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31.07.08Leser-Kommentare

Flirten im Social Web: Am Ende geht doch alles nur um das Eine, oder?

Internetnutzer flirten gerne. Auch außerhalb von Datingseiten. Für den ein oder anderen Social-Web-Anbieter könnten flirtfreundliche Features neue Wege der Monetarisierung bedeuten.

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Seit mehreren Jahren schreiben Blogger und Onlinejournalisten über das Social Web bzw. Web 2.0 und beleuchten Verfahren, um mit dessen Hilfe neue Formen der Kommunikation und Kollaboration zu realisieren. Ein Aspekt des sozialen Netzes wird aber merkwürdigerweise konsequent ignoriert, dabei hat dieser enorme Auswirkungen auf unsere Gesellschaft: die Anbahnung zwischenmenschlicher Beziehungen über das Internet.

Vieles, was der Mensch macht, dreht sich im Endeffekt darum, (langfristig) einen Partner/eine Partnerin zu finden und sich fortzupflanzen. Wenig verwunderlich also, dass dieser evolutionäre Trieb auch bei der Nutzung des Webs zu Tage tritt. Deutlich wird dies bei den unzähligen Kontaktbörsen, für deren Nutzung die User tief in die Tasche zu greifen bereit sind 85 Millionen Euro gaben die Deutschen im vergangenen Jahr für die Partnervermittlung im Internet aus. Doch die Suche nach der besseren Hälfte im Netz ist keineswegs nur auf Datingseiten beschränkt.

Das Social Web und seine vielfältigen Wege, mit anderen Personen in Kontakt zu treten, die die gleichen Interessen teilen oder in der selben Gegend wohnen, ist dabei, das Flirtverhalten der jungen und junggebliebenen Generationen komplett zu verändern. Blogs, Social Networks und andere Web-2.0-Services bringen Menschen mit Gemeinsamkeiten zusammen und bieten Tools, mit denen sich die im realen Leben nicht immer stressfreie Kontaktanbahnung auf einige wenige Klicks und Zeilen beschränken lässt.

Große soziale Netzwerke sind nicht nur ein Ort, um mit bestehenden Freunden und Bekannten zu kommunizieren. Besonders von studiVZ hört man, dass es auch eine immer größere Bedeutung im Flirtalltag der Teens und Twens einnimmt. Eine Nachricht an einen sympatischen User oder eine attraktive Userin ist schnell abgeschickt und wer keine Antwort erhält, zerbricht sich darüber auch nicht lange den Kopf.

Dabei sind auch die Voraussetzungen in Social Networks (zumindest aus Männersicht) dem Anschein nach sehr gut: Einer Studie des Identitätsmanagement-Anbieters Rapleaf zufolge sind in den führenden Netzwerken meist mehr weibliche als männliche User registriert. Und anders als in manch einem Nachtclub musste dabei nicht einmal ein Türsteher oder eine fragwürdige Eintrittspreispolitik nachhelfen.

Egal bei welcher Community man aktiv ist und was man mit anderen tauscht - ob Videos, Fotos, Bilder, Musik oder sonstige Inhalte - an jeder Ecke lernen Webnutzer neue Leute kennenlernen, die sowohl in der selben Stadt als auch am anderen Ende der Welt leben können. Niemand weiß, wieviele tatsächliche Freund- oder gar Partnerschaften als Folge von Web-2.0-Aktivitäten bisher entstanden sind, aber es dürften nicht wenige sein. Und wer sich nicht über das Internet kennengelernt hat, der kann es bei Bedarf immerhin dafür nutzen, um über Twitter einen Heiratsantrag zu machen.

Die Entwicklung steht dabei noch ganz am Anfang. Mit dem langsam aber sicher aufkommenden mobilen Web und der zunehmenden Verbreitung von GPS in Handys und Smartphones eröffnen sich Möglichkeiten für flirtwillige Onlinefreunde, die Verfechtern der klassischen Ansprechkunst gründlich gegen den Strich gehen dürften: Mit Hilfe ortsbezogener Social Networks wie Loopt (bezüglich Loopt siehe auch ) kann man sich auf dem Mobiltelefon anzeigen lassen, welche Mitglieder physisch gerade in der Nähe sind. In Kombination mit Angaben zur Person und zum Beziehungsstatus ließe sich so bereits im Vorfeld auskundschaften, wer als potenzieller Flirtpartner/potenzielle Flirtpartnerin in Frage käme. Lange werden wir auf einen derartigen Service nicht warten müssen.

Viele Web-2.0-Dienste sind noch immer auf der Suche nach geeigneten Wegen zur Monetarisierung. Für einige Anbieter könnte sich eine Berücksichtigung der bei vielen Usern latent vorhandenen Flirtbereitschaft wirtschaftlich auszahlen - für Inhalte möchten bekanntlich nur wenige Nutzer zahlen, aber für die theoretische Möglichkeit, die Traumfrau oder den Traummann zu treffen, sieht die Zahlungsbereitschaft bewiesenermaßen anders aus.

Bisher wird der Markt an Diensten zur Anbahnung von zwischenmenschlichen Beziehungen fast ausschließlich von klassischen Datingseiten dominiert, bei denen Mitglieder von vorn herein ihre Intentionen deutlich machen und häufig viel Geld zahlen müssen. Die Vertreter des Social Webs sollten versuchen, diesen attraktiven Markt nicht allein den Kontaktbörsen zu überlassen und sich stattdessen ihr Stück vom Kuchen mit flirtfreundlichen Optionen und Innovationen zu sichern.

Gibt es netzwertig.com-Leser, die ihre Partnerin/ihren Partner online kennengelernt haben?

Fotoquelle: Flickr/Sontra

Kommentare

  • norman

    31.07.08 (17:09:31)

    Ich habe ein Tool gesehen: Für flirten bekommt man Coins, mit denen man dann wieder neue Flirten kann. So oder so ähnlich funktioniert ein Tool um die Kommunikation in Social Networks anzuregen.

  • Yasmin

    31.07.08 (17:46:57)

    Hello. Ich habe meinen Freund über studiVZ kennengelernt. :)

  • Markus Seim

    31.07.08 (20:11:39)

    Du hast völlig Recht mit Deinem Beitrag! Wenn man so hört was sogar via XING so alles "geht"... Allerdings muss man als Betreiber einer Social Communitie aufpassen, dass man sehr vorsichtig mit diesem sensiblen Thema umgeht. Zum einen ist es wichtig nicht seine eigentlichen Kernthemen aus dem Auge zu verlieren und durch zuviel Dating-Unterstützung seine eigentliche Stammuser zu verschrecken. Und zum Anderen darf man die Zügel auch nicht aus der Hand geben, sonst hat man ruck zuck Verhältnisse wie sie des öfteren bei StudiVZ angeprangert werden. Alles in allem eine Gradwanderung der besonders schwierigen Art. Wer es aber schafft geschickt seine eigentlichen Themen mit dem dem Thema Partnersuche/findung zu komibinieren, kann sicherlich einiges an interessantem Mehrwert generieren!

  • Martin Weigert

    31.07.08 (21:01:13)

    Norman, wird das irgendwo eingesetzt? Yasmin, gut, damit gibst du einen weiteren Beweis für das offensichtlich sehr hohe Flirtpotenzial gerade bei studiVZ. Markus, kennst du sogar eine Story, bei der Menschen über Xing zusammengefunden haben? Du hast natürlich Recht, was die Grandwanderung betrifft. Das Kernthema eines Angebotes darf definitiv nicht aus den Augen verloren werden.

  • wolfgang

    31.07.08 (21:02:32)

    Zwei Freunde von mir haben ihre Frauen (ja - der eine ist schon verheiratet, der andere in zwei Wochen) auf myspace bzw. lokalisten kennen gelernt. Sie haben also nicht mal dafür gezahlt.

  • Markus Seim

    31.07.08 (23:30:37)

    Von einer "echten" Beziehung weiß icjh leider nichts. Aber in meinem (weiblichen) Freundeskreids wurde mir schon des öfteren von Kontakt- & Flirtversuchen via XING berichtet..

  • David

    01.08.08 (06:43:24)

    Erfahrungsberichte von Dates durch poppen.de ;-)

  • Neila

    01.08.08 (15:44:58)

    Jo, der Beitrag stammt von einem Mann.... Zu Xing kann ich mich also auch nicht wirklich trauen, ok, schlimmer als anderswo kann's auch nicht werden. In internationalen Communities scheinen es überwiegend die jungen Männer (28-30) jeder Nationalität direkt darauf abgesehen zu haben, in Beziehungen auf weite Entfernung ihre Herzen zu brechen. Ich weiß jetzt nicht genau, ob sie dafür extra reifere Frauen aussuchen, weil sie dann wenigstens Trost erwarten können, oder nur ohne das Profil zu lesen ein Foto anklicken. Ich schreibe dann gewöhnlich einen Blogpost in Beantwortung mehrerer Messages - den Neuankömmlinge natürlich nicht lesen, und frage allgemein, warum um Himmels Willen sie sich das nur antun wollen. Und nein, von sicherlich hundert Stories, die ich erzählen könnte, gibt es nur eine mit Happy-End (innerhalb USA)- ok, hoffentlich ist Yasmin die 2.. Ansonsten noch ein ernsthafter Selbstmordversuch, 3 Scheidungen von Real-Life Partnern wegen Internetliebe, die aber auch wieder zerbrach, (je 1x De, Libyen, Distanz) und eine Ehe auf Distanz, die kurz nach dem 2. Treffen endete. Habe ich nun eine fatale Anziehungskraft auf "Herzkranke", oder tendieren wirklich so viele Männer dazu? - Übrigens, es handelte sich kaum jemals um sexuelle Belästigung, und selten um um Scam-Kettenbriefe an alle weiblichen Mitglieder.

  • matze

    01.08.08 (18:19:26)

    naja, in meinem freundeskreis hat ein großteil der über's internet eingeleiteten beziehungen lange funktioniert - oder tut es bis heute. bei einer freundin hat eine chatbekantschaft glaub ich in einer 3jährigen beziehung geführt (er hat zwischenzeitlich extra wegen ihr die uni gewechselt, und kurz danach war schluss). eine andere freundin von mir ist seit über 6 jahren mit einer icq-bekanntschaft zusammen. (bei beiden war es glaub ich der erste "richtige" freund) und ein (schwuler) bekannter von mir hat fast alle seine bisherigen freunde übers netz kennengelernt - was aber nach seiner aussage (und einem fernsehbeitrag, den ich mal gesehen habe) in der "schwulenszene" relativ normal sein soll. über studivz-, lokalisten-, myspace-, xing- oder blogbeziehungen weiß ich leider nichts. aber zurück zum eigentlichen thema: (wie markus seim schon sagt) ist es eine gradwanderung. aber (wie es im artikel ja schon steht) kann es sich definitv lohnen.

  • Oliver Springer

    01.08.08 (19:08:56)

    Da passiert bei den sozialen Netzwerken noch überraschend wenig, das stimmt. Aber vielleicht sind spezielle Flirt-Features gar nicht der beste Weg. Auf den ersten Blick wären solche Features sicher für die User interessant, und dass man damit Geld verdienen könnte, glaube ich auch. Wer einen Menschen für eine langfristige Beziehung sucht, ist eventuell besser beraten, Menschen über gemeinsame Interessen und Vorlieben kennen zu lernen, es also online nicht spitz drauf anzulegen, einen Partner zu finden. Das könnte nachhaltiger sein.

  • Günter Bressau

    02.08.08 (19:15:09)

    Hallo Martin, eine ganz kreative Lösung hat Greenpeace Schweiz umgesetzt: LovePeace - Community und Kontaktbörse ("für eine rundum bessere Welt") in einem! Hier geht es natürlich nicht in erster Linie um Geld, sondern um Mitglieder und eine besonders aktive Community. Erstaunlich, bedenkt man doch, dass im Nonprofit-Bereich Blogs und Communities sonst oft "pfui" sind...

  • chris

    30.01.09 (19:19:24)

    Hey, Gruß an alle zusammen. Ich hab meinen Freund in einer online-flirt-coach-hilfe getroffen und wir sind seit drei Jahren glücklich zusammen. Es geht nicht immer um das eine, auch wenn man sich übers Internet kennenlernt!

  • Flirtwunder

    28.01.11 (12:46:51)

    Hatte keine guten Erfahrungen mit diesen Singlebörsen.

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