingespielten Showacts bloß uninspiriertes Pflichtprogramm. Was eben so passiert, wenn es allen gefallen soll.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

Das könnte Sie auch interessieren

Förderland-Newsletter

Wissen für Gründer und Unternehmer