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26.08.08Leser-Kommentare

Friendfeed wird organisierter: Neues Interface in Beta-Phase

Friendfeed führt in der neuen Beta Freundeslisten als zusätzliche Noisefilter-Tools ein.

Der Marktführer unter den Lifestreaming-Diensten hat gestern sein neues Interface zum Testen für die Nutzer unter beta.friendfeed.com bereitgestellt.

Freundeslisten

Friendfeed, das ich hier im Mai ausführlich vorgestellt und dem Dienst eine große Zukunft vorausgesagt habe, wird mit den neuen Features bedeutend besser und nutzbarer. Das Problem eines hohen Anteil des Rauschens bei lifestreams war friendfeed von Anfang begegnet, indem man man einzelne Feeds der eigenen Freunde ausblenden kann. So kann man etwa die Tweets von Vieltwitterer Hans mittels 'hide' verstecken, um davon nicht überrollt zu werden.

Mit zunehmender Popularität zumindest in den USA nimmt allerdings trotz solcher Massnahmen bei nicht wenigen friendfeed-Usern der Lärmanteil wieder zu. Da friendfeed mit Kommentaren und dem Bewertungsmechanismus 'like' mit zunehmender Nutzerzahl nicht nur interessanter sondern auch lauter wird.

Um eine hohe Zahl an Leuten, denen man auf friendfeed folgt, managen zu können ohne im Rauschen unterzugehen, bietet friendfeed künftig ein von vielen Usern gefordertes Feature: Listen.

Man kann seine friendfeed-Kontakte jetzt in Listen (oder eher: Clustern) organisieren und so etwa zum Beispiel bei engen Freunden nichts verpassen und trotzdem vielen Kontakten folgen. Besonders toll: Jede Liste hat ihre eigene Zusammenfassung für die wichtigsten Items des Tages, der Woche und des Monats (letzteres fehlt in der Beta noch, wurde aber lediglich vergessen und wird wieder hinzugefügt laut Bret Taylor von friendfeed). Damit kann der Noise-Anteil noch weiter zurückgefahren werden. Sehr praktisch.

neue Sidebar bei Friendfeed

Weitere Neuerungen

Neben den Freundeslisten werden weitere, kleinere bis mittelgroße Neuerungen implementiert:

  • Man kann künftig direkt Fotos auf friendfeed hochladen. Dürfte allerdings nur für Wenige interessant sein.
  • Man kann sich die Mainfeeds anderer Nutzer anschauen (hier meiner). Damit wird es möglich, anderen zu zeigen, wie man selbst friendfeed wahrnimmt und nutzt. Nützlich, da friendfeed trotz weniger, recht simpler Features für Aussenstehende nicht unbedingt selbsterklärend ist. Den öffentlich einsehbaren Mainfeeds fehlen allerdings die vom User vorgenommenen Hide-Einstellungen. Es ist also nicht exakt so, wie der jeweilige Nutzer friendfeed sieht.
  • Räume kann man jetzt, wie man oben im Screenshot sehen kann, auch besser überblicken. Der Zugriff auf Räume ist wie der Rest der Navigation in die rechte Sidebar gewandert.

Lifestreams, Blogs und Wetten

Lifestreams übernehmen immer mehr die Rolle, die Blogs beim privaten, persönlichen Online-Publizieren des eigenen Lebens einnahmen. Blogs als 'Online-Tagebücher' könnten schon bald der Vergangenheit angehören. Etwas, das ReadWriteWeb vor kurzem ebenfalls näher beleuchtet hatte.

Friendfeed macht das Verfolgen von Lifestreams mit der neuen, bald auf der eigentlichen Seite online gehenden Version noch leichter. Mit der neuen Listenfunktion könnte man sogar argumentieren, dass Funktionen zum Organisieren von Feeds aus den Feedreadern imitiert werden.

Mit Diensten wie friendfeed, Microblogging-Angeboten wie Twitter und dem solche Funktionen zunehmend mehr Platz einräumenden facebook wird das Posten von kleinen, persönlichen Informationsschnippseln weg von den Blogs gebracht und vom Ballast befreit, der mit einem ausgewachsenen Blogeintrag daherkommt. Hier findet aktuell eine Verschiebung statt, die sich in der Blogwelt bald bemerkbar machen wird.

Im Beitrag zu friendfeed im Mai hatte ich die These aufgestellt, dass friendfeed das nächste große Ding ist und spätestens auf der Re:publica '09 in der deutschen Techszene ein nicht mehr wegzudenkender Dienst ist. Leser, die anderer Meinung sind, hatte ich zu einer Wette herausgefordert. Unter anderem ging Jan Schmidt darauf ein. Der Einsatz:

der Verlierer spendet 50 Euro an den Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung.

Wir haben uns per Mail verständigt. Die Wette steht. Auf der nächsten Re:publica werden wir wissen, wer recht behielt und wer die Ehre erhält, an den AK Vorratsdatenspeicherung zu spenden.

Ein deutscher Konkurrent zu friendfeed ist zum Beispiel das von Mr. Wong aufgekaufte lifestream.fm, das wir hier vorgestellt hatten. Technisch und konzeptionell interessant ist auch das deutsche lifesstrea.ms, das allerdings noch an einem unintuitiven Interface krankt.

weitere Artikel zum Thema auf anderen Blogs:

Kommentare

  • Jan Schmidt

    27.08.08 (11:53:29)

    Hmm, der automatische Trackback funktioniert leider nicht... Aber: Topp, die Wette gilt! :)

  • Nicole Simon

    27.08.08 (12:04:28)

    Die Möglichkeit bei einem Sharing nicht nur Bilder von der Seite hinzuzufügen sondern eben auch screenshots oder andere, die man notfalls selber machen kann ist relevant schon deshalb, weil es die Anzahl der direkten echten Submissions auf Friendfeed erhöhen wird. Aus deutscher Perspektive bedauerlich - aber das wird jemand der einsprachig orientiert ist nicht so auffallen - ist auch das ich immer noch keine Trennung nach Sprachen durchführen kann. Während es den deutschen Friendfeeduser nicht interessiert das er auch mal englische Links bekommt, stellt es für jemanden wie mich die sich hauptsächlich im internationalen Umfeld umtummelt ein massives Problem dar. FF ist leider 'yet another service' welches mit diesem Problem nicht sinnvoll umgeht. Für die deutsche Adaption wird das durchaus eine Rolle spielen.

  • Marcel Weiss

    27.08.08 (12:54:12)

    Jan: :) - Nicole: Stimmt, Sprachfilter wären nett. Dürften aber nur einen minimalen Teil der Nutzer interessieren und deshalb ziemlich weit unten auf der Prioritätenliste stehen.

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