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07.08.13

Fotos und Videos verstecken: Keepsafe befriedigt Datenschutzbedürfnisse von Smartphone-Nutzern

Das von zwei Deutschen in San Francisco gegründete Startup Keepsafe erlaubt Nutzern von iPhones und Android-Smartphones das Verstecken ihrer Schnappschüsse. Was trivial klingt, entwickelt sich zu einem Downloadhit.

Mindestens 50.000 Deutsche sollen in der Region zwischen San Francisco und dem Silicon Valley leben. Viele von ihnen sind bei etablierten Internetfirmen oder jungen Startups tätig, oder sie gründen selbst, nicht selten sehr erfolgreich und ohne, dass die hiesige Tech-Presse sie im Blickfeld hat. Dies gilt auch für die aus Deutschland stammenden Wahlkalifornier Zouhair Belkoura und Philipp Berner. Mit ihrem Anfang 2012 lancierten Startup Keepsafe und der dazugehörigen App erlauben sie Besitzern von iPhones und Android-Smartphones das Verstecken von lokal gespeicherten Fotos und Videos. Keepsafe speichert die in die App importierten Medieninhalte in verschlüsselter Form in einem versteckten Ordner (in der ursprünglichen Version dieses Artikels stand fälschlicherweise, dass Keepsafe nicht verschlüsselt). Die Applikation agiert somit als Alternative zur systemeigenen Foto-/Video-App, lässt sich im Gegensatz zu dieser jedoch mit einem vierstelligen Pincode vor den Blicken Neugieriger verbergen. Wer noch stärker auf Nummer sicher gehen möchte, der kann sogar eine "Fake PIN" anlegen, die bei Eingabe zu einer vorab mit "präparierten" Fotos und Videos gefüllten Gallerie führt. Dies eignet sich für Situationen, in denen ein Smartphone-Besitzer gezwungen ist, anderen einen Blick in den eigenen Mediensafe zu geben - etwa um die App Freunden oder Bekannten zu zeigen.

Laut Co-Founder Belkoura kommt genau dies äußerst häufig vor. Denn obwohl Keepsafe so gut wie keine viralen Funktionen besitzt, wächst es mit beachtlicher Geschwindigkeit. 15 Millionen Mal wurde die Anwendung insgesamt bisher aus dem App Store und Google Play Store heruntergeladen, 6,4 Millionen Smartphone-Besitzer verwenden Keepsafe nach Aussage von Belkoura, der vor einigen Jahren zum Surfen und Gründen von Berlin an die US-Westküste zog, momentan aktiv. Im Februar waren es weniger als die Hälfte. "Wir wachsen vorrangig über Word of Mouth", sagt Belkoura.

Der ein oder andere Nutzer dürfte jedoch auch durch Keepsafes "Safe Send"-Funktion auf den Dienst aufmerksam werden. Diese erlaubt das Versenden von sich selbst zerstörenden Fotos per Mail aus der Keepsafe-App heraus. Ein Ansatz, der spätestens seit Snapchat als Erfolgsmodell gilt. 20 Sekunden haben Empfänger Zeit, das unter dem ihnen per Mail zugesandten Link befindliche Foto zu betrachten, bevor es verschwindet.

Keepsafe

Umsatz erwirtschaftet das Keepsafe-Team mittels einer bisher nur für die Android-Version verfügbaren Premium-Version, die unter anderem ein Cloud-Backup aller importierten Fotos sowie einige zusätzliche Sicherheitsfeatures beinhaltet. Vorläufig liegt der Fokus der Firma jedoch auf Nutzerwachstum, erklärt Mitbegründer Belkoura. Eine aktuelle VC-Runde in Höhe von 3,4 Millionen Dollar liefert die notwendigen finanziellen Mittel für die weitere Expansion .

Das beachtliche Wachstumstempo trotz vernachlässigter Pressearbeit der Gründer sowie der geringen Viralität aufgrund der Abwesenheit öffentlicher Sharing-Optionen sowie von Social-Networking-Elementen liefert den Beweis, dass die Keepsafe-Macher mit ihrem simplen Konzept eine attraktive Marktlücke gefunden haben. Smartphone-Besitzer wünschen sich granulare Privatsphäre-Einstellungen für ihre Fotos und Videos. Keepsafe bedient diese Nachfrage. /mw

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